Mehr als sieben Songs, Teil 11: The Rolling Stones – Already Over Me

Beim letzten Mal gab’s hier eine Aerosmith-Ballade, nun geht’s zu den britischen Kollegen: Auch die Rolling Stones haben im Lauf der Jahrzehnte viele große Balladen veröffentlicht, von „Wild Horses“ und „You Can’t Always Get What You Want“ bis hin zu „Out Of Tears“ und „Streets of Love“. Die finde ich auch alle klasse, weil ich Mick Jaggers Stimme am liebsten mag, wenn er Balladen singt.

Meine Lieblings-Ballade von den Stones ist aber „Already Over Me“ aus dem 1997er Album „Bridges to Babylon“. Das ist einer der Songs, die ich manchmal im Alltag plötzlich vor mich hin zu summen beginne, selbst wenn ich ihn schon wochenlang nicht mehr gehört habe. Es ist eines der vielen Lieder, die mir mein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf gehen werden. Worum es in dem Lied geht? Keine Ahnung. Ich singe zwar oft mit, aber ich habe noch nie genau darauf geachtet, was der Text eigentlich bedeuten soll. An einer Stelle singt Mick Jagger „You say poverty is picturesque, as you dragged your nails across my chest“; das sind – warum auch immer – stets die ersten zwei Zeilen, die mir aus dem Lied einfallen.

Hier gibt’s den Song bei YouTube zum Anhören (klanglich nicht so toll, deswegen habe ich direkt darunter auch den Spotify-Link gepostet):

https://youtu.be/u7WyTpYpoHo?t=12m30s

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Mehr als sieben Songs, Teil 10: Aerosmith – You See Me Crying

Es gehört ja inzwischen einiges an Mut dazu, sich zu den Power-Balladen von Aerosmith zu bekennen. Schließlich schrammen Schmachtfetzen wie „Crazy“, „Angel“ oder nicht zuletzt der Megahit „I Don’t Want to Miss a Thing“ gefährlich nah an der Grenze zum Kitsch entlang bzw. überschreiten diese sogar – je nach Sichtweise. Ich bin nicht nur ein Fan der Rockband aus Boston, sondern oute mich hier nun auch explizit als Fan ihrer Balladen. Selbst der als Singleauskopplung gefloppte Titel „What Could Have Been Love“ aus dem letzten Album „Music From Another Dimension“ (2012) hat es mir angetan, und „I Don’t Want to Miss a Thing“ zählte ich immerhin als Teenager zu meinen Lieblingssongs.
„You See Me Crying“, das letzte Stück aus dem 1975er Album „Toys in the Attic“, besitzt allerdings weit weniger Fremdschämpotential. Während Aerosmith ab den Neunzigerjahren ja fast nur noch mit (Power-)Balladen Charterfolge gelangen, schien das zumindest bei „Toys in the Attic“ umgekehrt gewesen zu sein. Das Album brachte nämlich die großen Hits „Sweet Emotion“ und „Walk This Way“ hervor, während „You See Me Crying“ als Single keinen Erfolg hatte. Und während die anderen beiden Songs bis heute auf keinem Aerosmith-Konzert fehlen dürfen, wurde „You See Me Crying“ nur ein einziges Mal live gespielt (am 26.06.2009 – ob das etwas mit dem Tod von Michael Jackson am Tag zuvor zu tun hatte, weiß ich nicht).
Auch auf den meisten der inzwischen so zahlreichen Compilations der Band fehlt das Lied, was es zum geeigneten Kandidaten für diese Rubrik hier macht. Kein echter Geheimtipp, aber ganz sicher auch kein Song, den man wie etwa „Cryin'“ oder „Jaded“ schon hunderte Male im Radio gehört hat und den es sich zu entdecken lohnt.

Hier die Albumversion:

Und hier die erwähnte Live-Version:

Mehr als sieben Songs, Teil 9: Foy Vance – Billie Jean

Foy VanceZum zweiten Mal ist heute eine Coverversion in dieser Rubrik an der Reihe. Auf den aus Nordirland kommenden Singer-Songwriter Foy Vance wurde ich vor einer paar Jahren aufmerksam, als seine Musik an der Bar des Theater…und so fort in München lief. Seine teils nachdenklichen, teils kraftvollen, aber stets sehr emotionalen Stücke erinnerten mich an die Lieder von Damien Rice, der schon lange zu meinen Lieblingskünstlern gehört.

Auf seinen Konzerten scheint Foy Vance eine Weile Michael Jacksons „Billie Jean“ in der Setlist gehabt zu haben, und zwar bereits vor Jacksons Tod, denn der Song ist auch auf der 2005 veröffentlichten Live-EP „Live Sessions and the Birth of the Toilet Tour“ zu finden (siehe Spotify-Link ganz unten).

Vor zwei Jahren durfte ich Foy Vance bei einem grandiosen Konzert in München live erleben (dabei entstand auch das Foto). Leider hat er „Billie Jean“ damals nicht gesungen, ich finde seine Version von Jacksons Klassiker nämlich einfach großartig – nicht nur deswegen, weil es eben ein Michael Jackson-Song ist, sondern weil Vance das Lied auf die wohl einzig richtige Weise covert: er geht vollkommen anders an das Stück heran und macht eine langsame Akustikversion daraus. Die tragische Geschichte, die der Text beschreibt, wird so auf ganz besondere Weise unterstrichen. Auf YouTube findet man einige weitere Live-Versionen des Songs von Foy Vances Konzerten, wie zum Beispiel diese hier:

Falls Ihr nun auf den Geschmack gekommen seid und mehr von Foy Vance hören wollt, dann kann ich euch sein zweites Album „Joy of Nothing“ sowie das im letzten Jahr erschienene Live-Album „Live at Bangor Abbey“ empfehlen. Beide sind auch auf Spotify verfügbar.

Mehr als sieben Songs, Teil 8: Elton John – My Quicksand

Es ist mal wieder an der Zeit für einen neuen Beitrag zu dieser Reihe. Elton John hat sich über die letzten Jahre fast unbemerkt zu einem meiner Lieblingssänger gemausert. Ich habe seine Lieder eigentlich schon immer gemocht, nicht zuletzt dank seiner Mitwirkung am „Lion King“-Soundtrack und der Tatsache, dass einers seiner Lieder („Tiny Dancer“) in einem meiner Lieblingsfilme („Almost Famous“) an einer zentralen Stelle vorkommt.
Ich habe auch schon seit mindestens zwölf Jahren ein 3-Disc-Best-of-Album von ihm im Regal stehen, dazu noch einige weitere seiner Alben. Und auf jedem davon fand ich jeweils ein paar Lieder besonders schön. Aber erst Elton Johns letztes Album „The Diving Board“ hat mich vom ersten bis zum letzten Song gefesselt. Kitsch und allzu pathetische Liebeslieder umschifft der Brite darauf gekonnt und trotzdem – oder gerade deswegen – gelingt es ihm, eine emotionale Wucht zu erzeugen, wie man sie von ihm schon gar nicht mehr erwartet hatte. Das liegt wohl vor allem an der sparsamen und zurückgenommenen Instrumentierung. Auf den Einsatz seiner gewohnten Band verzichtete Elton John hier, so dass meistens die Klavierbegleitung im Vordergrund steht. Die Entscheidung zu dieser Reduktion hat dem Album sehr gut getan.
Mein eindeutiger Favorit auf dem Album ist „My Quicksand“, eine melancholische, aber nicht gefühlsduselige Ballade. Auf den Text des Songs habe ich noch nie ganz genau geachtet, aber das muss man auch nicht. Die Stimmung, die das Lied verbreitet, passt perfekt zu einem herbstlichen Nachmittag mit Kerzenlicht und heißem Tee. Finde ich jedenfalls.
Zusammen mit „Tiny Dancer“, „I Want Love“, „The Panic In Me“ und „Believe“ gehört „My Quicksand“ zu meinen Lieblingsliedern von Elton John. Ich freue mich schon auf sein nächstes Album, das im Februar erscheinen soll. Darauf spielt er wieder mit seiner Band, aber genau wie „The Diving Board“ und „The Union“ wurde es von T Bone Burnett produziert, ich hoffe also auf ein weiteres Meisterwerk.

Mehr als sieben Songs, Teil 7: Alanis Morissette – Simple Together

Alanis Morissettes Debütalbum „Jagged Little Pill“ feiert aktuell sein 20-jähriges Jubiläum (und wurde dazu als Jubiläumsausgabe neu aufgelegt, mit bislang unveröffentlichten Demos und wahlweise auch als Collector’s Edition mit Live-CD und der Acoustic-Version des Albums von vor zehn Jahren). Das ist für mich Grund genug, in dieser Reihe einen Song der Kanadierin vorzustellen.
„Simple Together“ erschien 2002 auf der Bonus-CD der Live-DVD „Feast On Scraps“. Die CD enthält acht Songs, die während der Arbeiten an Alanis‘ drittem Studioalbum „Under Rug Swept“ entstanden sind, es aber nicht auf’s Album geschafft haben. Schlechter als die Tracks auf dem eigentlichen Album sind sie allerdings nicht und die „Feast On Scraps“-CD kann fast schon als eigenes Album betrachtet werden.
Obwohl sie mit aggressiven Rocksongs wie „You Oughta Know“ bekannt wurde, hat Alanis Morissette im Lauf ihrer Karriere immer wieder wunderschöne Balladen geschrieben. „Thank U“ dürfte die bekannteste sein, aber „Simple Together“ ist mein Favorit, dicht gefolgt übrigens von „Not As We“ (2008). Auf den Text des Stücks habe ich bislang gar nicht genau geachtet, aber der YouTube Kommentar unter diesem Live-Video, dass es sich dabei um einen der „best sad love songs ever“ handelt, hat mich neugierig gemacht und ich werde in Zukunft etwas besser darauf achten, worüber Alanis hier genau singt.

Mehr als sieben Songs, Teil 6: Sam Smith – Writing’s on the Wall

Der heutige Beitrag zu meiner Reihe „Mehr als sieben Songs“ ist alles andere als ein Geheimtipp. Sam Smiths Bond-Song „Writing’s on the Wall“ wurde letzten Freitag veröffentlicht und natürlich haben sich sowohl die Fans als auch die Presse sofort gierig auf das Lied gestürzt – und es gnadenlos verrissen. Ich habe noch nicht einen einzigen durchweg positiven Kommentar über das Lied gelesen. Das verwundert mich umso mehr, weil ich „Writing’s on the Wall“ wirklich fantastisch finde. Ich würde sogar jetzt schon so weit gehen und behaupten, dass das Lied mein Lieblings-Bond-Song ist. Ja, ich mag es wirklich noch lieber als „Live and Let Die“, „Goldfinger“ und „The World Is Not Enough“, meine anderen Favoriten. Ein besonders großer Fan von Adeles „Skyfall“ war ich übrigens noch nie; das Lied ist mir zu eintönig und spannungsarm. Von der Emotionalität und Verletzlichkeit, die in Sam Smiths Gesang zum Ausdruck kommt, kann ich hingegen gar nicht genug kriegen. Mit meiner Meinung stehe ich anscheinend ziemlich alleine da – selbst in diesem im Großen und Ganzen positiven Artikel über das Lied wird Sam Smith dafür kritisiert, den Filmtitel „Spectre“ nicht im Text untergebracht zu haben, dabei ist das doch vollkommen egal. Ich habe den Eindruck, der Autor traut sich einfach nicht, „Writing’s on the Wall“ uneingeschränkt zu loben.
Warum stößt der Song auf so große Ablehnung? Viele Hörer stören sich an Smiths hohem Gesang bzw. wohl eher daran dass dieser – gerade für einen Bond-Song – nicht „männlich“ genug sei. Verletzlichkeit schön und gut, aber James Bond muss für die meisten ein harter Kerl sein und nichts weiter. Dabei ist doch gerade Daniel Craigs James Bond so sehr von seinen inneren Dämonen und Selbstzweifeln getrieben, wie dies vorher fast nie der Fall war. Noch dazu sind Frauen und Männer gleichermaßen komplexe Wesen, die sich nicht nur durch einige ihnen fest zugeschriebene Wesenszüge auszeichnen. Verletzlichkeit kann also gar nicht „unmännlich“ sein, sie entspricht eben nur nicht dem Bild, das viele von James Bond haben. Vielleicht wird „Spectre“ daran ja etwas ändern.

Ich weiß über den Inhalt des Films noch fast nichts, aber ich mache mir hier mal den Spaß, den Text von „Writing’s on the Wall“ ein wenig zu analysieren. Enthält er Hinweise darauf, was uns in „Spectre“ erwartet? Und singt Sam Smith hier überhaupt von bzw. aus der Perspektive von James Bond, muss man die zum Ausdruck gebrachte Verletzlichkeit also Bond zuschreiben?


I’ve been here before

But always hit the floor
I’ve spent a lifetime running
And I always get away
But with you I’m feeling something
That makes me want to stay

Natürlich liegt es nahe, dass diese erste Strophe aus Bonds Perspektive geschrieben ist. Sam Smith ist selbst männlich und schildert hier etwas in der ersten Person – bei einem Bond-Song ordnet man die Worte also als erstes James Bond zu. Ist es also Bond, der sein Leben lang auf der Flucht war? Hat er nun jemanden kennen gelernt, für den er sein bisheriges Leben aufgeben will? Falls ja, dann legen die ersten beiden Zeilen nahe, dass er schon mehrmals an diesem Punkt war. Geht es ihm also mit jeder Frau so? Dann wären diese Worte ja nur leere Versprechungen, die er schon oft gemacht, aber bisher nie gehalten hat. Oder richten sich die Worte vielleicht gar nicht an eines der „Bond Girls“, sondern an den von Christoph Walz gespielten Franz Oberhauser, Bonds Gegenspieler? Nicht besonders wahrscheinlich, aber zumindest hätten die letzten beiden Zeilen dann eine ganz andere Bedeutung. Naheliegender ist da schon, dass die Worte aus der Sicht einer der beiden Frauen geschrieben sind. „With you I’m feeling something that makes me want to stay“ hätte dann dieselbe Bedeutung wie in den meisten Bond-Filmen vorher.

I’m prepared for this
I never shoot to miss
But I feel like a storm is coming
If I’m gonna make it through the day
Then there’s no more use in running
This is something I gotta face

Betrachtet man die zweite Strophe als aus Bonds Perspektive geschrieben, dann beschreibt die zweite Zeile sein gewohntes, selbstsicheres Ich. Aber angesichts der Unsicherheit und der Bedrohung, die diese ersten beiden Strophen sonst zum Ausdruck bringen, wirkt es nicht so, als sei er wirklich noch so selbstsicher. Er versucht vielmehr verzweifelt, diesen Eindruck aufrecht zu erhalten – auch sich selbst gegenüber. „I’m prepared for this“, heißt es zwar, doch die Zeilen drei bis sechs erwecken den Eindruck einer Bedrohung, die sich Bonds Kontrolle entzieht. Er hat gar keine andere Wahl als sich ihr zu stellen.
Interessant ist der Gegensatz zwischen den letzten Zeilen der ersten beiden Strophen: In der ersten Strophe will jemand (bei jemandem) bleiben; in der zweiten wird jemandem klar, dass er sich einer (wohl unangenehmen) Sache stellen muss. Das lässt den Schluss zu, dass die beiden Strophen entweder aus der Perspektive zweier verschiedener Personen geschrieben sind (dann wäre es nicht durchgehend James Bond, der hier spricht) oder dass sie sich an verschiedene Personen richten bzw. auf verschiedene Angelegenheiten beziehen. Demzufolge möchte Bond bei jemandem bleiben, muss sich gleichzeitig aber auch etwas oder jemandem stellen. In diesem Zusammenhang machen die nächsten beiden Zeilen Sinn:

If I risk it all
Could you break my fall?

Mögliche Übersetzung: Wenn ich mich dieser Sache (aus Strophe 2) stelle, wirst du (=in Strophe 1 angesprochene Person) dann für mich da sein?

How do I live? How do I breathe?
When your’re not here I’m suffocating
I want to feel love run through my blood
Tell me is this where I give it all up?
For you I risk it all
Cause the writing’s on the wall

Der Refrain verändert die Bedeutung der beiden vorangegangenen Zeilen ein wenig. Hier heißt es nun nämlich „For you I risk it all“, die Liebesbeziehung und das große Wagnis stehen also in enger Verbindung. Bond muss alles riskieren, um seine Lieb(st)e zu retten. (Man könnte natürlich auch weiterhin spekulieren, ob einzelne Zeilen anderen Figuren als James Bond zugeordnet werden müssen, aber ich gehe ab jetzt davon aus, dass das ganze Lied aus Bonds Perspektive geschrieben ist.) Hier ist auch der Hinweis enthalten, dass es um Liebe geht und textlich wie gesanglich gibt sich Sam Smith hier am verletzlichsten. Ohne dich kann ich nicht leben, so lassen sich die ersten drei Zeilen zusammenfassen. Bereits in „Casino Royale“ war James Bond „richtig“ verliebt und seine Gefühle für Vesper Lynd waren seine große Schwäche. Wird er in „Spectre“ in eine ähnliche Situation geraten? Aber was muss er für die Liebe aufgeben? Und vor allem: was genau bedeutet der Hinweis „the writing’s on the wall“? Zeichnen sich damit Entwicklungen ab, die sich nicht unter Bonds Kontrolle befinden? Oder will er sich damit nur einreden, keine andere Wahl zu haben?

A million shards of glass
That haunt me from my past
As the stars begin to gather
And the lights begin to fade
When all hope begins to shatter
Know that I won’t be afraid

Die erste Zeile ist wohl nicht wörtlich gemeint, sondern bezieht sich (zusammen mit der zweiten) auf Ereignisse in Bonds Vergangenheit, die ihn in diesem Film heimsuchen werden (darauf weist bereits die offizielle Inhaltsangabe hin). Noch mehr als in „Skyfall“ scheint also in „Spectre“ Bonds persönliche Vergangenheit eine Rolle zu spielen, höchstwahrscheinlich in Form einer Person, die plötzlich wieder auftaucht. Ob die dritte und vierte Zeile mehr als nur einen metaphorischen Bezug zur Filmhandlung haben, wird sich zeigen. Zusammen mit dem Rest der Strophe verstärken sie den Eindruck, den der Text insgesamt macht: Hier ist jemand entschlossen, sich trotz all seiner Verzweiflung nicht unterkriegen zu lassen. Dieser jemand – also nach meiner Annahme Bond – weiß, dass er sich einer Sache stellen muss, die wohl durch eine mit seiner eigenene Vergangenheit in Verbindung stehenden Person ausgelöst worden ist. Immer wieder folgt im Lied die Bestärkung, nicht zurückzuweichen („I won’t be afraid“, „there’s no more use in running“, „I have to risk it all“).
Nach meiner Interpretation sind hier also drei Personen wichtig: James Bond, aus dessen Sicht das Lied geschrieben ist. Eine Frau (entweder Madeleine Swann oder Lucia Sciarra), an die vor allem der Refrain gerichtet ist, der bis auf seine letzte Zeile wie ein klassisches Liebeslied klingt. Und dann ist da noch eine dritte Person, die als Auslöser der schrecklichen Ereignisse dient, welche Bond und sein Liebesglück bedrohen. Allerdings muss es sich dabei nicht zwangsweise um Franz Oberhauser handeln, denn soweit ich weiß handelt es sich bei der von Léa Seydoux gespielten Madeleine Swann auch um eine Figur mit Verbindungen zu Bonds Vergangenheit.
Wie im Lied immer wieder die Worte „The writing’s on the wall“ wiederholt werden, klingt es fast, als wolle sich hier jemand selbst einreden, dass die Dinge nun unausweichlich ihren Lauf nehmen. Wird Bond also die richtige Entscheidung treffen? Wir werden es im November im Kino erfahren.

Mehr als sieben Songs, Teil 5: Darren Hayes – How to Build a Time Machine

Nach David Bowie und Paul McCartney widme ich mich dieses Mal erneut einem meiner Lieblingskünstler: Darren Hayes, den ich 2013 hier im Blog einmal den „größten lebenden, männlichen Popstar“ genannt habe. Berühmt wurde er in den 90er Jahren als die (singende) Hälfte des australischen Pop-Duos Savage Garden, dessen Hits wie „Truly Madly Deeply“, „To The Moon and Back“ oder „I Knew I Loved You“ auch heute noch weltweit im Radio gespielt werden. Savage Garden veröffentlichten nur zwei Alben, bevor sich das Duo auflöste und Darren Hayes eine Karriere als Solokünstler startete. Als er 2002 sein erstes Soloalbum „Spin“ veröffentlichte, dachte ich mir „Hmm, ganz nett und ein paar schöne Balladen, aber insgesamt versucht da jemand ziemlich verzweifelt, wie Michael Jackson zu klingen“.
Dann aber folgte 2004 die zweite Soloplatte – und erst da wurde Darren Hayes für mich richtig interessant und ich wurde zum Fan. Auf „The Tension and the Spark“ entfernte er sich musikalisch vom radiofreundlichen Popsound der Savage Garden-Alben und des ersten Solowerks. Seine Musik klang nun elektronischer und nicht alle Songs gingen sofort ins Ohr. Auch thematisch wurde es düsterer; ein Großteil der Lieder auf dem Album handelt von Depression und Selbstzweifeln (in dieser Hinsicht kaum zu überbieten ist „Unlovable“). Von der Kritik wurde das Album gelobt, kommerziell ging es nun aber steil bergab. Doch Darren Hayes hatte sich längst damit abgefunden, dass die enormen Verkaufszahlen und der weltweite Erfolg der Savage Garden-Jahre nie wieder zu erreichen sein würden. Trotzdem finde ich es schade, dass seine Alben von da an in Deutschland teilweise gar nicht mehr offiziell veröffentlich wurden – bzw. erst einige Zeit nach der Veröffentlichung in Großbritannien und Australien – und dass sich die Promotionaktivitäten seiner Plattenfirma zumeist auch auf diese Länder beschränkte. So sehr ich mir auch wünschte (und ihn auf Facebook anflehte), Darren Hayes kam einfach nicht auf Tour nach Deutschland.
Schon das düstere
zweite Soloalbum war schwer zu vermarkten gewesen, 2007 legte Hayes mit „This Delicate Thing We’ve Made“ schließlich ein Doppel-Konzeptalbum vor, das sich zum großen Teil mit dem Thema „Zeitreisen“ beschäftigt. Der Song „How to Build a Time Machine“ bildet dabei den narrativen Kern des Albums. Er behandelt die verführerische Idee, zurück an frühere Stationen des eigenen Lebens zu reisen, um das jüngere Selbst von der inzwischen gewonnenen Erfahrung profitieren zu lassen – das ist zumindest meine Interpretation. Das Lied ist fast sechs Minuten lang und ignoriert die für Popsongs geltenden Konventionen zwar nicht völlig, ist mit seinen Tempowechseln aber dennoch nicht radiotauglich und ist ein Beispiel dafür, wie Hayes auf dem Album mit unterschiedlichen Stilrichtungen experimentiert. Gleichzeitig ist das Lied wie erwähnt in ein erzählerisches Konzept eingebettet; es folgt direkt auf das Stück „Waking the Monster“, in dem der Bau einer Zeitmaschine beschrieben wird. Ich persönlich habe die beiden Lieder stets als eine Einheit betrachtet.
Angesichts der vielen tollen Lieder von Darren Hayes war es gar nicht so einfach, hier eine Auswahl zu treffen („Step Into the Light“ mag ich eigentlich noch lieber). Sein viertes (und bislang letztes) Album „Secret Codes and Battleships“ ist tatsächlich mindestens genau so fantastisch ausgefallen wie die beiden Alben davor. (Und wer bis jetzt nur die Savage Garden-Songs kennt und die Solowerke von Darren Hayes entdecken möchte, dem würde ich dieses Album auch zum Einstieg empfehlen. Darauf ist der Sänger nämlich zu eingängigen Popsongs ohne viele Experimente zurückgekehrt.)
Ebenfalls empfehlen möchte ich DVD „This Delicate Film We’ve Made“, die animierte Musikvideos zu einigen Titeln aus „This Delicate Thing We’ve Made“ enthält. Schließlich möchte ich noch auf Darren Hayes aktuelles Projekt verweisen: Nachdem er seine Musikkarriere momentan unterbrochen hat, um in Los Angeles die Kunst des Improvisationstheaters zu erlernen, steht zurzeit zwar kein neues Album in Aussicht; dafür ist Darren Hayes aber seit Februar Co-Host des Comedy-Podcast „The He Said He Said Show“, der wirklich lustig ist. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass er irgendwann ins Studio zurückkehrt, um ein weiteres Album aufzunehmen (vielleicht macht er das ja, wenn er sein Ziel erreicht hat, einmal in einem „Star Wars“-Film mitzuspielen).

Mehr als sieben Songs, Teil 4: Tori Amos – Carnival

Heute gibt es einen Song, zu dem ich nicht so viel schreiben kann, wie über die Lieder von Paul McCartney oder David Bowie. Denn mit Tori Amos habe ich mich ganz einfach noch nicht genug beschäftigt. „Carnival“ ist das erste Lied von ihr, das ich kennen gelernt habe, und auch immer noch mein Lieblingslied von ihr. Eine kurze Wikipedia-Recherche hat eben ergeben, dass es sich dabei um die englischsprachige Fassung des Titels „Manhã de Carnaval“ (komponiert von  Luiz Bonfá, getextet von Antônio Maria) handelt. Veröffentlicht wurde die Version von Tori Amos anscheinend nur auf dem Soundtrackalbum zu „Mission: Impossible 2“. Auch ich kenne den Song daher.

Auf den Text von „Carnival“ habe ich bisher noch nie genau geachtet, aber die Atmosphäre, die das Stück erzeugt, sorgt bei mir jedes Mal für Gänsehaut. Als ich etwa 18 Jahre alt war, bekam ich von einer Freundin, die großer Tori Amos-Fan war, ein paar ihrer Alben, ähm, geschenkt. Über die Jahre habe ich mir seitdem ein paar weitere Alben von Tori Amos gekauft und/oder angehört; gefallen haben mir eigentlich alle, aber keines ihrer Lieder hat mich bislang so fasziniert wie „Carnival“.

„Carnival“ war – zusammen mit den CDs, die ich damals von einer Freundin bekam – mein Einstieg in die Welt von Tori Amos. Besonders gut kenne ich mich dort zwar immer noch nicht aus, aber umso mehr habe ich noch zu entdecken und mir auch vorgenommen, mal wieder ein paar von Tori Amos-Alben bewusst und am Stück anzuhören. Allen Lesern, die sich ebenfalls näher mit ihrer Musik beschäftigen wollen, kann ich die vor ein paar Monaten veröffentlichten Deluxe Editions ihrer beiden Klassiker „Little Earthquakes“ und „Under The Pink“ empfehlen.

Hier könnt ihr euch „Carnival“ anhören.

Mehr als sieben Songs, Teil 3: David Bowie – If I’m Dreaming My Life

Michael Jackson, Paul McCartney, David Bowie – das sind im musikalischen Bereich meine drei Lieblingskünstler. Paul McCartney war letzte Woche an der Reihe und Michael Jackson folgt ganz sicher auch noch irgendwann. Diese Woche aber widme ich mich David Bowie, den ich als letzten der drei für mich entdeckt habe.

Im Herbst 1999 trat Bowie mit seinem neuen Song „Thursday’s Child“ bei „Wetten, dass…?“ auf (ich habe mir den Auftritt eben nocheinmal angesehen und erschreckt festgestellt, dass es sich um eine Playback-Version handelt). Meiner Mutter gefiel das Lied so gut, dass sie sich das neue Bowie-Album „Hours…“ zum Geburtstag wünschte und es auch geschenkt bekam. Allerdings war ich es dann, der sich immer wieder in das Album vertiefte. Und was für ein Album das war! In Fan-Abstiummungen über das beste Bowie-Album landet es immer wieder auf den hinteren Plätzen und kommerziell war es ebenfalls nicht besonders erfolgreich, aber mir hat es nicht nur die Tür in Bowies Welt geöffnet, sondern auch vor Augen geführt, wie komplex und tiefgründig Pop- und Rockmusik sein kann.

Alles an „Hours…“ hat mich damals fasziniert: Bowies hypnotische, mir zuvor fast unbekannte Stimme. Die Songtexte, die so viel komplexer waren als bei all der Musik, die im Radio lief. Das faszinierende Artwork des Albums. Immer wieder habe ich beim Anhören des Albums (aber nicht nur dann) das Booklet durchgeblättert, wo nicht nur die Texte in Handschrift-Optik abgedruckt waren, sondern auch viele Fotos von Bowie, dessen Look damals (mal wieder) einen radikalen Bruch mit den Outfits und Frisuren der Jahre davor darstellte. Die orangen Stachelhaare der „Earthling“-Zeit gehörten der Vergangenheit an, dafür trug Bowie seine Haare nun lang und ungefärbt. Von „Earthling“ oder selbst von „Ziggy Stardust“ hatte ich damals noch gar keine Ahnung, aber trotzdem fühlte ich mich auf fast hypnotische Weise zu Bowie und den Liedern auf „Hours…“ hingezogen. Ich war gerade 18 Jahre alt geworden und mir fehlte es an Orientierung, um es einmal harmlos auszudrücken. Schon immer hatte ich einen Hang zur Melancholie und zum Träumen. All dies können also Gründe sein, warum die größtenteils ruhigen und nachdenklichen Songs auf dem Album eine so anziehende Wirkung auf mich hatten. (Auch in dieser Hinsicht war das Album für Bowie eine Wende; es wurde oft als eine Rückkehr zu seinen musikalischen Anfängen beschrieben. Auf dem Albumcover blickt der „neue“ langhaarige Bowie auf sein jüngeres und scheinbar totes Alter Ego herab.)

„Hours…“ machte mir auch zum ersten Mal bewusst, wie komplex und bedeutungsvoll Songtexte sein können – und schließlich auch, dass man nicht unbedingt in der gleichen Situation wie der Autor sein muss, um sich von diesen Worten berührt zu fühlen und einen eigenen Bezug zu ihnen herstellen zu können. Ich erinnere mich, einmal gelesen zu haben, der damals 53-jährige Bowie habe sich auf „Hours…“ erstmals vermehrt mit dem eigenen Altern auseinandergesetzt. Das mag stimmen oder nicht, in mir hat er mit den Liedern aber auf jeden Fall einen Nerv getroffen, auch wenn ich mir übers Altern damals bestimmt noch keine Gedanken gemacht habe. In diesem Zusammenhang muss ich noch unbedingt das geniale Musikvideo zu „Thursday’s Child“ erwähnen, das allein daraus besteht, dass eben jener alternde Bowie im Spiegel sein jüngeres Ich studiert.

Warum schreibe ich hier also so viel über „Thursday’s Child“, obwohl es der Überschrift zufolge doch um einen anderen Song aus dem Album geht? Ganz einfach: Ich mag nun mal alle Songs auf dem Album sehr, sehr gerne (allerdings sind die ersten fünf Titel besser als die zweite Hälfte des Albums). „Thursdays’s Child“ ist neben „Life On Mars?“ mein Bowie-Lieblingssong. Und genau weil die Wahl dieses Songs also so nahe lag, habe ich mich für einen anderen entschieden. „If I’m Dreaming My Life“ ist mit einer Länge von sieben Minuten das längste Lied auf dem Album und sicherlich auch dasjenige, zu dessen Text ich den engsten Bezug habe. Schließlich habe ich mindestens seit der Zeit, in der ich David Bowie für mich entdeckt habe, regelmäßig das Gefühl, mein Leben lediglich zu träumen. „If I’m dreaming all my life away…“, heißt es im Song. Text, Melodie und stimmliche Darbietung passen hier perfekt zueinander. Das Lied hat einen rockigen, fast getrieben wirkenden Teil und könnte nach viereinhalb Minuten zu Ende sein, doch genau da beginnt der schönste Teil. Wie ein Mantra wiederholt Bowie (diese Stimme!) immer wieder die Worte „Dreaming My Life“ – ein Klagegesang, der verbunden mit den „ooohhs“ des Background-Gesangs eine meditative Wirkung erzeugt.

Tja, was soll ich noch schreiben? Das Album hat mich offenbar zur richtigen Zeit in meinem Leben erreicht und so entscheidend prägen können. Noch heute gehört es zu meinen absoluten Lieblingsalben, ich kann die Texte fast alle fehlerfrei mitsingen. Ein paar Monate nachdem ich Bowie für mich entdeckt hatte, beschloss ich übrigens, sein Werk weiter zu erforschen und kaufte sein 1995er Album „Outside“. Ich weiß noch, wie enttäuscht ich nach dem ersten Anhören damals war – nicht nur, weil sich einfach nicht das gleiche Gefühl wie bei „Hours…“ einstellen wollte, sondern sogar, weil ich die Musik einfach seltsam und befremdlich fand. Das sollte Bowie sein, der Bowie, den ich gerade erst für mich entdeckt hatte und der mich auf „Hours…“ so faszinierte? Ja und nein. Es war natürlich ebenfalls Bowie, aber eine der ersten Entdeckungen, die man macht, wenn beginnt sich durch seine Diskografie zu hören, ist die, dass Bowie immer anders ist. Erst wenn man sich dann länger mit ihm beschäftigt hat, merkt man irgendwann, dass all seine Alben trotz ihrer Unterschiedlichkeit dennoch den gewissen, unbeschreiblichen Bowie-Funken haben. Inzwischen mag ich fast alles von Bowie und kenne die meisten seiner Alben. Viele davon habe ich noch gar nicht ausführlich erforscht, da gibt es also noch viel für mich zu entdecken.

Hier gibt es die Album-Version von „If I’m Dreaming My Life“ zum Anhören und hier eine tolle Live-Version.

Mehr als sieben Songs, Teil 2: Paul McCartney – Scared

Da Michael Jackson mein Lieblingskünstler ist, müsste ich heute – an seinem Geburtstag – eigentlich einen Jackson-Song posten. Es wird in dieser neuen Rubrik sicherlich auch noch einige davon geben, aber ich habe mich ganz einfach noch für keine(n) entschieden.

Nachdem der erste der mehr als sieben Songs letzte Woche eine Beatles-Coverversion war, gibt es heute erneut ein Lied von einem der Beatles. Paul McCartney gehört zu meinen Lieblingssängern. Die Liebe zu den Beatles wurde mir gewissermaßen in die Wiege gelegt, da mein Vater schon lange vor meiner Geburt großer Beatles-Fan war. Als ich mich als Teenager aktiv für Musik zu interessieren begann, gehörte die CD-Sammlung meiner Eltern (mit den Schallplatten beschäftigte ich mich leider weniger) zu einer meiner wichtigsten Quellen, und da waren nun mal viele Werke der Beatles bzw. Ex-Beatles darunter. Das erste McCartney-Album, das ich bei seiner Veröffentlichung bewusst wahrgenommen habe, war 1997 „Flaming Pie“. Es ist noch heute mein Lieblingsalbum von „Macca“, den ich auch zweimal live im Konzert erleben durfte.

Vor knapp zwei Jahren erschien McCartneys bislang letztes Studioalbum „New“, das ich ebenfalls für eines seiner besten halte. Er arbeitete dafür mit vier verschiedenen Musikproduzenten zusammen, sodass die Lieder sich abwechslungsreich voneinander abheben. Doch das vielleicht beste Stück auf dem Album hat er einfach versteckt! „Scared“ befindet sich als Verlängerung des letzten Songs als so genannter „hidden track“ auf dem Album und ist nicht in der Titelliste aufgeführt.

Dass dieses Stück so versteckt wurde und von McCartney auch noch nie bei Konzerten gesungen wurde, ist eine Schande. Es zeigt nämlich wie kaum ein anderer Song auf dem Album (außer vielleicht dem ähnlich minimalistischen und persönlichen „Early Days“), dass McCartney als Songwriter oft dann am besten ist, wenn er sich von Bombast und zuviel Komplexität fernhält und elementare menschliche Emotionen in eine ganz einfache musikalische Form gießt. Insofern steht „Scared“ für mich auf einer Stufe mit „Yesterday“, mit dem es nicht nur die einfache Instrumentierung gemeinsam hat; beide Lieder haben auch jeweils einen elementaren menschlichen Gefühlszustand zum Thema. „Yesterday“ handelt von dem Schmerz, nachdem einen der Partner verlassen hat; „Scared“ handelt von der Angst oder Schwierigkeit, einer anderen Person seine tiefen Gefühle für sie mitzuteilen. Weil McCartney es in vielen seiner besten Stücke schafft, menschliches Gefühlsleben musikalisch und textlich mit wenigen Mitteln, aber doch treffsicher auszudrücken, berühren seine Lieder so viele Menschen. Den Kitsch, der ihm oftmals vorgeworfen wurde, vermeidet er bei „Scared“ erfolgreich.

Das Lied wurde von Giles Martin, dem Sohn des Beatles-Produzenten George Martin, produziert. Es hat nicht einmal einen Refrain, nur drei Strophen und eine Überleitung zwischen den letzten beiden davon. Das hier ist die erste Strophe:

I’m scared to say I love you
Afraid to let you know
That the simplest of words won’t come out of my mouth
Though I’m dying to let them go
Trying to let you know

Ich erinnere mich, dass Paul McCartney in einem Interview zur Zeit der Albumveröffentlichung erzählt hat, es sei ihm in der Beziehung zu seiner späteren Ehefrau Nancy Shevell anfangs schwer gefallen, ihr gegenüber seine Gefühle für sie auszudrücken. Diese Beobachtung habe er später in dem Lied festgehalten. Nun, wenn man für die Frau, die man liebt solche Lieder schreiben kann, dann macht es sicherlich nichts, wenn man im Beziehungsalltag nicht immer die richtigen (und manchmal gar keine) Worte findet…