Die Michael Jackson Halloween-Compilation „Scream“

Es ist Herbst, die Tage werden deutlich kürzer, die Blätter bunt und Halloween nähert sich. Schon seit Jahren ist das auch hierzulande für viele ein Anlass, ihre Fenster und Vorgärten mit Kürbissen und allerlei schaurigem Dekomaterial auszustatten. Für Michael Jackson-Fans wie mich bedeutet es vor allem eines: Es ist wieder die Zeit, verstärkt Songs wie „Thriller“, „Ghosts“ und „Threatened“ zu hören und Jacksons visuelle Gothic-Meisterwerke „Thriller“ und „Ghosts“ anzuschauen – spätestens am Halloween-Abend. Tatsächlich heißt Halloween für viele Jackson-Fans schon lange nur noch „Thrillerween“ oder „Thriller Night“.

Michael Jackson hatte sein Leben lang eine Vorliebe fürs Gruselige. Mit dem „Thriller“-Video lebte er diese Vorliebe 1983 künstlerisch aus und schuf gleichzeitig einen Meilenstein im Genre des Musik-Kurzfilms. Im Lauf seiner Karriere kehrte er mit Songs wie „Ghosts“, „Is It Scary“ oder „Threatened“ immer wieder zur Grusel- und Gothic-Thematik zurück. Diese faszinierte ihn nicht nur deswegen, weil er Verkleidungen und Schauergeschichten liebte, sondern auch, weil er beim Zurückgreifen auf die Konventionen dieses Genres der Welt einen Spiegel vorhalten konnte. Ganz nach dem Motto „Ihr denkt, ich bin ein Monster? Seht hier, ihr seid selber welche!“ Eine dunkle Seite steckt in jedem von uns…

Für die Aufnahmen zu „Thriller“ holten Michael Jackson und Quincy Jones Horrorfilm-Legende Vincent Price ins Studio, der den nun berühmten gesprochenen Teil am Ende des Stücks aufnahm. Die Handlung des Kurzfilms „Ghosts“ entwarf Jackson in den Neunzigern gemeinsam mit dem Meister des Horros, Stephen King. Auch war er ein großer Bewunderer Edgar Allan Poes, den er sogar in einem Film spielen wollte. 2009, als er mit seiner Rückkehr auf die Konzertbühne ein großes Comeback feiern wollte, plante Jackson außerdem ein Halloween-Special im amerikanischen Fernsehen (wie dieses ausgesehen hätte, kann man hier lesen). Dazu kam es bekanntlich leider nicht mehr. Dennoch ist zumindest das Lied „Thriller“ aus der Halloween-Saison nicht mehr wegzudenken.

In Anbetracht von Jacksons Vorliebe für die Thematik liegt es also nahe, rechtzeitig zu Halloween ein paar Produkte herauszubringen, die die Grusel-Songs und -Filme des King of Pop in den Mittelpunkt rücken. Auf dem Internationalen Filmfestival von Venedig hat John Landis, Regisseur des „Thriller“-Videos, eine 3D-Version des Kurzfilms vorgestellt. Man kann nur hoffen, dass diese auch außerhalb des Festvials zu sehen sein wird und hoffentlich auch als 3D-Bluray erscheint (zusammen mit dem bislang nur auf VHS veröffentlichten, ebenfalls in Venedig gezeigten „Making of Thriller“). Im Oktober wird im US-Fernsehen zudem ein animiertes Halloween-Special ausgestrahlt. Darin soll es um zwei Figuren gehen, die sich in der Halloween-Nacht treffen und ein „magisches Abenteuer“ erleben, das in einer spektakulären Tanzszene mit einem „animierten Michael Jackson“ endet. Die Sprecher sind dabei zum Teil durchaus prominent (Alan Cumming, Christine Baranski, Lucy Liu), aber trotzdem ist mein Kommentar dazu nur: WTF!!?? So wie ich Sony Music und den Michael Jackson Estate einschätze, wird wohl eher dieses Special auf Bluray veröffentlicht als die 3D-Version von Thriller…

Kommen wir aber mal zum eigentlichen Gegenstand dieses Blogposts: Am Freitag erscheint nämlich auch eine neue Michael Jackson-Compilation namens „Scream“, die thematisch ebenfalls zur Halloween-Saison passen soll. Das ist prinzipiell eine gute Idee, schließlich hat Jackson mehrere dazu passende Lieder veröffentlich. Aber schauen wir uns das Album, von dem ein Rezensionsexemplar gerade vor mir auf dem Schreibtisch liegt, mal genauer an.
Optisch ist es auf jeden Fall sehr schön gestaltet. Die Illustration auf dem Cover ist wirklich gut gelungen und dürfte von nun an auf keiner Einladung für eine Jackson-Halloween-Party mehr fehlen. Das Booklet lässt sich zu einem Poster mit einer dann aber leider recht lieblos wirkenden Illustration auffalten. (Auf meinem Instagram-Account findet ihr mehrere Fotos des Albums.) Zusätzlich liegt dem Album ein kleiner Flyer bei. Hat man auf seinem Smartphone die „Shazam“-App installiert und scannt diesen damit, soll man in Verbindung mit dem Poster Zugang zu einer Augmented Reality-Erfahrung erhalten. Bei mir hat das allerdings noch nicht funktioniert, ich wurde nur auf eine Webseite weiter geleitet, auf der ich das Album vorbestellen kann.

Was den Inhalt des Albums betrifft, wirkt dieser zum Teil etwas willkürlich zusammen gewürfelt. Natürlich liegt das auch daran, dass Michael Jackson zwar durchaus eine Handvoll „Grusel-Songs“ veröffentlicht hat, aber eben nicht genug, um damit ein ganzes Album zu füllen. Unter den 14 Tracks finden sich neben dem obligatorischen „Thriller“ deshalb auch solche, die lediglich vom Titel oder der allgemeinen Atmosphäre her weitestgehend auf das Album passen. So haben „Blood On The Dance Floor“ und „Dangerous“ zwar die Worte „Blut“ und „gefährlich“ im Titel, behandeln aber unter anderem das ebenfalls bei Jackson beliebte Thema der „femme fatale“. Ähnliches gilt für „Scream“ und „Unbreakable“ – beides für Michael Jackson äußerst persönliche Lieder mit Botschaften, die ihm sehr wichtig waren. Diese Songs sollte man nicht auf rein „gruselige“ Lieder reduzieren! Etwas kurios wirkt es, dass sich auch „Somebody’s Watching Me“ auf das Album verirrt hat. Klar, der Titel klingt nach Horrorfilm und Grusel, aber eigentlich handelt es sich hier um ein bestenfalls mittelmäßiges Stück des Sohns von Motown-Gründer Berry Gordy, zu dem Michael Jackson lediglich den immer wieder aus denselben beiden Zeilen bestehenden Refrain beigetragen hat. Fast am schlimmsten finde ich jedoch, dass das Stück „Xscape“ hier nur in der 2014 veröffentlichten Remixversion vorliegt. Wie willkürlich die Aufnahme mancher Stücke in die Tracklist ist, zeigt auch, dass es durch aus noch andere Stücke gegeben hätte, die  zumindest vom Titel her auf das Album gepasst hätten, „State of Shock“ oder „Speed Demon“ zum Beispiel.

Die wirklich zur Thematik passenden Lieder sind neben „Thriller“ noch „Ghosts“ und „Threatened“. Auch „This Place Hotel“, das das Album eröffnet, lässt sich durchaus der Kategorie der Gothic-Grusel-Songs zuordnen. Das ursprünglich 1980 auf dem Jacksons-Album „Triumph“ erschienene Stück war eines der ersten Lieder, die Michael Jackson im Alleingang geschrieben, gesungen und produziert hat. (Eigentlich heißt der Song „Heartbreak Hotel“, wurde aber damals wegen angeblicher Verwechslungsgefahr mit dem gleichnamigen Elvis Presley-Titel nicht unter diesem Titel veröffentlicht. Inzwischen finde ich diese Umbenennung nur noch lächerlich, schließlich gibt es genug andere Songs, die genauso heißen.) Unerklärlicherweise fehlt mit „Is It Scary“ einer der besten und vielschichtigsten Jackson-Titel überhaupt. Den Abschluss des Albums bildet ein neuer Mashup aus mehreren der auf dem Album enthaltetenen Songs (hier ist dann auch „Is It Scary“ dabei), an dem das Bemerkenswerte ist, dass es sich hier um einen Michael Jackson-Halloween-Mashup handelt, der ganz ohne „Thriller“ auskommt! Dafür ist dieser Remix aber ziemlich hektisch und durcheinander geraten, also bezweifle ich, dass er ein Hit auf Halloween-Parties oder im Radio werden wird.

Positiv an dieser Zusammenstellung von Liedern ist, dass es viele unbekanntere Stücke auf das Album geschafft haben. Tatsächlich findet sich darauf nur ein Song aus dem sonst so ausgeschlachteten „Thriller“-Album, dafür aber mit „Unbreakable“ und „Threatened“ zwei Titel aus Jacksons „vergessenem“ Studioalbum „Invincible“. Zu beiden Liedern wollte Jackson übrigens spektakuläre Kurzfilme drehen; leider bekam er aufgrund der Streitigkeiten mit seiner Plattenfirma 2001/2002 nicht die Gelegenheit dazu. Die optische Gestaltung des Albums finde ich wie gesagt sehr gelungen. Im Oktober wird auch eine „glow in the dark“-Vinylausgabe erscheinen, deren Anschaffung sich wohl zumindest aus optischen Gesichtspunkten lohnt. Davon abgesehen ist „Scream“ aber mal wieder ein äußerst lieblos zusammen geschustertes Produkt des Michael Jackson Estates. Wie erwähnt hegte Michael Jackson eine lebenslange Vorliebe für alles Gruselige und Mysteriöse, für Horrorfilme und Verkleidungen. Was läge also näher, als darauf in ein paar Liner Notes im Booklet des Albums einzugehen und zu erklären, warum man sich zur Zusammenstellung dieser Compilation entschlossen hat? Auch Interpretationen und Analysen der einzelnen Songs könnte man dabei liefern. Der einzige Satz, den man dazu im Booklet findet, lautet aber „This album celebrates the King of Pop, Michael Jackson, and his love for the Halloween season.“ Äußerst schwach!

Braucht man also ein Album wie „Scream“? Sicherlich nicht, jedenfalls nicht in dieser From. Und ganz sicher hätte der Michael Jackson Estate auch an dieses Projekt mit mehr Detailliebe und Umsicht heran gehen können (und müssen!). Eine Compilation, die vielleicht einigen Jackson-Neulingen ein paar der nicht so bekannten Songs nahe bringt, ist ja prinzipiell eine gute Sache. Aber es gäbe so viele wichtigere und dringendere Veröffentlichungen, um die sich Sony und die Nachlassverwalter längst hätten kümmern müssen. Ganz bestimmt brauchen wir kein Halloween-Animationsspecial mit einem tanzenden CGI-Michael am Ende. Stattdessen sollte zum Beispiel endlich mal Jacksons Meisterwerk „Ghosts“ auf Bluray veröffentlich werden! (Der Film ist tatsächlich noch nicht einmal offiziell auf DVD erschienen.) Davon, dass man auch alle anderen Kurzfilme und Aufnahmen von Jacksons Konzerten endlich einmal ordentlich remastern und in hochaufllösender Fassung veröffentlichen sollte, will ich gar nicht erst anfangen…

Interessant fände ich es allerdings, wenn nach „Scream“ noch weitere Compilations veröffentlicht werden, die sich mit konkreten Themen beschäftigen. Einen „Love Songs“-Sampler bekommt sowieso fast jeder Künstler früher oder später spendiert. Eine „Dance“-Compilation bietet sich bei Michael Jackson natürlich auch an. Am wichtigsten wäre mir aber die Veröffentlichund eines Albums mit Liedern, in denen es um das große soziale und umweltpolitische Bewusstsein Jacksons geht. Man könnte ein solches Album schlicht „Earth“ oder „Planet Earth“ nennen. DAS wäre mal ein wirklich notwendiges Projekt, das man in Verbinung zu zahlreichen Umwelt- und Benefizaktionen stellen könnte. (Unten findet ihr Links zu Spotify-Playlisten – einmal die Tracks aus „Scream“, allerdings mit der Originalversion von „Xscape“ und eine Liste mit einigen potentiellen Kandidaten für ein „Earth“-Album.) Übrigens ist gerade Joseph Vogels hervorragendes Buch zur Entstehung von „Earth Song“ in einer neuen, erweiterten Auflage erschienen. Einen Auszug könnt ihr hier lesen. Die Anschaffung des Buches lohnt sich sehr!


Copyright Bild: Sony Music

„Chronicle“ & „Unbreakable“ – Superhelden abseits ausgetretener Pfade

Man hat ja als Filmfan immer so einiges nachzuholen, seien es jahrzehntealte Klassiker, die man immer noch nicht gesehen hat oder die Filme des vergangenen Jahres, die man einfach nicht alle im eigenen Film-Kalender hat unterbringen können. Welche Titel bei mir in die erste Kategorie gehören, verrate ich lieber nicht, ein Nachzügler des Kinojahres 2012 war bei mir aber „Chronicle“ von Josh Trank, den ich gestern gesehen habe. Besonders große Lust hatte ich auf den Film eigentlich gar nicht, weil die Form des „Found Footage“-Films für mich sehr schnell ihren Reiz verloren hat. Ich muss zwar zugeben, dass ich gar nicht besonders viele Filme, die dieses Konzept verwenden, gesehen habe („Blair Witch Project“ gehört bei mir in die Kategorie „immer noch nicht gesehen“), aber die wenigen, die ich kenne, benutzen erstens die Form des „gefundenen Filmmaterials“ meist nur dazu, bestimmte Schwächen zu kaschieren und widersprechen zweitens in ihrem Verlauf früher oder später ihrem eigenen Ausgangspunkt, dass nämlich alles, was man zu sehen bekommt, eben aus von irgendjemandem irgendwo gefundenem Filmmaterial zusammen geschnitten wurde. Damit wirken sie zwangsläufig genauso „unrealistisch“ wie andere Filme eben auch, die gar nicht erst vorgeben, „wahre“ Geschichten zu erzählen. (Oder sie machen sogar noch mehr darauf aufmerksam, wie blödsinnig ihr als wahr hingestellter Inhalt ist, wie beispielsweise der dämliche „Apollo 18“ vor zwei Jahren.)

Aber mir geht es hier eigentlich gar nicht darum, das Found Footage-Konzept zu kritisieren, denn im Großen und Ganzen war ich von „Chronicle“ ziemlich fasziniert. Für alle, die den Fim nicht kennen, hier die Story in wenigen Sätzen: Drei Jugendliche, von denen einer ständig mit einer Kamera unterwegs ist, steigen in ein seltsames Erdloch und als sie wieder herauskommen, haben sie Superkräfte! Ja, das wird im Film auch nicht viel mehr erklärt oder gezeigt, als ich es hier erklärt habe, aber das macht nichts, denn es geht um die Konsequenzen: Wie die drei anfangen, ihre telekinetischen Kräfte zu entdecken und weiter zu entwickeln, wie sie erste Streiche damit spielen und wie das Ganze schließlich außer Kontrolle gerät. All das ist wirklich hervorragend umgesetzt und nach einer Weile wird man auch nicht mehr von wackeligen Handkamerabildern genervt, weil die Hauptfigur Andrew (Dane DeHaan) schließlich lernt, die Kamera per Telekinesis in sanften Bögen um das Geschehen kreisen zu lassen (statt blöde Streiche zu spielen, hätte er sich vielleicht einfach bei einem großen Filmstudio bewerben sollen, die hätten jemanden mit dieser Fähigkeit sofort genommen und sich viel Geld für Steadycams, Kräne und computergenerierte Kamerafahrten sparen können!).

Da das „Found Footage“-Konzept letztendlich nur ein Stilmittel darstellt und kein eigenes Genre verkörpert (theoretisch könnte man auf diese Weise ja auch einen Nicholas Sparks-Roman verfilmen), muss man „Chronicle“ wohl dem Genre „Superheldenfilm“ zuordnen. Wie bei „Spiderman“ & Co. geht es hier darum, wie ganz normale Durchschnittsmenschen (oder oft sogar solche, denen weniger Begabungen und weniger Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts zufällt, als dem Durchschnitt) entdecken, dass sie über außergewöhnliche Fähigkeiten und übermenschliche Kräfte verfügen. Die entscheidenden Fragen sind: Was fängt man damit an? Welche Konsequenzen hat das dann für das eigene Leben und für das der Mitmenschen? Und wie geht man damit wiederum um? Die entscheidenden Weichen werden meist im ersten Akt einer solchen Geschichte gestellt, wo der Held sich zum Beispiel dafür entscheidet, seine Kräfte nicht zum eigenen Vorteil einzusetzen, sondern zum Wohl der Allgemeinheit und wo sich meist auch herausstellt, wer sein Gegner, sein Erzfeind ist.

Ich persönlich finde meistens diesen ersten Akt, die Entstehungsgeschichte des Helden, am interessantesten. „Batman Begins“ gefällt mir bis heute besser als seine beiden hoch gelobten Nachfolger. Ebenfalls einer meiner Lieblings-Superheldenfilme ist „Unbreakable“ von M. Night Shyamalan, an den ich beim Anschauen von „Chronicle“ mehrmals denken musste. Die Ähnlichkeit besteht eigentlich nur darin, dass beide Filme das Superheldengenre auf eine erfrischend andere Weise erzählen – „Chronicle“ eben aus Found Footage-Sicht, „Unbreakable“ dagegen als ruhiger Mystery-Thriller fast ohne Action. Während in „Chronicle“ die Entstehungsgeschichte des Superhelden noch weiter erzählt wird (wie weit genau und mit welchem Ende, möchte ich nicht verraten, es soll ja niemand gespoilert werden), erzählt „Unbreakable“ tatsächlich nur die Origin-Story seines von Bruce Willis dargestellten Superhelden: Die Entdeckung und das Austesten der Superkräfte, die Entscheidung, wie diese Fähigkeiten genutzt werden sollen und auch die Einführung eines Gegners, der dem Helden als negatives Spiegelbild gegenübersteht. Tatsächlich war „Unbreakable“ ursprünglich als Auftakt einer Trilogie geplant gewesen, hatte dann aber beim Publikum nicht den entsprechenden Erfolg, um noch eine Fortsetzung nach sich zu ziehen. Ich wage mal zu behaupten, dass ein Großteil der Zuschauer mit falschen Erwartungen in den Film gegangen ist und einfach ein zweites Mal so geflasht werden wollte, wie bei der ersten Shyamalan-Willis-Zusammenarbeit „The Sixth Sense“. Dementsprechend wirkte das Ende auf die meisten wohl enttäuschend und eher verwirrend; dabei dürften nur wenige verstanden haben, dass das Ende von „Unbreakble“ eigentlich nur das Ende des Anfangs einer klassischen Superheldengeschichte ist. Schade, dass sie meines Wissens nach nie weitererzählt wurde (wenn es schon kein Sequel gibt, würden sich Comics doch dafür anbieten!).

„Chronicle“ erzählt wie gesagt weit über die Origin-Story seiner Helden hinaus und bringt deren Geschichte zu einem Abschluss. Dennoch bringt auch dieser Film frischen Wind ins Superhelden-Genre, auch wenn ich „Unbreakable“ da noch wesentlich mutiger und innovativer finde. Ich fordere jedenfalls mehr solche ungewöhnlichen Superheldenfilme, denn so gut die aktuelle Welle der „Avengers“- und „X-Men“-Filme auch ist – irgendwann wird das immer Gleiche doch langweilig. Wo also bleibt bitte das längst überfällige Schwarz-weiß-Arthouse-Superhelden-Drama?