Mein Lieblingsselbsthilfebuch

Ich habe ein Lieblingsselbsthilfebuch. Genau genommen habe ich gar nicht so viele Selbsthilfebücher gelesen und die meisten davon helfen ja sowieso nur begrenzt weiter. Doch das Buch, das mir meine damalige Therapeutin vor ein paar Jahren zum Abschluss der Verhaltenstherapie geschenkt hat, ist extrem nützlich und hilfreich. Es heißt „Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei“.
Ich habe es wie gesagt bereits vor einigen Jahren bekommen, aber tatsächlich bis heute noch nicht einmal bis zur Hälfte gelesen. Der Grund dafür ist, dass ich bei einer Atem-/Entspannungsübung hängen geblieben bin, die man zunächst etwa zwei Wochen lang mehrmals am Tag durchführen sollte, bevor man weiterliest. Und weil ich ja brav bin, mich an Regeln halte und das Buch ernst nehme, habe ich mir das auch schon mehrmals so vorgenommen, aber bis jetzt noch nie durchgezogen.

Vor ein paar Tagen aber habe ich das Buch mal wieder in die Hand genommen. Nachdem ich seit Ende Januar in einer depressiven Phase festgesteckt bin, dachte ich mir das sei vielleicht eine ganz gute Idee. Ich habe alle Kapitel, die ich schon gelesen habe, noch einmal überflogen und wurde dadurch noch einmal an die darin beschriebenen sehr einfachen, aber auch sehr wirksamen Übungen erinnert. Sie zielen zumeist darauf ab, dass man negative Gedanken nicht bekämpfen oder zu verdrängen versuchen soll. Stattdessen soll man lernen, dass sie eben nichts weiter sind als das – Gedanken, die einem als solche zunächst einmal nicht schaden, obwohl sie einen natürlich gewalt runterziehen können. Aber das kann man vermeiden, wenn man lernt, solche Gedanken zu „defusionieren“ und dadurch eine gewisse Distanz zu ihnen schafft.
Eine ganz einfache, auf den ersten Blick albern erscheinende Übung dazu ist etwa, solche Gedanken nicht ernst zu nehmen. Das kann man tun, indem man einem negativen Gedanken (etwa „Ich fühle mich wertlos“ oder „Das Bewerbungsgespräch morgen läuft bestimmt furchtbar“) einen weiteren, ganz offensichtlich absurden Gedanken gegenüberstellt (z.B. „Ich bin eine Banane“). Ich weiß, das klingt erst einmal wahnsinnig dämlich, aber es wirkt! Genau wie viele andere Übungen im Buch lernt man durch das regelmäßige Durchführen dieser Übung nämlich, dass Gedanken eben nur Gedanken sind. Bloß weil sie einem im Kopf herumschwirren müssen sie nicht wahr sein und auch nicht hilfreich.

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, die bisherigen Übungen aus dem Buch nun wieder öfter in meinen Alltag zu integrieren. Die meisten davon kann man jederzeit anwenden, wann immer man bemerkt, dass man wieder negativen Gedanken verfällt. Und ich will endlich die Übung machen, bei der ich schon mehrmals stehengeblieben bin, um das Buch dann zu Ende lesen zu können. Mal sehen, was mich darin noch alles für hilfreiche Tipps und Übungen erwarten…