Star Wars Rebels – Season 2

Dieser Text enthält nur einige kleine Spoiler zur zweiten Staffel!

Seit 24.11. ist die zweite Staffel von „Star Wars Rebels“ als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich. Die Serie spielt einige Jahre vor „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ (und auch noch einige Jahre vor dem wiederum unmittelbar vor Episode IV spielenden Film „Rogue One“, der bald ins Kino kommt). Die erste Staffel habe ich bereits letztes Jahr hier im Blog besprochen, nun widme ich mich der zweiten, die mit 22 Episoden deutlich länger ausgefallen ist als Staffel 1 (nur 15 Episoden).

Cover der Blu-ray-Ausgabe von Staffel 2 von "Star Wars Rebels"

In der ersten Staffel hat die kleine Rebellengruppe auf dem abgelegenen Planeten Lothal den Waisenjungen Ezra (Taylor Gray) aufgenommen. Kanan (Freddie Prinze Jr.), ein früherer Jedi, dessen Ausbildung jedoch nie beendet worden ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den machtsensitiven Ezra auszubilden, und das obwohl Darth Vader und seine Inquisitoren alle noch überlebenden Jedi gnadenlos jagen und vernichten. Den Großinquisitor haben Kanan und seine Freunde am Ende der ersten Staffel überraschend besiegt, doch in Staffel zwei bekommt Darth Vader (wie in den Filmen gesprochen von James Earl Jones) vom Imperator den Auftrag, weitere Inquisitoren auf Kanan, Ezra und die anderen Rebellen auf Lothal anzusetzen. Das Interesse Vaders und des Imperators wird noch dadurch verstärkt, dass sich Darth Vaders/Anakin Skywalkers früherer Padawan Ahsoka Tano (Ashley Eckstein) den Rebellen angeschlossen hat. Neben der Jagd, die das Imperium auf sie macht, haben die Rebellen noch andere Probleme: es fehlt ihnen an Schiffen, Waffen und Ausrüstung und nicht zuletzt auch an einem Planeten, auf dem sie eine neue geheime Basis errichten können.

Darth Vader im Duell mit Kanan

Darth Vader war in der ersten Staffel nur ganz am Anfang für eine Szene zu sehen. In Staffel zwei ist seine Rolle etwas größer, zum Glück taucht er aber dennoch nur in wenigen Folgen auf. Schließlich wäre es äußerst unglaubwürdig, den dunklen Lord der Sith immer wieder auf Kanan, Ezra und Co. treffen zu lassen, nur um jedes Mal von ihnen besiegt zu werden. Mit Vaders Auftreten in der ersten Folge geht Staffel zwei stimmungsvoll und bedrohlich los, danach sorgen vor allem die beiden neuen Inquistoren – der „fünfte Bruder“ und die „siebte Schwestere“ –  dafür, dass auch die dunkle Seite der Macht in der Serie vertreten ist. Auch die beiden kommen allerdings nicht besonders häufig vor und bleiben vollkommen eindimensionale Charaktere. Das ist besonders deshalb schade, weil ich mich sehr darauf gefreut hatte, dass Sarah Michelle Gellar („Buffy“) eine Rolle in der Serie übernimmt, doch ihre siebte Schwester wird kommt wie gesagt nur wenig vor und hat keine besonders wichtige Rolle.

Die Crew der "Ghost"Mit dem Auftauchen Ahsokas am Ende ersten Staffel war natürlich klar, dass Dave Filoni (einer der leitenden kreativen Köpfe hinter der Serie), früher oder später ein Aufeinandertreffen Ahsokas und Vaders würde inszenieren müssen. Dieses findet im brillanten Staffelfinale auch statt, zu Beginn muss Ahsoka jedoch erst einmal erschüttert feststellen, dass ihr früherer Meister noch am Leben ist und sich in den furchtbaren Darth Vader verwandelt hat. Neben Ahsoka kommen noch eine Reihe weiterer Figuren aus „The Clone Wars“ vor, allen voran Captain Rex (Dee Bradley Baker), der zusammen mit einigen weiteren Klonsoldaten die Klonkriege überlebt hat und dessen Unterstützung die Rebellen nun benötigen. Auch der bei den Fans beliebte Schmuggler Hondo Ohnaka, Heras Vater Cham Syndulla und Lando Calrissian (erneut gesprochen von Billy Dee Williams) haben Gastauftritte.

Wenn ich schon bei „The Clone Wars“ bin, so muss ich hier erneut feststellen, dass „Rebels“ beim direkten Vergleich mit der Vorgängerserie in einer Hinsicht ganz klar schlechter abschneidet: „Rebels“ sieht einfach viel schlechter aus. Das Figurendesign, die Animationen, die Locations und Hintergründe – alles wirkt hier meistens ein wenig liebloser. „The Clone Wars“ konnte visuell mit seinem eigenwilligen Figurendesign und den schönen Texturen punkten, während Rebells einfach um einiges billiger aussieht (was wohl daran liegt, dass die Serie auch billiger produziert wird).

Ezra, Kanan und HeraErzählerisch liegen die Unterschiede woanders. Während „The Clone Wars“ immer wieder wild zwischen verschiedenen Figuren, Handlungsorten und teilweise auch Zeitebenen hin- und hersprang, folgen wir in „Rebels“ derselben Gruppe an Charakteren. Abwechslung kommt dadurch ins Spiel, dass die kleine Rebellentruppe zu Beginn der Staffel von Lothal flüchten muss und erst einmal nicht dorthin zurückkehren kann. Der Wechsel zu verschiedenen Handlungsorten ist also vorprogrammiert. Zudem stellen einzelne Episoden immer wieder andere Charaktere in den Mittelpunkt. Mal geht es um Hera und die Beziehung zu ihrem Vater, dann wieder um Sabine und ihre Vergangenheit als mandalorianische Kopfgeldjägerin. Auch Zeb bekommt zwei Episoden spendiert, von denen eine zu den besten der Staffel gehört: In „The Honorable Ones“ stürzt er ausgerechnet mit dem imperialen Agent Kallus (David Oyelowo) auf einem der Monde von Geonosis ab, wo die beiden ums Überleben kämpfen müssen und auf Rettung hoffen.

Die beiden Hauptfiguren der Serie sind nach wie vor Kanan und Ezra. Letzterer muss sich damit zurecht finden, dass nun nicht mehr allein lebt und tun und lassen kann, was er will. Als Mitglied der kleinen „Familie“ an Rebellen hat er bestimmte Pflichten und muss Verantwortung übernehmen, was ihm nicht immer gefällt. Auch seine Jedi-Ausbildung unter Kanan macht ihm zu schaffen, unter anderem deshalb, weil er sich gar nicht sicher ist, ob er überhaupt ein Einsatzbesprechung der RebellenJedi werden möchte. Das macht natürlich auch Kanan zu schaffen, der zusätzlich im ersten Drittel der Staffel noch lernen muss, Captain Rex zu vertrauen – schließlich waren es die Klone, die maßgeblich für die Auslöschung der Jedi verantwortlich waren.

Die Qualität der einzelnen Episoden schwankt mitunter stark. Es gibt einige wirklich tolle und spaßige Folgen mit unterhaltsamen Actionsequenzen, aber auch ein paar ziemlich langweilige und uninspirierte Episoden. Wer sich im „Star Wars“-Universum und mit seinen Hintergründen auskennt, wird des Öfteren nette Easter Eggs entdecken. So verkleidet sich Kanan beispielsweise in „A Princess on Lothal“ (wo Prinzessin Leia ihren bislang einzigen Auftritt in „Rebels“ hat) als Sturmtruppler und geht in Sturmtruppenrüstung mit seinem Lichtschwert in der Hand auf einen AT-AT los. Der belesene Fan muss dabei natürlich sofort an die alten Konzeptzeichnungen von Ralph McQuarrie denken, die anfangs auch noch mit Lichtschwertern bewaffnete Sturmtruppler zeigten. In einer anderen Episode fällt der Begriff „Ashla“, mit dem George Lucas in frühen Drehbuchentwürfen die helle Seite der Macht bezeichnete. Und auch eine kleine Verbindung zu „Rogue One“ findet sich bereits: als die Rebellen nämlich Geonosis erreichen, stellen sie fest, dass das Imperium im Orbit des Planeten irgendetwas Riesiges hat bauen lassen. Was das bloß sein könnte…? 😉

Ahsoka Tano trifft auf ihren früheren Meister...Ihren qualitativen wie emotionalen Höhepunkt erreicht die Staffel schließlich beim Finale. Die abschließende Doppelfolge wartet nicht nur mit dem lang ersehnten Aufeinandertreffen von Darth Vader und Ahsoka auf, sondern bringt auch eine weitere altbekannte Figur zurück: Darth Maul (Sam Witwer). (Für alle, die sich jetzt wundern: er tauchte bereits in „The Clone Wars“ ab Staffel vier auf. Einen Sith Lord hält so schnell nichts auf, auch nicht dass er von Obi-Wan Kenobi mit dem Lichtschwert halbiert wird!) Dabei zeigen sich unerwartete Parallelen zwischen Maul und Ahsoka: Während Ahsoka ja bereits in „The Clone Wars“ aus dem Jedi-Orden ausgetreten war, ist auch Maul inzwischen kein Sith mehr. „Formerly Darth. Now just Maul“, stellt er sich hier vor und hat überraschend schnell Erfolg dabei, Ezras Vertrauen zu gewinnen… Darth Vader wiederum hat hier wohl den coolsten Auftritt der gesamten Serie, als er mit aktiviertem Lichtschwert und wehendem Umhang auf seinem schwebenden TIE-Fighter stehend erscheint. Wie der Kampf, in den Kanan, Ezra, Ahsoka, Vader, Maul und gleich drei Inquisitoren verwickelt sind, ausgeht, werde ich hier nicht verraten. Das Staffelfinale beantwortet ein paar Fragen, schafft aber wie es sich gehört auch einige neue. Man darf sich auf also trotz der insgesamt durchwachsenen Qualität der Staffel auch auf die dritte Season freuen, zumal darin eine der beliebtesten Figuren des alten „erweiterten Universums“ ihren ersten Auftritt haben wird: Großadmiral Thrawn.

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Star Wars: Rebels – Season 1

Dieser Text enthält Spoiler zur gesamten 1. Staffel der Serie!

Der „Force Friday“ liegt hinter uns und wir können uns nun in eine Reihe neu erschienener „Star Wars“-Romane vertiefen („Aftermath“ habe ich etwa bis zur Hälfte geschafft) oder es uns 170 Euro kosten lassen, den neuen Fan-Liebling BB-8 vom eigenen Smartphone aus zu steuern. Oder wir können unsere „Journey to The Force Awakens“ fortsetzen, indem wir die erste Staffel von „Star Wars: Rebels“ anschauen, die seit Donnerstag (10.09.) auf DVD und Bluray im Handel erhältlich ist.

Das Bluray-Set der ersten Staffel von "Rebels"

Wir schreiben das Jahr 5 v.S.Y. (vor der Schlacht von Yavin in Episode IV) und die ganze Galaxis ist vom Imperium besetzt. Die ganze Galaxis? Nein! Denn eine kleine, unbeugsame Gruppe von Rebellen auf dem abgelegenen Planeten Lothal hört nicht auf, dem Imperium Widerstand zu leisten. Diese Gruppe ist sogar Darth Vader (James Earl Jones) höchstpersönlich ein Dorn im Auge, denn wie sich herausstellt besteht sie unter anderem aus dem Jedi Kanan Jarrus (Freddie Prinze Jr.) und dem machtsensitiven, 15-jährigen Straßenjungen Ezra Bridger (Taylor Gray). Die Serie beginnt mit einer Szene, in der Vader einem Inquisitor (Jason Isaacs) – einem dunklen Jedi im Dienst des Imperiums – einschärft, keines der „Kinder der Macht“ dürfe am Leben gelassen werden. (Seit dem ersten „Star Wars“-Film wissen wir von Obi-Wan Kenobi, dass Darth Vader dem Imperium dabei half, die Jedi-Ritter zu jagen und zu vernichten. Nun wissen wir, dass die Inquisitoren wiederum Vader dabei halfen.)

Ezra BridgerZu Beginn der Serie ahnt die bunte Rebellengruppe auf Lothal noch nichts davon, dass es ein Inquisitor auf sie abgesehen hat. In vier dreiminütigen Kurzepisoden, die zeitlich vor der ersten Staffel spielen, werden uns die Rebellen vorgestellt: Neben Kanan sind das Hera (Vanessa Marshall), die grünhäutige Twi’lek-Anführerin der Gruppe, Zeb (Steven Blum), der der Spezies der vom Imperium fast ausgerotteten Lasats angehört und Sabine (Tiya Sircar), die eine mandalorianische Rüstung trägt und nicht nur Graffitikünstlerin ist, sondern auch Expertin für ebenso effiziente wie kunstvolle Explosionen. Nicht vergessen sollte man den Droiden Chopper – schon allein deswegen weil er höchst eigenwillig und schnell beleidigt ist. Dann ist da noch der schon erwähnte Straßenjunge Ezra, der nicht nur durch sein Aussehen ein wenig an den Disney-Aladdin erinnert. Er stößt im Laufe des Pilotfilms zur Rebellencrew, deren mobiles Hauptquartier die „Ghost“ ist, ein kleiner, von Hera kommandierter Frachter. (Leider befinden sich die vier Kurzepisoden im Bluray-Set auf der zweiten Disc, obwohl sie zum Einstieg in die Serie gedacht sind.)

Die vier Kurzepisoden machen einen allerdings nicht nur mit den Hauptfiguren vertraut, sondern auch mit einer der größten Schwächen der Serie: Den imperialen Sturmtruppen bzw. der Weise, wie diese in der Serie eingesetzt werden. Man ist es ja bereits aus dem allerersten Film gewohnt, dass die Sturmtruppler bei der Verfolgung der Helden immer wieder daneben schießen, aber verglichen mit den Sturmtrupplern aus „Rebels“ waren selbst deren Kollegen auf dem Todesstern Eliteeinheiten. Denn wie hier Sabine, Zeb und die anderen ein ums andere Mal vor den Sturmtruppen nicht vor vollkommen unbeschadet davon rennen, sondern sie regelrecht zum Narren halten und wie die Sturmtruppen dabei regelmäßig aus nächster Nähe an ihren Zielen vorbei schießen – das ist die ersten ein oder zwei Male noch lustig, danach aber einfach nur noch lächerlich. Nicht nur ist es extrem unglaubwürdig, es läuft auch den Bemühungen der Serienmacher zuwider, das Imperium in „Rebels“ als große Bedrohung zu zeichnen. Dies gelingt einzig in der vierten Episode, in der eine Gruppe von Bauern von imperialen Truppen deportiert wird. Davon abgesehen wird das Imperium immer wieder zur Lachnummer degradiert. Selbst der Inquisitor bleibt davon nicht vollkommen verschont, hält sich sein Erfolg doch sehr in Grenzen. Mehrmals treffen er und Kanan bzw. Ezra im Lauf der Staffel aufeinander und immer wieder gelingt den Rebellen die Flucht.

DiKanonenfuttere Sturmtruppler sind also hier nur Witzfiguren, aber zum Glück gibt es auch Positives über die Serie zu berichten. Dazu zählen vor allem die Hauptfiguren, deren Charakterisierung und Zusammenspiel überzeugen können. Im Grunde haben Regisseur Dave Filoni und seine Autoren (darunter Simon Kinberg, Drehbuchautor der letzten beiden „X-Men“-Filme) sich für „Rebels“ zwar einfach eine bunt zusammen gewürfelte Familie ausgedacht, aber es hat funktioniert. Kanan und Hera in der Rolle der (meistens) verantwortungsvollen Eltern, Zeb als schnell genervter, aber doch gutherziger großer Bruder, Sabine als Schwester und Ezra als jüngstes der drei „Kinder“ und  Identifikationsfigur fürs junge Publikum. Die Dynamik zwischen den Charakteren stimmt und vor allem die Beziehung zwischen Kanan und Ezra wird in der ersten Staffel schön herausgearbeitet. Kanan erkennt das Potential, das in Ezra steckt, zögert aber zunächs, ihn selbst zu unterrichten. Zu groß ist dabei seine eigene Unsicherheit: Er, der selbst kaum ein fertig ausgebildeter Jedi war, als der Orden vernichtet wurde, soll nun auf einmal – ganz auf sich allein gestellt – einen Schüler unterweisen? Als Ezra im Lauf der Staffel aber immer stärker in der Macht wird und erste Erfahrungen mit der dunklen Seite macht und sich außerdem Kanans Hoffnungen auf einen anderen, besseren Lehrer für Ezra nicht erfüllen, beschließt Kanan endgültig, Ezras Ausbildung selbst in die Hand zu nehmen. (Kanans Vorgeschichte wird im Roman „A New Dawn“ und in der Comicreihe „Kanan: The Last Padawan“ erzählt, die ich beide noch nicht gelesen habe.)

Nicht alle der 15 Folgen können überzeugen. Ein paar Episoden wirken wie Lückenfüller, in denen recht wenig passiert („Breaking Ranks“, „Out of Darkness“); sie dienen rückblickend betrachtet jedoch zur Ausarbeitung der Charaktere. Im Vergleich zu „The Clone Wars“ hat Rebels dabei den Vorteil, eine sich durch alle Folgen ziehende Geschichte zu erzählen und dabei stets die gleiche Gruppe von Figuren im Mittelpunkt zu haben. Allerdings ist die Serie – zumindest in dieser ersten Staffel – dadurch auch weniger abwechslungsreich in ihren Schauplätzen (das dürfte sich in der zweiten Staffel ändern). Anders als bei „The Clone Wars“ befinden sich unter den Hauptfiguren dieses Mal auch keine aus den Filmen bekannten Charaktere. Was zunächst als Nachteil erscheint, erweist sich allerdings als Vorteil, weil die Autoren damit ganz einfach nicht darauf angewiesen sind, auf bereits bestehende Figuren aufbauen oder auf einen bestimmten Punkt hin zu erzählen müssen. Auch in „The Clone Wars“ war die interessanteste Hauptfigur – Anakins Padawan Ahsoka – schließlich eine, die nicht in den Filmen auftauchte. In Nebenrollen tauchen allerdings auch in Rebels immer wieder bekannte Figuren auf, darunter bislang Darth Vader, Lando Calrissian, die Droiden C-3PO und R2-D2 sowie sogar Yoda (der aber nur als körperlose Stimme vorkommt). In der Originalfassung werden all diese Figuren übrigens von den aus den Filmen bekannten Schauspielern gesprochen.

SabineGanz besonders in den letzten drei Folgen verschwimmen schließlich die Grenzen zwischen den einzelnen Episoden. Dort kommt Gouvernneur / Grand Moff Tarkin nach Lothal, um im Kampf gegen die kleine Rebellentruppe endlich imperiale Erfolge zu erzielen. Das erinnert dann einmal mehr an Asterix, schließlich erhielten die römischen Besatzungslager um das kleine gallische Dorf auch immer wieder neue Befehlshaber, die sich noch voller Enthusiasmus in den Kampf gegen die Gallier stürzten, nur um dann recht schnell und schmerzhaft zu erfahren, dass sich die Aufständischen nicht so einfach unterkriegen lassen. So ähnlich ergeht er hier auch Tarkin. Zwar gelingt es ihm und dem Inquisitor vorrübergehend, Kanan gefangen zu nehmen. Doch dessen Freunde können ihn wieder befreien und erhalten schließlich sogar Zuwachs, denn Ahsoka Tano (Ashley Eckstein) gibt sich als der mysteriöse Rebellen-Informant Fulcrum zu erkennen und stößt (vorrübergehend?) zur Crew der Ghost. Dass das Wiedersehen mit Ahsoka für so viel Wirbel gesorgt hat, zeigt wie sehr die Figur vielen Fans ans Herz gewachsen ist, von denen sie beim Start von „The Clone Wars“ noch teilwiese misstrauisch beäugt wurde. Der mit viel Tamtam eingeführte Inquisitor muss allerdings dran glauben und stürzt sich lieber in den Tod, als sich dem Zorn Darth Vaders angesichts seines Versagens zu stellen. Allerdings ist für die zweite Staffel schon das Auftreten mehrerer weiterer Inquisitoren angekündigt, Kanan und seine Freunde werden also auch in Zukunft keine Ruhe haben.

Bevor ich zu einem abschließenden Fazit komme, muss ich noch meinen – neben den inkompetenten Sturmtruppen – größten Kritikpunkt an der Serie ansprechen: das unschöne Figurendesign, um es mal höflich zu formulieren. Soweit ich weiß wird „Rebels“ mit einem kleineren Team und mit geringerem Budget produziert als „The Clone Wars“, und das merkt man. Auch nach 15 Folgen habe ich mich an die Gestaltung der Charaktere nicht gewöhnt. Die Gesichter wirken sehr simpel und ausdrucksarm, der Rumpf vieler Charaktere (z.B. Kanan) scheint einfach bloß aus einer Röhre zu bestehen und die Animationen sind oft alles andere als liebevoll. Dazu kommen noch die vielen Imperialen mit sehr tief ins Gesicht gezogenen Mützen (wohl um Zeit bei der Gestaltung und Animation unterschiedlicher Gesichter zu sparen). An den Stil von „The Clone Wars“ hatte ich mich nach wenigen Folgen gewöhnt, die Figuren aus Rebels haben für mich aber auch nach 15 Episoden noch etwas Unechtes, Gummihaftes an sich. Das trifft wohlgemerkt nur auf die Figuren zu. An den Hintergründen merkt man immer wieder, dass sich die Macher die Konzeptzeichnungen von Ralph McQuarrie zum Vorbild genommen haben und tatsächlich gibt es gelegentlich einzelne Einstellungen von atemberaubender Schönheit. Doch schöne Hintergründe genügen leider nicht.

Kanan und der InquisitorEine andere Designentscheidung gefällt mir dagegen sehr gut: Die Lichtschwerter! Damit meine ich nicht (nur) die sich nach oben hin verjüngenden Lichtschwertklingen (auch das ein Rückgriff auf alte McQuarrie-Zeichnungen), sondern vor allem das coole Lichtschwert des Inquisitors mit seinem ringförmigen, ausklappbaren Griff und auch Ezras Lichtschwert, dessen Griff zwar wie eine Tackerpistole aussieht, aber auch eine Blasterfunktion eingebaut hat, welche im Kampf völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Nimmt man noch das tolle Dreiklingenschwert aus „The Force Awakens“ hinzu (ist mir egal, ob die Parierstange sinnvoll ist – ich finde das Design super!), dann muss ich sagen, dass das „Star Wars“-Universum noch nie so coole Lichtschwerter hervorgebracht hat wie seit der Übernahme durch Disney!

Das Figurendesign mag unterdurchschnittlich und die Entscheidung, die Sturmtruppen zu Witzfiguren zu machen, fragwürdig sein. Doch inhaltlich ist diese erste Staffel insgesamt überzeugend. Nicht jede Folge ist der Renner, aber in den 15 Folgen lernen wir die Charaktere kennen und es wird ein Grundstein für zukünftige Entwicklungen gelegt. Wem die Konzentration auf meistens nur einen Planeten noch zu langweilig war, der kann sich darauf freuen, dass die Welt von „Rebels“ in der zweiten Staffel ein ganzes Stück größer wird. Wie wir wissen, handelt es sich bei der Gruppe um Hera und Kanan nur um eine von vielen über die Galaxis verstreuten Rebellenzellen. Durch das Hinzustoßen Ahsokas und den Kontakt zu Senator Bail Organa dürften unsere „Rebels“ bald einige Mitglieder weiterer Zellen kennen lernen. Ich selbst bin allerdings vor allem auf die neuen Inquisitoren gespannt und hoffe, dass die bereits als Sprecherin angekündigte Sarah Michelle Gellar (Buffy!) eine dieser Rollen übernehmen wird. (Vielleicht hat man sich dafür ja Mara Jade zum Vorbild genommen?)

Das Bluray-Set der ersten Staffel enthält neben den 15 Episoden (darunter der hier auf zwei Folgen aufgeteilte Pilotfilm) auch die vier erwähnten Kurzepisoden sowie die bereits im Internet veröffentlichten „Rebels Recon“-Folgen, in denen die Macher der Serie zu Wort kommen. Zusätzlich gibt es noch den zweiten Teaser zu „The Force Awakens“ und eine 22-minütige Zusammenfassung der Staffel, erzählt aus der Sicht von Kanan. Die kann man sich ja dann als Einstieg in die zweite Staffel anschauen, um die Ereignisse aus Staffel eins noch einmal zu rekapitulieren.

Bilder: Copyright ©2015 & TM Lucasfilm Ltd.