Spinnen im Schnee („Snowpiercer“ & „Enemy“)

Ich komme gerade aus dem Kino, wo ich im Rahmen der Münchner Fantasy Filmfest Nights, die gestern und heute stattfanden, zwei Filme gesehen habe: „Snowpiercer“ und „Enemy“. Beide waren sehr gut und ich möchte vor dem Schlafengehen noch ein paar Eindrücke hier festhalten.

Auf „Snowpiercer“ habe ich mich gefreut, seit ich vor ein paar Monaten eine sehr gute Kritik dazu im Internet gelesen habe. Der südkoreanische (auf englische gedrehte) Film basiert auf einer französischen Graphic Novel, die nun von Bong Joon-ho fürs Kino adaptiert wurde. Bongs letzter Film war der hervorragende „Mother“, den ich vor ein paar Jahren auf dem Filmfest München gesehen habe, besser bekannt ist er jedoch für „The Host“, den ich noch nicht kenne. „Snowpiercer“ ist ein Science Fiction-Film und ein sehr guter noch dazu, was ja selten genug ist. Die Handlung: In der nahen Zukunft beschließen zahlreiche Länder der Erde, eine Chemikalie in der Atmosphäre zu verteilen, die der globalen Erwärmung entgegen wirken soll. Das Mittel wirkt allerdings etwas zu gut, so dass schon kurze Zeit später der ganze Erdball von Eis und Schnee bedeckt ist. Fast alles Leben auf der Erde wird ausgerottet. Die letzten überlebenden Menschen befinden sich alle in einem riesigen Zug, jenem titelgebenden Snowpiercer. Der Zug ist nach einem klaren Klassensystem geordnet: Während in den vorderen Waggons die Reichen und Mächtigen wohnen, sind ganz hinten die Armen und Unterdrückten zuhause. Curtis (Chris Evans) ist einer von ihnen, will den gegenwärtigen Zustand aber nicht weiter hinnehmen. Er stiftet die anderen Bewohner des letzten Waggons zu einer Revolution an. Nach und nach kämpfen sich Curtis und seine Mitstreiter im Zug nach vorne, Waggon für Waggon.

Gute Science Fiction ist wie gesagt im Kino selten, was vor allem daran liegt, dass es abseits der großen Blockbuster eigentlich kaum Science Fiction-Filme gibt. Die Darstellung fremder oder zukünftiger Welten lässt die Budgets rasch in die Höhe schnellen, so dass „kleine“ Science Fiction-Filme selten sind. „Snowpiercer“ umgeht dieses Problem dadurch, dass die Handlung nur im Inneren des Zuges spielt. Zwar gibt es natürlich ein paar Außenaufnahmen, die den durch Schnee und Eis rasenden Zug zeigen, doch sie sind wohl dosiert eingesetzt. Große Schauwerte hat „Snowpiercer“ aber auch gar nicht nötig, denn die Geschichte, die er erzählt, ist kraftvoll genug und hält auch so einige Bilder bereit, die sich einem ins Gedächtnis brennen.  Unter den Nebendarstellern sind so imposante Namen wie John Hurt („Alien“, „Contact“), Octavia Spencer („The Help“) oder auch Jamie Bell (da fällt mir nur Spielbergs „Tintin“ ein). Dass es sich beim Hauptdarsteller um Chris „Captain America“ Evans handelt, habe ich nicht nur deswegen den ganzen Film über nicht gemerkt, weil er hier Vollbart trägt, sondern auch, weil Evans ein meiner Meinung nach ziemlich ausdrucksloser Schauspieler ist. Dafür ist wie gesagt die zweite Reihe an Darstellern umso besser und eine unter ihnen stiehlt erwartungsgemäß allen die Show: Tilda Swinton, die hier mit Brille und falschen Zähnen kaum zu erkennen ist und eine herrlich fiese Untergebene der Machthaber des Zuges spielt.

Wie jede gute Science Fiction-Erzählung sagt auch „Snowpiercer“ etwas über unsere Gegenwart aus. Während die Bewohner der vorderen Zugteile ein Luxusleben führen, werden die „Hinteren“ von ihnen unterdrückt. Da muss man unweigerlich an die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich denken. Zu essen bekommen die Armen im Zug nur glibberige Proteinriegel, deren Herkunft unklar ist; zudem werden immer wieder ohne erkennbaren Grund Kinder aus dem hinteren Zugteil entführt oder es rückt ein Erschießungskommando an und dezimiert die Zahl der dort Lebenden. Selbstverständlich werden all diese Elemente im Verlauf des Films aufgeklärt, der überhaupt in sich sehr schlüssig ist. Denn auch die Fragen, woher die Zugzivilisation ihr Wasser und ihre Nahrung nimmt oder warum dieser klägliche Rest der Menschheit denn überhaupt in einem Zug unterwegs ist, werden im Verlauf der Handlung beantwortet. Die Spannung reißt dabei nie ab, weil man sich stets fragt, was die Aufständischen hinter der Tür zum nächsten Waggon erwartet. Darüber will ich allerdings nicht mehr verraten, weil das die Spannung zerstören würde. „Snowpiercer“ ist nicht nur spannend und äußerst kreativ inszeniert, sondern spricht auch eine ganze Reihe wichtiger Themen an, von der Frage des Umgangs mit der globalen Erwärmung bis hin zu den Mitteln, mit denen in Diktaturen das Volk kontrolliert wird.

Das bringt mich direkt zum zweiten Film. In „Enemy“ spielt nämlich Jake Gyllenhaal („Brokeback Mountain“, „Source Code“) einen Geschichtsdozenten namens Adam Bell, der seinen Studenten an einer Stelle des Films erklärt, wie Diktatoren die Kontrolle über ihr Volk behalten. Eines Tages empfiehlt ein Kollege Adam einen Film, den dieser sich ausleiht und abends ansieht. In diesem Film spielt ein Schauspieler mit, der haargenau aussieht wie Adam. Adam traut erst einmal seinen Augen nicht, nach einer kurzen Internetrecherche muss er jedoch feststellen, dass dieser Schauspieler tatsächlich existiert, auf den Namen Anthony St. Claire hört und zufälligerweise in derselben Stadt wie Adam wohnt.

Bei „Enemy“ handelt es sich wie auch schon bei „Prisoners“ um eine Zusammenarbeit zwischen Gyllenhaal und dem kanadischen Regisseur Denis Villeneuve (und obwohl „Prisoners“ bereits im letzten Jahr in den Kinos lief, wurde „Enemy“ als erster der beiden Filme gedreht). Der Film basiert auf einem Roman von José Saramango („Die Stadt der Blinden“) und bietet seinen Zuschauern genau wie „Prisoners“ langsam geschnittene, monochrom gehaltene Szenen, die zusammen mit dem Soundtrack eine bedrückende Stimmung schaffen. Während „Prisoners“ diese Mittel allerdings dazu nutzte, um einen harten Realismus herzustellen, werden sie in „Enemy“ eingesetzt, um eine traumähnliche Stimmung zu erzeugen. Gyllenhaal spielt hier eine Doppelrolle. Adam und Anthony begegnen sich im Lauf des Films und sind genau so ratlos wie der Zuschauer. Sind sie Zwillinge? Ist alles nur Zufall?

„Enemy“ hat ein paar Hitchcock-Elemente, ist aber kein klassischer Thriller, eher schon ein Mystery-Thriller. Mich hat der Film vor allem an David Lynch erinnert, denn genau wie in vielen von Lynchs Filmen wird hier eine verwirrende, teilweise surreale Atmosphäre erzeugt. Zudem gibt der Film keine Antworten, sondern lässt seine Zuschauer das Gesehene selbst interpretieren. In diesen Interpretationen dürften die vier Einstellungen, in denen im Verlauf des Films Spinnen zu sehen sind, eine besondere Rolle einnehmen (wer den Film schon gesehen hat, wird ohne Zweifel wissen, welche Szenen ich meine). Was bedeuten diese Szenen? Trennen sie lediglich bestimmte Abschnitte des Films voneinander? Bedeuten sie, dass man sich gerade in einem Traum befindet? Ganz so einfach ist die Sache bestimmt nicht. Ich habe bereits einen Artikel entdeckt, der den Film und seine (Spinnen-)Bilder interpretiert, ihn aber noch nicht gelesen. Weitere wichtige Fragen: Existieren Adam und Anthony nun wirklich beide oder ist nur einer von ihnen real und der andere lediglich seiner Fantasie entsprungen? Und warum heißt der Film eigentlich „Enemy“? Was bedeutet der Schlüssel? Was soll uns die allerletzte Szene sagen?

Der Film erinnert wie gesagt stark an Lynch, hat bei mir aber auch Assoziationen zu Philip K. Dick, Franz Kafka und Charlie Kaufman geweckt. Ich werde ihn mir auf jedenfall noch einmal ansehen, denn es ist wirklich selten, dass ich einen Film sehe, der so vage und voller Andeutungen bleibt, den ich aber trotzdem so interessant finde, dass ich ihn weiter entschlüsseln möchte (ich könnte damit beginnen, nachzulesen wofür Spinnen in der Traumdeutung stehen). „Enemy“ ist zwar ein ruhiger, aber zu keiner Sekunde langweiliger Film, was vor allem an Jake Gyllenhaal liegt, der die Frustration und Verzweiflung von Adam/Anthony hervorragend spielt. Auch die hypnotische Filmmusik trägt ihren Teil zur Spannung und traumähnlichen Atmosphäre bei.

Es ist schon spät, deswegen werde ich nun schlafen gehen und mein Unterbewusstsein weiter über die Fragen nachdenken lassen, die vor allem „Enemy“ aufwirft. Wahrscheinlich werde ich von riesigen Spinnen träumen, die sich auf Schienen durch das ewige Eis fräsen…

Beide Filme starten schon bald regulär in den deutschen Kinos, „Snowpiercer“ am 3. April und „Enemy“ am 22. Mai. Auch die Amerikaner werden „Snowpiecer“ nun übrigens doch in einer ungeschnittenen Fassung zu sehen bekommen. Ursprünglich wollte Harvey „Scissorhands“ Weinstein den Film nämlich um etwa 30 Minuten kürzen, weil er ihn für ein Massenpublikum als zu schwierig und intellektuell empfand.

„Outlander“ – SciFi-Trash für zwischendurch

Ich gehöre ja zu den altmodischen Leuten, die Filme tatsächlich noch anschauen, indem sie einen physischen Datenträger in Scheibenform in einen DVD/Blu-ray-Player schieben, anstatt sich Filme und Fernsehserien über den internetfähigen Fernseher, das Tablet oder wenigstens den Laptop zu streamen. Schon seit mehreren Jahren leihe ich mir über eine dieser Online-Videotheken auf dem Postweg DVDs aus. Als ich neulich wieder einmal einen Umschlag mit einer DVD in meinem Briefkasten vorfand, war ich doch sehr überrascht, dass ich nach dem Öffnen desselbigen eine DVD des Scienc-Fiction-Action-Trashfilms „Outlander“ (2008) in den Händen hielt. Ich konnte mich nicht erinnern, den jemals auf die Ausleihliste gesetzt zu haben; allerdings umfasst diese Liste mittlerweile auch fast 850 Filme (die ich wohl niemals alle sehen werde) – da kann ich mich natürlich nicht an jeden Film erinnern, den ich vielleicht vor Jahren nach dem Durchblättern irgendeines in einem Elektronikmarkt mitgenommenen Filmwerbeblättchens begeistert auf die Leihliste gesetzt habe…

Na gut, denke ich mir also, es hilft ja nix. Nun ist die DVD nun mal da und ich muss den Film anschauen, schließlich bezahle ich ja dafür. Ich schiebe die Disc also in den Player und werde erst einmal von Trailern für drei verschiedene, trashig wirkende Filme berieselt, von denen ich nie zuvor gehört habe (bei zweien davon sind mir sogar sämtliche Darsteller unbekannt). Kein gutes Zeichen für den folgenden Film, denke ich mir, über den ich übrigens zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch so gut wie gar nichts weiß. „Outlander“ beginnt damit, dass im Jahr 709 n. Chr. ein Raumschiff über dem heutigen Norwegen abstürzt. Darin befinden sich zwei offenbar menschliche Insassen, von denen nur einer den Absturz überlebt. Den Darsteller kenne ich nicht, aber er sieht ein wenig aus wie Logan Marshall-Green, der in „Prometheus“ Noomi Rapace mit Alien-Genen schwängern durfte. Nachdem sich also dieser Outlander schnell aus seinem Bordcomputer die Sprache und das kulturelle Wissen der die Region bewohnenden Wikinger in sein Gehirn herunter geladen hat, aktiviert er ein Notsignal und beginnt anschließend, die Umgebung zu erforschen. Ziemlich bald wird er von Wikingern gefangen genommen und in ihr Dorf geschleppt, das aus der Luft betrachtet ein wenig wie das Asterix-Dorf aussieht. Bis dahin sind neun Minuten des Films vergangen, aber wirklich viel gesprochen wurde noch nicht. Ich erkenne an mir bereits erste Ermüdungserscheinungen.

Doch in der nächsten Szene wird Hrothgar, der Anführer des Wikingerstammes, vorgestellt (wie ich bald erfahre, ist er sogar ihr König). Und siehe da, er wird von keinem Geringeren gespielt als von John Hurt („Alien“, „Der Elefantenmensch“), der meiner Meinung nach ein großartiger Schauspieler ist, aber in seiner langen Karriere auch an ziemlich viel Filmschrott beteiligt gewesen ist. Hier ist Hurts Gesicht hinter noch längeren und zotteligeren Kopf- und Barthaaren versteckt, als bei seiner undankbaren Rolle im vierten „Indiana Jones“-Film, aber wenigstens wird er hier nicht komplett verschwendet und darf vollständige Sätze sagen. König Hrothgar möchte seine Tochter mit dem Sohn des ehemaligen Königs verheiraten, um die Zukunft des Stammes zu sichern, der sich im Krieg mit feindlichen Wikingerstämmen befindet. (Habe ich das wirklich richtig verstanden? Wieso ist der Sohn des toten Königs denn nicht König geworden? Naja, auf Naboo werden Königinnen ja auch vom Volk gewählt…)

Die wahre Bedrohnung sind hier aber nicht die anderen Stämme oder der Outlander (er stellt sich nun übrigens als Kainan vor), dem die Wikinger am Anfang natürlich extrem misstrauisch gegenüberstehen. Nein, irgendetwas anderes ist dort draußen in den Wäldern um das Dorf, ein Monster, das sich in einem ersten Angriff gleich ein paar tapfere Wikinger schnappt, bis auf ein paar Tentakel aber selbst noch im Verborgenen bleibt. Dabei gibt es ein ziemliches Gemetzel und die Wikinger dürfen Sätze brüllen wie „Give me my blade, woman!!“. Man ahnt es natürlich, dass das Monster, das man zum Schluss dann als schwarzen Schatten vor dem Nachthimmel „sieht“, von Kainan auf die Erde gebracht worden ist. Letztlich verfährt „Outlander“ also nach der bewährten „Alien“-Formel: Ein unbekanntes, extrem gefährliches Wesen bedroht eine Gruppe von Menschen, die einen Weg finden muss, sich zur Wehr zu setzen und die Bedrohung zu beseitigen. Und John Hurt spielt auch mit (mal schauen, wie lange noch…). Nun sind 30 Minuten des Films vergangen und ich bin immerhin noch wach.

Der nächste Schritt ist damit vorgegeben: Die Dorfbewohner starten einen ersten Jagdversuch, natürlich noch ohne Kainans Ratschläge heranzuziehen, denn der Outlander mit den raspelkurzen Haaren und der seltsamen Kleidung kommt ihnen immer noch verdächtig vor. Als die Gruppe durch den Wald reitet, lernt man einen der Wikinger als Boromir kennen (mal schauen, wie lange DER überlebt, hehe). Kurz darauf machen sie genau den Fehler, der in solchen Filmen an dieser Stelle häufig gemacht wird: Sie teilen sich in mehrere kleine Gruppen auf – da wird das Monster leichtes Spiel mit ihnen haben. Bei dem Monster handelt es sich Kainan zufolge übrigens um ein „Moorwen“. Das ganz große Gemetzel bleibt dann aber doch vorerst aus, denn die Wikinger treffen auf einen riesiegen Bären, der von Kainan erlegt wird. Dieser erwirbt sich mit dieser Tat das Vertrauen und die Achtung des Königs. Weil die Wikinger nun glauben, das Ungeheuer erledigt zu haben, veranstalten sie ein großes Festgelage, das mich ein wenig an Robert Zemeckis‘ „Beowulf“-Film erinnert (überhaupt handelt es sich hier anscheinend um eine Abwandlung der Beowulf-Sage). Ach ja, und selbstverständlich funkt es auch noch gewaltig zwischen Kainan und der Königstochter (die ja einem anderen Wikinger versprochen ist).

Wer weitgehend spoilerfrei bleiben möchte, weil er sich den Film tatsächlich noch selbst ansehen möchte, der sollte nun besser nicht weiter lesen, denn nun ist die Handlung des Films schon weit fortgeschritten (wie die Geschichte genau ausgeht, werde ich aber nicht verraten). Das Gelage wird jäh unterbrochen, als ein feindlicher Wikingerstamm das Dorf angreift. Zu diesem Zeitpunkt bin ich von dem Film ziemlich gelangweilt und überlege, ob ich den Fernseher ausmachen soll; hier wird bestimmt nichts mehr besser. Ich bleibe aber doch dran, da spritzt gerade so schön viel Blut. 😉  Trotz all des Wikinger-Gegröles im Kampf und im Gelage habe ich übrigens den ganzen Film über noch keinen glaubwürdigen Ausdruck echter menschlicher Emotionen entdeckt, der der platten Geschichte und den Figuren etwas mehr Tiefe hätte geben können. Noch während des Kampfes denke ich mir, dass die beiden Stämme sich zum Ende des Films hin bestimmt im Kampf gegen das Monster zusammen schließen werden; kaum habe ich das gedacht, da passiert es auch schon – viel schneller als gedacht: das Monster taucht auf und stellt nun also den gemeinsamen Feind dar, der zumindest vorübergehend ein Grund für die beiden Stämme ist, Seite an Seite zu kämpfen. Der Anführer des anderen Wikingerstammes wird übrigens von jemandem gespielt, der mich ein wenig an Ron Perlman („Hellboy“) erinnert. Weil sein Gesicht aber hinter einem Bart verborgen ist und der Kampf im Dunkeln stattfindet, erfahre ich erst später aus dem Abspann, dass es sich tatsächlich um Ron Perlman handelt.

Der letzte Akt des Films spielt sich dann auch relativ überraschungsfrei ab: Unter Anleitung Kainans wird dem Moorwen eine Falle gestellt. Immerhin erfährt man noch ein wenig mehr über die Hintergrundgeschichte Kainans und der Moorwens und wie es dazu kam, dass der Outlander das Moorwen zu den Wikingern gebracht hat. Da kommt dann ein wenig Tragik sowie ein Hauch von „Avatar“-artiger Zivilisationskritik in die Geschichte (und man fühlt sogar ein wenig mit dem Monster!). Allerdings gibt es auch noch mehr Special Effects zu sehen, die so aussehen, als stammten sie aus einem X-Box-Spiel. Natürlich ist das Moorwen dann gar nicht so leicht zu besiegen, wie man sich das gedacht hatte und es gibt erneut ein großes Gemetzel mit toten Haupt- und Nebenfiguren, ein paar abgeschlagenen Köpfen und einem Priester, der über dem eben noch von ihm hoch gehaltenen Kreuz in einer großen Blutfontäne explodieren darf. Dann vollführt das Moorwen auch noch eine ganz und gar erwartbare, vollkommen in die Mythologie der Geschichte passende Handlung, die Kainan und diesen anderen Wikinger, dem die Königstochter versprochen ist und der irgendwie so ähnlich heißt wie Frolic, keine andere Wahl lassen, als in die Höhle des Löwen vorzudringen…

Am Ende war der Film dann zwar weniger schlimm, als ich befürchtet hatte, aber trotzdem hätte ich die 110 Minuten in eine sinnvollere Tätigkeit investieren oder einen unterhaltsameren Film anschauen können. Immerhin hab ich aus dem Abspann noch gelernt, dass es sich bei dem Hauptdarsteller um Jim Caviezel handelt, den ich bisher glaube ich nur aus Mel Gibsons Jesus-Film kannte. Vom Regisseur des Films, Howard McCain, habe ich nie zuvor gehört, aber mit „Outlander“ hat er zumindest einen passablen Kino-Einstand gegeben, der sicherlich sein Publikum unter den Fantasy-/Action-/SciFi-Fans gefunden haben wird. Ich für meinen Teil hoffe allerdings, dass der nächste Film in meinem Briefkasten wieder einer sein wird, den ich wirklich sehen will oder der meinen Horizont und mein Filmwissen um mehr erweitert als nur um ein paar Bilder von ausdrucksarmen Gesichtern, schlecht animierten Monstern und abgeschlagegen Gliedmaßen.