May the 4th be with you – Diskussion der „Star Wars“-Neuigkeiten der letzten Tage

Heute ist der 4. Mai, der schon seit einigen Jahren als inoffizieller „Star Wars-Feiertag“ gefeiert wird, allein aufgrund des lustigen Wortspiels „May the 4th be with you!“. Ich persönlich habe früher zumindest eigentlich immer den 25. Mai als „Star Wars-Tag“ empfunden, also den Tag, an dem „Star Wars“ 1977 in die US-Kinos kam. Aber gut, ich beuge mich der Mehrheit und will den heutigen Tag nicht verstreichen lassen, ohne zumindest irgendetwas über „Star Wars“ geschrieben zu haben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in nächster Zeit mehrere verschiedene Blogpost über „Star Wars“ zu schreiben, die verschiedene Aspekte des Themas beleuchten. Aber da ich diesen Plan wahrscheinlich sowieso nicht einhalte, kann ich auch gleich etwas von all den Themen in diesen Post hier stecken (und ja trotzdem noch öfter über „Star Wars“ bloggen).

Die Bekanntgabe der Besetzung von Episode VII

Zur Feier des Tages zeigen viele Kinos auf der ganzen Welt dieses Wochenende die sechs Episoden endlich mal wieder auf der großen Leinwand. In München läuft die Saga leider nur in der deutschen Fassung, deswegen bin ich nicht im Kino. Die Original-Trilogie würde ich aber schon gerne mal wieder auf der großen Leinwand erleben, schließlich habe ich sie zum letzten Mal 1997 im Kino gesehen. Die wirklich große Nachricht der letzten Tage war aber natürlich die Ankündigung des Casts von Episode VII auf starwars.com. Eigentlich haben alle erst heute, am 4. Mai, mit dieser Nachricht gerechnet, doch letztendlich hat Disney die Katze ein paar Tage früher aus dem Sack gelassen – wahrscheinlich weil man die Rückkehr von Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford sowieso nicht mehr geheim halten konnte, nachdem alle drei schon mehrere Tage vor der Bekanntgabe in London gesichtet worden waren und immer mehr Gerüchte über eine erste Drehbuchlesung des gesamten Casts die Runde machten. Von dieser Lesung stammt dann auch das einzige offizielle Foto, auf dem man fast alle der angekündigten Schauspieler, sowie Regisseur/Drehbuchautor J.J. Abrams, die Produzenten Bryan Burk und Kathleen Kennedy und den Drehbuchautoren Lawrence Kasdan („The Empire Strikes Back“, „Raiders of the Lost Ark“) sehen kann. Ein bisschen sieht es aus, als säßen sie alle in einem noch nicht für die Eröffnung bereiten IKEA-Kaufhaus auf billigen Sofas herum. Genau wie Millionen anderer Fans werde auch ich dieses Foto in den kommenden Monaten wohl immer und immer wieder anstarren und mir dabei vorstellen, welche Rollen die neuen Darsteller spielen und welche Texte sie da lesen…

Luke, Han und Leia werden also in Episode VII wieder mit dabei sein, 30 bis 35 Jahre älter als bei ihrem letzten Auftritt in „Return of the Jedi“. Weitere alte Bekannte, die erneut mit von der Partie sind, sind Anthony Daniels als C-3PO, Kenny Baker als R2-D2 und Peter Mayhew als Chewbacca. Dass man Kenny Baker extra als offizielles Mitglied des Casts auflistet, finde ich irgendwie süß – schließlich wurde er bereits bei den Dreharbeiten der Prequel-Trilogie nur für eine Handvoll Szenen in R2s blecherne Eingeweide gesteckt und ist als Darsteller heute schlicht und einfach überflüssig. Zudem wird der Mann diesen Sommer 80 Jahre alt und würde sich die Tortur, für Dreharbeiten tagtäglich stundenlang in R2s Innerem zu stecken, sicherlich nicht mehr antun wollen. Aber wie gesagt ist es eine nette Geste, ihn auf die Liste der Darsteller zu setzen, auch wenn R2-D2 nur als ferngesteuertes Modell und in CGI-Form im Film auftauchen wird.

Ich will vor dem Kinostart von Episode VII am liebsten noch überhaupt nichts über die Story wissen, aber eine Vorhersage wage ich jetzt schon mal zu treffen: Han Solo wird sterben. Es ist bekannt, dass Harrison Ford bereits bei den Dreharbeiten zu „Return of the Jedi“ versucht hat, George Lucas davon zu überzeugen, seine Figur sterben zu lassen, da er Hans Entwicklung als abgeschlossen betrachtete und ihm einen Heldentod schenken wollte. Doch Lucas sträubte sich gegen diese Idee und ließ Han leben. Da die kommende Sequel-Trilogie zwar unsere alten Helden zurückbringt, aber auch eine neue Generation von Helden und Schurken vorstellen soll, die Han, Luke und Leia ablösen, scheint es eigentlich nur logisch zu sein, dass mindestens einer der „großen Drei“ dran glauben muss. Harrison Ford hat in Interviews immer wieder Desinteresse und Unlust bekundet, wenn es um das Thema „Star Wars“ ging, ich könnte mir also gut vorstellen, dass er nur unter der Bedingung zugesagt hat, dass es bei einem einzigen weiteren Film für ihn bleibt. Andererseits könnte es aber auch gut sein, dass Luke Skywalker in Episode VII das Zeitliche segnen wird, gerade wenn man sich zumindest Geroge Lucas‘ Vorliebe für Parallelen zwischen den Filmtrilogien anschaut: In den ersten beiden Filmen der bisherigen Trilogien stirbt jeweils der weise Jedi-Mentor (Qui-Gon Jinn bzw. Obi-Wan Kenobi) und diese Rolle wird nun wohl Luke ausfüllen. Dass mehr als einer der großen Drei pro Film stirbt, kann ich mir allerdings schlecht vorstellen (und es sei noch angemerkt, dass George Lucas zwar einen kurzen Handlungsabriss für Episode VII vorgelegt hat, ansonsten mit dem Drehbuch oder dem Film überhaupt außer einer „Beraterfunktion“ nicht viel zu tun hat).

Die neuen Schauspieler

Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher sehen auf dem Foto jedenfalls blendend aus, was vor allem bei den letzteren beiden wirklich erwähnenswert ist. Wenn man ihr jetztiges Erscheinungsbild mit Fotos von vor etwa einem Jahr vergleicht, sieht man, dass Hamill und Fisher sich für Episode VII ganz schön in Form gebracht haben. So soll es sein! Bevor ich zur Bedeutung von Peter Mayhews erneuter Mitwirkung komme, möchte ich noch kurz auf die neuen Darsteller eingehen: Da wäre zunächst die unbekannteste von allen, Daisy Ridley. Auf ihrer imdb-Seite ist kein Geburtsdatum angegeben, aber soweit ich weiß ist sie um die 20 Jahre alt und damit etwa so alt wie Carrie Fisher bei den Dreharbeiten zu „Star Wars“. Auf dem Foto hat sie meiner Meinung nach zudem eine wirklich erstaunliche Ähnlichkeit zu Natalie Portman und wäre damit ihrer Großmutter aus dem „Star Wars“-Universum, Padmé Amidala, wie aus dem Gesicht geschnitten. Schon klar, noch weiß niemand, welche Figur Ridley spielen wird, aber aufgrund dieser Ähnlichkeit zu Portman und auch zur jungen Carrie Fisher gehe ich einfach mal davon aus, dass sie die Tochter von Han und Leia sein wird. Schließlich sitzt sie auf dem Cast-Foto ja auch zwischen Harrison Ford und Carrie Fisher…

Mit dem Rücken zum Betrachter sitzt in der vorderen Bildmitte der 1983 geborene Domhnall Gleeson, Sohn des bekannten irischen Schauspielers Brendan Gleeson. Vater und Sohn haben beide in mehreren „Harry Potter“-Filmen mitgespielt – der Vater als „MadEye“ Moody, der Sohn in den letzten beiden Filmen als Bill Weasley. Zudem ist Domhnall Gleeson in letzter Zeit positiv in Joe Wrights „Anna Karenina“ und in „About Time“ („Alles eine Frage der Zeit“) aufgefallen. Optisch könnte er gut als Sohn von Luke Skywalker durchgehen, aber in diesem Fall will ich mich da noch auf keinen Tipp festlegen. Links im Bild sitzt Andy Serkis, einer der größten Filmschauspieler des Planeten, dessen Kunst aber leider viel zu wenig gewürdigt wird. Der 50-jährige ist nämlich vor allem für seine Darstellungen im performance capture-Verfahren bekannt, bei denen er in lächerlichen, über und über mit hellen Punkten oder Kugeln beklebten Strampelanzügen im Studio eine Figur spielt, die dann am Computer vervollständigt wird. Am bekanntesten ist sicher seine Gollum-Darstellung in den „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filmen, aber Peter Jacksons „King Kong“ hat er auf diese Weise ebenso zum Leben erweckt wie Caesar, den Affen aus „Rise of the Planet of the Apes“ und dem kommenden „Dawn of the Planet of the Apes“. Des weiteren spielte er auch in Steven Spielbergs „Tintin“-Verfilmung als Captain Haddock mit. Als „normalen“ Schauspieler aus Fleisch und Blut kann man ihn unter anderem in „The Prestige“ oder in einer weiteren Rolle als Schiffskoch in „King Kong“ bewundern. Bei Serkis stellt sich natürlich die Frage, ob er in „Star Wars“ erneut eine performance capture-Darstellung abliefern oder eine ganz konventionelle Rolle spielen wird. Ich tippe mal auf ersteres. Es liegt doch nahe, dass eine der Hauptfiguren in Episode VII ein Alien (oder etwas ähnliches) sein wird, das am Computer erzeugt, aber von einem Menschen gespielt wird. Filme wie „Avatar“ oder „Der Hobbit“ haben bewiesen, dass dies technisch längst kein Problem mehr ist. Da Serkis der weltweit größte Experte auf diesem Gebiet der Schauspielerei sein dürfte, ist es nur logisch, wenn J.J. Abrams und Kathleen Kennedy (die mit Serkis schon bei „Tintin“ zusammengearbeitet hat) ihn an Bord holen. Auf diese Weise bekommen hoffentlich auch die „Star Wars“-Filme endlich eine computergenerierte Hauptfigur, die es was den emotionalen Ausdruck und die Interaktion mit den anderen Figuren betrifft mit ihren „menschlichen“ Kollegen aufnehmen kann.

Neben Serkis im Bild sitzt Oscar Isaac, geboren in Guatemala und 34 Jahre alt. Sein bislang größter Erfolg war die Hauptrolle im letztjährigen „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder, davor ist er unter anderem als herrlich fieser Prinz John in Ridley Scotts „Robin Hood“ positiv aufgefallen und wird demnächst in der Literaturverfilmung „Die zwei Gesichter des Januars“ zu sehen sein. Wen er in „Star Wars“ spielen wird? Ich habe keine Ahnung… Als nächster sitzt in der Runde der 22-jährige John Boyega, der für seine Rolle in „Attack the Block“ viel Lob bekommen hat (ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde ihn aber – genau wie einige andere Filme der neuen „Star Wars“-Schauspieler – demnächst nachholen). Demnächst wird er außerdem in einigen Folgen der neueun Staffel von „24“ zu sehen sein. Allein die Tatsache, dass er schwarz ist, hat viele Leute dazu veranlasst, in ihm „Lando Calrissian Jr.“ zu sehen, doch daran glaube ich nicht bzw. ich hoffe es auch nicht. Ich möchte nicht, dass alle neuen Rollen die Söhne, Töchter oder Enkel von bekannten Charakteren sind, sondern hoffe, dass Abrams und Kasdan da etwas cleverer vorgehen und auch ein paar Figuren, die nicht mit den bekannten Helden verwandt sind, ins Spiel bringen. Zudem wäre es seltsam, Landos Sohn im Film zu haben, aber Lando Calrissian selbst nicht – dessen Darsteller Billy Dee Williams hat seine Bereitschaft zur Rückkehr in die weit, weit entfernte Galaxis in den letzten Monaten immer wieder bekundet, scheint aber nicht in Episode VII dabei zu sein. Es könnte sein, dass man seinen Auftritt im Film noch geheim halten will, es könnte aber ebenso gut sein, dass er – wie in der Original-Trilogie – erst im zweiten Film wieder mit dabei sein soll. Oder eben gar nicht, worüber ich jetzt auch nicht todunglücklich wäre.

Einen letzten neuen Darsteller im Bild haben wir noch: Adam Driver. Der 30-Jährige ist vor allem durch seine Hauptrolle in der HBO-Serie „Girls“ bekannt, in der er trotz seiner „Star Wars“-Verpflichtung auch weiterhin mitspielen wird. Weiterhin konnte man ihn in Nebenrollen in Steven Spielbergs „Lincoln“, in „Inside Llewyn Davis“ und in dem großartigen „Frances Ha“ sehen. Gerüchte um Drivers Mitwirkung an Episode VII waren schon Monate vor der offiziellen Ankündigung im Umlauf und stets hieß es dabei, er werde den neuen Bösewicht spielen. Optisch kann ich mir das jedenfalls ziemlich gut vorstellen, der Kerl hat ein sehr charismatisches Gesicht und kann bestimmt herrlich fies lachen (was sich als nützlich erweisen sollte, falls er einen dunklen Jedi oder eine ähnliche Figur spielen wird).

Nun wissen wir also, wer in Episode VII mitspielen wird. Was wir noch nicht wissen, ist wen die neuen Darsteller spielen und wie groß ihre jeweiligen Rollen ausfallen werden. In einer früheren Pressemiteilung von Lucasfilm war vor einigen Wochen die Rede von einem „neuen Trio von Hauptfiguren“, das wohl im Lauf der kommenden drei Filme die Nachfolge von Luke, Han und Leia antreten soll. Dabei dürfte es sich um Daisy Ridley, John Boyega und Domhnall Gleeson bzw. Oscar Isaac handeln. Nach der Bekanntgabe des Casts wurde zudem von vielen Seiten Kritik geäußert, der Cast sei zu weiß und zu männlich. Tatsächlich befindet sich unter den neuen Darstellern nur eine Frau (Ridley) und ein Schwarzer (Boyega), während Oscar Isaac lateinamerikanischen Ursprungs ist. Bevor man die Zusammensetzung des Casts kritisiert, sollte man sich aber bewusst machen, dass – wie gerade erwähnt – noch nicht bekannt ist, wie groß die Rollen der jeweiligen Schauspieler ausfallen werden. Wenn Ridley und Boyega Teil des neuen Helden-Trios sein sollten, dann hätten wir damit schon eine junge Frau und einen Schwarzen in Hauptrollen. Zudem gibt es immer noch Gerüchte um eine noch nicht besetzte bzw. noch nicht bekannt gegebene weitere Rolle im Film, bei der es sich um eine weibliche Rolle handeln soll, für die angeblich Lupita Nyong’o im Gespräch ist – eine schwarze Darstellerin, die vor kurzem einen Oscar für ihre Rolle in „12 Years A Slave“ gewonnen hat. Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass J.J. Abrams noch nicht alle Karten ausgespielt hat und es zumindest noch kleine Rollen im Film gibt, über die noch nichts bekannt gegeben worden ist und mit denen das Publkum im Dezember 2015 im Kino vielleicht überrascht werden soll.

Fast vergessen hätte ich jetzt Max von Sydow, ganz einfach weil der 85-jährige nicht auf dem Cast-Foto zu sehen ist. Der schwedische Schauspieler ist natürlich eine Legende, man braucht nur seine Rolle in „Der Exorzist“ erwähnen. Ich kenne ihn aber auch aus Filmen wie „Minority Report“ oder Ridley Scotts „Robin Hood“. Seine Mitwirkung an Episode VII finde ich sehr interessant, weil man sich sofort fragt, welche Rolle er denn spielen wird? Den Kanzler der (Neuen) Republik? Einen aus der Versenkung aufgetauchten Sith-Lord? (Bitte nicht!) Einen Offizier der versprengten Überreste des Imperiums? Ein Schauspieler dieses Kalibers wird den Film auf jeden Fall nochmal um einiges aufwerten.

Werden „alte“ oder „neue“ Helden im Mittelpunkt stehen?

Eine Sache, die im Zusammenhang mit dem Cast noch ansprechen möchte, ist die Frage, ob denn nun eher die alten Helden – also Luke, Han und Leia – oder die neue Generation im Vordergrund von Episode VII stehen werden. Ich habe die Gerüchte um Episode VII seit der Ankündigung des Films Ende Oktober 2012 natürlich intensiv verfolgt. Die spannendste von all den Meldungen der vergangenen Monate war die Nachricht, dass das ursprüngliche, von Michael Arndt („Toy Story 3“, „Little Miss Sunshine“) geschriebene Drehbuch für Episode VII zugunsten einer neuen Drehbuchfassung von J.J. Abrams und Lawrence Kasdan verworfen worden sein soll. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenkt, dann hat Arndt in seinem Drehbuch den Fokus deutlich auf eine neue Generation von Helden gelegt, während Han, Luke und Leia nur kurze Auftritte darin hatten. J.J. Abrams wollte allerdings unsere bekannten Helden noch einmal zumindest für einen Film in den Mittelpunkt stellen, wewegen das nun vorliegende Drehbuch – für das Arndt nicht mehr als Autor genannt wird – erheblich von Arndts Fassung abweichen soll. Sollte dieses Gerücht stimmen – und ich hoffe, wir werden das eines Tages in einem „Makin of“-Buch erfahren – dann kann ich es Abrams jedenfalls nicht verübeln, dass er für Episode VII noch einmal einen richtig großen Auftritt der großen Drei herbei zaubern möchte (eventuell inklusive eines richtig großen Abgangs von mindestens einem der Drei). Neuesten Gerüchten zufolge soll Episode VII ja ganz auf Harrison Ford zugeschnitten sein, was ich dann doch wieder ein wenig bedenklich fände. Es würde aber zu dem Bild passen, dass ich von Ford habe: dass er nur unter der Bedingung zusagt, eine große Hauptrolle zu spielen, die einen dramatischen Tod im letzten Drittel des Films beinhaltet, womit sich dann das Thema „Star Wars“ für ihn endgültig erledigt hätte. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, wie viel wir von den neuen Cast-Mitgliedern sehen werden; vielleicht werden sie erst in den Episoden VIII und IX wirklich im Mittelpunkt stehen.

Ich freue mich jedenfalls nach wie vor riesig auf Episode VII. Ich liebe J.J. Abrams‘ „Star Trek“-Filme über alles und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann für den „Star Wars“-Regiestuhl ist. Zudem hat der Mann bei „Star Trek“ und anderen Projekten immer wieder bewiesen, was für ein gutes Gespür er fürs Casting hat und kann – im Gegensatz zu George Lucas – auch wirklich gut mit Schauspielern arbeiten. Und weil es hier gerade so schön passt, poste ich einfach mal einen kurzen Videogruß von Abrams und seinem Ko-Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, die uns aus London einen fröhlichen „Star Wars-Day“ wünschen:
Besonders interessant an dem Video ist übrigens die Tatsache, dass Abrams sagt „casting announcements continue“! Wer Lust hat, sich noch mehr Fan-Meinungen zur großen Carsting-Meldung anzuhören, dem empfehle ich die aktuelle Folge eines meiner Lieblingspodcasts, „The Incomparable“ (Episode 193 „Don’t Worry, We Got This“). Darin diskutieren einige „Star Wars“-Fans über eine Stunde lang darüber, was die angekündigte Besetzung des Films denn nun bedeutet und was sie sich von Episode VII erwarten.

Das Ende des „Expanded Universe“…?

So viel also zum Casting. Zwei andere Dinge wollte ich noch kurz ansprechen (eigentlich wollte ich ja wie gesagt mehrere Blogposts schreiben, aber sei’s drum, erledige ich halt alles auf einmal). Einige Tage vor der Bekanntgabe der Besetzung hat Lucasfilm nämlich eine Meldung herausgegeben, die das „Star Wars“-Fandom weit mehr erschüttert hat. Darin wurde endlich offiziell gemacht, was viele schon lange befürchtet hatten: Sämtliche Geschichten des „Expanded Universe“ (EU), also alle Romane, Comics, Videospiele usw. aus dem „Star Wars“-Universum, die in den letzten 37 Jahren erschienen sind, sind nun nicht mehr offizieller „Star Wars“-Kanon. Zwar hat man sich bislang stets darum bemüht, dass all die in verschiedenen Medien erzählten Geschichten zueinander passen und aufeinander aufbauen, doch für die kommenden Filme hätte es eine zu große kreative Einschränkung bedeutet, sich an all das halten zu müssen, was im EU erzählt worden ist. Die Geschichten von Han, Luke, Leia und ihren Kindern sind in den Comics und Romanen inzwischen bis ins Jahr 45 nach der Schlacht von Yavin (im ersten „Star Wars“-Film, der damit das Jahr 0 darstellt) erzählt worden, also bis zu einem Zeitpunkt, an dem Luke Skywalker etwa 64 Jahre (und Han Solo dementsprechend noch ein paar Jahre älter) ist. Man hätte also mit Episode VII theoretisch an diesem Punkt anknüpfen können, das Alter der Schauspieler würde ja ungefähr passen. Aber man hätte sich eben auch an all die Vorgaben aus dem EU halten müssen, unter anderem zum Beispiel daran, dass Chewbacce dort inzwischen gestorben ist (in Episode VII ist er ja nun wieder dabei), Han und Leia drei Kinder bekommen haben, von denen zwei schon wieder gestorben sind (eines, nachdem es zum Sith-Lord geworden ist) und Luke geheiratet, einen Sohn bekommen und seine Frau später ebenfalls verloren hat.

All diese Geschichten sind nun „Legenden“ – die Bücher sollen zwar weiterhin neu aufgelegt werden, aber mit einem „Legends“-Banner auf dem Cover, damit klar wird, dass es sich hierbei quasi um ein alternatives Universum handelt. Ich verstehe zwar, dass diese Entscheidung aus kreativer Sicht notwendig war, sie hinterlässt bei mir aber trotzdem einen bittersüßen Beigeschmack. In den letzten Jahren habe ich zwar nicht mehr so viele „Star Wars“-Bücher gelesen, aber früher habe ich sie gerade zu verschlungen. In meinem Kopf existiert also dieses Universum, in dem Luke Skywalker nach dem Tod von Darth Vader und dem Sieg über das Imperium einen neuen Jedi-Orden aufbaut, in dem eine der nächsten großen Bedrohungen für die neu gegründete Republik vom blauhäutigen Großadmiral Thrawn ausgeht, in dem Leia vorübergehend Staatschefin dieser Republik wird, in dem in einem ganz schrecklichen Buch ihre und Hans Kinder entführt werden, in dem eine extra-galaktische Spezies namens Yuuzhan Vong einen sich durch 19 Bücher ziehenden Vernichtungskrieg gegen unsere geliebte weit, weit entfernte Galaxis führt… All das soll nun nur noch „Legende“ sein? Ich versuche es positiv zu sehen: Es war schön, dass wir diese Abenteuer erleben durften. Gleichzeitg hat es mich angespornt, vor dem Kinostart von Episode VII noch möglichst viele der mir noch fehlenden Bücher zu lesen, die in der Zeit zwischen den Episode VI und VII spielen (wobei sie ja eigentlich nicht wirklich dort spielen, schon klar, sondern quasi auf verschiedenen Zeitstrahlen). Das wären in erster Linie die „Fate of the Jedi“-Reihe („Das Verhängnis der Jedi-Ritter“) sowie der im Anschluss daran spielenden Roman „Crucible“ („Feuerprobe“), der eben jene erwähnte 45-Jahres-Marke markiert.

Etwas weiteres positives hat die ganze Sache auch noch: Ab sofort sollen alle Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum offiziell miteinander verbunden sein, es gehört also alles, was in Zukunft veröffentlich wird, zum Kanon. Dieser Kanon besteht bislang aus den sechs Filmen und den sechs Staffeln (sowie dem Kinofilm) der „The Clone Wars“-Animationsserie und wird durch die weiteren Filme, die kommende „Star Wars: Rebels“-Serie und eben alle in Zukunft erscheinenden Bücher, Spiele, Comics usw. ergänzt. In diesem Sinne wird es gar kein neues Expanded Universe geben, weil alle Geschichten auf der gleichen Stufe stehen werden; was in einem Roman steht, zählt dann genauso viel wie das, was in einem der Filme vorkommt. Bei Lucasfilm wurde eigens eine „story group“ eingerichtet, die darüber zu wachen hat, dass all diese Erzählungen zueinander passen und sich nichts widerspricht. Weiterhin werden Elemente des alten EU auch in den Geschichten des neuen „Star Wars“-Universums fortleben, denn all die Geschichtenerzähler, die sich mit Filmen, Serien, Büchern usw. in diesem Universum austoben, dürfen sich natürlich nach Lust und Laune an den bereits bestehenden Geschichten und Figuren bedienen. So könnte es also durchaus sein, dass Han und Leia in Episode VII eine Tochter haben werden, die Jaina heißt – genau wie im alten EU. (Wenn das so sein sollte und Jaina von Daisy Ridley gespielt werden sollte, dann wäre sie zumindest deutlich jünger als im EU und damit eindeutig nicht die gleiche Jaina.) Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache entwickeln wird und ob zum Beispiel die ganze „frei gewordene Zeit“ nach „Return of the Jedi“ allmählich mit ganz neuen Geschichten aufgefüllt werden wird. Für einen Neueinstieg in die Welt der „Star Wars“-Bücher ist der Zeitpunkt jetzt jedenfalls günstig. Es wurden bereits vier neue Romane angkündigt, die nicht mehr zum alten EU gehören, sondern Teil der neuen Kontinuität sein werden. Darunter ist mit „Heir to the Jedi“ ein Luke Skywalker-Abenteuer, das zwischen Episode IV und V spielt und mit „Lords of the Sith“ ein Buch, dass sich vor allem Darth Vader und dem Imperator widmen und in der Zeit zwischen Episode III und dem Beginn der neuen Animationsserie „Rebels“ spielen wird. Auch diese Bücher habe ich mir vorgenommen zu lesen und hoffe, dass sich das lohnen wird, schließlich sind ab jetzt alle Geschichten offiziell miteinander verbunden, so dass in den Romanen durchaus Informationen und Ereignisse eine Rolle spielen können, die im Hinblick auf Episode VII oder „Rebels“ relevant sind.

Hier noch das Video, das begleitend zur Pressemitteilung über das Ende des EU veröffentlicht wurde:

Star Wars: Rebels

Zum Schluss und der Vollständigkeit halber poste ich nun noch den heute veröffentlichten Trailer zur neuen Animations-Serie „Star Wars: Rebels“. Ich freue mich wirklich auf die Serie, da sie vom gleichen Team stammt, das uns „The Clone Wars“ gebracht hat – und diese Serie wurde bis zu ihrem leider zu frühen Schluss immer besser (die sechste Staffel habe ich noch gar nicht gesehen, bin aber auch darauf natürlich sehr gespannt). Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es eine Verbindung zwischen „Rebels“ und Episode VII geben wird, wahrscheinlich in Form einer Figur, die sowohl in der Serie als auch im Film auftauchen wird. Die erste „Rebels“-Folge soll in den USA im Herbst ausgestrahlt werden, beim Kinostart von Episode VII wird sich die Serie also bereits in ihrer zweiten Staffel befinden. Sie spielt fünf Jahre vor Episode IV, also zu einem ganz anderen Zeitpunkt als Episode VII, aber das muss ja gegen eine Verbindung sprechen. Ich bin gespannt und finde, dieser Trailer sieht schon ganz ordentlich aus. Letztendlich kommt es aber vor allem auf die Geschichten an, die Dave Filoni und sein Team in „Rebels“ erzählen werden.

Möge die Macht mit Euch sein!

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„Star Wars“ zum Hören

Die Infos zum nächsten „Star Wars“-Film lassen dank J.J. Abrams‘ und Disneys Geheimhaltungspolitik noch auf sich warten. Im Mai sollen wohl die Dreharbeiten beginnen und zum Casting gibt es bislang zwar eine ganze Menge Gerüchte, aber offiziell bekannt gegeben wurde bislang nur, dass R2-D2 wieder mit von der Partie sein wird. Zum Glück ist das „Star Wars“-Universum aber so groß, dass man die Wartezeit bis zum Starttag von Episode VII im Dezember 2015 ohne Schwierigkeiten überbrücken kann.

Deutsche Hörspiele: „Labyrinth des Bösen“ & „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“

Ich habe mir in den letzten Wochen und Monaten einige „Star Wars“-Hörspiele und Hörbücher angehört, die ich hier näher vorstellen möchte. Beginnen wir mal mit den wirklich großartigen Hörspielen von Oliver Döring. Bereits vor einigen Jahren hat Döring die deutschen Synchronsprecher von Hayden Christensen (Anakin Skywalker),  Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi) und anderen Schauspielern aus den Prequels für seine Hörspiel-Adaptionen der Romane „Labyrinth des Bösen“ und „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“ zusammengetrommelt. Diese Hörspiele sind nicht nur aufgrund ihrer Qualität einzigartig, sondern auch deswegen, weil sie keine bloßen Übersetzungen darstellen, sondern eigens für den deutschen Markt geschrieben worden sind. Zwar erscheint zu nahezu jedem „Star Wars“-Roman auch ein englischsprachiges, von einem Sprecher vorgelesenes Hörbuch, doch Hörspiele mit verteilten Rollen, Soundeffekten und vor allem den aus den Filmen bekannten Stimmen gibt es im englischsprachigen Bereich so gut wie nicht (auf die Ausnahmen gehe ich unten ein). Mit Döring hat sich ein wahrer „Star Wars“-Fan der Materie angenommen und ein auf den Romanen basierendes Hörspieldrehbuch geschrieben, das dann eigens mit den aus den Filmen bekannten deutschen Stimmen aufgenommen wurde. Beide Hörspiele basieren auf Romanen von James Luceno; bei „Labyrinth des Bösen“ handelt es sich um die unmittelbare Vorgeschichte der dritten „Star Wars“-Episode „Die Rache der Sith“, während „Dark Lord“ unmittelbar an die Ereignisse dieses Films anschließt.

Timothy Zahns „Thrawn-Trilogie“ als deutsches Hörspiel

Nach dem (berechtigten) Erfolg dieser beiden Hörspiele hat sich Döring erneut an ein „Star Wars“-Projekt gewagt, und zwar an eine der bekanntesten und beliebtesten Geschichten aus dem expanded universe – die „Thrawn-Trilogie“ von Timothy Zahn. Diese drei Bücher, die ab 1991 veröffentlicht wurden, waren lange Zeit so etwas wie die inoffiziellen Episoden VII, VIII und IX (bis zur tatsächlichen Ankündigung dieser Episoden als Filme, die aber nichts mit den Büchern von Zahn zu tun haben werden). Sie spielen fünf Jahre nach den Ereignissen von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und erzählen die Geschichte von Luke, Han und Leia weiter. Zahn hat dem „Star Wars“-Universum aber auch einige eigene neue Charaktere hinzugefügt, die inzwischen fast genauso beliebt sind, wie die aus den Filmen bekannten und die seither in zahlreichen weiteren Romanen und Comics auftgetaucht sind. Die wichtigsten zwei davon sind Mara Jade, die zu Beginn der Thrawn-Trilogie von dem Wunsch besessen ist, Luke Skywalker zu töten (was sich aber im Verlauf der Trilogie und der danach spielenden Bücher ändert, um es mal möglichst spoilerfrei zu formulieren) und der imperiale Großadmiral Thrawn, der als Hauptantagonist der Trilogie in die Fußstapfen Darth Vaders und Palpatines tritt.

Als Oliver Döring seine Hörspieladaption der drei Bände der „Thrawn-Trilogie“ – „Erben des Imperiums“, „Die dunkle Seite der Macht“ und „Das letzte Kommando“ – ankündigte, in denen die Synchronsprecher von Luke, Han, Leia, Lando und C-3PO ihre alten Rollen wieder aufnehmen sollten, hat mein Star Wars-Fan-Herz vor Freude einen Luftsprung vollführt. So etwas gibt es wie gesagt im englischsprachigen Bereich nicht, denn dazu müsste man schließlich Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford usw. als Sprecher gewinnen. Die alten „Star Wars“-Filme habe ich als Teenager so oft auf Deutsch gesehen, dass die Synchronstimmen für mich untrennbar mit den Figuren verbunden sind. Deswegen kommt beim Hören dieser Hörspiele bei mir auch sofort wieder das typische „Star Wars-Feeling“ auf. Obwohl die Sprecher natürlich inzwischen deutlich älter sind als ihre Figuren, schlägt sich dies in ihren Stimmen zum Glück kaum nieder. Besonders erfreulich finde ich es auch, dass Döring für die Rolle des C-3PO wieder den Original-Sprecher Joachim Tennstedt gewinnen konnte, der ja als deutsche Stimme für 3PO in den Prequels leider nicht zur Verfügung stand.

Die Hörspiel-Adaptionen der ersten beiden „Thrawn“-Bücher sind bereits erschienen (die CD-Komplettboxen oder die Links zum Download gibt es hier und hier). Das dritte Buch („Das letzte Kommando“) wird im Laufe des Jahres in mehreren Teilen veröffentlicht (Teil 1 kommt am 28. Februar), bevor dann schließlich auch davon eine Komplettbox erscheint (leider mussten für den dritten Teil die Sprecher einiger Nebenfiguren ersetzt werden). Alle „Star Wars“-Hörspiele von Oliver Döring sind wirklich hörenswert – schon wegen der „echten“ Stimmen aus den Filmen – allerdings können sie für all diejenigen, die die Buchvorlagen nicht gelesen haben, hin und wieder etwas verwirrend sein, da die Örtlichkeiten und Figuren kaum beschrieben werden. Lediglich am Anfang jeder Episode gibt es einen einleitenden Erzählertext, die Handlung selbst wird danach aber nur über Dialoge und Actionszenen vorangetrieben. Dass es sich bei den Noghri, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen, um kleinwüchsige, grauhäutige humanoide Wesen handelt, wird im Hörspiel beilspielsweise nicht erwähnt. Von den Stimmen abgesehen, erfolgt keine Beschreibung dieser dem Hörer noch nicht bekannten Figuren. Der Handlung kann man zwar ohne Probleme folgen und Döring hat auch nur wenige Kürzungen an den Büchern vorgenommen, doch es wäre trotzdem schön gewesen, derartige nicht unwichtige Details jeweils in ein paar Dialogzeilen zum Ausdruck zu bringen. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich an den Hörspielen habe. Alle, deren Interesse an den Hörspielen und ihrer Entstehung nun geweckt worden ist, können sich hier noch ein Interview mit Oliver Döring durchlesen. Ich drücke natürlich ganz fest die Daumen, dass Döring sich auch nach der Fertigstellung der Thrawn-Trilogie wieder eine „Star Wars“-Romanadaption vornehmen wird. Ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste steht das zwischen den Episoden V und VI spielende Buch „Schatten des Imperiums“, das 1996 erschienen ist. Neben dem Roman gab es damals auch ein Videospiel, Actionfiguren, einen Comic und sogar einen eigens komponierten Soundtrack – also alles, außer einem neuen „Star Wars“-Film. Nur eine Hörspielfassung gibt es noch nicht. Ebenfalls anbieten würde sich natürlich auch die „Hand of Thrawn“-Duologie (im Deutschen als Trilogie erschienen), mit der Timothy Zahn quasi eine inoffizielle Fortsetzung seiner Thrawn-Trilogie geschrieben hat, die zehn Jahre nach den darin geschilderten Ereignissen spielt. Aber auch die 19-teilige, nochmals einige Jahre später spielende „New Jedi Order“-Reihe würde ich sehr gerne hören. Man müsste auch nicht alle 19 Bücher komplett vertonen und könnte vieles heraus kürzen, da sich hier für die Gesamthandlung wichtige Romane mit solchen abwechseln, in denen jeweils einzelne Figuren im Mittelpunkt stehen. Ein Mammutprojekt wäre das Ganze vermutlich trotzdem.

Die „Original Radio Dramas“

Neben Oliver Dörings deutschen Hörspielen höre ich mich zurzeit auch zum ersten Mal durch die „Original Radio Dramas“ der klassischen Trilogie. George Lucas verkaufte die Hörspielrechte an „Star Wars“ Ende der Siebziger Jahre für einen symbolischen Dollar an die Radiostation KUSC-FM, die zur University of Southern California gehört, wo er Film studierte hatte. Diese beauftragte dann den Schriftsteller Brian Daley, der mit der „Han Solo“-Trilogie einige der ersten expanded universe-Romane geschrieben hatte, das Drehbuch für die Hörspielfassung des Films zu schreiben. Schon seit Jahren setze ich die CDs mit diesen Hörspielen jedes Jahr zu Weihnachten auf meinen Amazon-Wunschzettel, geschenkt bekommen habe ich sie aber leider nie. Da ich seit ein paar Monaten aber ein Audible-Abo habe, konnte ich mir die drei Hörspiele dort herunter laden. Die Hörspiele zu „A New Hope“ und „The Empire Strikes Back“ habe ich schon komplett angehört, bei „Return of the Jedi“ bin ich noch mittendrin. Vor kurzem ist übrigens das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) in einer neuen Limited Edition als mp3-CD erschienen (und das auch noch in zwei unterschiedlichen Versionen: mit „Light Side“-Cover und mit „Dark Side“-Cover).

Mit einer Laufzeit von fast sechs Stunden ist das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) sehr viel länger als der Film und das längste der drei Hörspiele. Es besteht aus 13 etwa 25-minütigen Episoden, die alle eigene Titel tragen. Jede Episode beginnt mit einem von einem Erzähler gesprochenen Einleitungstext, dessen erste Worte stets lauten „A long time ago in a galaxy far, far away, there came a time of revolution, when rebels united to challenge a tyrannical empire“. Aufgrund seiner langen Laufzeit beinhaltet das Episode IV-Hörspiel zahlreiche erweiterte oder sogar ganz neue Szenen. Bei den Sprechern handelt es sich überwiegend nicht um die Schauspieler des Films – mit zwei Ausnahmen: Mark Hamill und Anthony Daniels übernehmen auch im Hörspiel die Rollen von Luke Skywalker und C-3PO. Prinzessin Leia wird von Ann Sachs gesprochen, Han Solo von Perry King und Darth Vader von Brock Peters. Es ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, die bekannten Figuren mit anderen Stimmen sprechen zu hören. Doch schon nach kurzer Zeit verschmolzen bei mir die fremden Stimmen mit ihren jeweiligen Figuren und ganz besonders Perry King als Han Solo finde ich wirklich fantastisch. Leider stand Mark Hamill für das Hörspiel zu „Return of the Jedi“, das erst 1996 produziert wurde, nicht mehr zur Verfügung, so dass dort Joshua Fardon diese Rolle übernahm.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ beginnt – anders als der Film – auf Tattooine, wo Luke Skywalker sich nach einem aufregenderen Leben sehnt. Er träumt davon, auf die imperiale Akademie zu gehen, wird dafür aber von seinen Freunden ausgelacht und als Spinner abgetan. Die Szene, in der er mit seinem Fernglas das Gefecht zwischen Prinzessin Leias und Darth Vaders Raumschiffen über Tattoine beobachtet, ist eine der Szenen, die auch in George Lucas Drehbuch vorkommen; sie wurde sogar gefilmt, aber aus der Endfassung des Films herausgeschnitten. Brian Daley schafft es übrigens mit bewundernswerter Leichtigkeit, den doch eigentlich so stark in Bildern sprechenden Film in eine Hörfassung zu übersetzen und alle wichtigen Informationen über diese fremde Galaxis in die Dialoge einfließen zu lassen, ohne das es gezwungen oder künstlich wirkt.

Auch Prinzession Leia bekommt hier eine eigene „Vorgeschichte“; man erlebt sie zunächst als Senatorin und Freiheitskämpferin, die sich immer wieder mit den Generälen des Imperiums anlegt. Zudem hat auch ihr (Adoptiv-)Vater Bail Organa eine kleine Rolle und man erfährt, wie er und Leia an die Pläne des Todessterns gelangen und wie Leia ihren Vater davon überzeugt, dass sie selbst die Pläne an die Rebellen überbringen muss. Auch Han Solo profitiert stark von der durch die lange Laufzeit möglichen erweiterten Figurenzeichnung. In einer kurzen Szene auf dem Todesstern, als er und Chewbacca gerade von den anderen getrennt sind, versucht er zum Beispiel, Chewie dazu zu überreden, ohne die anderen abzuhauen, um die eigene Haut zu retten. Weiterhin wird auch die Beziehung zwischen Luke und Ben Kenobi im Hörspiel vertieft. In der Szene in Bens Haus stellt Luke fest, dass Ben anscheinend schon lange ein wachsames Auge auf ihn geworfen hat und die erste Jedi-Lektion, die er später von Ben auf dem Millennium Falcon erhält, ist im Hörspiel viel länger und ausführlicher. Am Ende seines ersten Lichtschwert-Trainings ist Luke so begeistert, dass er sogar gleich in einem Übungsduell gegen Ben antreten möchte!

Einige weitere schöne Details: Darth Vader wird im Hörspiel als „Dark Lord of the Sith“ bezeichnet. In den ersten drei „Star Wars“-Filmen kam dieser Titel noch gar nicht vor. Weiterhin wird eine Begründung dafür gegeben, warum sich 3PO im Gespräch mit Luke offenbar nicht daran erinnern kann, wer Prinzessin Leia ist und warum R2 so entschlossen ist, seine Mission auf Tattooine um jeden Preis auszuführen. Auch der Machtkampf zwischen Darth Vader und Tarkin sowie die Tatsache, dass letzterer den Todesstern quasi allein befehligt und damit über Macht verfügt, mit der er sich sogar dem Imperator entgegenstellen könnte, wird stärker thematisiert.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) ist also absolut empfehlenswert und bietet auch für all diejenigen noch viel Neues, die wie ich den Film schon gefühlte hundert Mal gesehen haben. „The Empire Strikes Back“ ist mit über vier Stunden zwar auch noch doppelt so lang wie der Film, bietet aber im Gegensatz zum ersten Hörspiel kaum noch wirklich neue Szenen. Die längere Laufzeit kommt dieses Mal fast nur durch erweiterte Dialoge zustande, die allerdings meistens wirklich gut geschrieben sind. Das Hörspiel enthält zahlreiche Witze und spritzige Dialogzeilen, die im Film nicht vorkommen und die ich hier natürlich nicht verraten werde. Allerdings ist die Stimme von Yoda etwas gewöhnungsbedürftig. Sie stammt von John Lithgow, der in den letzten Jahren zum Beispiel in „Planet der Affen: Prevolution“ oder der vierten Staffel von „Dexter“ zu sehen war. Lithgow macht seine Sache zwar alles andere als schlecht, aber Frank Oz‘ Darstellung von Yoda hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt, dass jeder andere Sprecher hier wohl nur verlieren kann. (In „The Clone Wars“ wird Yoda zwar auch nicht von Frank Oz gesprochen, allerdings muss sich sein Sprecher dort, Tom Kane, bei Yodas Darstellung auch nicht allein auf seine Stimme verlassen und versucht zudem, Oz so gut wie möglich zu imitieren.)

Das Hörspiel zu „Return of the Jedi“ habe ich noch nicht ganz zu Ende gehört, es gefällt mir bislang eindeutig am wenigsten. Zum einen, weil wie erwähnt leider Mark Hamill nicht mehr von der Partie ist und zum anderen, weil es sich viel sehr darauf verlässt, einfach die Dialoge des Films nachzuerzählen. Zwar gibt es bei einer Laufzeit von gut drei Stunden schon die eine oder andere zusätzliche und auch ein paar erweiterte Szenen, doch diese sind nicht immer gelungen. 3POs Unterhaltung mit einer von Jabbas Tänzerinnen wirkt beispielsweise wie ein Fremdkörper in der Geschichte und wurde wohl 1996 nur in die Handlung hinein geschrieben, weil es sich bei dieser Tänzerin um die undercover ermittelnde Mara Jade handelt (mehr dazu gibt es wiederum in Timothy Zahns Thrawn-Trilogie). Zu Ende anhören werde ich das Hörspiel auf jeden Fall noch, wirklich empfehlen kann ich es bislang aber nicht. Dafür ist aber gerade das Radio Drama zum ersten Film ein Muss für jeden Fan! Zu den Prequels gibt es bislang übrigens keine Hörspiele, was ich sehr schade finde, da man darin viele der Fehler, die George Lucas in seinen Drehbüchern zu den Episoden I bis III gemacht hat, ein wenig hätte ausbügeln können. Allerdings gibt es mit „Rebel Mission to Ord Mantell“ noch ein weiteres, etwa halbstündiges und ebenfalls von Brian Daley geschriebenes „Star Wars“-Hörspiel, das vor der Handlung von „The Empire Strikes Back“ spielt. Außerdem existieren einige auf Comics basierende Höspiele (z.B. „Dark Empire“). Ich konnte bislang aber keines dieser Hörspiele auftreiben, da sie nach ihrer Erstveröffentlichung nicht wieder neu aufgelegt worden sind und auch bei Audible nicht erhältlich sind.

Romane / Hörbücher: „Kenobi“ & „Darth Plagueis“

Neben diesen deutschen und englischen Hörspielen habe ich in den letzten Monaten auch zwei „Star Wars“-Hörbücher gehört. Von den zahlreichen „Star Wars“-Romanen, die jedes Jahr in den USA veröffentlicht werden, erscheint ein Großteil auch als audio book-Fassung. Da ich eine Menge „Star Wars“-Romane nachzuholen habe, habe ich beschlossen, dies zum Teil mit Hörbüchern zu tun, um etwas schneller voranzukommen. Die ersten beiden Hörbücher, die ich mir besorgt habe waren „Kenobi“ und „Darth Plagueis“.

In John Jackson Millers Roman „Star Wars – Kenobi“ geht es – ihr werdet es erraten haben – um Obi-Wan Kenobi. Miller erzählt dort weiter, wo Episode III zu Ende ging, nämlich zu Beginn von Obi-Wans Einsiedlerleben auf Tattooine, wo er sich vor dem Imperium versteckt und über Luke Skywalker wacht. Wie sich schnell herausstellt, ist es gar nicht so einfach, ein solches Leben als Einsiedler zu führen. Obi-Wan wird nämlich ohne es zu beabsichtigen in die Konflikte der Bewohner von Tattooine hineingezogen. Mehr möchte ich nicht verraten, außer dass „Kenobi“ so etwas wie ein Western im „Star Wars“-Universum ist. Es geht darin nämlich um ein Dorf von Bauern, Handwerkern und Händlern, die sich gegen einen Stamm von Sandleuten verteidigen müssen und zudem dem Neuankömmling Kenobi äußerst misstrauisch gegenüberstehen. Neben einer Zombie-Geschichte („Death Troopers“ von Joe Schreiber) und einer an „Ocean’s Eleven“ angelehnten heist story („Scoundrels“ von Timothy Zahn) gibt es nun also auch einen „Star Wars“-Western und er ist wirklich gut geworden.

Noch besser gefallen hat mir allerdings James Lucenos „Darth Plagueis“. Mit „Cloak of Deception“ hat Luceno bereits eine Vorgeschichte zu Episode I geschrieben, die zahlreiche Figuren und Ereignisse aus Episode I & II in einem Netz aus Intrigen zu einer spannenden Geschichte spinnt. In „Darth Plagueis“ erzählt er nun die Geschichte des gleichnamigen Sith Lords, der Palpatines Meister war. In Episode III erfahren wir über ihn nur, dass er besessen davon war, den Tod zu besiegen, schließlich aber von seinem eigenen Schüler im Schlaf getötet wurde. Der Roman erzählt über mehrere Jahrzehnte, wie Plagueis gemeinsam mit seinem Schüler Palpatine die Grundsteine für die Machtergreifung in der Galaktischen Republik legte. Damit ist das Buch fast genauso sehr auch die Geschichte von Palpatine bzw. Darth Sidious und seinem Aufstieg zum Obersten Kanzler der Republik. Gerade weil hier bekannt ist, auf welche Ereignisse die Handlung schließlich hinaus laufen wird, ist das Buch so spannend. Zum Beispiel bringt Hego Damask alias Darth Plagueis den Jedi-Meister Sifo Dyas auf die Idee, eine Klonarmee zur Verteidigung der Republik ins Leben zu rufen oder er lässt den König von Naboo ermorden, nur um dann der jungen und naiven Amidala zum Thron zu verhelfen. Auch über Darth Mauls Herkunft und Training unter Palpatine erfährt man im Buch viel (und es widerspricht übrigens nicht dem, was man aus „The Clone Wars“ weiß, sondern nimmt die daraus bekannten Fakten und baut sie aus). „Darth Plagueis“ ist ein sehr spannendes Buch und sicherlich einer der besten „Star Wars“-Romane. Beide Hörbücher konnten mich durch die jeweils hervorragenden Sprecher, die „Star Wars“-tpischen Soundeffekte und natürlich auch durch die aus den Filmen bekannte Musik über Stunden fesseln und ich bin schon sehr auf mein nächstes „Star Wars“-Hörbuch gespannt. Zurzeit lese ich übrigens mal wieder ein „Star Wars“-Buch, Timothy Zahns „Outbound Flight“.

Fazit…

„Star Wars“ zu hören kann also ebenso unterhaltsam und spannend sein, wie ein „Star Wars“-Film. Gerade die hier erwähnten deutschen Hörspiele und das Radio Drama zu Episode IV lege ich allen Fans ans Herz, die über den Tellerrand der Filme hinaus schnuppern wollen in das inzwischen wirklich unüberschaubar große expanded universe. Dass dieses Universum durch den Disney-Deal und die Ankündigung von Episode VII nun bald zumindest zum Teil für „ungültig“ erklärt werden könnte, stimmt mich zwar etwas traurig. Trotzdem wird man sich auch in Zukunft noch an tollen Romanen wie der Thrawn-Trilogie erfreuen können, auch wenn die Abenteuer von Luke, Han, Leia und ihren Nachkommen möglicherweise auf der Leinwand ganz anders weitergehen werden als in den vielen Büchern und Comics, die in den letzten Jahrzehnten erschienen sind.

…und noch ein Podcast!

Ganz zum Schluss sei hier noch auf einen „Star Wars“-Podcast hingewiesen, den ich ebenfalls vor kurzem zu hören begonnen habe: In „Full of Sith“ sprechen Mike Pilot, Byran Young (Autor auf starwars.com), Consetta Parker (u.a. Marketing Manager der Rancho Obi-Wan) einmal die Woche über Neuigkeiten aus dem „Star Wars“-Universum und haben dabei immer wieder interessante Gäste wie zum Beispiel Autoren von „Star Wars“-Romanen oder prominente Fans wie Darren Hayes (wodurch ich auf den Podcast aufmerksam geworden bin).

Möge die Macht mit Euch sein! 🙂

Star Wars: The Clone Wars – Season 5

„Star Wars“ gehört ja bekanntlich seit etwa 14 Monatan zum Disney-Konzern. Dort arbeitet man bereits fleißig an der siebten großen Episode des Sternenkriegs, an mehreren Ablegerfilmen, an der neuen Animationsserie „Star Wars: Rebels“ und vielleicht sogar an einer Realserie fürs Fernsehen. Die fünfte Staffel von „The Clone Wars“ (hier mein Blogpost zur vierten Staffel), die von September 2012 bis März 2013 in den USA gesendet wurde, wurde größtenteils noch vor der Übernahme Lucasfilms durch Disney produziert. Obwohl Regisseur Dave Filoni und sein Team bereits mitten in der Produktion einer sechsten Staffel standen, wurde 2013 das plötzliche Ende der Serie bekannt gegeben. Die bereits fertig gestellten Episoden der sechsten Staffel sollen irgendwann in diesem Jahr als „Bonusfolgen“ verfügbar sein – wann und wie genau, wurde noch nicht bekannt gegeben. Im Fernsehen werden sie aber wohl nicht mehr gesendet.

Dass die Serie so plötzlich abgesetzt wurde ist schade, denn sowohl die optische als auch die Qualität ihrer Geschichten konnte sich seit den ersten Folgen von 2008 kontinuierlich steigern und „The Clone Wars“ hätte wirklich ein großes Finale verdient gehabt. Als hätte Filoni es geahnt, hat er das Ende der fünften Staffel jedoch bereits mit einem Schlusspunkt versehen, der für die wichtigste Figur der Serie gleichzeitig Schlussstrich und Neuanfang darstellt (mehr dazu weiter unten, wo ich dann gnadenlos spoilern werde – keine Angst, es folgt noch einmal eine Warnung).

Bevor ich zum Inhalt der fünften Staffel komme, muss ich leider noch ein paar Worte über die Blur-ay-Discs verlieren. Ich hatte mir die fünfte Staffel auf Blu-ray aus Großbritannien vorbestellt, weil ich etwas Geld sparen wollte und keinen Wert auf eine deutsche Tonspur lege. Leider waren die Discs aber in keinem meiner beiden Blu-ray-Player abspielbar. Zum Glück nahm Amazon die Discs zurück und ich bestellte mir als nächstes doch die deutsche Version der Staffelbox. Doch ich stieß erneut auf das gleiche Problem – die Disc drehte sich im Player, aber wollte einfach nicht laden. Nach etwas Recherche im Internet stieß ich in einer Amazon-Kundenrezension auf einen Hinweis: Man müsse im Menü des Blu-ray-Players die Menüsprache für Blu-rays und DVDs auf deutsch stellen, dann würden die Discs der fünften Staffel abgespielt werden. Obwohl ich skeptisch war, probierte ich es aus und siehe da, es funktionierte! Leider sehe ich auf diese Weise im Menü nur die deutschen Episodentitel, aber immerhin kann ich die Episoden anschauen. Auf die Lösung des Problems wäre ich von alleine aber nicht gekommen.
Noch ärgerlicher ist allerdings, dass die Blu-rays noch einen weiteren Fehler haben. Der Ton läuft nämlich bei allen Folgen leicht asynchron zum Bild ab. Es handelt sich nur um Sekundenbruchteile, doch es fällt auf und es stört. Ich finde, eine Rückgabemöglichkeit und ein kostenloser Umtausch der Discs in fehlerfreie Exemplare wäre hier wirklich angebracht.

Nun aber zur fünften Staffel selbst. Gleich von der ersten Folge an fällt einem die erneut gesteigerte optische Qualität auf. Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln sind die Hintergründe noch schöner, es gibt mehr Details zu sehen, die Gesichter der Figuren sind besser animiert und es gibt eine größere Anzahl unterschiedlicher Figuren zu sehen, wodurch die Schauplätze der Serie belebter wirken. Auch sind imposante Kamerafahrten und ähnliche Spielereien nun keine Seltenheit mehr; zum Teil erlangt die Serie richtige Kinoqualität, was auch an den gut choreographierten Actionszenen und der sehr guten Musik liegt.

— Da ich nun den Inhalt der 5. Staffel bespreche, enthalten die folgenden Absätze ein paar kleinere Spoiler. Bevor ich das Ende der Staffel verrate, erfolgt aber nochmals eine Spoilerwarnung. —

Die fünfte Staffel besteht aus 20 Episoden und damit aus zwei weniger als jeweils die ersten vier Staffeln. Die Staffel ist in fünf story arcs unterteilt, die aus jeweils vier Folgen bestehen. Wenn man Lust hat, kann man also vier Folgen am Stück wie einen etwa 90minütigen Film anschauen. Der erste dieser fünf Handlungsbögen dreht sich um den Planeten Onderon, dessen Regierung sich auf die Seite der Separatisten geschlagen hat. Eine Gruppe von Rebellen ist damit nicht einverstanden und versucht, die Regierung zu stürzen. Ausgerechnet Anakin Skywalker, der spätere Darth Vader, hat nun die Idee, diese Rebellengruppe zu unterstützen. Gemeinsam mit seinem Padawan Ahsoka Tano reist er nach Onderon, wo die beiden die Rebellen auf den Kampf vorbereiten. Mit der Hilfe von Anakin und Ahsoka schaffen es die Rebellen schließlich, eine von den Separatisten besetzte Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und den rechtmäßigen König von Onderon aus dem Gefängnis zu befreien. Das wird zuweilen recht düster und wirkt überhaupt nicht mehr wie die Kinderserie, als die „The Clone Wars“ häufig bezeichnet wird. Ein paar Kampfdroiden-Witze kommen zwar auch wieder vor, aber es sind die ersten seit langem.
Nicht nur darf Anakin hier eine Rebellengruppe unterstützen, er muss auch noch Ahsoka ermahnen, sich nicht durch ihre Emotionen von ihrer Mission ablenken zu lassen. Als Unterstützder der Rebellen ist nämlich auch Ahsokas Freund Lux Bonterri auf Onderon, für den die junge Jedi mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegt. Welch Ironie, dass ausgerechnet Anakin seinem Padawan derartige Ratschläger erteilen muss…
Der Onderon-Plot gipfelt in einer großen Schlacht der Rebellen gegen die Droiden und Kampfschiffe der Separatisten. Da Yoda und Mace Windu aber verzweifelt versuchen, die Jedi – die ja eigentlich keine Krieger sind! – nicht in noch mehr Kampfhandlungen zu verwickeln, können sich die Jedi nicht offiziell an den Kämpfen beteiligen. „I’ll do all I can to protect you. But I can’t fight this war for you.“, erklärt Ahsoka den Rebellen (und wählt damit fast die gleichen Worte, die Qui-Gon Jinn einst zu Königin Amidala sagte). Angesichts der Tatsache, dass die Jedi-Ritter während der Klonkriege als Kommandaten einer ganzen Armee dienen und natürlich längst tief in diesen Krieg verstrickt sind, muss man die Bemühungen des Jedi-Rats wohl für gescheitert erklären. Wie die Klonkriege für die Jedi schließlich enden werden, wissen wir ja.

Auch während des nächsten Handlungsbogens hatte ich das böse Ende, das der Krieg für die Jedi nimmt, immer wieder vor Augen. Er erzählt von einer Gruppe von „Jedi younglings“, die sich unter Aufsicht von Ahsoka und Meister Yoda auf dem Planeten Ilum einem ganz besonderen Ritual unterziehen müssen. Die sechs Kinder – die alle unterschiedlichen Spezies angehören – müssen in den Höhlen des Planeten nach geeigneten Kristallen suchen, die den Kern ihrer Lichtschwerter bilden werden. (Die Bezeichnung dieser Kristalle – „Kyber crystals“ – geht übrigens auf den 1978 erschienenen Roman „Splinter of the Mind’s Eye“ [„Skywalkers Rückkehr“] von Alan Dean Foster zurück, in dem sich Luke und Leia kurz nach den Ereignissen von Episode IV auf die Suche nach dem geheimnisvollen „Kaiburr Kristall“ machen. Ein ähnlicher Kristall wiederum war Teil einer frühen Drehbuchfassung für „Star Wars“ von George Lucas.)
Zumindest zu Beginn dieses Handlungsbogens bewegt sich die Serie von den Klonkriegen und vielen der bekannten Charaktere fort, um die sechs Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn man sich damit erstmal angefreundet hat, sind jedoch auch die „Younglings“-Folgen ziemlich gut und führen einem wieder einmal vor Augen, wie erstaunlich viel man in jeweils 22 Minunten erzählen kann. Zudem geht es in diesen Episoden um Themen, die schon seit „A New Hope“ zum Grundinventar von „Star Wars“ gehören: über sich selbst hinaus zu wachsen, seine Ungeduld zügeln, Mut finden, sich nicht der Verzweiflung hingeben, sowie für andere da zu sein und nicht nur an sich selbst zu denken. Jedes der sechs Kinder muss sich auf der Suche nach seinem Lichtschwertkristall nämlich mit seiner persönlichen Charakterschwäche auseinander setzen und diese überwinden, um Erfolg zu haben. Zum Ende dieses Handlungsbogens werden die Kinder dann doch noch mitten in den Krieg hineingezogen, sodass die Klonkriegs-Action auch hier nicht zu kurz kommt. Als Gaststar ist in diesen vier Episoden übrigens David Tennant dabei, der einem weisen Droiden seine Stimme leiht, der schon seit über Tausend Jahren bei der Ausbilung der Jedi-Jünglinge hilft. Einen faden Beigeschmack hatten diese Folgen für mich trotz ihrer Qualität: Ich musste immer wieder daran denken, dass diese sechs Kinder, die so gespannt darauf sind, sich ihre Lichtschwerter zu bauen und Jedi-Ritter zu werden, in ein oder zwei Jahren wahrscheinlich alle tot sein werden…

Wer sich schon bei den „Jedi younglings“ gefragt hat, was das eigentlich soll und was diese Geschichte in einer Serie über die Klonkriege verloren hat, der wird vielleicht den darauf folgenden Handlungsbogen ganz überspringen wollen. Einerseits steht dieser „Droiden-Handlungsbogen“, wie ich ihn nenne, zwar von Anfang an wieder ganz im Zeichen der Klonkriege, andererseits werden hier aber erneut die eigentlichen Hauptcharaktere über weite Strecken ignoriert. Stattdessen werden R2-D2 und einige weitere Droiden unter dem Kommando eines etwa 30 Zentimeter großen Colonels auf eine Mission geschickt, bei der sie ein Entschlüsselungsmodul der Separatisten stehlen sollen. Logisch durchdacht ist das natürlich totaler Quatsch, aber immerhin gibt die Geschichte Anlass zu einigen tollen Kampfszenen und Verfolgungsjagden an den unterschiedlichsten Schauplätzen.
Besonders umstritten dürfte die zweite Folge dieses Handlungsbogens sein: In „A Sunny Day in the Void“ müssen der Colonel und die Droiden auf einem Planten notlanden, auf dem scheinbar nichts existiert außer einer sich bis an den Horizon erstreckenden, flachen Einöde, auf der nicht einmal Fußspuren zurückbleiben. Langsam aber sicher scheinen alle Beteiligten verrückt zu werden… Dazu kommt es dann doch nicht und sie entdecken schließlich doch noch Leben und Zivilisation auf dem Planeten, aber ich habe mich beim Anschauen dieser Folge schon gefragt, ob man nicht etwas Wichtigeres und Interessanteres hätte zeigen können, statt eine ganze Episode für so etwas zu verschwenden. Immerhin haben Dave Filoni und George Lucas – wessen Idee diese Folge genau war, weiß ich nicht – hier versucht, mal etwas ganz anderes zu zeigen. Solche erzählerischen Experimente waren ja schon mehrmals Teil von „The Clone Wars“ und man muss auch zugeben, dass sie meistens funktionieren. Nur in diesem Fall halt leider nicht.

Die letzten beiden story arcs der Staffel sind eindeutig die besten: Zuerst wird endlich die Geschichte um Darth Maul und seinen Bruder Savage Opress fortgesetzt. Während der Fernsehausstrahlung der fünften Staffel wurde die erste dieser vier Episoden als Staffelauftakt gesendet – wahrscheinlich, weil man die Zuschauer nicht so lange auf die Folter spannen wollte, wie denn die am Ende der vierten Staffel begonnene Handlung um den wieder auferstandenen Darth Maul weiter geht. Darth Maul sieht sich nun als Sith-Meister seines Bruders Savage und Count Dooku alias Darth Tyranus ist für ihn nur ein „Sith Pretender“ (das wäre doch ein guter Name für eine Band, „The Sith Pretenders“). Er zitiert den bekannten Ausspruch „Always two there are – a master and an apprentice“. Wer weiß, vielleicht gibt es ja noch Dutzende weitere Sith-Paare in der Galaxis, die alle denken, sie seien die einzigen bzw. einzig wahren Sith… 😉
Die Wiederauferstehung Darth Mauls schien ja zunächst völliger Blödsinn zu sein, aber ich habe ja schon darüber geschrieben, wie verdammt cool sie in Szene gesetzt worden ist. Darth Maul ist von George Lucas in Episode I leider ziemlich verschwendet worden – er hatte kaum Dialog und starb viel zu früh. Insofern macht es durchaus Sinn, ihn zurück zu bringen, um diesen Fehler zu korrigieren. Der „neue“, mit künstlichen Beinen ausgestattete Darth Maul ist eine interessante Figur, die ja in bester „Star Wars“-Tradition anderer Cyborgs wie Darth Vader oder General Grievous steht. Er redet zwar etwas seltsam und wirkt irgendwie, als stünde er unter Drogen oder sei nicht mehr dieselbe Person wie zuvor, aber das ist wohl nur verständlich, wenn man so gut wie tot war und nun in die Welt der Lebenden zurückgekehrt ist (gesprochen wird Darth Maul in der Originalfassung von „The Clone Wars“ übrigens von Samuel Witwer, der auch Starkiller, dem Hauptprotagonisten der beiden „The Force Unleashed“-Spiele, seine Stimme geliehen hat).
Obi-Wan Kenobi macht sich zusammen mit Adi Gallia auf die Jagd nach Darth Maul, schließlich hat er mit ihm noch eine Rechnung offen. Yoda ist zutiefst besorgt und fürchtet, Obi-Wan folge seinen Rachegelüsten – nicht der Weg der Jedi dies ist! Darth Maul und Savage Oppress verbünden sich schließlich mit Deathwatch, der Verbrecherorganisation auf dem Planeten Mandalore (deren Anführer Pre Vizsla übrigens von „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau gesprochen wird). Dessen Herrscherin ist Obi-Wans alte Freundin Satine, für die der Jedi-Ritter sogar mehr als nur freundschaftliche Gefühle hat. Das macht die Sache noch komplizierter, ebenso wie die Tatsache, dass Darth Maul neben Deatwatch noch einige weitere große Verbrechersyndikate für seine Sache gewinnen kann, darunter Black Sun (bekannt u.a. aus „Schatten des Imperiums“) und die Hutts. Das Ergebnis ist eine actiongeladene Episode, bei der es in 22 Minuten quer durch die Galaxis geht. In der abschließenden vierten Folge kommt es schließlich sogar zu einem Lichtschwertduell zwischen Darth Sidious und Darth Maul/Savage Oppress – einer der Höhepunkte der Serie! Diese vier „Darth Maul“-Folgen gehören zum düstersten und „erwachensten“, was man in „The Clone Wars“ zu sehen bekommen hat. Dementsprechend sterben in ihrem Verlauf auch mehrere wichtige Figuren der Serie…

Den letzten der fünf Handlungsbögen könnte man auch als den „Hitchcock“-Arc bezeichnen. Die vier Episoden heißen nämlich – in Ahnlehnung an berühmte Hitchcock-Filme – „Sabotage“, „The Jedi Who Knew Too Much“, „To Catch A Jedi“ und „The Wrong Jedi“. Wie man diesen Titeln entnehmen kann, stehen in diesen Folgen wieder die Jedi im Mittelpunkt. Sie müssen sich damit auseinandersetzen, dass ihre Beliebtheit bei der Bevölkerung der Galaxis schwindet. Immer größere Teile der Bevölkerung sind unzufrieden mit der Rolle, die die Jedi im Krieg einnehmen. Die Jedi, die ja eigentlich Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit sind, sind längst zu Kriegern geworden und tief in die Kampfhandlungen verstrickt, was natürlich ganz im Sinne Palpatines ist. Ich persönlich fände es sehr interessant, mal eine Serie über die Jedi zu sehen, die lange vor den Klonkriegen spielt, zu einer Zeit, in der noch Frieden in der Galaxis herrscht. Schließlich kennt man die Jedi aus den Filmen und aus „The Clone Wars“ fast nur als Kämpfer und Krieger; lediglich Qui-Gon Jinns und Obi-Wan Kenobis vorschnell gescheiterte Mission als neutrale Vermittler auf Naboo zu Beginn von Episode I vermittelt einen kleinen Eindruck von den Aufgaben, die die Jedi vor den Klonkriegen erfüllt haben. Ob eine Serie über die Jedi in Friedenszeiten überhaupt interessant und erzählenswert wäre, ist allerdings eine berechtigte Frage, schließlich leben TV-Serien wie alle anderen Erzählformen auch vom Konflikt – und es heißt nicht umsonst „Star Wars“ (allerdings muss „Konflikt“ ja nicht immer gleich Kampf oder Krieg bedeuten). Auch der von Luke Skywalker gegründetete neue Jediorden befindet sich fast immer in irgendeinem kleineren oder größerem Krieg und sieht sich immer wieder neuen Bedrohungen ausgesetzt, gegen die er sich zur Wehr setzen muss. Die Idee von den Jedi als reinen Friedenshütern und Streitschlichtern ist also vielleicht etwas zu utopisch.

— Spoilerwarnung: In den folgenden Absätzen wird das Ende der fünften Staffel verraten!! (Spoilerende siehe unten.) —

Die Handlung dieser vier letzten Folgen dreht sich um Ahsoka, die nach einem Bombenattentat auf den Jedi-Tempel zu Unrecht verdächtigt wird, den Hauptverdächtigen ermordet zu haben und mit für das Attentat verantwortlich zu sein. Auf der Flucht vor den Jedi und der Polizei muss Ahsoka ihre Unschluld beweisen. Dabei geht sie sogar einen Pakt mit Asajj Ventress ein, der ehemaligen Handlangerin von Count Dooku und eigentlich Todfeindin der Jedi. Ventress ist für mich eine der interssantesten Figuren der Serie, ganz einfach weil ihr Schicksal – genau wie das von Ahsoka – nicht schon von vornherein bekannt ist. Dass Anakin, Obi-Wan, Grievous, Yoda, Palpatine usw. die Serie überleben werden, da sie in Episode III alle noch leben, ist klar. Ebenso dürfen sie keine gravierenden Charakterentwicklungen durchmachen. Bei den eigens für die Serie geschaffenen Figuren ist dies anders, ebenso bei einigen Charakteren, die in den Filmen nur kurze Auftritte haben, aber in „The Clone Wars“ mehr Raum einnehmen. Zum Start von „The Clone Wars“ mussten die Serienschöpfer viel Kritik einstecken, weil Anakin plötzlich ein Padawan zur Seite gestellt wurde, der in den Kinofilmen nicht mal erwähnt wurde. Im Nachhinein kann ich diese Entscheidung vollkommen nachvollziehen, schließlich braucht so eine Serie Figuren, die sich weiter entwickeln oder sterben dürfen, um nicht zu vorhersehbar zu bleiben. Figuren, deren Zukunft nicht schon fest geschrieben ist, ermöglichen einen viel größeren Erzählspielraum.
Ahsoka stirbt zwar nicht, wird aber in einem Gerichtsverfahren aus dem Jedi-Orden ausgeschlossen. Als kurz darauf ihre Unschuld bewiesen wird, wird dieses Urteil zwar wieder rückgängig gemacht, doch Ahsoka kann nicht mehr guten Gewissens in den Orden zurückkehren. Die Serie endet also – wenn man von den noch kommenden „Bonusfolgen“ absieht – damit, dass Ahsoka den Jediorden verlässt. Viele, die die Serie über die Jahre verfolgt haben, hatten vermutet, Ahsoka würde sterben. Schließlich ist sie in Episode III nicht mehr an Anakins Seite. Derzeit gibt es Gerüchte, Ahsoka sei eine der Hauptfiguren der kommenden Serie „Star Wars: Rebels“. Es wurde bereits bestätigt, dass die Serie zwei weibliche Hauptfiguren haben werde und auch ich hoffe, dass Ahsoka eine davon sein wird. Da sie am Ende von „The Clone Wars“ keine Jedi mehr ist, stehen die Chancen gut, dass die sie Palpatines Order 66 überlebt und sich ähnlich wie Yoda und Obi-Wan irgendwo vor dem Imperium versteckt hält. „Rebels“ spielt irgendwann zwischen den Episode III und IV; Ahsoka könnte dann gemeinsam mit der sich allmählich organisierenden Rebellenallianz gegen die Schergen von Palpatine und Vader kämpfen. Warum wir in den Episoden IV-VI und den danach spielenden Büchern usw. nichts mehr von ihr hören, dafür müssen sich Dave Filoni und seine Autoren dann etwas Neues ausdenken. Vielleicht kommt es im Verlauf von „Rebels“ ja zu einem letzten Aufeinandertreffen zwischen Ahsoka und ihrem früheren Meister, der nun zu Darth Vader geworden ist und seine ehemalige Schülerin tötet…

— Spoiler Ende! —

Fazit: Die fünfte Staffel von „The Clone Wars“ ist technisch die beste und erzählerisch zumindest in den letzten beiden Story Arcs wirklich kinotauglich. Ich hoffe, dass auch die Bonusfolgen auf DVD und Bluray erscheinen werden und nicht nur über einen Onlinedienst zu beziehen sein werden, wie es in einem Gerücht dazu hieß. Auch auf „Rebels“ freue ich mich sehr – diese Serie wird übrigens das erste Mal sein, dass George Lucas nicht mehr direkt an einer fürs Kino oder Fernsehen produzierten „Star Wars“-Erzählung beteiligt sein wird. Mit „Rebels“ und der im Dezember 2015 kommenden Episode VII wird „Star Wars“ also endgültig einer neuen Generation von Filmemachern übergeben.

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Für alle, die bis hierher gelesen haben, gibt’s zur Belohnung noch eine kurze Vorschau über die Blogposts, die ich für die kommenden Wochen in Planung habe:

  • Es wird einen weiteren Blogpost zu „Star Wars“ geben, der sich dieses Mal mit einigen Hörspielen und Hörbüchern beschäftigt.
  • Möglicherweise wird es auch einen Post zur dritten Staffel von „Sherlock“ geben.
  • Der „Babylon 5“-Rewatch geht weiter bzw. legt erst so richtig los, wenn mein Post zur ersten Folge der ersten Staffel kommt.
  • Außerdem wird es vielleicht einen Post über „Buffy“ geben, weil ich demnächst anfangen werde, die Serie zum ersten Mal anzuschauen.
  • Dann werde ich auch noch einen Text über ein tolles Buch namens „Everything Bad Is Good For You“ schreiben, das thematisch in engem Zusammenhang mit den Themen dieses Blogs steht. Bis ich dazu komme, kann es allerdings noch eine Weile dauern.

Gedanken über George Lucas und Michael Jackson

Nach meinem Michael Jackson-Post von vorgestern komme ich heute noch einmal (und ganz sicher nicht zum letzten Mal) auf den King of Pop zurück. Neben Michael Jackson ist alles rund um STAR WARS die zweite große, mein Leben seit vielen Jahren bestimmende – oder zumindest beeinflussende 😉 – Leidenschaft. Gerade eben habe ich einen Fernsehbeitrag (den man hier anschauen kann) über den „Star Wars“-Schöpfer George Lucas gesehen, der in San Francisco ein Museum gründen will, dem er Bilder, Literatur und Kunstgegenstände aus seiner eigenen, nicht gerade kleinen Sammlung zur Verfügung stellen will, um junge Menschen dazu zu inspirieren, kreativ tätig zu werden.

Was das Ganze nun mit Michael Jackson zu tun hat? Nun, der Bericht hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie ähnlich sich die meisten großen Künstler (und dazu zähle ich die beiden genannten definitiv) in so mancher Hinsicht sind. Eine idealistische Sichtweise auf die Welt gehört dazu ebenso, wie die Fähigkeit zur geradezu kindlichen Begeisterung. Ganz genauso natürlich die beneidenswerte Gabe der scheinbar unerschöpflichen Kreativität, die mit den anderen beiden Eigenschaften sicher in Verbindung steht.
Genau wie George Lucas sich auf seiner Skywalker Ranch eine ganze Bibliothek voller Bücher eingerichtet hat und Bilder von Norman Rockwell und anderen Künstlern sammelt, hatte auch Michael Jackson seine Neverland Ranch mit zahlreichen Kunstgegenständen und einer eigenen Bibliothek ausgestattet. Und für seinen Kunstgeschmack galt das Gleiche wie für den von George Lucas (siehe Lucas eigene Aussage darüber im oben verlinkten TV-Beitrag) – ernsthafte Kunstkritiker hätten für die Bilder und Skulpturen, die Jackson sammelte, wohl nur eine hochgezogene Augebraue übrig gehabt und sie mit Adjektiven wie „kitschig“ und „oberflächlich“ beschrieben (genau so wurden auch Jacksons Lieder oft bezeichnet, und auch auf Lucas‘ Filme trifft das zum Großteil zu, schließlich sind sie „nur“ Blockbuster- und Popcornkino für die breite Masse).
Darüber hinaus liegt bzw. lag es beiden Künstlern sehr am Herzen, junge Menschen und nachfolgende Generationen zu inspirieren und dazu anzuleiten, ihr eigenes Potential zu entdecken und ihre Kreativität zu entfalten. Nachdem ich den Fernsehbeitrag gesehen hatte, waren mir die Parallelen zwischen George Lucas und Michael Jackson in diesen beiden Punkten sofort vor Augen.

Und da ist noch ein dritter Punkt, den ich ebenfalls kurz anreißen möchte, aber hier und heute noch nicht vertiefen kann:

Nach Michael Jacksons Tod begann sich die Sichtweise der Öffentlichkeit auf ihn und sein Werk zu ändern. Wenn über Jackson geschrieben wird, liegt der Fokus seitdem immer seltener auf den „Skandalen“, die zu seinen Lebzeiten die Medien beherrschten, sondern mehr und mehr auf seiner Kunst und seinem Wirken (einige Links dazu hatte ich in meine letzten Beitrag gepostet). Sein Lebenswerk wird nun auf eine ganz andere Weise wahrgenommen und es ist auf einmal auch unter ernsten Musikkritikern schick, sich tiefgründig mit seinen Liedern, Videos usw. auseinanderzusetzen, die doch früher bloß als reine Unterhaltung und damit als oberflächlich bezeichnet wurden. Nun aber rückt der Künstler Michael Jackson allmählich in den Vordergrund und die Inhalte, Hintergründe und Intentionen seiner Werke werden mit berücksichtigt.
George Lucas ist glücklicherweise noch nicht tot und ich wünsche ihm noch ein langes, erfülltes Leben; trotzdem wage ich es einmal zu behaupten, dass ihm dieser Prozess auf ganz ähnliche – wenn auch wohl weniger extreme Weise – widerfährt. Lucas galt Mitte der Siebziger als einer der talentiertesten jungen Regisseure Hollywoods. Dann veröffentlichte er mit „Star Wars“ 1977 den erfolgreichsten Film aller Zeiten und war damit plötzlich für die ganze Welt „nur“ noch ein Blockbusterfilmemacher, ein Regisseur und Produzent massenkompatibler (also inhaltsleerer, glatt gebügelter) Fantasyfilme (es folgte unter anderem die „Indiana Jones“-Reihe), die man nur ihrer Einspielergebnisse wegen ernst nehmen musste. Er war also mit einem Wort kommerziell geworden, und das galt automatisch als schlecht. Ganz genau wie Jackson, der mit „Thriller“ das erfolgreichste Album aller Zeiten veröffentlichte und fortan zwar für seine Tanzschritte und seine unterhaltsamen Songs geliebt wurde, dessen Kunst aber eben nicht wirklich als Kunst, sondern als reine Unterhaltung galt, und damit automatisch als inhaltsleer, oberflächlich (und das war noch zu einem Zeitpunkt, als Jackson die schlimmsten Anfeindungen seines Lebens erst noch bevorstanden).

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch das Lebenswerk von George Lucas in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf eine völlig andere Weise wahrgenommen werden wird, als dies heute der Fall ist. Spätestens seit Ende der Neunziger, als Lucas zum ersten Mal das (in den Augen vieler „Star Wars“-Fans) Sakrileg beging, die „Star Wars“-Originaltriolgie durch neue Szenen und Effekte zu verändern und schließlich mit der „Episode I“ und den beiden weiteren Prequels nach Ansicht sowohl vieler Fans als auch Kritiker seinen eigenen „Star Wars“-Mythos schändete, wird er von der breiten Öffentlichkeit überwiegend nur noch als zwar cleverer, aber geldgieriger Geschäftsmann wahrgenommen, der es bestens versteht, aus der Marke „Star Wars“ auch noch den letzten Cent heraus zu pressen. Ob das zutrifft und inwiefern das verwerflich ist, darüber kann man natürlich streiten, Tatsache ist aber, dass Lucas erstens mehr ist als „bloß“ der Mann hinter „Star Wars“ (der er im Übrigen ja seit dem Verkauf von „Star Wars“ an Disney nicht mehr ist), weil er sich beispielsweise über verschiedene Stiftungen schon seit Jahrzehnten im Bildungsbereich engagiert. Und zweitens lenkt diese Sichtweise vom Blick auf Lucas‘ Kunstwerke selber ab, die trotz all der Mängel, die sie durchaus haben mögen, immer noch großartige Kunstwerke sind.
Mit großem Interesse habe ich in letzter Zeit zur Kenntnis genommen, dass sich dieser Blick auf George Lucas‘ Werk bereits zu verschieben begonnen hat, so wie es bei Michael Jackson erst nach seinem Tod der Fall war. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass Lucas „Star Wars“ verkauft und offiziell seinen Ruhestand angekündigt hat. Jedenfalls bin ich in den letzten Wochen auf zwei interessante Artikel aufmerksam geworden, die ich hier zum Schluss ganz unkommentiert erwähnen möchte: Zum einen der Artikel „George Lucas’s Force“ von der Kulturkritikerin Camille Paglia, die Lucas darin als den „größten Künstler unserer Zeit“ bezeichnet und die auch ein Buch mit dem Titel „Glittering Images: A Journey Through Art from Egypt to Star Wars“ geschrieben hat (schon am Titel wird deutlich, dass sie „Star Wars“ – und zwar die dritte Prequel-Episode „Die Rache der Sith“! – in eine Reihe mit großen Kunstwerken wie etwa ägyptischen Königsgräbern stellt). Zum anderen ist da der amüsante Bericht „Watching the Star Wars Prequels on Mute: An Experiment“, in dem die Autorin Emily Asher-Perrin wie im Titel angedeutet das Experiment wagt, die „Star Wars“-Episoden I bis III ohne Ton anzuschauen und sich auf diese Weise erst ihrer vollen visuellen, künstlerischen Pracht bewusst wird. Das kann man mit einem Augenzwinkern lesen – schließlich werden viele sagen, sie hätten es schon vorher gewusst, dass die Prequels mit abgeschaltetem Ton leichter erträglich sind – muss man aber nicht.

Nun habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich vorhatte. Eigentlich wollte ich nur ganz kurz auf die Parallelen zwischen zwei großen Künstlern aufmerksam machen, die mir in den Sinn gekommen sind, nachdem ich den oben erwähnten Nachrichtenbeitrag gesehen hatte. Um zum Schluss erneut auf die Gemeinsamkeiten zwischen George Lucas und Michael Jackson (die übrigens für Jacksons 3D-Kurzfilm „Captain EO“, der viele Jahre in einem der Disney-Freizeitparks lief, zusammen gearbeitet haben – so schließt sich der Kreis!) aufmerksam zu machen, zitiere ich abschließend ein paar Worte von George Lucas aus diesem Fernsehbeitrag, die genauso gut auch von Michael Jackson hätten stammen können:

„You either look at the world through cynical eyes or through idealistic eyes. … I don’t see anything wrong with having a[n] idealistic, sentimental, fun point of view – especially for people that are growing up.“

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Und noch ein kleiner Nachtrag für alle Jackson-Fans, als weitere Verbindung zwischen Lucas und Jackson: Das Gemälde, das im Video kurz bei 1:41 zu sehen ist, sieht mir doch verdammt so aus, als hätte es Michael Jackson als Inspiration zu seinem „You Are Not Alone“-Video gedient. Ich habe keine Ahnung, was das für ein Bild ist, aber vielleicht hat der gute George unseren Michael ja mal durch seine private Sammlung geführt…?

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Update am 20.03.2013:
Ich scheine mit meiner im Nachtrag aufgestellten Behauptung recht gehabt zu haben: Bei dem im Video bei 1:41 kurz zu sehenden Gemälde handelt es sich um „Daybreak“ von Maxfield Parrish. Gerade eben habe ich in einem alten Blogpost von Willa Stillwater und Joie Collins gelesen, dass auch die beiden der Ansicht sind, das Gemälde habe Michael Jackson als visuelle Vorlage zum „You Are Not Alone“-Video gedient.

Star Wars: The Clone Wars – Season 4

Es ist so weit: Mein erster Post zum Thema STAR WARS!! Und da ich seit 1995, als ich mit 13 Jahren die Original-Trilogie zum ersten Mal gesehen habe, ein riesiger Star Wars-Fan bin, wird das hier sicher nicht mein letzter Beitrag zum Thema bleiben. Natürlich hat mich im letzten Herbst die Ankündigung einer neuen Filmtrilogie sehr überrascht, ja geschockt (im positiven Sinn). Ganz bestimmt wird auch die geplante Episode VII irgendwann hier zum Thema werden.

Doch das Star Wars-Universum besteht ja aus wesentlich mehr als nur (momentan) sechs großen Filmen; im sogenannten „Expanded Universe“ tummeln sich unzählige Comics, Romane, Kurzgeschichten, Video- und Rollenspiele, Kinder-/Jugendbücher und eben inzwischen auch mehrere TV-Serien – wobei zumindest „The Clone Wars“ genau genommen gar nicht ins Expanded Universe gehört, da es ja unter direkter Beteiligung von George Lucas entsteht und zum offiziellen Star Wars-Kanon gehört (ein Thema, das ich hier lieber nicht weiter vertiefen möchte, denn das ist schon fast eine Wissenschaft für sich).

Bereits in den Achtzigern entstanden mit „Ewoks“ und „Droids“ die ersten Zeichentrickserien im Star Wars-Universum. Von 2003 bis 2005 wurden dann mit der Miniserie „Clone Wars“ zum ersten Mal die Abenteuer von Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi während der sich zwischen den Filmepisoden II und III abspielenden Klonkriege erzählt. Diese Miniserie kann ich wirklich sehr empfehlen (man kann sie sich in etwa zweieinhalb Stunden komplett anschauen), wobei ich mir allerdings nicht sicher bin, ob die beiden DVDs noch im Handel erhältlich sind (sollte aber dank Ebay usw. kein Problem sein).

Mit der Miniserie hat die 2008 gestartete Computeranimarionsserie „The Clone Wars“ nicht mehr viel zu tun. Leider erklärt sie sämtliche darin gezeigten Ereignisse für obsolet und erzählt die Klonkriege ganz neu. Die ersten vier Episoden der Serie wurden im August 2008 als zusammenhängender Film in die Kinos gebracht, den man damit quasi als den Pilotfilm der Serie betrachten kann. Darin erhält Anakin Skywalker, der seine Ausbildung zum Jedi abgeschlossen hat, eine eigene Padawan-Schülerin namens Ahsoka Tano. Dass von einer solchen Schülerin in Episode III nie die Rede war…Schwamm drüber! So oder ähnlich haben sich das wohl George Lucas und der Regisseur der Serie, Dave Filoni, gedacht, als sie Anakins Padawan einführten und damit gleichzeitig für die größte offene Frage der Serie sorgten: Was geschieht mit Ahsoka? Wird sie am Ende der Serie, also vor Beginn von „Die Rache der Sith“ sterben? Erkennt sie womöglich die Gefahr, die den Jedi droht, vorzeitig und geht ins Exil, wie später Yoda und Obi-Wan? Oder wird sie womöglich ein ganz anderes Schicksal ereilen? Jedenfalls handelt es sich bei ihr um die einzige Hauptfigur der Serie, über deren weiteres Schicksal noch Ungewissheit herrscht. Der erzählerische Problem von „The Clone Wars“ liegt ja genau darin, dass man weiß, wo die Reise für die Figuren hinführt und dass Anakin, Obi-Wan, Count Dooku, General Grievous, Palpatine, Amidala und einige andere natürlich nicht im Verlauf der Serie sterben werden.

In den USA läuft am 2. März das Finale der fünften Staffel, ich habe gerade die vierte Staffel auf Blu-ray gesehen, die ich um ein ganzes Stück besser fand, als die vorhergehenden Seasons. Von Staffel zu Staffel kann man hier eine erzählerische und noch mehr  eine technische Weiterentwicklung erkennen und jetzt, am Ende ihres vierten Jahres, sieht die Serie so aus, wie sie von Anfang an wohl hätte aussehen sollen. Die jeweils 22 Minuten dauernden Episoden werden inzwischen fast gar nicht mehr für allein stehende Geschichten genutzt, sondern die vierte Staffel besteht aus mehreren, meist drei oder vier Episoden umfassenden Handlungsbögen, die sich jeweils um eine bestimmte Thematik drehen. Der erste Dreiakter spielt auf dem Wasserplaneten Mon Calamari und wäre rein vom technischen Standpunkt zu Beginn der Serie sicher noch nicht möglich gewesen. Die Detailliertheit und Vielfalt der Figuren sowie die Größe der Actionsequenzen hat sich hier im Vergleich zu früheren Staffeln deutlich gesteigert und steigert sich im weiteren Verlauf der Staffel noch einmal merklich.

Besonders gut gefallen haben mir die beiden Folgen „Mercy Mission“ und „Nomad Droids“, die ganz von den Abenteuern von C-3PO (dem hier wie auch in den Filmen Anthony Daniels seine Stimme leiht) und R2-D2 handeln und sich damit insofern auf die klassische Trilogie zurück beziehen, als diese ja auch überwiegend aus der Sicht der beiden Droiden erzählt wurde. Genau wie 1977 „A New Hope“ erlauben sich diese beiden Folgen einen naiven, kindlichen Blick auf eine unbekannte Galaxis voller Wunder. Zudem ist vor allem „Nomad Droids“ ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel sich doch in nur 22 Minuten erzählen lässt; die beiden Droiden stranden hier nacheinander auf mehreren unbekannten, gefährlichen Planeten und retten nebenbei noch eine ganze Zivilsation – definitiv eine meiner Lieblingsfolgen der Serie.

An der Schilderung dieser beiden „Droiden-Folgen“ wurde bereits eine der Stärken der Serie deutlich: sie erlaubt es sich immer wieder, ihre eigentlichen Hauptfiguren – Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Ahsoka Tano – für eine oder mehrere Episoden ganz oder teilweise zurück zu stellen, um sich auf Charaktere zu konzentrieren, die in den Filmen nur am Rande oder überhaupt nicht vorkamen. Das kommt vor allem den Klonsoldaten zugute, die bisher in jeder Staffel ihre eigenen Folgen bekamen, in denen sie nicht nur neben unseren Helden kämpfen, sondern wirklich im Mittelpunkt stehen. In der vierten Staffel kann der auf dem in ständiger Dunkelheit liegenden Planeten Umbara spielende Vierteiler als der „Klon-Handlungsbogen“ gelten. Darin spielt die neue Figur des Jedi-Generals Krell eine Hauptrolle, der zusammen mit einer Einheit Klonsoldaten eine feindliche Stadt erobern soll, sich aber aufgrund seiner eigenwilligen Taktiken und fragwürdigen Befehle bei den Klonen immer unbeliebter macht. Zum einen ist Krell als vollkommen neue, ein wenig an Marlon Brandos Colonel Kurtz aus „Apocalypse Now“ erinnernde Figur wirklich interessant, zum anderen fällt hier bei der Inszenierung der Kämpfe wieder einmal der technische Fortschritt im Vergleich zu den anderen Staffeln auf. Die Darstellung der einzelnen Klonsoldaten, denen auf optischer Ebene über unterschiedliche Frisuren, Tatoos, Helmverzierungen und andere Details Individualität verliehen wird, finde ich ebenfalls äußerst einfallsreich.

Den anschließenden Dreiteiler um eine hochentwickelte Zivilsation, die immer noch an der Sklaverei festhält, fand ich nicht ganz so gelungen. In erster Linie erscheint es mir hier unglaubwürdig, dass Anakin, Ahsoka und Obi-Wan von Sklavenhändlern gefangen werden – angesichts der sonst in der Serie zur Schau gestellten Überlegenheit der Jedi ist das schon ziemlich weit her geholt. Weiter geht es dann mit einem vier Folgen umfassenden Handlungsbogen, der erst einmal mit Obi-Wan Kenobis Tod beginnt. Natürlich wissen wir alle, dass Obi-Wan nicht sterben kann und so stellt sich sein Tod auch schnell als Inszenierung der Jedi heraus, die den verkleideten Obi-Wan die Identität eines Kopfgeldjägers annehmen lassen. Auf diese Weise soll er in gewisse kriminelle Kreise eingeschleust werden und einen Attentatsplan auf Kanzler Palpatine offen legen. Nachdem ich den Anfnag mit Obi-Wans Tod zunächst ziemlich dämlich fand (warum bitteschön müssen die sonst als so mächtig und einfallsreich dargestellten Jedi plötzlich auf so einen Plan zurückgreifen?), haben mich die vier Episoden dann doch begeistert, sobald ich diesen Einstieg akzeptiert hatte. Die Kopfgeldjägerbande, in die sich Obi-Wan einschleust, verprüht einfach klassisches Star Wars-Feeling pur. Neben dem bereits aus früheren Folgen bekannten, stark an klassische Westernschurken angelehnten Cad Bane, befindet sich darin auch eine neue Lieblingsfigur von mir: ein schwebendes Tentakelwesen, wie es einfach nur in Star Wars vorkommen kann! Diese Kopfgeldjäger-Aliens stehen ganz in der Tradition derjenigen, die in „Das Imperium schlägt zurück“ von Darth Vader den Befehl zur Jagd auf Han Solo erhielten.

Direkt im Anschluss führen die letzten vier Folgen schließlich einen Handlungsbogen aus der dritten Staffel fort. Dort waren nicht nur die auf dem Planeten Dathomir lebenden, als Nachtschwestern bekannten Hexen eingeführt worden, sondern auch Savage Opress, der ein männlicher Angehöriger derselben Rasse ist und mit seinen Tatoos im Gesicht und Hörnern auf dem Kopf unschwer als Verwandter von Darth Maul zu erkennen ist (womit dessen Herkunft auch geklärt wäre). Asajj Ventress, die sich von den Nachtschwestern losgesagt hatte, um eine Handlangerin von Count Dooku zu werden, war in der dritten Staffel zu ihren Schwestern zurückgekehrt, nachdem Dooku sie hatte umbringen wollen (dies wiederum war darauf zurückzuführen gewesen, dass Dookus Meister, Darth Sidious allmählich unruhig geworden war – ihr wisst schon, es darf immer nur zwei Sith geben und sobald sich der Schüler selbst einen Schüler nimmt, kann es mittelfristig als Ziel nur den Tod des Meisters geben). Mit Hilfe von Savage Opress hatte Ventress sich an Dooku rächen wollen, sich letztendlich aber wieder zurück ziehen müssen. In der vierten Staffel möchte Dooku nun die Nachtschwestern ein für alle Mal auslöschen, was in der bislang düstersten Schlacht in „The Clone Wars“ gipfelt – Zombie-Hexen inklusive!

Am Ende der vierten Staffel hat sich schließlich auch Savage Opress gegen seine frühere Herrin gewandt und macht sich auf die Suche nach….Darth Maul! Als ich zum ersten Mal von der geplanten Rückkehr des in Episode I durch Obi-Wans Lichtschert in zwei Hälften geteilten Sith Lords gelesen habe, glich mir diese Idee eher einem kreativen Armutszeugnis. Aber Darth Maul ist nun einmal ziemlich cool, wurde im Kinofilm vollkommen verschwendet und leider auch zu früh getötet. Insofern kann man seine Rückkehr als nachträgliche Fehlerkorrektur von George Lucas betrachten (die letzten Episoden der vierten Staffel wurden übrigens von seiner Tochter Katie geschrieben). Und die Art und Weise, wie Savage Opress‘ Suche nach seinem verlorenen Bruder, dessen „Dahinvegetieren“ (ich möchte lieber nicht mehr verraten!) und seine anschließende Wiederauferstehung inszeniert worden sind, ist schon verdammt cool! So cool, dass dieses Finale der vierten Staffel die wohl besten Folgen von „The Clone Wars“ darstellt, die weit von den Albernheiten der Kampfdroiden (oder von Jar Jar Binks) entfernt sind, die ebenfalls einen großen Teil der Serie ausmachen.

Insgesamt mag ich aber fast alle Aspekte der Serie – die düsteren Folgen, den Humor, die Action, die zum teil skurrilen Figuren. Gerade die Tatsache, dass sich die Autoren hier eben nicht nur auf die Hauptfiguren konzentrieren, sondern die Klonkriege zum Anlass nehmen, vollkomen neue, unerwartete Geschichten zu erzählen, macht eine der größten Stärken der Serie aus. Jedem, der sich mit den Star Wars-Helden ins Gefecht stürzen will, kann ich also nur empfehlen, sich mehrere Folgen anzuschauen. Denn erstens unterscheiden sich die Folgen in ihrem Aufbau und ihrer Tonalität zum Teil stark voneinander und zweitens wird die Serie mit zunehmendem Verlauf immer besser. Ich freue mich auf die fünfte Staffel, die im Herbst auf DVD und Blu-ray erscheint!