Geschützt: Mehr Berlin!

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Salazars RacheEs ist tatsächlich noch einmal so weit: Am Donnerstag kommt ein weiterer Teil der „Pirates of the Caribbean“-Reihe (ehemals „Fluch der Karibik“) ins Kino. Wir erinnern uns: 2003 überraschte Gore Verbinskis erster Teil vor allem mit einer Performance von Johnny Depp, wie man sie so noch nicht gesehen und schon gar nicht in einem familienfreundlichen Piratenfilm von Disney erwartet hätte. Der Film wurde zum riesigen Erfolg, verhalf Depp sogar zu einer Oscarnominierung und zog anschließend zwei am Stück gedrehte Sequels nach sich, die jedoch zunehmend schwächer gerieten. Der 2011 nachgeschobene vierte Teil verzichtete schließlich auf den Großteil der in den bisherigen Filmen eingeführten Figuren und war so grottenschlecht, dass man die Reihe schon als beerdigt hätte betrachten können – hätte nicht auch dieser Film wieder ordentlich Geld in die Kassen von Disney und Produzent Jerry Bruckheimer gespült. Und weil eben auch ein fünfter Teil immer noch ordentlich Kohle zu machen verspricht, kommt genau jener nun mit einigen Jahren Abstand ins Kino.

„Salazars Rache“ heißt der Karibikfluchfilm Nummer fünf hierzulande und geht zumindest schon mal ganz vielversprechend los: Henry Turner sucht seinen Vater Will (Orlando Bloom) auf und verspricht ihm, ihn von dem Fluch zu befreien, der ihn für immer auf den Fliegenden Holländer und ein Leben auf (bzw. unter) See verbannt hat. Dann springt die Handlung einige Jahre in die Zukunft, wo Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) gerade dabei ist, den Begriff „Bankraub“ neu zu definieren. Die entsprechende Szene ist eine wirklich spaßige Action- und Slapsticksequenz, die ein bisschen zu bemüht daherkommt, um einen wirklich umhauen zu können. Aber immerhin ist das Ganze herrlich absurd und sehr unterhaltsam.

Johnny DeppJohnny Depp liefert als Jack Sparrow genau die Performance ab, die man erwartet – leider. Denn das bedeutet einerseits, dass man zwar genau den trotteligen, wankenden und stets betrunkenen Loser-Piraten zu sehen bekommt, den man so schon aus den anderen Filmen kennt. Andererseits ist es eben aber auch absolut nichts Neues mehr. Depps Schauspiel entlockt einem zwar hin und wieder ein Schmunzeln und die Szenen mit Sparrow bieten durchaus einige gelungene Gags. Aber das Problem dieser Figur ist eben, dass sie beim Publikum so beliebt ist – und zwar genau so, wie sie eben ist. Der Charakter darf sich nicht viel weiterentwickeln oder verändern, denn das würde bedeuten, das wichtigste Element dieser Filmreihe aufs Spiel zu setzen, welches das Publikum wahrscheinlich auch wieder in diesen Film in Scharen strömen lässt.

Das Tempo und den Witz der ersten halben Stunde hält der Film danach leider nicht mehr aufrecht. Die einzige Szene, die später noch einmal einen ähnlichen Spaß macht, ist eine Hinrichtung, bei der es drunter und drüber geht. Der Showdown des Films beeindruckt später höchstens noch durch seine blauschwarze Unterwasseroptik. Leider sind einem das Geschehen und ein Großteil der Figuren zu diesem Zeitpunkt aber schon längst egal, was drei Gründe hat. Zum einen ist der Mittelteil des Films sehr langatmig und macht es dem Zuschauer schwer, die Geschichte weiter mit Interesse zu verfolgen. Weiterhin sind fast alle neu eingeführten Figuren (zumindest auf Seiten der Helden) hier gänzlich blass und uninteressant. Dazu zählen in erster Linie der bereits erwähnte Henry Turner (als Erwachsener gespielt von Brenton Thwaites) und die neue weibliche Hauptrolle Carina Smyth (Kaya Scodelario). Drittens hat man als Zuschauer das Problem, dass man im Schlussteil des Films schon längst den Überblick darüber verloren hat, wer hier eigentlich was will (oder man hat ganz einfach kein Interesse mehr, den teilweise unglaubwürdigen Motivationen der Kaya Scodelario und Brenton Thwaitesvielen Figuren weiter zu folgen). Der Film wartet gleich mit mehreren MacGuffins auf: dazu gehören Jack Sparrows Kompass, eine Karte sowie der Dreizack des Poseidon. Die beteiligten Figuren verfolgen wie gesagt unterschiedliche Interessen: Armando Salazar will – wie der Fimtitel schon sagt – Rache an Jack Sparrow nehmen, Henry will den Fluch von seinem Vater nehmen, und so weiter und so fort. Irgendwann in der Mitte des Films habe ich es aufgegeben, genau mitzudenken, da mir die Geschichte zu unnötig kompliziert und die Motivationen nicht immer nachvollziehbar waren. Leider verliert man dabei natürlich auch ein Stück weit die Bindung an die Geschichte und an die Figuren – es ist einem eben alles in gewisser Weise egal.

Ein alter Bekannter, der auch wieder mit von der Partie ist, obwohl er für die Handlung eigentlich komplett überflüssig ist, ist Captain Barbossa. Geoffrey Rush scheint immer noch großen Spaß an der Verkörperung dieser Figur zu haben, die die Drehbuchautoren wohl nur deswegen auch in diesen Film geschrieben haben, weil Barbossa halt ein beim Publikum beliebtes Element der Serie ist. Die Frage, ob man etwas wirklich Sinnvolles mit ihm anfangen kann, scheint da zweitrangig zu sein (wird aber zumindest am Ende der Geschichte zufriedenstellend beantwortet). Weil Barbossa ja schon lange zu den Guten gehört, muss für jeden Film ein neuer Gegenspieler her. Dabei handelt es sich dieses Mal um den bereits erwähnten Salazar (gespielt von Javier Bardem, dessen Ehefrau Penélope Cruz bereits im letzten Film dabei war). Bardem macht dabei erwartungsgemäß einen guten Job; bei Salazar handelt es sich um einen charismatischen Bösewicht, aber eben schon wieder um einen Captain, der mitsamt seines Schiffs und seiner Crew verflucht worden ist – das hatten wir im Verlauf der Reihe schon mehrmals.

Javier BardemMit ein paar (kleinen) Überraschungen und Plotwendungen wartet der Film natürlich auch auf, wirklich kreativ waren die Autoren aber auch dabei nicht und präsentieren stattdessen zum Beispiel die Enthüllung verwandtschaftlicher Verhältnisse, die einen höchstens mit den Schultern zucken lassen. Eine Szene, die mir persönlich natürlich sehr gut gefallen hat, ist der Gastauftritt von Paul McCartney. Nachdem in den Teilen drei und vier Rolling Stone Keith Richards als Jacks Vater mit dabei war, darf nun ein Ex-Beatle einen weiteres Mitglied der Piratenverwandtschaft spielen – und zu Beginn seiner Szene sogar ein Lied anstimmen, welches auch die Beatles einst aufgenommen haben!

An den Effekten des Films gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Design ist weiterhin rundherum gelungen und im Gegensatz zu Teil vier gibt es dieses Mal auch tatsächlich wieder richtige Seeschlachten zu bestaunen. Inhaltlich ist der Film aber äußerst durchwachsen. Johnny Depp darf auf Autopilot sein bekanntes Jack Sparrow-Programm abspulen, was in Ähnlicher Weise auch für die meisten anderen der bereits bekannten Gesichter gilt. Orlando Blooms kurze Auftritte sind übrigens nicht mehr als ein größerer Cameo und die Einbindung von Will (und Elizabeth!) Turner wirkt ebenfalls sehr bemüht und konstruiert. Eine austauschbare, nicht immer logische und unnötig komplizierte Handlung macht den Film ebenso verwirrend und langatmig wie die zu vielen Figuren. (Ausgerechnet die vielleicht interessanteste neue Figur – eine Hexe auf Seiten der Bösewichte – wird leider vollkommen Geoffrey Rush, Javier Bardemverschenkt.) Die beiden neuen Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg haben die Inszenierung und auch die Action-Elemente zwar gut im Griff, insgesamt bietet der Film aber nichts als Standardkost. Kreative Risiken werden hier nicht eingegangen und selbst die Musik klingt exakt wie in den früheren Filmen, obwohl sie hier nicht mehr von Hans Zimmer stammt, wie noch in den Teilen zwei bis vier (dieses Mal durfte einer der Schützlinge des Maestros ran, Geoff Zanelli). Den Publikumsmassen, die zum Megaerfolg der ersten vier Filme geführt haben, wird hier genau das geboten, was sie erwarten. Leider ist das aber nicht das, was die „Pirates of the Caribbean“-Reihe bräuchte, um auch kreativ und künstlerisch überleben zu können.

Copyright Bilder: ©Disney Enterprises

Geschützt: Türen öffnen

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Fernsehen mal drei: „Designated Survivor“, „The Night Manager“ & „Wayward Pines“

Was macht man, wenn man sein Leben gerade nicht auf die Reihe kriegt und sich von Problemen ablenken lassen will? Genau, fernsehen! Das habe ich in den letzten Wochen auch wieder viel gemacht. Dabei bin ich unter anderem „Seinfeld“ verfallen – ich hatte bis vor etwa zwei Monaten tatsächlich noch keine einzige Folge der legendären Sitcom gesehen, obwohl ich schon seit Jahren ein großer Fan von Larry David bin. Auch mit „The Big Bang Theory“ habe ich endlich angefangen, nachdem ich mir schon seit Jahren anhören muss, dass ich einem gewissen Sheldon ziemlich ähnlich bin. 😉 Davon habe ich aber erst drei Folgen angeschaut. Und um diese Sitcoms soll es hier eigentlich gar nicht gehen, sondern um drei andere Serien.

Designated Survivor

In diesem Politdrama, das in den USA auf ABC und hierzulande auf Netflix zu sehen ist, wird der von Kiefer Sutherland gespielte Thomas Kirkman unerwartet zum US-Präsidenten. Er ist nämlich jener „designated survivor“, der sich, während der Präsident im Kapitol seine Rede zur Lage der Nation (State of the Union) hält, an einem geheimen Ort aufhält – nur für den Fall der Fälle, dass eben der Präsident und alle anderen Amtsträger, die für dessen Nachfolge in Frage kommen, ums Leben kommen sollten. Dieser Fall tritt hier in der ersten Episode tatsächlich ein, als ein Bombenanschlag auf das Kapitol verübt wird, dem nicht nur der US-Präsident, sein Stellvertreter und sämtliche versammelten Minister, sondern auch ein Großteil des Kongresses zum Opfer fallen.
So wird Kirkman, der bislang Minister für Wohnungsbau und Stadtplanung war (und dem der Präsident dieses Amt eigentlich wieder entziehen wollte) also Hals über Kopf vereidigt und steht fortan an der Spitze einer Regierung, in der viele den unerfahrenen Neuling sofort wieder absägen möchten. Dazu kommen chaotische Zustände, Intrigen und Verschwörungen wie sie eben nach einem das Land erschütternden Terroranschlag dazu gehören.
Ich muss zugeben, dass für mich das Spannendste an „Designated Survivor“ eigentlich die Ausgangssituation ist. Klar wäre es furchtbar, sollte dieser Fall jemals wirklich eintreffen. Aber ihn mal im Fersehen durchzuspielen, das hat schon seinen Reiz. Leider verfliegt dieser Reiz aber recht schnell wieder. Nach drei oder vier Folgen unterscheidet sich „Designated Survivor“ nur noch wenig von anderen Politthrillern. Folge für Folge muss die Serie mit immer neuen überraschenden Wendungen und schockierenden Entwicklungen aufwarten. Dadurch hat man gelegentlich das Gefühl, sich hier mehr in einer Polit-Soap zu befinden (und die Serie schreckt diesbezüglich tatsächlich nicht vor einigen sehr billigen Handlungselementen zurück – Stichwort: Sohn des Präsidenten). Insofern habe ich mich ein paar Mal an „Political Animals“ erinnert gefühlt, allerdings waren dort die schauspielerischen Leistungen deutlich besser und es handelte sich nur um eine Miniserie. Die erste Staffel von „Designated Survivor“ dagegen ist auf 22 Episoden angelegt, von denen ich bislang zehn gesehen habe. Wären bereits alle Folgen auf Netflix verfügbar, hätte ich wohl schon aufgegeben. Da hier aber ganz altmodisch jede Woche nur eine Folge veröffentlicht wird, könnte es sogar sein, dass ich dran bleibe. Und sei es nur, weil ich mich so freue, Natascha McElhone mal wieder zu sehen, die hier die First Lady spielt.
Fazit: „Designated Survivor“ ist eine Art Mischung aus „House of Cards“, „24“ und „Political Animals“. Spannende und kurzweilige Unterhaltung mit einem Kiefer Sutherland, der eben so spielt wie er es immer tut. Aber eben auch eine Serie wie viele andere.

The Night Manager

Weiter geht es von der amerikanischen Regierung zum britischen Geheimdienst. „The Night Manager“ ist in Deutschland momentan exklusiv bei Amazon Prime zu sehen. Nachdem mir mehrere Freunde von der achtteiligen Serie vorgeschwärmt hatten, habe ich mir vor kurzem selbst ein Bild gemacht – und wollte eigentlich schon nach der zweiten Episode wieder Schluss machen.
Ein Nachtmanager eines Hotels, der vom britischen Geheimdienst undercover ins Team eines weltweit operierenden Waffenhändlers eingeschleust wird? Vollkommen unglaubwürdig, dachte ich mir. Noch dazu ist die Inszenierung hier ziemlich altmodisch und behäbig, was ja nicht schlecht sein muss, aber bei mir mal wieder die Frage aufwirft, warum man denn heute gleich aus jedem Stoff eine TV-Serie machen muss. Letztes Jahr kam „Verräter wie wir“ ins Kino, genau wie „The Night Manager“ die Verfilmung eines Romans von John le Carré. Der Film war zwar kein Meisterwerk, aber spannend und gut gespielt und inszeniert (meine Kritik könnt ihr hier lesen). Aber auf acht Episoden breitgetreten hätte ich den Stoff nicht gebraucht. Auch „The Night Manager“ hat die Streckung des Stoffes meiner Meinung nach nicht gut getan. Man hätte doch auch einen flotten und spannenden Zweiteiler inszenieren können? Stattdessen müssen (oder dürfen) wir nun Tom Hiddleston (als Nachtmanager, der zum Spion wird) und Hugh Laurie (als auf großem Fuß lebenden Waffenhändler) acht Folgen lang dabei zusehen, wie sie sich misstrauisch anschauen.
Mir war das wie gesagt nach zwei Folgen schon zu langweilig; ich habe danach nur weiter zugeschaut, weil mir eine Freundin eingeredet hat, danach gehe es doch erst richtig los. Tut es aber nicht, sondern es geht einfach genauso weiter, wie es angefangen hat. Und das mit dem Hotelmanager, der zum Undercoveragenten wird, mag zwar realistischer sein, als ich zunächst dachte. John le Carré hat schließlich selbst eine Vergangenheit im Geheimdienst und wird schon wissen, wovon er schreibt. Trotzdem haben mich hier nicht einmal die guten Schauspieler überzeugen können. Weil es nur acht Folgen waren, habe ich mich halt irgendwie durchgequält, großen Spaß gemacht hat es mir allerdings nicht.

Wayward Pines

Ganz anders verhält es sich mit „Wayward Pines“: Danach bin ich momentan regelrecht süchtig. Ich wollte vorgestern abends eigentlich nur die ersten zwei Folgen anschauen, daraus wurden dann fünf (und gestern noch einmal zwei). Die Mystery-Serie stand schon lange auf meiner „to watch“-Liste, weil sie von M. Night Shyamalan produziert wird, der auch bei der ersten Folge Regie geführt hat (auch die durch „Stranger Things“ bekannt gewordenen Duffer-Brüder sind als Produzenten und bei einigen Episoden auch als Drehbuchautoren beteiligt).
„Wayward Pines“ basiert auf einer Romantrilogie von Blake Crouch und wird oft mit „Twin Peaks“ verglichen. Der Vergleich ist allerdings trügerisch. Gemeinsam haben beide Serien, dass jeweils ein Geheimagent in eine US-Kleinstadt kommt, um dort ein Verbrechen aufzuklären. In beiden Serien trifft dieser Agent auf allerlei sonderbare und schräge Stadtbewohner. Aber viel weiter gehen die Ähnlichkeiten meiner Meinung nach nicht, da sich in „Wayward Pines“ die Handlung ab der Mitte der ersten Staffel in eine vollkommen andere Richtung entwickelt als bei „Twin Peaks“. Generell möchte ich über die Handlung nicht viel mehr verraten und kann jedem nur empfehlen, sich vorher möglichst nicht spoilern zu lassen. Wie der von Matt Dillon gespielte Ethan Burke hier in den ersten Folgen in eine durch und durch kafkaeske, alptraumhafte Situation gerät, ist nämlich hochspannend, sodass man am Ende jeder Folge gleich weiter schauen muss, um Antworten zu finden. Warum wollen die Bewohner von Wayward Pines scheinbar nicht, dass Ethan die Stadt wieder verlässt? Warum scheint es für sie verboten zu sein, über ihre Vergangenheit zu sprechen? Das sind nur zwei der zahlreichen Fragen, die am Anfang für Kopfkratzen sorgen.
Die Serie wartet mit ein paar überraschenden Wendungen auf, von denen zumindest eine ein richtig großer „WTF!?“-Moment ist. Den kann man dann doof finden oder eben richtig großartig (so wie ich). Auf jeden Fall hat mich die Serie nun äußerst neugierig auf die Romane von Blake Crouch gemacht (auf alle seine Bücher, nicht nur die Vorlagen zu „Wayward Pines“). Momentan exisitieren zwei Staffeln der TV-Serie mit jeweils zehn Folgen. Eine dritte Staffel scheint derzeit nicht in Planung zu sein, allerdings war auch schon die Pause zwischen den ersten beiden Staffeln ungewöhnlich lang (weswegen auch einige Darsteller für die zweite Staffel nicht mehr oder nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung standen).
Es wundert mich, dass die Serie kein größerer Hit geworden ist, denn sie schlägt einige Themen an, die in den letzten Jahren eigentlich ziemlich angesagt sind (ich muss leider so vage bleiben, um Spoiler zu vermeiden). Die Darstellerriege ist mit Matt Dillon, Melissa Leo, Terrence Howard, Toby Jones, Juliette Lewis und Hope Davis äußerst beeindruckend. Vielleicht haben sich manche potentielle Zuschauer von Shyamalans Namen abschrecken lassen… Ich werde heute Abend auf jeden Fall die erste Staffel zu Ende anschauen. Mal sehen, ob meine Begeisterung danach noch genau so groß ist.
Die erste Staffel von „Wayward Pines“ ist in Deutschland auf DVD/Bluray sowie auf Amazon Prime verfügbar. Staffel 2 kann bei Amazon als Video-Download gekauft werden. (Zudem war/ist die Serie anscheinend in der Free-TV-Erstausstrahlung auf ZDFneo zu sehen.) Begleitend zur Serie gibt es die aus zehn dreiminütigen Kurzepisoden bestehende Serie „Gone“, die man auf YouTube finden kann. (Ich habe sie noch nicht angeschaut, bin aber schon gespannt, was mich dabei erwartet.)

Meine Oscar-Tipps 2017

27.02.17 – Ganz unten findet ihr nun ein kurzes Update!

Heute Nacht geht die alljährliche Filmpreissaison mit der Oscarverleihung zu Ende. Höchstwahrscheinlich werde ich wieder wach bleiben und die Show live anschauen. Ebenso ist es bei mir schon lange eine Tradition, vorher die Gewinner zu tippen (hier die Links zu den entsprechenden Blogposts der letzten Jahre: 2016, 2015, 2014, 2013). In den letzten vier Jahren habe ich stets in 16 von 24 Kategorien richtig getippt, mit einer Ausnahme. 2014 hatte ich nämlich tatsächlich 21 Richtige, was aber wohl ein glücklicher Zufall war.
Mein Ziel ist es, dieses Mal die 16 Richtigen zu verbessern, also auf mindestens 17 Richtige zu kommen. Das dürfte aber nicht leicht werden. Zwar ist „La La Land“ 14 mal nominiert und damit der große Favorit. Dass das Musical den Oscar für den „Besten Film“ gewinnen wird, bezweifelt wohl niemand ernsthaft, aber es stellt sich die Frage, in wie vielen anderen Kategorien der Film gewinnen wird. Wie sieht es etwa bei der Ausstattung, beim Schnitt oder beim Drehbuch aus? Soll man auch hier auf „La La Land“ setzen oder anderen Filmen eine Chance geben?
Hier also meine Oscar-Tipps:

Bester Film
Wie erwähnt führt hier kein Weg an „La La Land“ vorbei (nominiert sind die Produzenten Fred Berger, Jordan Horowitz und Marc Platt). Keiner der acht anderen nominierten Filme hat eine ernsthafte Chance.

Bester Hauptdarsteller
Auch hier ist „La La Land“ vertreten, aber ausnahmsweise nur als Außenseiter. Jedenfalls rechnet fast niemand damit, dass Ryan Gosling eine Trophäe mit nach Hause nehmen darf. Das Rennen wird zwischen Casey Affleck („Manchester By The Sea“) und Denzel Washington („Fences“) entschieden werden. Anfangs schien es eine deutliche Tendez zu Affleck zu geben; zudem hat Washington ja bereits zwei Oscars. In den letzten Wochen und besonders seit seinem Gewinn bei den SAG-Awards, der Preisverleihung der US-Schauspielergilde, hat sich Denzel Washington jedoch zum Favoriten gemausert. Ich setze also mal auf ihn.

Beste Hauptdarstellerin
Hier tippe ich ganz klar auf die Favoritin, „Emma Stone“ („La La Land“). Zwar ist auch Natalie Portmans Leistung in „Jackie“ beeindruckend, aber sie hat im Gegensatz zu Emma Stone bereits einen Oscar. Und während Meryl Streep sich mit ihrer Anti-Trump-Rede bei den Golden Globes zwar kurzzeitig wieder ins Spiel gebracht hat, dürfte der Lohn dafür allein die Nominierung gewesen sein. Und Streep hat immerhin schon drei Oscars!

Bester Nebendarsteller
Ich muss zugeben, dass ich noch keinen der hier nominierten Filme gesehen habe (in letzter Zeit habe ich es leider nicht oft ins Kino geschafft). Aber ich tippe auf Mahershala Ali („Moonlight“).

Beste Nebendarstellerin
Mit Viola Davis („Fences“) gibt es hier eine klare und verdiente Favoritin, die auch bereits alle anderen wichtigen Preise (Golden Globe, BAFTA, Screen Actors Guild Award) für ihre Rolle gewonnen hat.

Beste Regie
Ich bin mir nicht sicher, ob er es für diesen Film verdient hat und würde mich freuen, wenn endlich mal Denis Villeneuve („Arrival“) einen Oscar bekommt, aber es führt wohl auch hier kein Weg an „La La Land“ vorbei. Ich tippe also auf Damien Chazelle.

Bester Animationsfilm
Pixar ist hier ausnahmsweise dieses Jahr nicht nominiert, denn „Finding Dory“ ist unbeachtet geblieben. Dafür sind die Disney Animation Studios mit „Moana“ (im Deutschen „Vaiana“) und „Zootopia“ (im Deutschen „Zoomania“) gleich zweimal zum Zug gekommen. Ich tippe auf letzteren.

Bester fremdsprachiger Film: „The Salesman“ – Wenn es so ausgeht, wie ich befürchte, dann hat Donald Trump den Deutschen hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Toni Erdmann“ galt lange als unschlagbarer Favorit und ist einer meiner Lieblingsfilme des letzten Jahres ist (hier meine Kritik). Doch Trumps Einreisestopp hätte dem Iraner Ashgar Farhadi, Regisseur von „The Salesman“, die Einreise in die USA verboten. Momentan dürfte Farhadi zwar wieder einreisen, will der Verleihung aber aus Protest fernbleiben. Es wird erwartet, dass sich zahlreichende Academymitglieder mit ihm solidarisiert und für ihn gestimmt haben.

Meine Tipps in den übrigen Kategorien:

Bestes adaptiertes Drehbuch:  Barry Jenkins und Tarell Alvin McCraney für „Moonlight“
Bestes Originaldrehbuch: „Manchester By The Sea“ von Kenneth Lonergan
Beste Ausstattung (Production Design): „La La Land“ (David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco) – Es könnte auch „Fantastic Beasts“ werden, das bei den BAFTAs gewonnen hat. Aber dort hatte der Film quasi einen Heimvorteil und außerdem will ich jetzt mal zu meinen Tipps stehen und nicht in letzter Minute noch alles ändern. 😉
Beste Kamera (Cinematography): Linus Sandgren für „La La Land“
Bester Ton (Sound Mixing): „La La Land“ (Andy Nelson, Ai-Ling Lee und Steve A. Morrow)

Bester Tonschnitt (Sound Editing): Schwierig.La La Land“ ist hier nominiert. „Hacksaw Ridge“ ist ein Kriegsfilm, und die kommen in dieser Kategorie oft zum Zug. „Arrival“ hat den „BAFTA“ für „Best Sound“ gewonnen. Ich schwanke zwischen den beiden letztgenannten. Momentan tippe ich noch auf „Hacksaw Ridge“ (Robert Mackenzie and Andy Wright), aber es würde mich nicht wundern, wenn „Arrival“ sogar in beiden Tonkategorien gewinnen würde. Vielleicht ändere ich meinen Tipp also vor Beginn der Verleihung nochmal…
Beste Musik: Justin Hurwitz für „La La Land“
Bestes Lied: „City of Stars“ aus „La La Land“ (geschrieben von Justin Hurwitz, Benj Pasek und Justin Paul)
Beste Kostüme: Ich setze hier auf „Jackie“ (Madeline Fontaine). Es könnte zwar natürlich auch „La La Land“ werden, aber man möchte ja etwas Abwechslung und eine faire Verteilung der Preise bekommen. 🙂
Beste Dokumentation: Ezra Edelman und Caroline Waterlow für „O.J.: Made in America“
Beste Kurzdokumentation: „Joe’s Violin“
(Kahane Cooperman und Raphaela Neihausen)

Bester Schnitt: „Arrival“ hätte den Preis verdient, „La La Land“ könnte ihn kriegen, weil der Film halt momentan der große Liebling in Hollywood ist. Aber ich tippe auf „Hacksaw Ridge“ (John Gilbert), weil der den BAFTA bekommen hat.
Beste Maske (Makeup & Hairstyling): „Star Trek Beyond“ (Joel Harlow und Richard Alonzo)
Bester animierter Kurzfilm: Hier ist Pixar mit dem fotorealistischen „Piper“ (Regie: Alan Barillaro und Marc Sondheimer) nominiert, der als Vorfilm von „Finding Dory“ im Kino lief. Also setze ich auf den. 🙂
Bester Kurzfilm: Wie auch bei den Kurzdokumentationen kenne ich hier dieses Jahr keinen der Filme. Ich halte mich also mal an die Meinung vieler Experten und tippe auf „Ennemis intérierieurs“ von Sélim Azzazi. Es gibt aber auch Experten, die anderer Meinung sind. Glückssache also…
Beste visuelle Effekte: In diesem Jahr begehe ich hier nicht wieder den Fehler, auf „Star Wars“ zu setzen, obwohl ich es mir natürlich wünschen würde, dass „Rogue One“ gewinnt. Während dort mit Peter Cushing ein toter Schauspieler künstlich wieder zum Leben erweckt wurde, hat man bei „The Jungle Book“ fotorealistische Tiere erschaffen – und dafür wird es wohl einen Oscar geben.

Meiner Prognose zufolge würde „La La Land“ also acht Oscars bekommen und damit in fünf Kategorien Platz für andere Filme machen. Viele Experten trauen dem Film allerdings deutlich mehr zu und sagen elf oder zwölf Auszeichnungen für ihn vorher. Wer recht hat, werden wir heute Nacht (in Deutschland auf Pro Sieben) sehen…
Wie auch schon in den letzten Jahren werde ich diesem Blogpost nach der Oscarverleihung ein Update verpassen und meine Tipps mit den Ergebnissen vergleichen.


Update nach der Oscarverleihung:

Wow, was für ein Nervenkitzel war das denn am Schluss! Das gab es glaube ich noch nie – ein Gewinner (noch dazu für den besten Film) wird genannt, die Nominierten betreten die Bühne, erhalten ihre Oscars und bringen auch schon den Großteil ihrer Dankesreden hinter sich. Und dann stellt sich heraus, dass der falsche Umschlag geöffnet wurde und eigentlich ein anderer Film gewonnen hat!
Ich habe das im ersten Moment gar nicht richtig mitbekommen, weil ich während der Dankesreden der Produzenten von „La La Land“ schon geistig abgeschaltet und mich auf mein Bett gefreut hatte. Mein Ziel, mindestens 17 Gewinner richtig zu tippen, habe ich damit jedenfalls verfehlt. Mit dem „Moonlight“-Sieg sind es wieder „nur“ 16, wie schon in den letzten beiden Jahren. Ich habe also wieder immerhin zwei Drittel der Preisträger korrekt vorhergesagt.
Die Verteilung der Statuen war gerade in der ersten Hälfte der Zeremonie sehr ausgewogen. Tatsächlich gingen von den 24 Preisen die ersten zwölf an unterschiedliche Filme! Vertippt habe ich mich in den drei Kurzfilmkategorien, aber das ist ja auch größtenteils Glückssache. (Oder ich habe mich da dieses Mal zu wenig über die nominierten Filme informiert.) Auch in den beiden Tonkategorien lag ich falsch: „Hacksaw Ridge“ hat für Sound Mixing gewonnen, nicht für Sound Editing. Und wie ich oben schon geahnt habe, hat „Arrival“ tatsächlich doch einen der Sound-Oscars gewonnen. Sehr schön!
Auch beim Makeup/Hairstyling habe ich daneben getippt, ebenso wie bei den Kostümen, wo ich überrascht war, dass weder „Jackie“ noch „La La Land“ gewonnen haben. Stattdessen wurde die Kostümdesignerin Colleen Atwood – u.a. spezialisiert auf Fantasy-Filme und bei so gut wie allen Filmen von Tim Burton mit an Bord – für „Fantastic Beasts“ mit ihrem vierten Oscar geehrt. Beim besten Hauptdarsteller hatte ich lange auf Casey Affleck gesetzt und mich dann doch für Denzel Washington entschieden, weil viele Hollywood-Insider auf ihn gesetzt haben. Aber die Mehrzahl der Academymitglieder hat wohl lieber für Affleck gestimmt, statt Washington einen dritten Oscar zu geben (verdient haben sie beide einen). Tja, und dann ist da noch der beste Film. „Moonlight“ war ein Geheimtipp, aber ernsthaft mit dieser Auszeichnung gerechnet hat wohl kaum jemand. Ich freue mich aber sehr darüber, da der Film die dadurch entstehende Aufmerksamkeit besser gebrauchen kann als „La La Land“. Wie auch schon letztes Jahr gewinnt somit ein relativ unbekannter, aber wichtiger Film die begehrteste Auszeichnung des Abends, während die Mehrzahl der Oscars an einen anderen Film gehen. Eigentlich keine schlechte Lösung.
Noch kurz zur Oscar-Show: Jimmy Kimmel als Moderator hat mir gut gefallen, die Show an sich war okay. Das Herabregnen von Süßigkeiten war nett, aber einfallslos. Noch dazu war klar, dass davon nicht der ganze Saal betroffen war, sondern nur die fernsehwirksam platzierten Stars im vorderen Bereich. Viel schlimmer war aber die Aktion mit den ohne ihr Wissen hereingeführten Touristen, die meiner Meinung nach hier in einer Art vorgeführt worden sind, die absolut nicht in Ordnung ist. Die Show bot wie zu erwarten zahlreiche politische Statements gegen Donald Trump, gegen Ab- und Ausgrenzung und für mehr Zusammenhalt und Toleranz. Doch diese Aktion machte leider die Gräben deutlich, die in unserer Gesellschaft existieren. Oder wirkt es nur auf mich seltsam, wenn ein Tourist im Kapuzenpulli der mit Diamenten behängten Nicole Kidman die Hand küsst? Wenn ich allerdings noch einmal drüber nachdenke, ist das eigentlich eine recht interessante Szene, die auf gesellschaftliche Ungleichheit aufmerksam macht. Was mir eben nicht gefällt, ist die Art und Weise, in der die nichts ahnenden Leute in diese Situation geworfen worden sind. Denn dass Hollywood, die Oscars und die dort versammelten Multimillionäre Teil einer riesigen Kommerzmaschine sind, dürfte mich ja längst nicht mehr überraschen und mit dem Anschauen der Verleihung und der Filme trage ich zum Funktionieren dieser Maschine schließlich selbst bei.

Geschützt: Mein Lieblingsselbsthilfebuch

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Geschützt: Neues wagen

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Geschützt: „Beziehungsarbeit“ mal anders

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Buffy the Vampire Slayer – Season 6

Meine Beziehung zu „Buffy“ hatte so schön angefangen: Während der ersten Staffeln war ich von der Serie restlos begeistert (und habe das auch in Blogposts hier, hier und hier zum Ausdruck gebracht). Aber die vierte Staffel zeigte dann einige merkliche Schwächen und die fünfte war für mich die eindeutig schlechteste der Serie. Schon damals hatte ich keine Lust mehr, einen so ausführlichen Blogpost zu verfassen wie noch zu den ersten Staffeln.
Auch mit dem Bloggen über Staffel sechs habe ich mir lange Zeit gelassen. Ich habe die Staffel bereits vor mehreren Monaten angeschaut; nun liegen vor mir einige Zettel mit Notizen, die meine Erinnerung anregen sollen…

Beginnen wir mal mit der Feststellung, dass ich das sechste Jahr von „Buffy“ wieder besser fand als das fünfte. Doch von den starken ersten drei Staffeln ist die Serie leider immer noch weit entfernt (und ich fürchte sie wird es auch in der siebten und letzten Staffel bleiben, die ich noch vor mir habe). Zwar gab es auch dieses Mal einige wirklich starke Episoden, doch die sich durch die Staffel ziehende Handlung um Jonathan und seine beiden Freunde, die sich zu kriminellen Herrschern über Sunnydale aufschwingen wollen (oder so etwas in der Art), wirkte einfach nur lächerlich und verzweifelt.
Was aber rückblickend in diesen 22 Episoden am meisten überzeugen konnte, waren die Charaktere und ihre Beziehungen. Und das war ja immer schon eine der größten Stärken von „Buffy“. Nach Buffys Tod am Ende der fünften Staffel sind ihre Freunde am Boden zerstört, desorientiert und hoffnungslos. Verzweifelt versuchen sie mithilfe eines „Buffybots“ und etwas Magie von Willow (Alyson Hannigan) das Böse im Zaum und Buffys Ableben geheim zu halten (und stellen seltsamerweise trotzdem einen Grabstein mit Buffys Namen auf ihr Grab), doch ihre Aussichten dabei sind alles andere als rosig. Da fasst Willow einen aberwitzig erscheinenden Plan: sie will einen Zauber durchführen, der Buffy zurück ins Leben holen soll.

Die Doppelfolge „Bargaining“ zum Staffelauftakt hat alles, was man sich von einer guten „Buffy“-Episode wünscht: witzige Dialoge, Action und eine konsequente Weiterentwicklung der Figuren. Auch die daran anschließende Episode „After Life“ weiß zu begeistern, u.a. mit wirklich beeindruckendem Schauspiel von Sarah Michelle Gellar, James Marsters und Michelle Trachtenberg. Nachdem Buffy erfolgreich wieder zum Leben erweckt wurde, stellt die Serie die Frage, ob Buffy denn immer noch dieselbe Person ist wie früher. Diese Frage wird Buffy und ihre Freunde die ganze Staffel über beschäftigen – ein Beispiel dafür, dass die Figuren dieses Mal vor allem mit inneren Dämonen zu kämpfen haben. Denn Buffy ist eindeutig nicht mehr dieselbe wie früher, ihre Todeserfahrung hat sie verändert. Dies kann freilich niemand so richtig nachfühlen und so steht sie mit ihren Gefühlen ziemlich alleine da.

Aber ganz alleine ist sie dann doch nicht, denn sie hat ja Spike. Der hatte im Verlauf der fünften Staffel eine ungesunde Obsession für Buffy enwickelt. Diese erwidert seine Liebe nun zwar (vorerst?) nicht, vertraut Spike aber als einzigem einige ihrer intimsten Gedanken an und, nun ja, wird auch sonst recht intim mit ihm. Die Beziehung zwischen Buffy und Spike nimmt einen Großteil der Staffel ein. Man kann sich darüber lustig machen, dass die beiden hier gefühlt in jeder Episode wilden Sex haben und dabei schon mal ein ganzes Gebäude zu Bruch gehen lassen. Aber nichts zeigt Buffys Verwirrung über sich selbst und ihre Rolle im Freundeskreis und in der Welt so eindrucksvoll, wie die (meist äußerst miese) Art, in der sie Spike hier behandelt. Wieder und wieder schläft sie mit ihm, nur um ihm jedes Mal danach ins Gesicht zu sagen, wie sehr sie ihn doch verabscheut. Irgendwann muss einem der Arme einfach leid tun. Am Ende jedoch, in Folge 19 („Seeing Red“), gesteht Buffy, dass sie doch Gefühle für Spike hat. Aber Liebe ist es nicht:

Buffy: „I have feelings for you. I do. But it’s not love. I could never trust you enough for it to be love.“
Spike: „Trust is for old marrieds, Buffy. Great love is wild, and passionate and dangerous. It burns and consumes.“
Buffy: „Until there’s nothing left. Love like that doesn’t last“

Spike kann und will mit Buffys Worten nicht umgehen, ihre Zurückweisung nicht akzeptieren. In einer schockierenden Szene versucht er, sie zu vergewaltigen. Zusammen mit einem weiteren Schock am Ende der Episode macht diese Szene „Seeing Red“ zu einer der besten Folgen der Staffel.

Dass Buffy sich in dieser Staffel mit allerlei anderen Problemen herumschlagen muss (und nicht nur mit Dämonen), zeigen beispielhaft auch ihre Geldsorgen („Out of My Mind“). „It’s not like it’s the end of the world. Which is too bad, you know, cause that I’m really good at.“, stellt Buffy fest. Es folgt eine Szene auf der Bank, in der Sarah Michelle Gellar einmal das dumme Blondchen geben darf, das der Name Buffy nahelegt (ein Bild, das die Serie sonst immer so gekonnt unterläuft). Vampire pfählen fällt Buffy nicht schwer, aber was ganz alltägliche Probleme betrifft fühlt sie sich oft genauso hilflos wie alle anderen.

Natürlich kann man nicht über die sechste Staffel schreiben, ohne auch ein paar Worte über die Musicalepisode zu verlieren. Was soll ich sagen? „Once More With Feeling“ ist einfach großartig! Mit Musik kann man Emotionen vielleicht so direkt und unmittelbar zum Ausdruck bringen wie auf keine andere Weise und Joss Whedon nutzt dies gleich doppelt: zum einen, weil die Episode ihre Geschichte und damit das Innenleben der handelnden (und singenden und tanzenden) Figuren über Lieder ausdrückt. Und zum anderen (Whedon wäre nicht Whedeon, wenn nicht auch seine Musicalepisode etwas meta wäre), weil es eben auch in der Episode selbst genau darum geht – Buffy, Xander, Giles usw. können auf einmal gar nicht anders, als ihre innersten Gefühle über Gesang und Tanz nach außen zu posaunen, ob sie wollen oder nicht. Das führt zu einigen wirklich fantastischen Szenen und obendrein ist das Ganze nicht als Stand Alone-Folge konzipiert, sondern entwickelt auch noch die Handlung und Beziehungen weiter. Hut ab, Herr Whedon!

Auch die daran anschließende Folge „Tabula Rasa“ weiß noch zu begeistern. Darin versucht Willow, bestimmte unliebsame Erinnerungen aus Taras bzw. Buffys Gedächtnis zu löschen. Doch der Zauber geht schief und so leidet plötzlich die ganze Scooby Gang an  Gedächtnisverlust. Sie erinnern sich an nichts, nicht einmal an ihre Namen, und versuchen in einer herrlich komischen Szene zu rekonstruieren, in welchen Beziehungen sie wohl zueinander stehen. Ob man Buffy-Neulinge wohl mit dieser Folge an die Serie heranfüheren könnte? Am Ende ist die Gang jedenfalls gespaltener denn je und Tara (Amber Benson) verlässt Willow.

Eine weitere gute Folge war „Wrecked“ (6.10), in der Willow erstmals eingesteht, dass sie ein ernstes Problem hat. Sie ist quasi süchtig nach Magie und Hexerei, welche man hier als Metapher für reale Drogen sehen kann. Fortan geht Willow auf kalten Entzug und verspricht, sich von der Hexerei fern zu halten. Alles in allem war die erste Hälfte der Staffel also gar nicht so schlecht, jedenfalls wenn man davon absieht, dass weit und breit kein ernst zu nehmender großer Bösewicht in Aussicht war und Jonathon & Co. einfach nur nervten. Die zweite Staffelhälfte legt mit „Doublemeat Palace“ leider einen grauenhaften Start hin. Die Folge spielt fast ausschließlich in einem Fastfoodrestaurant, in dem Buffy nun arbeitet und wo natürlich Dämonen am Werk sind. Das Ganze ist aber so langweilig und peinlich geraten, dass die Folge sicher in vielen Listen der schlechtesten „Buffy“-Episoden ihren Platz finden dürfte.

Für den Rest der Staffel tritt die Serie ein wenig auf der Stelle. Buffy erniedrigt Spike regelmäßig, Xander trauert Anya hinterher, die er kurz vor der Trauung hat sitzen lassen. Und Willow kann die Finger natürlich doch nicht ganz von der Magie lassen, was dazu führt, dass wir wenigstens für die letzten drei Episoden eine richtig spannende Handlung mit einem ernstzunehmendem Gegner für Buffy bekommen: Willow. Dazu gleich mehr, vorher aber noch ein paar Worte zu Episode 17 („Normal Again“), die zumindest bei mir gekonnt Verwirrung darüber gestiftet hat, was hier denn nun real ist und was nicht. Die Episode will uns – und Buffy – nämlich glauben machen, dass die letzten sechs Jahre, die wir gemeinsam mit Buffy in Sunnydale erlebt haben, gar nicht so stattgefunden haben. Stattdessen soll Buffy sich alles – inklusive ihrer Freunde wie Willow, Xander und Giles – nur eingebildet haben und seit sechs Jahren in einer psychiatrischen Klinik leben. Natürlich ist es am Ende die Klinik, die sich als Wahnvorstellung entpuppt, aber man merkt Buffy an, dass sie eigentlich gar nicht so viel dagegen hätte, wenn sie den Ereignissen und Problemen in Sunnydale entfliehen könnte. Wünschen wir uns das nicht alle manchmal? Dass unser ganzes Leben, all unsere Sorgen und Probleme nur eine Illusion, eine Wahnvorstellung sind? Je weiter man diese Gedanken treibt, um so mehr nähert man sich der Schwelle an, an der man vor der Frage steht, ob man nun endgültig verrückt werden werden oder aber sich der Realität stellen will. Und Buffy entscheidet sich für letzteres. Hervorragend – die Entscheidung ebenso wie die Episode.

Nun also zurück zu den letzten Folgen, in denen Alyson Hannigan als Willow mal so richtig schön böse sein darf. Nach einer Durststrecke mittelmäßiger Episoden (die nur durch „Normal Again“ unterbrochen wurde), nimmt die Staffel also erst am Ende von „Seeing Red“ so richtig Fahrt auf, um dann einen sich über drei Folgen hinziehenden Showdown zu bieten, der zwar nicht für alles Vorhergehende entschädigt, aber doch für so Manches. Ich habe mir zu diesen Folgen kaum Notizen gemacht, was aber nur für ihre Qualität spricht. Ich saß ganz einfach so gebannt vor dem Bildschirm, dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin! Giles (Anthony Stewart Head), der sich seiner Mentorenrolle entsprechend zu Beginn der Staffel nach England zurückgezogen hatte (gut, eigentlich hätte er nach den Regeln der klassischen Heldenreise ja sterben müssen), kehrt schließlich zurück, um Buffy im Kampf gegen Willow zu unterstützen. Am Ende ist es aber Xander (Nicholas Brendon), der Willow besiegt bzw. sie wieder zur Vernunft bringt. Action und große Kämpfe haben wir zu diesem Zeitpunkt schon so einige gesehen und so ist es umso angenehmer, dass der entscheidende Sieg dann nicht mit Gewalt errungen wird, sondern mit der Kraft von Liebe und Freundschaft. Mit ehrlichen, einfühlsamen Worten schafft es Xander, Willow von ihrem Irrweg abzubringen und zurück auf die Seite des Guten zu holen.

Insgesamt war diese Staffel also vielleicht doch nicht so schlecht, wie ich noch zu Beginn dieses Textes gedacht hatte. Sie hatte durchaus großartige Momente, einige herausragende Episoden und ein furioses Finale (inklusive eines Cliffhangers: Spike hat seine Seele zurück bekommen!). Die Figuren sind alle nicht mehr dieselben wie noch zu Beginn der Staffel (und ganz bestimmt nicht mehr wie zu Beginn der Serie). Die Entwicklungen, die sie durchgemacht haben, kann man vielleicht erst im Rückblick erkennen und zu schätzen wissen. Dennoch hätte ich mir eine interessantere Handlung und einen richtig guten, charismatischen Bösewicht für die Staffel gewünscht, nachdem wir beides auch schon in der fünften Staffel nicht bekommen haben. Ich bin schon sehr gespannt, ob die siebte  Staffel der Geschichte und den Charakteren noch auf sinnvolle Weise etwas hinzufügen wird. Dass ich mit dem Anschauen der letzten Staffel immer noch nicht angefangen habe, liegt auch daran, dass ich nicht will, dass die Serie ein Ende findet…

Eine Anmerkung noch: Natürlich habe ich parallel zur vierten Staffel von „Buffy“ auch „Angel“ weiter angeschaut (in diesem Fall die dritte Staffel). Das war zumeist aber mehr die Pflichtübung eines Komplettheitsfanatikers. Einige der Figuren mag ich inzwischen zwar recht gerne, aber insgesamt kann ich der Serie längst nicht so viel abgewinnen wie „Buffy“ und gucke sie halt nur, weil sie auch ins Buffyverse gehört.

Das war 2016 – Mein persönlicher Film- und Serien-Jahresrückblick

Zum letzten (und bisher einzigen) Mal habe ich hier im Blog 2013 einen Jahresrückblick geschrieben. 2016 habe ich es endlich mal wieder (auf den letzten Drücker) geschafft!
Wie auch schon 2013 werde ich hier zusammenfassen, welche besonders guten und schlechten Filme und TV-Serien ich dieses Jahr gesehen habe – ganz egal, ob es sich dabei um neue oder schon ältere Veröffentlichungen handelt.

Die besten neuen Filme

Beginnen wir mal mit den neuen, also in diesem Jahr veröffentlichten Filmen. Da fällt es mir leicht, meine „Top 3“ zusammen zu stellen (aber nicht leicht, sie in eine Reihenfolge zu bringen). „Room“ („Raum“) kam bereits im Frühjahr ins Kino und ich habe den Film seitdem nicht noch einmal gesehen, aber weil ich zwischenzeitlich das Hörbuch zu Emma Donoghues Romanvorlage gehört habe, sind mir die Geschichte und die Figuren immer noch sehr präsent. Lenny Abrahamsons Film um einen Jungen, der gemeinsam mit seiner Mutter jahrelang von einem Entführer gefangen gehalten wird und vollkommen von der Außenwelt abgeschottet aufwächst, ist ein kleines Wunderwerk. Denn trotz dieser düster und depressiv klingenden Ausgangssituation ist der Film das genaue Gegenteil von düster: „Room“ ist ein hoffnungsvoller Film, was nicht zuletzt an den hervorragenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller Brie Larson (die dafür einen Oscar gewann) und des siebenjährigen Jacob Tremblay liegt. Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch einmal anschauen. Aufgrund einer sehr persönlichen Beziehung, die ich zu der Geschichte habe, könnte er sogar zu einem meiner Lieblingsfilme werden!

Ein weiterer äußerst emotionaler Filmhöhepunkt war dieses Jahr ganz klar „Closet Monster“ von Stephen Dunn. Das Spielfilmdebüt des jungen kanadischen jungen kanadischen Regisseurs strotzt nur so vor kreativen Einfällen und ist in seiner Ausführung so gelungen, dass man gar nicht glauben mag, dass da jemand seinen ersten Kinofilm inszeniert hat! Und natürlich gibt es in keinem anderen Film einen Hamster, der von Isabella Rossellini gesprochen wird! 😉 (Hier könnt ihr meine Filmkritik auf filmszene.de lesen.)

Dass es wie bereits 2015 ein deutscher Film ganz weit nach oben in meiner Top-Ten-Liste schaffen würde, hätte ich nicht erwartet (schon allein, weil ich nicht besonders viele deutsche Filme anschaue). An „Toni Erdmann“ führte in diesem Jahr aber nicht nur kein Weg vorbei, sondern der Film wird seinem Ruf auch wirklich gerecht! Auf so eine Geschichte, in der ein von seiner Tochter entfremdeter Vater dieser über den Umweg einer erfundenen Persönlichkeit wieder näher zu kommen versucht, muss man erst einmal kommen. Aber selbst dann hätte noch eine Menge schiefgehen können, zum Beispiel wenn Regisseurin Maren Ade den Stoff als platte Komödie inszeniert und zur Vorlage für lauter dämliche Witze genommen hätte. Hat sie aber natürlich nicht. Das Endergebnis ist einfach nur großartig – ein Film wie kein anderer. Ein Bekannter von mir hat „Toni Erdmann“ allerdings mit „Borat“ verglichen und ich muss zugeben, dass er damit nicht ganz unrecht hat. Trotzdem handelt es sich um zwei sehr verschiedene Filme, vor allem wohl deshalb, weil Ade die Figuren und Situationen in ihrem Film nie um der bloßen Provokation willen oder für einen billigen Lacher eskalieren lässt. (Meine ausführliche Filmkritik könnt ihr hier lesen.)

Weitere Filmhighlights waren dieses Jahr für micht „Everybody Wants Some!!“ von Richard Linklater (nach dem Kinobesuch bin ich singend und tanzend durch die Straßen gelaufen) und „The Girl With All The Gifts“, ein schauspielerisch wie atmosphärisch extrem gut gemachter Zombiefilm, den ich auf dem Fantasy Filmfest gesehen habe (regulärer Kinostart wird im Februar sein). Auch „Arrival“ von Denis Villeneuve gehört ganz klar zu den besten neuen Filmen von 2016. Nicht nur Science-Fiction-Fans sollten hier definitv einen Blick riskieren.

Das waren die sechs besten, neuen Filme, die ich 2016 gesehen habe. Es gab aber natürlich noch eine Reihe weiterer guter bis sehr guter, die erwähnenswert sind. Da wäre zum Beispiel die Dokumentation „The Hunting Ground“ über sexuellen Missbrauch an US-Universitäten (verfügbar auf Netflix). Auch Jeff Nichols‘ Mystery-Drama „Midnight Special“ hat mir gut gefallen und ich muss ihn definitiv noch einmal anschauen.
Marvel hat dieses Jahr mit dem dritten „Captain America“-Film „Civil War“ einen Volltreffer hingelegt – ich habe mich blendend unterhalten gefühlt, aber einen Großteil des Films schon lange wieder vergessen.

Der neue Tim Burton-Film „Miss Peregrine’s Home For Peculiar Children“ („Die Insel der besonderen Kinder“) hat mir gut gefallen, auch wenn er wohl nicht zu den großen Meisterwerken des Regisseurs zählt. Als Beatles-Fan fand ich auch Ron Howard’s Dokumentation „Eight Days A Week“ sehr schön, aber man muss den Beatles natürlich schon grundsätzlich etwas abgewinnen können, um hier auf seine Kosten zu kommen (aber wer kann das bitteschön nicht?).

Zumindest von der Form her interessant fand ich „Der Nachtmahr“, allerdings liefen all die inszenierungstechnischen Tricksereien dabei irgendwie ins Leere, sodass der Film mehr versprach als er letztendlich einlösen konnte. Gegen Jahresende schließlich hat mich der neue Disney-Animationsfilm „Moana“ (in Deutschland „Vaiana“) gut amüsiert. Und auch das diesjähriger „Star Wars“-Abenteuer „Rogue One“ fand ich als großer Fan der Sternensaga trotz einiger Schwachstellen doch ziemlich gelungen.

Auch auf dem Filmfest München habe ich dieses Jahr wieder viele tolle (und auch ein paar nicht so tolle) Filme gesehen, über die ich größtenteils gebloggt habe. Ein paar davon habe ich hier schon genannt, hinzuzufügen wären aber zum Beispiel noch „Ein deutsches Leben“, „Oleg Y Las Raras Artes“ und „Die letzte Sau“.

Was ich sonst noch für tolle Filme angeschaut habe

Neben diesen Neustarts gab es jedoch auch ziemlich viele ältere Filme, die ich 2016 nachgeholt habe. M. Night Shyamalan hat 2015 mit „The Visit“ endlich mal wieder einen spannenden und gelungenen Film abgeliefert. Aber auch die Österreicher können Horror! Das haben vor zwei Jahren Severin Fiala und Veronika Franz mit der Genre-Perle „Ich seh ich seh“ bewiesen, die ich ebenfalls dieses Jahr gesehen habe und wirklich sehr empfehlen kann!

Noch besser fand ich „Nightcrawler“, in dem Jake Gyllenhaal vor zwei Jahren als ehrgeiziger TV-Journalist zu sehen war. Ein fantastisches Stück Kino, ein bitterböser Blick auf die harte Medien- und Journalismusbranche und ein grandioser Soundtrack! Auch „Love Steaks“ hat mich begeistert. Die deutsche Low Budget-Produktion hat vor einigen Jahren auf mehreren Festivals für Aufsehen gesorgt; nun habe ich sie auch endlich gesehen und war begeistert von der Unmittelbarkeit und Natürlichkeit dieser etwas anderen (oder vielleicht einfach nur kino-untypischen und realistischen?) Liebesgeschichte. Auch Wim Wenders Dokumentation „The Salt of the Earth“ über den Fotografen Sebastião Salgado fand ich sehr beeindruckend. Und wenn ich schon bei deutschen Filmen bin: Auch die Komödie „Wir sind die Neuen“ hat mich positiv überrascht, weil hier das Aufeinandertreffen der Generationen wirklich mit Witz behandelt wird und die Schauspieler sichtlich Spaß an ihren Rollen haben.

Als großer David Bowie-Fan war 2016 natürlich kein gutes Jahr für mich; „The Man Who Fell to Earth“ („Der Mann, der vom Himmel fiel“) habe ich erst nach Bowies Tod zum ersten Mal gesehen – und muss den Film auf jeden Fall irgendwann noch einmal anschauen. Weitere Kultfilme, die ich dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal gesehen habe, waren „The Exorcist“ („Der Exorzist“), „Thelma & Louise“, „Interview with the Vampire“ („Interview mit einem Vampir“) und „Zoolander“ (Teil zwei habe ich einige Tage später angeschaut). Nachdem ich die „Godfather“-Trilogie zum Geburtstag bekommen hatte, habe ich außerdem mehrere Abende damit verbracht, mir mal wieder Francis Ford Coppolas Saga einer italo-amerikanischen Familie zu Gemüte zu führen. Würden Mario Puzos Romane heute verfilmt werden, dann würde man daraus wahrscheinlich eine TV-Serie machen, also habe ich mir die Filme häppchenweise in feierabendfreundlichen Blöcken von 60 bis 90 Minuten über mehrere Abende verteilt angeschaut. Auch die „Alien“-Filme habe ich mir dieses Jahr mal wieder alle angeschaut, und zwar gleich mehrfach: Teil 1 bis 3 habe ich sowohl in der Kinofassung als auch in den auf den Blu-rays enthaltenen längeren Schnittfassungen angeschaut. Bei „Alien: Resurrection“ habe ich es allerdings bei der Kinofassung belassen, da ich mir diesen Murks nicht noch einmal antun wollte.

Die schlechtesten Filme des Jahres

Wie jedes Jahr gab es auch 2016 ein paar Filme, über die ich mich richtig geärgert habe. Ganz oben auf der Liste steht „Independence Day: Resurgence“. Ganz ehrlich, ich hätte die zehn Euro, die ich hier für den Kinobesuch ausgegeben habe, lieber verbrennen und dann dabei zuschauen sollen. Das wäre unterhaltsamer gewesen als diese völlig uninspirierte, vor Klischees nur so strotzende Fortsetzung von Roland Emmerichs Science Fiction-Klassiker. Dicht dahinter folgt „Batman v Superman: Dawn of Justice“. Es ist mir unbegreiflich, warum Zack Snyder immer noch riesige Budgets anvertraut werden, wo doch jedes Mal so ein Murks dabei herauskommt. (Halt, ich verstehe es doch: seine Filme spielen das Geld – und sogar noch mehr! – nämlich tatsächlich wieder ein. Unbegreiflich!) Auch die zweite Comicverfilmung aus dem DC-Universum, „Suicide Squad“, fand ich grottenschlecht. Ich kenne mich mit Comics zwar kaum aus, aber bei Marvel schaffen sie es immerhin, unterhaltsame Filme rauszuhauen!

Wobei es zumindest einen Marvel-Film gab, den ich dieses Jahr auch ziemlich schlecht fand: „X-Men: Apocalpyse“. Der gehört zwar nicht zum „Marvel Cinematic Universe“ von Disney, aber gerade weil die beiden vorherigen „X-Men“-Filme so großartig waren, hatte ich mir einen würdigen Abschluss dieser Trilogie gewünscht. Weitere Filmgurken aus 2016 waren „Die 5. Welle“ und „London Has Fallen“. Bei letzterem war mir das eigentlich schon vorher klar, schließlich war auch schon Teil 1 nur leidlich unterhaltsam. Ich schaue mir solche Filme wohl nur an, um sie dann am Jahresende auf meine Flop-Liste setzen zu können… 😉 Auch bei Duncan Jones Videospielverfilming „Warcraft: The Beginning“ habe ich nach etwa einer Viertelstunde geistig abgeschaltet und darauf gehofft, dass es bald vorbei ist. Schade, denn ich bin ein großer Fan seiner ersten beiden Filme „Moon“ und „Source Code“. Dass die neue „Ben Hur“-Verfilmung einfach nur überflüssig sein würde, war mir natürlich auch schon vorher klar. Angeschaut (und darüber geschrieben) habe ich den Film trotzdem.

…und noch mehr schlechte Filme

Als hätte 2016 nicht schon genug schlechte Filme hervorgebracht, habe ich mir zusätzlich auch noch einige ältere Filmgurken reingezogen. Das ging Anfang des Jahres los mit Cameron Crowes „Aloha“. Ich bin ja wirklich ein großer Fan von Crowe und zähle mit „Almost Famous“ und „Vanilla Sky“ zwei seiner Werke zu meinen Lieblingsfilmen, aber was er mit „Aloha“ abgeliefert hat, ist einfach so was von langweilig, uninspiriert und voller Klischees, dass man sich fragt, ob da wirklich noch derselbe Autor und Regisseur am Werk war. Schade! Josh Tranks „Fantastic Four“-Verfilmung von 2015 war auch nicht besser, konnte mich aber immerhin mit unfreiwilliger Komik unterhalten. Auch in diesem Fall kann man aber nur sagen: schade, dass nichts Besseres dabei herausgekommen ist. „Chronicle“ wird wohl Tranks bester Superheldenfilm bleiben…

Auch richtig schlecht fand ich Disneys Realversion von bzw. Parallelgeschichte zu „Dornröschen“, „Maleficent“. Schrecklich gelangweilt habe ich mich bei Angelina Jolies „By the Sea“ und „Kingsman“ fand ich extrem dämlich. Dass mich auch die „Hunger Games“ mit „Mockingjay: Teil 2“ nicht mehr begeistern konnten, hat mich nach dem extrem handlungsarmen dritten Film nicht mehr überrascht. Der bei weitem schlechteste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, war jedoch der Weinachts-Grusel „Krampus“. So etwas kommt also dabei heraus, wenn sich die Amerikaner an für sie wohl total exotisch anmutenden mitteleuropäischen Schreckgestalten abarbeiten! Cultural appropriation mal anders…

Mein Serienjahr

Ich habe 2016 zwar knapp 200 neue, alte und teils auch altbekannte Filme angeschaut, aber es hätten noch wesentlich mehr sein können, wenn es nicht so viele gute TV-Serien gäbe. Dass „Hannibal“ ein vorzeitiges Ende gefunden hat, ist für mich eine mittelschwere Katastrophe. Bryan Fullers Neuverfilmung der Romane von Thomas Harris gehört für mich zu den besten Fernsehserien überhaupt und ich hoffe sehr, dass er es doch noch irgendwie schaffen wird, eine Fortsetzung in Form einer Miniserie für irgendeine Streamingplattform zu produzieren.

Das beste Fernsehen scheint inzwischen ja sowieso auf Netflix & Co. stattzufinden. „Jessica Jones“ war für mich der bislang beste Beitrag zum filmischen Marveluniversum und auch die beiden „Daredevil“-Staffeln fand ich toll. Sehr gut unterhalten hat mich dieses Jahr auf Netflix auch die zweite Staffel von „Grace and Frankie“. Darin geht es zwar um Figuren, die mehr als doppelt so alt sind wie ich, aber wenn sie von so grandiosen Schauspielern wie Jane Fonda oder Martin Sheen gespielt werden, dann macht das auch dann riesigen Spaß, wenn man sich nicht mit allen Problemen der Figuren identifizieren kann.

Mit „Downton Abbey“ fand dieses Jahr eine meiner Lieblingsserien ihr Ende. Auch hier sind es vor allem die erstklassigen Darsteller, die das meist doch recht banale Soap-Geschehen sehenswert machen. Bei „Stranger Things“ wiederum stimmte das Gesamtpaket aus Schauspielern, Mystery-Handlung und gekonnt reproduzierter Achtziger-Jahre-Atmosphäre. Ich bin schon gespannt auf Staffel zwei! Eine weitere Staffel von „Heroes Reborn“ wird es dagegen nicht geben, was aber kein großer Verlust ist. Tim Krings Superhelden-Ensemblesoap „Heroes“ war in ihrer ersten Staffel 2006 noch revolutionär und verdammt gut, danach ging es aber leider immer weiter bergab. Der Neuaufguss „Heroes Reborn“ hätte toll werden können, aber leider hat man dabei die Schwächen der späteren „Heroes“-Staffeln nicht ausgemerzt, sondern sie nur noch verstärkt.

Richtig, richtig gut dagegen ist „Bates Motel“. Man hätte es von einem „Psycho“-Prequel nicht unbedingt erwartet, aber der auf fünf Staffeln angelegten Serie ist es tatsächlich gelungen, die Hintergründe von Norman Bates und seiner Mutter interessant und plausibel zu beleuchten. Die Staffeln drei und vier habe ich dieses Jahr hier im Blog besprochen. Weniger begeistert war ich von Woody Allens erster „Fernsehserie“ „Crisis in Six Scenes“. Ich habe „Fernsehserie“ hier bewusst in Anführungszeichen geschrieben, denn eigentlich handelt es sich dabei nur um einen in sechs Teile aufgespaltenen Film. Die jeweils 22 Minuten langen, auf Amazon Video verfügbaren Folgen bieten typischen, größtenteils recht altbackenen Woody Allen-Humor. Darunter sind zwar hin und wieder wirklich gelungene, lustige Momente, doch zu Allens besseren Werken gehört dieser „Serienfilm“ bestimmt nicht. (Außerdem verdient sich „Crisis in Six Scenes“ den Preis für den unkreativsten Titel des Jahres. Hat da jemand aus Versehen den Arbeitstitel der Serie stehen lassen!?)

Im Herbst habe ich mir die letzten Folgen von „Mad Men“ angeschaut und wurde nicht enttäuscht. Die Serie hat ihr durchgehend hohes Niveau halten können und ein nicht spektakuläres, aber angemessenes und passendes Ende gefunden. Neu angefangen habe ich dagegen mit „Scream“. Die Serie basiert auf der gleichnamigen Slasherfilmreihe und es gelingt ihr recht erfolgreich, die aus den Filmen bekannte Metaeben (z.B. in Form von Diskussionen über die Regeln des Slasher-Genres) ins Fernsehen zu übertragen. Natürlich handelt es sich dabei um Unterhaltung mit nicht allzu viel Tiefgang, aber für zwischendurch eignet sich die Serie allemal. Staffel zwei habe ich auch schon angeschaut.

Eines meiner Serienlangzeitprojekte ist Joss Whedons „Buffy the Vampire Slayer“. Vor ein paar Jahren habe ich mit der ersten Staffel angefangen und lasse mir zwischen den Staffeln immer ziemlich viel Zeit. Mittlerweile habe ich sechs Staffeln geschafft (und drei Staffeln von „Angel“, das ich parallel anschaue), aber erst bis zur fünften Staffel gebloggt. Ich werde demnächst mit dem Anschauen der letzten Staffel anfangen und hoffentlich auch noch einen Blogpost über Staffel sechs schreiben, aber so begeistert wie zu Beginn bin ich von der Serie nicht mehr.

Nach wie vor begeistert bin ich aber natürlich von meiner Lieblingsserie „Babylon 5“. Seit ich vor ein paar Jahren einen einführenden Überblick über J. Michael Straczynskis revolutionäre Science Fiction-Saga geschrieben habe, blogge ich in unregelmäßigen Abständen über jede einzelne Folge. Immerhin bis zur vorletzten Episode der ersten Staffel habe ich es 2016 geschafft; weitere Blogposts werden definitiv folgen, ich hatte nur in den letzten Monaten zu wenig Zeit dazu. Ebenfalls noch nicht gebloggt habe ich über Straczynskis neue Serie „Sense8“, die er zusammen mit den Wachowski-Schwestern realisiert hat. Die 2015 gestartete Netflix-Serie wurde vor einer Woche endlich mit einem Christmas Special fortgesetzt und soll im Mai eine zweite Staffel spendiert bekommen. Ich bin schon sehr gespannt, da ich „Sense8“ für eine der wichtigsten gegenwärtigen Serien halte!

Weiterhin habe ich dieses Jahr die zweite Staffel von „True Detective“ angeschaut (nicht so mein Fall) und mir endlich die Miniserie „Top of the Lake“ angesehen (schon viel eher mein Fall – und wenn mir jemand gesagt hätte, diese düstere und deprimierende Serie sei die dritte Staffel von „True Detective“, hätte ich das sofort geglaubt). Neben der zweiten Staffel von „The Newsroom“ (ich liebe Aaron Sorkins Dialoge!) habe ich mir auch die erste Staffel von „The Extant“ angeschaut (interessant, leider gibt es ja nur eine weitere Staffel).

Mit der Science Fiction-Anthologieserie „Black Mirror“ habe ich zumindest schon angefangen und bin davon sehr angetan. Auch „Devious Maids“ von „Desperate Housewives“-Schöpfer Marc Cherry habe ich begonnen zu gucken und war zumindest ein paar Tage lang süchtig danach, das hat sich also schnell wieder gelegt. Ich weiß also nicht, ob ich das weiter anschauen werde. Ach ja, bevor ich’s vergesse: ich habe dieses Jahr auch wieder ein bisschen „Star Trek“ geguckt, genauer gesagt die zweite Staffel von „Enterprise“. Ich freue mich schon auf die neue „Star Trek“-Serie, die im Mai starten wird!

Schließlich gab es dieses Jahr natürlich auch ein paar Serien, die ich anzuschauen begonnen habe, die aber nicht so ganz meinen Geschmack getroffen haben. Darunter waren „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“, „Penny Dreadful“ und „Ascension“. Auch von „The Expanse“ habe ich bislang nur zwei Folgen gesehen, die mich vor allem verwirrt haben. Bei „Luke Cage“ bin ich noch nicht über Episode 1 hinaus gekommen, die ich eigentlich nicht so toll fand. Da mir aber die anderen Marvel-Serien bei Netflix so gut gefallen haben, werde ich vielleicht doch irgendwann weitersehen. „Masters of Sex“ wollte ich schon lange sehen und habe 2016 endlich damit begonnen. Eigentlich ist die Serie ziemlich gut, aber der Funke wollte dann doch nicht überspringen. Manchmal wäre es vielleicht doch besser, nicht aus jedem Thema gleich eine Serie zu machen. Ein „Masters of Sex“-Film wäre jedenfalls sehr viel schneller zu konsumieren gewesen.

Was alle an „Mr. Robot“ so toll finden, habe ich noch nicht verstanden und hier auch nach drei oder vier Folgen erstmal Schluss gemacht. Die Serie ist zwar gut gemacht, bietet aber meiner Meinung nach nicht viel Neues. Es geht mal wieder um einen unsicheren männlichen Protagonisten, der seine Gefühle schlecht ausdrücken kann und sich im Umgang mit anderen Menschen schwertut. Das kennen wir inzwischen schon zu Genüge aus anderen Serien (Sherlock, „Dexter“).

Falls Ihr diesen Text tatsächlich bis hierhin gelesen haben solltet, wünsche ich euch an dieser Stelle ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2017! Möge es uns viele tolle neue Filme und Serien bringen. 🙂