Star Wars: The Force Awakens

Der folgende Text verrät zentrale Handlungselemente des Films und enthält große Spoiler!

20151216_233353_resized (2)Letzte Nacht hatte das jahrelange Warten ein Ende. Ich habe die siebte „Star Wars“-Episode in der Mitternachtspremiere gesehen – und ich war begeistert. Bevor ich den Film in ein paar Stunden zum zweiten Mal anschaue, will ich hier noch meine Eindrücke festhalten. Ich warne allerdings noch einmal alle Leser, die den Film noch nicht gesehen haben: lest nicht weiter, ihr verderbt euch sonst einen Großteil des Spaßes!

Das größte Kompliment, das ich dem Film machen kann, ist vielleicht, dass ich die alten Helden zu Beginn überhaupt nicht vermisst habe. Bevor Han Solo zum ersten Mal aufgetaucht ist, hatte ich eine zeitlang sogar völlig vergessen, dass Han, Leia und Luke ja auch im Film vorkommen! Die neuen Figuren sind wirklich in allen Bereichen – Charakterzeichnung, Schauspiel, Chemie zwischen den Darstellern – hervorragend gelungen. Insbesondere dass es eine weibliche Hauptfigur gibt und wie mit dieser Tatsache umgegangen wird, fand ich sehr gelungen. Das hat ein oder zwei Mal bei mir Erinnerungen an die Szene in Casino Royale geweckt, in der James Bond gerade von Vesper Lynd das Leben gerette wurde, aber ER sich sofort bei IHR erkundigt, ob sie in Ordnung sei.

Lawrence Kasdan und J.J. Abrams haben in Interviews mehrmals betont, sie hätten mit Kylo Ren einen Bösewicht erschaffen, wie es ihn im „Star Wars“-Universum noch nicht gab. Das habe ich für Marketinggeschwätz gehalten, doch es stimmt tatsächlich. Kylo Ren ist irgendwo zwischen dem Darth Vader aus der Original-Trilogie und dem Anakin Skywalker aus Episode II und III angesiedelt. Er hat die dunkle Seite der Macht noch längst nicht so gut im Griff wie ein ausgebildeter Sith Lord und bekommt immer wieder Tobsuchtsanfälle wie ein launischer Teenager. Dass er in seiner Wut schon mal um sich herum alles kurz und klein hackt, macht ihn menschlich. Sein Untergebener General Hux war zwar weniger zu sehen, versprühte in der Szene, in der er vor dem versammelten First Order eine flammende Rede hält, aber so viel Hass, dass ich es richtig mit der Angst zu tun bekommen habe.

Eine weitere Figur, die mir sehr gut gefallen hat, war Maz Kanata. Sie wurde per Motion Capture-Verfahren zum Leben erweckt, stammt also teilweise aus dem Computer. Dennoch hat sie sich ganz in den „handgemachten“ Look des Films eingefügt. Supreme Leader Snoke dagegen wirkt sehr künstlich, was aber wohl eine bewusste Entscheidung ist, schließlich ist er lediglich als Hologramm zu sehen.

Der Film hat zwar durchaus ernste und düstere Stellen, macht aber insgesamt sehr viel Spaß und man merkt den Dialogen deutlich an, dass hier derselbe Drehbuchautor am Werk war, der auch schon „The Empire Strikes Back“  geschrieben hat. So waren die erinnerungswürdigsten Szenen auch stets die ruhigen character pieces, weniger die großen Actionszenen. Meine Lieblingsszene war die letzte gemeinsame Szene zwischen Han und Leia.

Die zahlreichen inhaltlichen Parallelen zu den alten Filmen fand ich größtenteils sehr gelungen. Nur dass es wieder eine riesige Superwaffe gibt, hat mich ein wenig gestört. Diese wird zuerst bedrohlich angekündigt (und zerstört ja auch ein ganzes Planetensystem), ist dann aber plötzlich doch keine so große Bedrohung mehr und wird recht schnell und unspektakulär in einer Schlacht zerstört, die wenig im Gedächtnis bleibt. (Vielleicht gehört das einfach zu den Schwächen des Imperiums bzw. First Order – dass sie in ihrer grenzenlosen Arroganz und mit scheinbar unerschöpflichen Mitteln riesige Superwaffen bauen und es ihnen dabei egal ist, wenn diese in kürzester Zeit zerstört werden können. Man kann ja noch eine bauen.)

Auch das Lichtschwertduell am Ende des Films habe ich gar nicht mehr so genau im Kopf. Aber die Wendung, dass es dann eben doch Rey ist (und nicht Finn), die gegen Kylo Ren kämpft, hat mir gut gefallen. Obwohl Han Solo ja meine Lieblingsfigur im „Star Wars“-Universum ist, hat mich sein Tod nicht geschockt, weil ich ihn ganz einfach schon habe kommen sehen. Das Drehbuch soll ja extra umgeschrieben worden sein, um Harrison Ford eine größere Rolle zu geben. Ich nehme mal an, dass Ford unter der Bedingung zugesagt hat, dass er noch einmal eine wichtige Rolle spielen darf und einen würdigen, dramatischen Abgang bekommt (den er ja eigentlich schon in Episode VI haben wollte). In dem Moment, wo sich im Film Chewie und Han trennen, um die Sprengladungen anzubringen, wusste ich, dass einem von ihnen gleich etwas zustoßen würde. Und als Han dann am Ende des langen Steges stand, war mir klar, dass Kylo Ren ihn mit dem Lichtschwert durchbohren würde. Was war das übrigens für eine von Adam Driver phantastisch gespielte Szene! Für einen kurzen Moment konnte man wirklich glauben, er würde seinem Vater folgen und die Zerrissenheit in ihm war deutlich zu spüren. Ich finde es übrigens sehr schön, dass es ein paar Elemente des alten Expanded Universe in den Film geschafft haben – insbesondere die Tatsache, dass Han und Leias Sohn der dunklen Seite verfallen ist. (Nur ist das jetzt ziemlich verwirrend: Ben war ja bisher der Vorname von Lukes Sohn.)

20151216_230830_resized (2)Ein klein wenig enttäuscht war ich ausgerechnet von der Musik. Ich bin ein großer Filmmusik- und noch größerer John Williams-Fan. Seine Scores zu den alten Filmen kann ich schon fast auswendig mitsummen. Hier ist mir aber keines der neuen Themen in Erinnerung geblieben. Dieser Kritikpunkt ist zugegeben vielleicht etwas unfair, schließlich kann man sich beim ersten Anschauen eines Films, der so viele Reize bietet, ja gar nicht ständig auf die Musik konzentrieren (und soll das auch gar nicht). Spätestens morgen werde ich die Soundtrack-CD in den Händen halten und kann mich ausführlicher mit der Musik befassen. Positiv aufgefallen sind mir jedenfalls der passende Einsatz von Leias Thema und des Force Themes in entscheidenden Momenten des Kampfes zwischen Rey und Kylo Ren. Meine Erwartung, John Williams würde als Ersatz für die nun ja wegfallende Fox-Fanfare eine eigene Lucasfilm-Fanfare komponieren, hat sich übrigens nicht erfüllt. Statt dessen beginnt der Film mit völliger Stille während des Lucasfilm-Logos, was aber auch passend ist.

Der Film lässt viele Fragen offen, nicht nur die Zukunft betreffend, sondern auch die Vergangenheit. Wie genau hat sich zum Beispiel Ben Solos Fall zur dunklen Seite abgespielt? Ich kann es kaum erwarten, all die Romane und Kurzgeschichten zu lesen, die dieses und andere Ereignisse aus den 30 Jahren zwischen den Episoden VI und VII behandeln. Vielleicht wird einiges davon ja bereits in der Romanadaption des Films klarer.

Zu den weiteren wichtigen offenen Fragen gehören folgende: Wer ist Supreme Leader Snoke und wie sieht er wirklich aus? Ist es womöglich Luke Skywalker? Das würde den Gerüchten entsprechen, Luke sei auf die dunkle Seite gewechselt und wäre eine schöne Anlehnung an die Prequel-Trilogie, wo Palpatine in einer ähnlichen Rolle ja auch beide Seiten des galaktischen Konflikts zugleich angeführt hat. (Allerdings glaube ich nicht, dass diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen und kann mir auch nicht vorstellen, wie Lukes Hinwendung zur dunklen Seite nachvollziehbar erklärt werden könnte.) Gibt es einen weiteren Enkel von Darth Vader? Daisy Ridley könnte rein optisch auf jeden Fall sehr gut als Verwandte von Natalie Portman durchgehen… Wer sind denn nun eigentlich die „Knights of Ren“? Hat Snoke diesen Orden gegründet? Wie viele Mitglieder hat er? Um wen handelt es sich bei der von Max von Sydow gespielten Figur? Gut möglich, dass er einen alten Jedi gespielt hat, aber Kanan aus „Rebels“ war es wohl doch nicht. Und – last but not least – inwiefern ist denn nun die Macht eigentlich genau erwacht und was für Konsequenzen hat das?

Der obligatorische „Star Wars“-Blogpost vor dem Filmstart

Da ich selbst sehr wenig über „The Force Awakens“ weiß, enthält dieser Blogpost keine großen Spoiler zum Film. Ich erwähne aber einige (wenige) Gerüchte, die ich mitbekommen habe und die möglicherweise zutreffen. Wer also in dieser Hinsicht hundertprozentig sicher gehen und wirklich gar nichts über die Handlung erfahren will, der sollte den Text besser nicht lesen. Aber wie erwähnt enthält er sicher keine großen Spoiler.

Es sind nicht mal mehr drei Wochen, bis „Star Wars: Episode VII – The Force Awakens“ (ich verwende im Gegensatz zur Marketingkampagne hier mal den vollen Titel) ins Kino kommt. Ich habe natürlich bereits Tickets und werde den Film in der Mitternachtspremiere sowie ein zweites Mal am Abend des Starttags anschauen (und wahrscheinlich noch ein paar Mal öfter). Natürlich wird es danach hier einen Blogpost zum Film geben, aber ich habe mir auch seit Wochen schon vorgenommen, ein bisschen was zu meinen Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen und auch Befürchtungen hinsichtlich des Films zu schreiben, bevor ich ihn gesehen habe. Das ist also nun dieser Blogpost.

Seit dem im April veröffentlichten zweiten Teaser-Trailer habe ich mir keinen der Trailer und TV-Spots mehr angesehen (wenn man mal von dem nur wenige Sekunden dauernden Teaser auf Instagram absieht). Natürlich habe ich es nicht völlig vermeiden können, hier und da ein paar Screenshots aus den Trailern zu sehen und als ich mir den neuen James Bond-Film im Kino angeschaut habe, musste ich die Augen schließen und mir die Ohren zuhalten, als vor dem Film der „Star Wars“-Trailer lief (gesehen habe ich dabei wirklich nichts, aber die Sound-Anlage des Kinos hatte einfach zuviel Wucht, also habe ich zwar alles gehört, viele der Dialogfetzen aber inzwsichen wieder vergessen).

Meine Erwartungen und Hoffnungen

Ich bin also relativ ungespoilert und habe zwar auch ein paar Gerüchte über die Handlung gelesen, zum Glück konnte ich mich aber meistens zurückhalten und kenne keine großen Spoiler. Was erwarte ich mir also von „The Force Awakens“? Nun, in erster Linie natürlich einen spannenden, humorvollen Film, der die in den ersten sechs Filmen (nicht nur der Original-Trilogie!) begonnene Geschichte sinnvoll fortsetzt und dabei neue, interessante Figuren einführt. Persönlich finde ich es etwas schade, dass man sich anscheinend doch nicht auf die Handlungsentwürfe von George Lucas gestützt hat. Aber andererseits kann ich das auch akzeptieren, da George Lucas „Star Wars“ nun einmal abgegeben hat und es früher oder später sowieso neue Filme ganz ohne seine Beteiligung gegeben hätte. Was den Look und das Feeling des Films betrifft, muss man sich wohl keine Sorgen machen (jedenfalls, wenn man der Marketingkampagne trauen darf); der Film wird nach klassischem „Star Wars“ aussehen und sich hoffentlich auch so anfühlen.
Ich wünsche mir allerdings, dass trotz aller optischen, emotionalen und inhaltlichen Verweise auf die Original-Trilogie auch die Prequels nicht ignoriert werden. Das muss ja nicht gleich dadurch geschehen, dass man Jar Jar Binks zum bösen Mastermind macht, der hinter den Kulissen die Fäden zieht (tatsächlich ein Gerücht, das in letzter Zeit die Runden machte). Mir würden es schon reichen, wenn man zum Beispiel ein paar aus den Prequels bekannte Alienrassen im Film sieht oder einen aus den Prequels bekannten Planeten besucht (wohl eher unwahrscheinlich). Eines der wenigen Gerüchte, die ich mitbekommen habe, besagt, dass ein Stab von Darth Plagueis (dem Meister von Darth Sidious) im Film vorkommt. Was immer es mit diesem Stab genau auf sich hat, ich würde das jedenfalls sehr begrüßen, weil es eine Brücke zurück zu den Prequels (und sogar in die Zeit davor) schlagen würde.
Natürlich hoffe ich auch, dass Han, Luke und Leia einen genügend großen Platz in der Handlung einnehmen werden. Zumindest was Han Solo betrifft, muss ich mir da wohl keine Sorgen machen. Das Drehbuch wurde angeblich extra umgeschrieben, um ihn zu einer der Hauptfiguren des Films zu machen. Luke Skywalker dagegen scheint in „The Force Awakens“ kaum mehr als einen größeren Cameo-Auftritt zu haben – zumindest stelle ich mich darauf mal ein. Gerüchten zufolge handelt der Film von der Suche nach Luke, der wohl – warum bloß? – ein Einsiedlerdasein führt.
Auch Lukes Lichtschwert (das einmal Anakin gehörte und in Episode IV von Obi-Wan an Luke weitergegeben wurde) soll eine wichtige Rolle im Film spielen. Ist es ein Gegenstand, nach dem die Charaktere suchen? Ist die Suche nach dem Lichtschwert mit der Suche nach Luke Skywalker verbunden? In diesem Zusammenhang fällt mir auch wieder ein, dass ich 2014 mal zufällig etwas darüber gelesen habe, dass Lukes Lichtschwert in der ersten Szene des Film zu sehen sein soll. Ich stelle mir das ziemlich cool vor: Die bekannte Titelmelodie ertönt, drei Absätze gelben Texts schweben an uns vorbei und die Kamera schwenkt schließlich nach unten, worauf ein Raumschiff vorbei zu ziehen beginnt. Erst nach und nach realisiert man, dass man da gar kein Raumschiff sieht, sondern einen durchs Weltall schwebenden Lichtschwertgriff. Wahrscheinlich geht der Film ganz anders los, aber eine nette Idee wäre das schon.
Noch mehr als auf ein Wiedersehen mit bekannten Figuren freue ich mich aber auf den neuen, wieder von John Williams komponierten Soundtrack. Und wo ich gerade schon bei der Filmmusik bin: Da „Star Wars“ nun bei Disney zuhause ist, wird der neue Film natürlich nicht mehr wie gewohnt mit der Fanfare von 20th Century Fox und dem dazugehörigen Logo beginnen. Das Disney-Logo wird es zwar wahrscheinlich auch nicht zu sehen geben (das taucht ja bei den Marvel-Filmen auch nicht auf), aber ich bin schon sehr gespannt darauf, ob John Williams eine neue Lucasfilm-Fanfare komponiert hat, die wir in Zukunft vor allen Filmen der Reihe (und zum Beispiel auch am Anfang eines neuen Indiana Jones-Films) hören werden.

Meine Befürchtungen

Trotz allem Enthusiasmus und der riesigen Vorfreude, die die geschickt auf Fans der Original-Filme zielende Werbekampagne auch bei mir ausgelöst hat, muss ich hier auch das tun, was Luke Skywalker tun musste – mich meinen Ängsten stellen. Was also, wenn der Film nicht gut wird? (Ein paar gute Ratschläge für diesen schrecklichen Fall gibt es hier.) Das mag ich mir gar nicht vorstellen und ich bin bislang davon überzeugt, dass „The Force Awakens“ zumindest kein totaler Reinfall wird. Von den wenigen inhaltlichen Details, die ich bisher mitbekommen habe, bereiten mir allerdings manche Anlass zur Sorge. J.J. Abrams, Kathleen Kennedy, sämtliche Schauspieler und die ganze Marketingmaschine überhaupt werden ja nicht müde zu betonen, dass der Film optisch, inhaltlich und eben „vom Feeling her“ ganz klar an die alten Filme anschließt. Doch genau darin könnte auch ein Problem liegen.
Ich frage mich nämlich inzwischen, ob die Macher nicht zu krampfhaft versucht haben, die Erfolgsformel der Originaltrilogie wieder aufleben zu lassen. Mir geht es dabei vor allem im Inhaltliches. Das Filmplakat zeigt uns eine neue, Todesstern-ähnliche Superwaffe. Wir bekommen einen neuen, maskierten Bösewicht. Im Zentrum des Films stehen mit den von Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac verkörperten Charakteren drei Figuren, die an die „großen Drei“ (Luke, Leia und Han) angelehnt sind. Dann hätten wir mit Captain Phasma erneut eine Nebenfigur in einer coolen Rüstung, genau wie Boba Fett in der Originaltrilogie. Anscheinend verschlägt es die Helden im Lauf des Films auch in die Festung einer mächtigen Unterweltfigur, so wie damals in Jabbas Palast. Und zu guter Letzt hat Abrams vor ein paar Tagen erzählt, er selbst habe die Musik für eine Szene geschrieben, die an die klassische Cantina-Szene aus dem ersten Film angelehnt ist.
Man könnte dieser Liste wahrscheinlich noch einige weitere Details hinzufügen. Zusammengenommen sieht das für mich jedenfalls so aus, als versuche man den Geist der ersten drei Filme dadurch wieder heraufzubeschwören, indem man sie schlicht kopiert. Episode VII droht so zum Remake von Episode IV-VI zu werden. Aber vielleicht tut sich dieser Eindruck bei mir auch nur deshalb auf, weil die Ähnlichkeiten mit den frühen Filmen derzeit eben so hervorgehoben werden und entscheidende Handlungsdetails noch geheim gehalten werden. Ich hoffe jedenfalls, dass der Film sich nicht nur auf altbekannten, längst ausgetretenen Pfaden bewegt, sondern uns auch etwas Neues vorsetzt. Und selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte, könnte es ja sein, dass man nur in diesem ersten neuen Film noch so stark auf die Ähnlichkeiten mit den Vorgängerfilmen setzt, um das Publikum eben an einem bekannten Ort ab- und so zurück in die weit, weit entfernte Galaxis zu holen. Episode VIII und IX könnten stilistisch wie inhaltlich dann ganz anders werden. „Das Imperium schlägt zurück“ unterscheidet sich schließlich auch stark von „Eine neue Hoffnung“.

Das meiste von was mir wichtig ist, habe ich nun gesagt. Bleiben noch zwei große Fragen: Wer stirbt? Und ist Jakku nicht doch Tatooine? Ich war lange davon überzeugt, dass der Wüstenplanet im neuen Film, der uns derzeit noch als Jakku verkauft wird, in Wahrheit das altbekannte Tatooine ist. Nachdem Jakku nun inzwischen aber auch in Romanen und im neuen „Battlefront“-Spiel vorkommt, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber wer weiß – nach der John Harrison/Khan-Finte traue ich J.J. Abrams alles zu. Und was die zweite Frage betrifft: Mindestens einer der großen Drei muss in dieser neuen Filmtrilogie doch sterben. Eigentlich wäre Luke Skywalker an der Reihe, der nun die Mentor-Position inne hat, die in Episode I Qui-Gon Jinn und in Episode IV Obi-Wan Kenobi eingenommen haben. Aber da Luke anscheinend nur eine sehr kleine Rolle im Film hat (ich tippe mal darauf, dass er erst am Ende zu sehen sein wird), glaube ich nicht, dass er bereits in Episode VII das Zeitliche segnen wird. Bei Han Solo dagegen sieht es schon anders aus. Sein Tod im Film würde erklären, warum Harrison Ford derzeit so viel Spaß daran zu haben scheint, für das früher bei ihm so verhasste „Star Wars“ die Werbetrommel zu rühren. Er wollte Han schon in Episode VI sterben lassen, vielleicht wurde ihm sein Wunsch nun erfüllt.
In gut eineinhalb Wochen werden wir schlauer sein. Dann wissen wir auch, ob Luke Skywalker der dunklen Seite verfallen ist.

 

Star Wars: The Force Awakens – Der zweite Teaser

Was für ein Tag! Pünktlich um 19 Uhr habe ich mich heute vor den Fernseher gesetzt, um mir den Live-Stream von der Star Wars Celebration in Anaheim anzuschauen. Die Convention wurde dort vormittags mit einem Panel eröffnet, für das Regisseur/Co-Autor/Produzent J.J. Abrams und Produzentin Kathleen Kennedy als Gäste angekündigt waren. Hunderte Fans übernachteten extra vor der Halle, um auch ja eines der begehrten Armbänder zu erhalten, die einem Einlass gewährten. Zusätzlich wurde das Panel live in Kinos auf der ganzen Welt übertragen. In Deutschland war leider nur ein Kino in Berlin dabei, aber glücklicherweise wurde vor ein paar Tagen auch ein Internet-Live-Stream angekündigt. So konnte jeder das Panel live zuhause mit verfolgen. (Auch weiterhin überträgt der offizielle Star Wars-YouTube-Kanal live von der Celebration, darunter zum Beispiel am Freitagabend um 22:30 Uhr deutscher Zeit das Panel mit Carrie Fisher. Eine Übersicht der wichtigsten Panels findet sich z.B. hier; wenn ein Live-Stream angekündigt ist, ist das dort beim jeweiligen Panel vermerkt. Auch auf der offiziellen Star Wars-Seite sind die Termine aufgeführt.)

Der Moderator des Panels begrüßte zunächst Abrams und Kennedy zu einem Interview auf der Bühne. Die erste größere Neuigkeit, die dabei zutage trat: Bei dem im ersten Teaser zu Episode VII gesehenen Wüstenplaneten handelt es sich nicht um Tatooine, sondern um einen Planeten namens Jakku. Später gesellten sich zwei Mitglieder des R2-D2 Builders Club dazu, die Kathleen Kennedy auf der Celebration Europe vor zwei Jahren mit ihren selbst gebauten Droiden so sehr beeindruckt hatten, dass sie sie als „offzizielle Droidenbauer“ zum Film holte. Die beiden brachten den echten R2 aus dem Film mit – ein erster Gänsehautmoment, der aber sogleich getoppt wurde, als tatsächlich auch BB-8 auf die Bühne gerollt kam, der aus dem Teaser bekannte „Kugel-Droide“. Abrams hatte zuvor wieder einmal betont, wie wichtig es ihm gewesen sei, für den Film so viel wie möglich wirklich zu bauen, statt es nachträglich per Computer einzufügen. BB-8 auf der Bühne herum rollen zu sehen, war ein fast schon magischer Moment, schließlich hatte ich mich wie viele andere Fans gefragt, ob es überhaupt möglich sei, einen solchen Droiden zu bauen und ob er im Film nicht doch nur eine CGI-Figur sei. Aber nein, es gibt ihn wirklich! Und obwohl wir ihn noch kaum kennen, gehört er schon fest ins Star Wars-Universum.

Anschließend kamen die drei Hauptdarsteller des Films auf die Bühne: Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac. Alle drei waren bereits im ersten Teaser zu sehen und durften nun ein paar weitere Infos über ihre Figuren Rey, Finn bzw. Poe Dameron verraten. Auf diese Weise erfuhr man ein klein wenig über die Handlung des Films, aber nichts wirklich Handfestes. Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob der von Boyega gespielte Sturmtruppler nun einer von den Guten oder von den Bösen ist.

Bereits zu Beginn des Panels hatte Kathleen Kennedy angekündigt, Harrison Ford würde nicht auf der Celebration zu Gast sein. Wirklich gerechnet hatte wohl auch niemand mit ihm, schließlich war er – im Gegensatz zu Mark Hamill und Carrie Fisher – nicht als Gast angekündigt, hat noch nie eine Star Wars-Convention besucht und wurde zudem vor wenigen Wochen bei einem Flugzeugabsturz verletzt. Anscheinend war aber tatsächlich geplant gewesen, ihn auf der Celebration auftreten zu lassen. Kennedy versprach jedenfalls, Ford werde bei den zukünftigen Promotion-Events um den Film eine aktive Rolle spielen.

Ford kam also nicht, dafür aber Anthony Daniels (C-3PO), Peter Mayhew (Chewbacca), Mark Hamill (Luke Skywalker), und Carrie Fisher (Leia). Leider versagte zu diesem Zeitpunkt meine Internetverbindung, so dass ich nicht sehen und hören konnte, was die Star Wars-Veteranen erzählten. Dank Twitter wurde ich aber trotzdem auf dem Laufenden gehalten und erfuhr so unter anderem, dass Carrie Fisher verriet, Leia werde im neuen Film weder ihre berühmte Schneckenfrisur tragen noch im Metallbikini zu sehen sein. Auch die „Erstaustrahlung“ des neuen Trailers (eigentlich ist es ja nur ein weiterer Teaser) bekam ich nicht live mit, aber zum Glück wurde er sofort nach seiner Premiere auf der Celebration offiziell ins Internet gestellt.

Meine Reaktionen beim ersten Anschauen des Teaser habe ich nicht in einem Video festgehalten, wie man das heute zu machen pflegt. Gleich nach dem ersten Anschauen habe ich den Teaser noch einmal gestartet, dann noch einmal und dann noch einmal. Jedes Mal bin ich näher an den Fernseher heran gerückt und jedes Mal wurde das Grinsen auf meinem Gesicht breiter. Die Macht erwacht tatsächlich wieder! Was für ein unbeschreibliches Gefühl, Luke Skywalkers Stimme zu hören und am Ende Han Solo zu sehen!

Da ich mich von Spoilern aller Art fern halte, weiß ich über die Handlung des Films nur das, was offiziell bekannt gegeben worden ist. Umso mehr Spaß macht es aber, beim Anschauen des Teaser zu spekulieren, wer die Figuren sind und was in den gezeigten Szenenausschnitten vorgeht. Der Teaser beginnt mit einem Kameraschwenk über die Wüste (wie wir ihn ähnlich übrigens auch im ersten Trailer zu Episode I gesehen haben). In der Ferne rast ein Speeder über den Sand, im Vordergrund ist ein abgestürzter X-Wing zu sehen. Gerade als man sich fragt, wie es denn wohl zu diesem Absturz gekommen ist, schwenkt das Bild noch weiter nach rechts und wir sehen im Hintergrund einen abgestürzten Sternenzerstörer, der sich scheinbar halb in den Sand gebohrt hat!

01Jakku ist die Heimat von Daisy Ridleys Figur Rey. Ridley beschrieb sie als auf einem Raumschifffriedhof lebende „scavenger“, man kann also davon ausgehen, dass sie Schrott sammelt. Sind die abgestürzten Raumschiffe Überbleibsel einer Raumschlacht? Wohnt Rey vielleicht in dem Sternenzerstörer? Und ist sie mit den Javas verwandt, jenen Schrott sammelnden Wüstenbewohnern von Tatooine? 😉 Zu dieser ersten Einstellung ertönt John Williams‘ „Force Theme“ (eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Episode I-Trailer). Anschließend wird das Bild schwarz und wir hören Luke Skywalkers Stimme, die ein paar aus Episode VI bekannte Worte wiederholt: „The Force is strong in my family…“ Das darauf folgende Bild zeigt uns den verbrannten, halb geschmolzenen Helm von Darth Vader.

02Der Helm scheint auf einer Art Sockel zu liegen, wie ein Ausstellungsstück. Befindet er sich in einem Museum? (Ich höre Indiana Jones rufen: „It belongs in a museum!“) Oder ist er Teil einer privaten Sammlung? In wessen Besitz befindet er sich? (Der Collector aus dem Marvel-Universum wird es ja wohl nicht sein…) Der Anblick des Helms löst in jedem Star Wars-Fan starke Gefühle aus und stellt eine Verbindung zu den alten Filmen her. Ich war in erster Linie überrascht davon, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir ihn im Film sehen würden. Zwar bin ich wie gesagt fast komplett spoilerfrei, aber könnte es sein, dass der Bösewicht des Films gewisse Reliquien sammelt…?
In dieser Szene wird übrigens auch deutlich, dass John Williams auch für diesen Teaser wieder neue Musik komponiert und mit einem Orchester aufgenommen hat. Während das „Force Theme“ aus der ersten Einstellung noch bekannt ist, ist die Musik die nun folgt gänzlich neu.

Dann die nächste Einstellung. Luke Skywalkers Voice-Over geht weiter: „I have it.“ Dazu sehen wir R2-D2 in scheinbar feuriger Umgebung und eine in einen Umhang gehüllte Gestalt, die eine Hand auf den Droiden legt.

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDie von links ins Bild sprühenden Funken lassen sofort Erinnerungen an Mustarfar wach werden, jenen Planeten auf dem das Duell zwischen Anakin Skywalker/Darth Vader und Obi-Wan Kenobi stattfand. Die Person neben R2 scheint Luke zu sein, schließlich erscheint die Szene, als man von ihm gerade „I have it“ hört. Bei der Hand handelt es sich um eine künstliche, wie Luke ja eine hat, seit Darth Vader ihm im Duell seine echte abgetrennt hat. Nur ist die Hand im Teaser nicht von künstlicher Haut oder einem Handschuh bedeckt.

Lukes Voice-Over geht weiter mit den Worten „My sister has it“. Dazu sehen wir, wie ein Lichtschwert von einer Person an eine andere weiter gegeben wird.

Star Wars: The Force AwakensPh: Film Frame©Lucasfilm 2015Es scheint sich dabei um Anakin Skywalkers Lichtschwert zu handeln, das Obi-Wan Kenobi auf Mustarfar an sich genommen und später in Episode IV an Luke weitergegeben hat. Da Luke es in der Hand hielt, als diese ihm von Darth Vader abgeschlagen wurde, schien es danach auf Bespin verloren zu sein. Nun macht es den Anschein, als sei es gefunden worden. Aber von wem? Und an wen wird es hier weiter gegeben? Das Voice-Over deutet an, dass Leia die Empfängerin des Lichtschwerts ist. Werden wir also Leia als Jedi – und mit einem Lichtschwert kämpfen – sehen?

Nun werden die Worte Luke Skywalker so richtig interessant. „You have that power, too“, sagt er. Aber zu wem? Der Kontext legt nahe, dass es sich um eine weitere Person aus der Skywalker-Familie handelt. Hat Luke einen Sohn oder eine Tochter? Haben Han und Leia Kinder? Spricht er zu Rey (Daisy Ridley)? Oder doch zu der von Domhnall Gleeson gespielten Figur, die man bislang noch nirgends gesehen hat? Aufgrund seines Aussehens wurde ja gemutmaßt, er spiele Luke Skywalkers Sohn. Leider folgt auf Lukes Worte keine Einstellung, die diesbüglich Schlüsse weitere zulässt. Statt dessen werden die Worte „This Christmas“ eingeblendet. Danach sehen wir eine Staffel X-Wings über das Wasser rasen, ähnlich der aus dem ersten Teaser bekannten Szene. Wie im ersten Teaser folgt darauf eine Einstellung von Poe Dameron im Cockpit seines X-Wings. Dieses Mal darf Oscar Isaac einen Freudenschrei loswerden.

Anschließend folgt eine kurze Einstellung des vermeintlichen Hauptbösewichts des Films, der mit seinem roten Lichtschwert zuschlägt. Um ihn herum scheint es zu brennen, außerdem sind Sturmtruppler hinter ihm zu erkennen. Gehören die Sturmtruppen weiterhin zu den Bösen und dienen sie dem Träger des roten Lichtschwerts? Ist das Imperium immer noch der Gegner der Hauptfiguren? Die nächste Einstellung zeigt Rey, Finn und BB-8, die vor einer Explosion oder einem Angriff davon rennen. Dann gibt es wieder ein ganz besonders interessantes Bild, das erneut den Bösewicht zeigt.

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDie Einstellung scheint aus derselben Szene zu stammen wie die ein paar Sekunden vorher. Bekannt ist inzwischen der Name der Figur: Kylo Ren. Wahrscheinlich wird er von Adam Driver gespielt. Aber um wen genau handelt es sich hier? Um einen Sith? Einen abtrünnigen Jedi? Ist Kylo womöglich Lukes oder Leias Sohn, der der dunklen Seite der Macht verfallen ist? Ist er derjenige, der Artefakte wie Vaders Maske sammelt? Und warum trägt er selbst eine Maske? Bei genauerer Betrachtung der Einzelbilder dieser Szene fällt zudem auf, dass die Sturmtruppen im Hintergrund eine Gruppe von Personen gefangen zu halten scheinen.

Weiter geht es mit einer Einstellung, die all diejenigen eines Besseren belehrt, die gedacht haben, das Imperium spiele im neuen Film keine große Rolle mehr. Hier sehen wir einen großen Truppenaufmarsch vor einem schneebedeckten Gebirge.06Wie im ersten Teaser sind wieder die neuen TIE-Fighter mit den hellen bzw. halbtransparenten Seitenflächen zu sehen. Auch das neue Design der Sturmtruppen erkennt man hier gut. Mir gefallen diese Änderungen. Sie zeigen, dass es sich immer noch um dieselbe weit, weit entfernte Galaxis handelt, in der allerdings einige Jahrzehnte vergangen sind, seit dem wir sie zum letzten Mal gesehen haben. Im Hintergrund sehen wir ein großes rotes Banner mit einem Emblem, das dem Zeichen des Imperiums nur entfernt ähnlich sieht. Ob es also für das Imperium steht, wird sich zeigen müssen. Interessant ist auf jeden Fall auch die schwarz-weiß-rote Farbgebung der Einstellung, die zusammen mit dem Truppenaufmarsch Assoziationen zum Dritten Reich weckt. Ein Detail, das man beim ersten Anschauen leicht übersieht, findet sich zudem in der Mitte des Bildes: Auf der Plattform scheint eine Person zu stehen, die zu den Sturmtruppen spricht. Um wen handelt es sich dabei? Um den neuen Anführer des Imperiums? Ist es Kylo Ren? Auf welchem Planeten spielt sich die Szene ab? Handelt es sich dabei um das neue Zentrum des Imperiums?

Es folgt eine kurze Einstellung von Rey, in der Daisy Ridley wieder einmal große Ähnlichkeit zu Natalie Portman aufweist. Dann sehen wir zwei TIE-Fighter durch den Himmel (nicht durch den Weltraum) rasen. Die nächste Einstellung zeigt einen Kampf in einem Hangar, womöglich auf einem Sternenzerstörer.

07Diese Szene erinnert mich ein wenig an den Beginn von Episode III, wo man in einigen Einstellungen ähnliche Bilder sieht. Gegen wen kämpfen die Sturmtruppen hier wohl? Als nächstes sieht man Finn in seiner Sturmtrupplerrüstung, wie er den Helm abnimmt. Dann folgt eine wirklich coole Einstellung, in der einige Raumschiffe auf einen Sternenzerstörer zu fliegen.

09Ich finde das deshalb so cool, weil das Gezeigte auch hier sofort wieder Erinnerungen an die alten Filme weckt, man aber gleichzeitig merkt, das irgendetwas anders aussieht. Auch die Raumschiffe des Imperiums haben sich weiter entwickelt. Aber wenn das hier schon cool ist, was ist dann erst die nächste Szene?

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTWie geil ist das denn? Ein Chrom-Stormtrooper! Handelt es sich um einen Anführer á la General Grievous? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Chromrüstung beim Imperium zur Standardausrüstung gehört. Vielleicht ist dieser Chromtruppler ein Kopfgeldjäger. Soweit ich aus den sehr wenigen Gerüchten, die ich mitbekommen habe, weiß, ist der Name dieser Figur Captain Phasma. Ist das die von Gwendoline Christie gespielte Figur, steckt also eine Frau unter der Rüstung? Der Charakter sieht wirklich verdammt cool aus, nicht zuletzt auch dank des Capes.

Es folgt BB-8, der anscheinend an Bord des Millennium Falcom vorsichtig um eine Ecke lugt. Warum wohl?

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDann sehen wir noch einmal Rey und anschließend Finn, der (wahrscheinlich von Rey) eine Hand gereicht bekommt. Weiter geht es mit Szenen aus der Verfolgungsjagd zwischen dem Falken und einigen TIE-Fightern, auf die wir schon im ersten Teaser einen Blick erhaschen konnten. Dieses Mal sehen wir aber noch mehr davon – und auch das ist wieder verdammt cool (auch auf die Gefahr hin, diesen so uncool veralteten Ausdruck hier zu überstrapazieren).

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDer Falke und die TIE-Fighter rasen nämlich tatsächlich durch die Triebwerke eines abgestürzten Supersternenzerstörers und in das Innere des riesigen Raumschiffs hinein. In der nächsten Einstellung sehen wir kurz einen der TIE-Piloten, bevor wir noch einmal einmal einen Blick auf die durch das Raumschiff rasenden Schiffe werfen dürfen. Die Szene erinnert an die Verfolgungsjagd, die sich der Falke in Episode VI im Inneren des Todessterns mit einigen TIE-Fightern geliefert hat. Das alles spielt sich wohl auf demselben Schrottplatzplaneten namens Jakku ab, auf dem auch Rey zu Beginn des Films lebt.
Dann wird das Bild wieder schwarz…und wir hören eine weitere altbekannte Stimme. Es ist Han Solo! „Chewie…“, sagt er, bevor die Szene eingeblendet wird und wir tatsächlich Han Solo und Chewbacce zu sehen bekommen!

12„…we’re home“, beendet Han Solo seinen Satz und ganz genauso fühlt man sich auch beim Betrachten dieser Szene. Han Solo ist um dreißig Jahre älter, aber es ist unverkennbar Han Solo. Chewie neben ihm hat die Armbrust schussbereit; die Pose erinnert an bekannte Promo-Fotos des allerersten Star Wars-Films. Im Gegensatz zu Han Solo finden sich bei Chewbacca kaum graue Haare, aber hey, er ist ja schließlich auch ein Wookiee und war bereits in Episode IV etwa 200 Jahre alt. Da machen 30 Jahre keinen so großen Unterschied. Hans „We’re home“ bezieht sich anscheinend darauf, dass sich die beiden wieder an Bord des Millennium Falcon befinden, was die interessante Frage aufweist, ob Han Solo seine alte Mühle lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen hat. Hat er den Falken etwa bei einem Sabacc-Spiel wieder verloren? Ist das Schiff gestohlen worden? Kam es durch noch unbekannte Umstände nach Jakku zu Rey? Oder interpretiere ich hier zu viel in Han Solos Worte hinein? Allerdings scheinen ja sowohl Chewie als auch Han ihre Waffen schussbereit zu haben? Sind sie also gerade dabei, sich ihr Raumschiff zurück zu erobern?

Ich kann es kaum erwarten, Antworten auf all diese Fragen zu bekommen. Die möchte ich aber auch erst bekommen, wenn ich im Dezember den Film sehe. Ich werde mich also weiter möglichst weit fern von Spoilern halten und nur die offiziell veröffentlichten Bilder, Texte und Trailer anschauen. Ich vertraue J.J. Abrams, dass er nicht zu viel verrät und entscheidene Handlungselemente, Figuren und Szenen noch bis zum Filmstart geheim hält. Der Teaser hat mir jedenfalls wahnsinnig gut gefallen. Er fühlt sich einfach vollkommen nach dem alten Star Wars an und fügt behutsam neue Elemente dazu.

Hier ist übrigens noch die deutsche Version des Teasers, die überraschenderweise noch einmal eine ganz andere Wirkung auf mich hatte. Obwohl ich seit Jahren Filme nur noch in der Originalfassung anschaue, kriege ich die deutschen Synchronfassungen der alten Star Wars-Filme nämlich nicht mehr aus dem Kopf, weil ich die als Teenager so oft gesehen habe. Deswegen fühle ich mich sofort an diese Zeit erinnert, wenn ich Luke Skywalkers deutsche Stimme höre: „Die Macht ist stark in meiner Familie…“

Noch 244 Tage….

 

Bilder: Copyright Lucasfilm / Disney 2015

May the 4th be with you – Diskussion der „Star Wars“-Neuigkeiten der letzten Tage

Heute ist der 4. Mai, der schon seit einigen Jahren als inoffizieller „Star Wars-Feiertag“ gefeiert wird, allein aufgrund des lustigen Wortspiels „May the 4th be with you!“. Ich persönlich habe früher zumindest eigentlich immer den 25. Mai als „Star Wars-Tag“ empfunden, also den Tag, an dem „Star Wars“ 1977 in die US-Kinos kam. Aber gut, ich beuge mich der Mehrheit und will den heutigen Tag nicht verstreichen lassen, ohne zumindest irgendetwas über „Star Wars“ geschrieben zu haben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in nächster Zeit mehrere verschiedene Blogpost über „Star Wars“ zu schreiben, die verschiedene Aspekte des Themas beleuchten. Aber da ich diesen Plan wahrscheinlich sowieso nicht einhalte, kann ich auch gleich etwas von all den Themen in diesen Post hier stecken (und ja trotzdem noch öfter über „Star Wars“ bloggen).

Die Bekanntgabe der Besetzung von Episode VII

Zur Feier des Tages zeigen viele Kinos auf der ganzen Welt dieses Wochenende die sechs Episoden endlich mal wieder auf der großen Leinwand. In München läuft die Saga leider nur in der deutschen Fassung, deswegen bin ich nicht im Kino. Die Original-Trilogie würde ich aber schon gerne mal wieder auf der großen Leinwand erleben, schließlich habe ich sie zum letzten Mal 1997 im Kino gesehen. Die wirklich große Nachricht der letzten Tage war aber natürlich die Ankündigung des Casts von Episode VII auf starwars.com. Eigentlich haben alle erst heute, am 4. Mai, mit dieser Nachricht gerechnet, doch letztendlich hat Disney die Katze ein paar Tage früher aus dem Sack gelassen – wahrscheinlich weil man die Rückkehr von Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford sowieso nicht mehr geheim halten konnte, nachdem alle drei schon mehrere Tage vor der Bekanntgabe in London gesichtet worden waren und immer mehr Gerüchte über eine erste Drehbuchlesung des gesamten Casts die Runde machten. Von dieser Lesung stammt dann auch das einzige offizielle Foto, auf dem man fast alle der angekündigten Schauspieler, sowie Regisseur/Drehbuchautor J.J. Abrams, die Produzenten Bryan Burk und Kathleen Kennedy und den Drehbuchautoren Lawrence Kasdan („The Empire Strikes Back“, „Raiders of the Lost Ark“) sehen kann. Ein bisschen sieht es aus, als säßen sie alle in einem noch nicht für die Eröffnung bereiten IKEA-Kaufhaus auf billigen Sofas herum. Genau wie Millionen anderer Fans werde auch ich dieses Foto in den kommenden Monaten wohl immer und immer wieder anstarren und mir dabei vorstellen, welche Rollen die neuen Darsteller spielen und welche Texte sie da lesen…

Luke, Han und Leia werden also in Episode VII wieder mit dabei sein, 30 bis 35 Jahre älter als bei ihrem letzten Auftritt in „Return of the Jedi“. Weitere alte Bekannte, die erneut mit von der Partie sind, sind Anthony Daniels als C-3PO, Kenny Baker als R2-D2 und Peter Mayhew als Chewbacca. Dass man Kenny Baker extra als offizielles Mitglied des Casts auflistet, finde ich irgendwie süß – schließlich wurde er bereits bei den Dreharbeiten der Prequel-Trilogie nur für eine Handvoll Szenen in R2s blecherne Eingeweide gesteckt und ist als Darsteller heute schlicht und einfach überflüssig. Zudem wird der Mann diesen Sommer 80 Jahre alt und würde sich die Tortur, für Dreharbeiten tagtäglich stundenlang in R2s Innerem zu stecken, sicherlich nicht mehr antun wollen. Aber wie gesagt ist es eine nette Geste, ihn auf die Liste der Darsteller zu setzen, auch wenn R2-D2 nur als ferngesteuertes Modell und in CGI-Form im Film auftauchen wird.

Ich will vor dem Kinostart von Episode VII am liebsten noch überhaupt nichts über die Story wissen, aber eine Vorhersage wage ich jetzt schon mal zu treffen: Han Solo wird sterben. Es ist bekannt, dass Harrison Ford bereits bei den Dreharbeiten zu „Return of the Jedi“ versucht hat, George Lucas davon zu überzeugen, seine Figur sterben zu lassen, da er Hans Entwicklung als abgeschlossen betrachtete und ihm einen Heldentod schenken wollte. Doch Lucas sträubte sich gegen diese Idee und ließ Han leben. Da die kommende Sequel-Trilogie zwar unsere alten Helden zurückbringt, aber auch eine neue Generation von Helden und Schurken vorstellen soll, die Han, Luke und Leia ablösen, scheint es eigentlich nur logisch zu sein, dass mindestens einer der „großen Drei“ dran glauben muss. Harrison Ford hat in Interviews immer wieder Desinteresse und Unlust bekundet, wenn es um das Thema „Star Wars“ ging, ich könnte mir also gut vorstellen, dass er nur unter der Bedingung zugesagt hat, dass es bei einem einzigen weiteren Film für ihn bleibt. Andererseits könnte es aber auch gut sein, dass Luke Skywalker in Episode VII das Zeitliche segnen wird, gerade wenn man sich zumindest Geroge Lucas‘ Vorliebe für Parallelen zwischen den Filmtrilogien anschaut: In den ersten beiden Filmen der bisherigen Trilogien stirbt jeweils der weise Jedi-Mentor (Qui-Gon Jinn bzw. Obi-Wan Kenobi) und diese Rolle wird nun wohl Luke ausfüllen. Dass mehr als einer der großen Drei pro Film stirbt, kann ich mir allerdings schlecht vorstellen (und es sei noch angemerkt, dass George Lucas zwar einen kurzen Handlungsabriss für Episode VII vorgelegt hat, ansonsten mit dem Drehbuch oder dem Film überhaupt außer einer „Beraterfunktion“ nicht viel zu tun hat).

Die neuen Schauspieler

Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher sehen auf dem Foto jedenfalls blendend aus, was vor allem bei den letzteren beiden wirklich erwähnenswert ist. Wenn man ihr jetztiges Erscheinungsbild mit Fotos von vor etwa einem Jahr vergleicht, sieht man, dass Hamill und Fisher sich für Episode VII ganz schön in Form gebracht haben. So soll es sein! Bevor ich zur Bedeutung von Peter Mayhews erneuter Mitwirkung komme, möchte ich noch kurz auf die neuen Darsteller eingehen: Da wäre zunächst die unbekannteste von allen, Daisy Ridley. Auf ihrer imdb-Seite ist kein Geburtsdatum angegeben, aber soweit ich weiß ist sie um die 20 Jahre alt und damit etwa so alt wie Carrie Fisher bei den Dreharbeiten zu „Star Wars“. Auf dem Foto hat sie meiner Meinung nach zudem eine wirklich erstaunliche Ähnlichkeit zu Natalie Portman und wäre damit ihrer Großmutter aus dem „Star Wars“-Universum, Padmé Amidala, wie aus dem Gesicht geschnitten. Schon klar, noch weiß niemand, welche Figur Ridley spielen wird, aber aufgrund dieser Ähnlichkeit zu Portman und auch zur jungen Carrie Fisher gehe ich einfach mal davon aus, dass sie die Tochter von Han und Leia sein wird. Schließlich sitzt sie auf dem Cast-Foto ja auch zwischen Harrison Ford und Carrie Fisher…

Mit dem Rücken zum Betrachter sitzt in der vorderen Bildmitte der 1983 geborene Domhnall Gleeson, Sohn des bekannten irischen Schauspielers Brendan Gleeson. Vater und Sohn haben beide in mehreren „Harry Potter“-Filmen mitgespielt – der Vater als „MadEye“ Moody, der Sohn in den letzten beiden Filmen als Bill Weasley. Zudem ist Domhnall Gleeson in letzter Zeit positiv in Joe Wrights „Anna Karenina“ und in „About Time“ („Alles eine Frage der Zeit“) aufgefallen. Optisch könnte er gut als Sohn von Luke Skywalker durchgehen, aber in diesem Fall will ich mich da noch auf keinen Tipp festlegen. Links im Bild sitzt Andy Serkis, einer der größten Filmschauspieler des Planeten, dessen Kunst aber leider viel zu wenig gewürdigt wird. Der 50-jährige ist nämlich vor allem für seine Darstellungen im performance capture-Verfahren bekannt, bei denen er in lächerlichen, über und über mit hellen Punkten oder Kugeln beklebten Strampelanzügen im Studio eine Figur spielt, die dann am Computer vervollständigt wird. Am bekanntesten ist sicher seine Gollum-Darstellung in den „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filmen, aber Peter Jacksons „King Kong“ hat er auf diese Weise ebenso zum Leben erweckt wie Caesar, den Affen aus „Rise of the Planet of the Apes“ und dem kommenden „Dawn of the Planet of the Apes“. Des weiteren spielte er auch in Steven Spielbergs „Tintin“-Verfilmung als Captain Haddock mit. Als „normalen“ Schauspieler aus Fleisch und Blut kann man ihn unter anderem in „The Prestige“ oder in einer weiteren Rolle als Schiffskoch in „King Kong“ bewundern. Bei Serkis stellt sich natürlich die Frage, ob er in „Star Wars“ erneut eine performance capture-Darstellung abliefern oder eine ganz konventionelle Rolle spielen wird. Ich tippe mal auf ersteres. Es liegt doch nahe, dass eine der Hauptfiguren in Episode VII ein Alien (oder etwas ähnliches) sein wird, das am Computer erzeugt, aber von einem Menschen gespielt wird. Filme wie „Avatar“ oder „Der Hobbit“ haben bewiesen, dass dies technisch längst kein Problem mehr ist. Da Serkis der weltweit größte Experte auf diesem Gebiet der Schauspielerei sein dürfte, ist es nur logisch, wenn J.J. Abrams und Kathleen Kennedy (die mit Serkis schon bei „Tintin“ zusammengearbeitet hat) ihn an Bord holen. Auf diese Weise bekommen hoffentlich auch die „Star Wars“-Filme endlich eine computergenerierte Hauptfigur, die es was den emotionalen Ausdruck und die Interaktion mit den anderen Figuren betrifft mit ihren „menschlichen“ Kollegen aufnehmen kann.

Neben Serkis im Bild sitzt Oscar Isaac, geboren in Guatemala und 34 Jahre alt. Sein bislang größter Erfolg war die Hauptrolle im letztjährigen „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder, davor ist er unter anderem als herrlich fieser Prinz John in Ridley Scotts „Robin Hood“ positiv aufgefallen und wird demnächst in der Literaturverfilmung „Die zwei Gesichter des Januars“ zu sehen sein. Wen er in „Star Wars“ spielen wird? Ich habe keine Ahnung… Als nächster sitzt in der Runde der 22-jährige John Boyega, der für seine Rolle in „Attack the Block“ viel Lob bekommen hat (ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde ihn aber – genau wie einige andere Filme der neuen „Star Wars“-Schauspieler – demnächst nachholen). Demnächst wird er außerdem in einigen Folgen der neueun Staffel von „24“ zu sehen sein. Allein die Tatsache, dass er schwarz ist, hat viele Leute dazu veranlasst, in ihm „Lando Calrissian Jr.“ zu sehen, doch daran glaube ich nicht bzw. ich hoffe es auch nicht. Ich möchte nicht, dass alle neuen Rollen die Söhne, Töchter oder Enkel von bekannten Charakteren sind, sondern hoffe, dass Abrams und Kasdan da etwas cleverer vorgehen und auch ein paar Figuren, die nicht mit den bekannten Helden verwandt sind, ins Spiel bringen. Zudem wäre es seltsam, Landos Sohn im Film zu haben, aber Lando Calrissian selbst nicht – dessen Darsteller Billy Dee Williams hat seine Bereitschaft zur Rückkehr in die weit, weit entfernte Galaxis in den letzten Monaten immer wieder bekundet, scheint aber nicht in Episode VII dabei zu sein. Es könnte sein, dass man seinen Auftritt im Film noch geheim halten will, es könnte aber ebenso gut sein, dass er – wie in der Original-Trilogie – erst im zweiten Film wieder mit dabei sein soll. Oder eben gar nicht, worüber ich jetzt auch nicht todunglücklich wäre.

Einen letzten neuen Darsteller im Bild haben wir noch: Adam Driver. Der 30-Jährige ist vor allem durch seine Hauptrolle in der HBO-Serie „Girls“ bekannt, in der er trotz seiner „Star Wars“-Verpflichtung auch weiterhin mitspielen wird. Weiterhin konnte man ihn in Nebenrollen in Steven Spielbergs „Lincoln“, in „Inside Llewyn Davis“ und in dem großartigen „Frances Ha“ sehen. Gerüchte um Drivers Mitwirkung an Episode VII waren schon Monate vor der offiziellen Ankündigung im Umlauf und stets hieß es dabei, er werde den neuen Bösewicht spielen. Optisch kann ich mir das jedenfalls ziemlich gut vorstellen, der Kerl hat ein sehr charismatisches Gesicht und kann bestimmt herrlich fies lachen (was sich als nützlich erweisen sollte, falls er einen dunklen Jedi oder eine ähnliche Figur spielen wird).

Nun wissen wir also, wer in Episode VII mitspielen wird. Was wir noch nicht wissen, ist wen die neuen Darsteller spielen und wie groß ihre jeweiligen Rollen ausfallen werden. In einer früheren Pressemiteilung von Lucasfilm war vor einigen Wochen die Rede von einem „neuen Trio von Hauptfiguren“, das wohl im Lauf der kommenden drei Filme die Nachfolge von Luke, Han und Leia antreten soll. Dabei dürfte es sich um Daisy Ridley, John Boyega und Domhnall Gleeson bzw. Oscar Isaac handeln. Nach der Bekanntgabe des Casts wurde zudem von vielen Seiten Kritik geäußert, der Cast sei zu weiß und zu männlich. Tatsächlich befindet sich unter den neuen Darstellern nur eine Frau (Ridley) und ein Schwarzer (Boyega), während Oscar Isaac lateinamerikanischen Ursprungs ist. Bevor man die Zusammensetzung des Casts kritisiert, sollte man sich aber bewusst machen, dass – wie gerade erwähnt – noch nicht bekannt ist, wie groß die Rollen der jeweiligen Schauspieler ausfallen werden. Wenn Ridley und Boyega Teil des neuen Helden-Trios sein sollten, dann hätten wir damit schon eine junge Frau und einen Schwarzen in Hauptrollen. Zudem gibt es immer noch Gerüchte um eine noch nicht besetzte bzw. noch nicht bekannt gegebene weitere Rolle im Film, bei der es sich um eine weibliche Rolle handeln soll, für die angeblich Lupita Nyong’o im Gespräch ist – eine schwarze Darstellerin, die vor kurzem einen Oscar für ihre Rolle in „12 Years A Slave“ gewonnen hat. Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass J.J. Abrams noch nicht alle Karten ausgespielt hat und es zumindest noch kleine Rollen im Film gibt, über die noch nichts bekannt gegeben worden ist und mit denen das Publkum im Dezember 2015 im Kino vielleicht überrascht werden soll.

Fast vergessen hätte ich jetzt Max von Sydow, ganz einfach weil der 85-jährige nicht auf dem Cast-Foto zu sehen ist. Der schwedische Schauspieler ist natürlich eine Legende, man braucht nur seine Rolle in „Der Exorzist“ erwähnen. Ich kenne ihn aber auch aus Filmen wie „Minority Report“ oder Ridley Scotts „Robin Hood“. Seine Mitwirkung an Episode VII finde ich sehr interessant, weil man sich sofort fragt, welche Rolle er denn spielen wird? Den Kanzler der (Neuen) Republik? Einen aus der Versenkung aufgetauchten Sith-Lord? (Bitte nicht!) Einen Offizier der versprengten Überreste des Imperiums? Ein Schauspieler dieses Kalibers wird den Film auf jeden Fall nochmal um einiges aufwerten.

Werden „alte“ oder „neue“ Helden im Mittelpunkt stehen?

Eine Sache, die im Zusammenhang mit dem Cast noch ansprechen möchte, ist die Frage, ob denn nun eher die alten Helden – also Luke, Han und Leia – oder die neue Generation im Vordergrund von Episode VII stehen werden. Ich habe die Gerüchte um Episode VII seit der Ankündigung des Films Ende Oktober 2012 natürlich intensiv verfolgt. Die spannendste von all den Meldungen der vergangenen Monate war die Nachricht, dass das ursprüngliche, von Michael Arndt („Toy Story 3“, „Little Miss Sunshine“) geschriebene Drehbuch für Episode VII zugunsten einer neuen Drehbuchfassung von J.J. Abrams und Lawrence Kasdan verworfen worden sein soll. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenkt, dann hat Arndt in seinem Drehbuch den Fokus deutlich auf eine neue Generation von Helden gelegt, während Han, Luke und Leia nur kurze Auftritte darin hatten. J.J. Abrams wollte allerdings unsere bekannten Helden noch einmal zumindest für einen Film in den Mittelpunkt stellen, wewegen das nun vorliegende Drehbuch – für das Arndt nicht mehr als Autor genannt wird – erheblich von Arndts Fassung abweichen soll. Sollte dieses Gerücht stimmen – und ich hoffe, wir werden das eines Tages in einem „Makin of“-Buch erfahren – dann kann ich es Abrams jedenfalls nicht verübeln, dass er für Episode VII noch einmal einen richtig großen Auftritt der großen Drei herbei zaubern möchte (eventuell inklusive eines richtig großen Abgangs von mindestens einem der Drei). Neuesten Gerüchten zufolge soll Episode VII ja ganz auf Harrison Ford zugeschnitten sein, was ich dann doch wieder ein wenig bedenklich fände. Es würde aber zu dem Bild passen, dass ich von Ford habe: dass er nur unter der Bedingung zusagt, eine große Hauptrolle zu spielen, die einen dramatischen Tod im letzten Drittel des Films beinhaltet, womit sich dann das Thema „Star Wars“ für ihn endgültig erledigt hätte. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, wie viel wir von den neuen Cast-Mitgliedern sehen werden; vielleicht werden sie erst in den Episoden VIII und IX wirklich im Mittelpunkt stehen.

Ich freue mich jedenfalls nach wie vor riesig auf Episode VII. Ich liebe J.J. Abrams‘ „Star Trek“-Filme über alles und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann für den „Star Wars“-Regiestuhl ist. Zudem hat der Mann bei „Star Trek“ und anderen Projekten immer wieder bewiesen, was für ein gutes Gespür er fürs Casting hat und kann – im Gegensatz zu George Lucas – auch wirklich gut mit Schauspielern arbeiten. Und weil es hier gerade so schön passt, poste ich einfach mal einen kurzen Videogruß von Abrams und seinem Ko-Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, die uns aus London einen fröhlichen „Star Wars-Day“ wünschen:
Besonders interessant an dem Video ist übrigens die Tatsache, dass Abrams sagt „casting announcements continue“! Wer Lust hat, sich noch mehr Fan-Meinungen zur großen Carsting-Meldung anzuhören, dem empfehle ich die aktuelle Folge eines meiner Lieblingspodcasts, „The Incomparable“ (Episode 193 „Don’t Worry, We Got This“). Darin diskutieren einige „Star Wars“-Fans über eine Stunde lang darüber, was die angekündigte Besetzung des Films denn nun bedeutet und was sie sich von Episode VII erwarten.

Das Ende des „Expanded Universe“…?

So viel also zum Casting. Zwei andere Dinge wollte ich noch kurz ansprechen (eigentlich wollte ich ja wie gesagt mehrere Blogposts schreiben, aber sei’s drum, erledige ich halt alles auf einmal). Einige Tage vor der Bekanntgabe der Besetzung hat Lucasfilm nämlich eine Meldung herausgegeben, die das „Star Wars“-Fandom weit mehr erschüttert hat. Darin wurde endlich offiziell gemacht, was viele schon lange befürchtet hatten: Sämtliche Geschichten des „Expanded Universe“ (EU), also alle Romane, Comics, Videospiele usw. aus dem „Star Wars“-Universum, die in den letzten 37 Jahren erschienen sind, sind nun nicht mehr offizieller „Star Wars“-Kanon. Zwar hat man sich bislang stets darum bemüht, dass all die in verschiedenen Medien erzählten Geschichten zueinander passen und aufeinander aufbauen, doch für die kommenden Filme hätte es eine zu große kreative Einschränkung bedeutet, sich an all das halten zu müssen, was im EU erzählt worden ist. Die Geschichten von Han, Luke, Leia und ihren Kindern sind in den Comics und Romanen inzwischen bis ins Jahr 45 nach der Schlacht von Yavin (im ersten „Star Wars“-Film, der damit das Jahr 0 darstellt) erzählt worden, also bis zu einem Zeitpunkt, an dem Luke Skywalker etwa 64 Jahre (und Han Solo dementsprechend noch ein paar Jahre älter) ist. Man hätte also mit Episode VII theoretisch an diesem Punkt anknüpfen können, das Alter der Schauspieler würde ja ungefähr passen. Aber man hätte sich eben auch an all die Vorgaben aus dem EU halten müssen, unter anderem zum Beispiel daran, dass Chewbacce dort inzwischen gestorben ist (in Episode VII ist er ja nun wieder dabei), Han und Leia drei Kinder bekommen haben, von denen zwei schon wieder gestorben sind (eines, nachdem es zum Sith-Lord geworden ist) und Luke geheiratet, einen Sohn bekommen und seine Frau später ebenfalls verloren hat.

All diese Geschichten sind nun „Legenden“ – die Bücher sollen zwar weiterhin neu aufgelegt werden, aber mit einem „Legends“-Banner auf dem Cover, damit klar wird, dass es sich hierbei quasi um ein alternatives Universum handelt. Ich verstehe zwar, dass diese Entscheidung aus kreativer Sicht notwendig war, sie hinterlässt bei mir aber trotzdem einen bittersüßen Beigeschmack. In den letzten Jahren habe ich zwar nicht mehr so viele „Star Wars“-Bücher gelesen, aber früher habe ich sie gerade zu verschlungen. In meinem Kopf existiert also dieses Universum, in dem Luke Skywalker nach dem Tod von Darth Vader und dem Sieg über das Imperium einen neuen Jedi-Orden aufbaut, in dem eine der nächsten großen Bedrohungen für die neu gegründete Republik vom blauhäutigen Großadmiral Thrawn ausgeht, in dem Leia vorübergehend Staatschefin dieser Republik wird, in dem in einem ganz schrecklichen Buch ihre und Hans Kinder entführt werden, in dem eine extra-galaktische Spezies namens Yuuzhan Vong einen sich durch 19 Bücher ziehenden Vernichtungskrieg gegen unsere geliebte weit, weit entfernte Galaxis führt… All das soll nun nur noch „Legende“ sein? Ich versuche es positiv zu sehen: Es war schön, dass wir diese Abenteuer erleben durften. Gleichzeitg hat es mich angespornt, vor dem Kinostart von Episode VII noch möglichst viele der mir noch fehlenden Bücher zu lesen, die in der Zeit zwischen den Episode VI und VII spielen (wobei sie ja eigentlich nicht wirklich dort spielen, schon klar, sondern quasi auf verschiedenen Zeitstrahlen). Das wären in erster Linie die „Fate of the Jedi“-Reihe („Das Verhängnis der Jedi-Ritter“) sowie der im Anschluss daran spielenden Roman „Crucible“ („Feuerprobe“), der eben jene erwähnte 45-Jahres-Marke markiert.

Etwas weiteres positives hat die ganze Sache auch noch: Ab sofort sollen alle Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum offiziell miteinander verbunden sein, es gehört also alles, was in Zukunft veröffentlich wird, zum Kanon. Dieser Kanon besteht bislang aus den sechs Filmen und den sechs Staffeln (sowie dem Kinofilm) der „The Clone Wars“-Animationsserie und wird durch die weiteren Filme, die kommende „Star Wars: Rebels“-Serie und eben alle in Zukunft erscheinenden Bücher, Spiele, Comics usw. ergänzt. In diesem Sinne wird es gar kein neues Expanded Universe geben, weil alle Geschichten auf der gleichen Stufe stehen werden; was in einem Roman steht, zählt dann genauso viel wie das, was in einem der Filme vorkommt. Bei Lucasfilm wurde eigens eine „story group“ eingerichtet, die darüber zu wachen hat, dass all diese Erzählungen zueinander passen und sich nichts widerspricht. Weiterhin werden Elemente des alten EU auch in den Geschichten des neuen „Star Wars“-Universums fortleben, denn all die Geschichtenerzähler, die sich mit Filmen, Serien, Büchern usw. in diesem Universum austoben, dürfen sich natürlich nach Lust und Laune an den bereits bestehenden Geschichten und Figuren bedienen. So könnte es also durchaus sein, dass Han und Leia in Episode VII eine Tochter haben werden, die Jaina heißt – genau wie im alten EU. (Wenn das so sein sollte und Jaina von Daisy Ridley gespielt werden sollte, dann wäre sie zumindest deutlich jünger als im EU und damit eindeutig nicht die gleiche Jaina.) Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache entwickeln wird und ob zum Beispiel die ganze „frei gewordene Zeit“ nach „Return of the Jedi“ allmählich mit ganz neuen Geschichten aufgefüllt werden wird. Für einen Neueinstieg in die Welt der „Star Wars“-Bücher ist der Zeitpunkt jetzt jedenfalls günstig. Es wurden bereits vier neue Romane angkündigt, die nicht mehr zum alten EU gehören, sondern Teil der neuen Kontinuität sein werden. Darunter ist mit „Heir to the Jedi“ ein Luke Skywalker-Abenteuer, das zwischen Episode IV und V spielt und mit „Lords of the Sith“ ein Buch, dass sich vor allem Darth Vader und dem Imperator widmen und in der Zeit zwischen Episode III und dem Beginn der neuen Animationsserie „Rebels“ spielen wird. Auch diese Bücher habe ich mir vorgenommen zu lesen und hoffe, dass sich das lohnen wird, schließlich sind ab jetzt alle Geschichten offiziell miteinander verbunden, so dass in den Romanen durchaus Informationen und Ereignisse eine Rolle spielen können, die im Hinblick auf Episode VII oder „Rebels“ relevant sind.

Hier noch das Video, das begleitend zur Pressemitteilung über das Ende des EU veröffentlicht wurde:

Star Wars: Rebels

Zum Schluss und der Vollständigkeit halber poste ich nun noch den heute veröffentlichten Trailer zur neuen Animations-Serie „Star Wars: Rebels“. Ich freue mich wirklich auf die Serie, da sie vom gleichen Team stammt, das uns „The Clone Wars“ gebracht hat – und diese Serie wurde bis zu ihrem leider zu frühen Schluss immer besser (die sechste Staffel habe ich noch gar nicht gesehen, bin aber auch darauf natürlich sehr gespannt). Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es eine Verbindung zwischen „Rebels“ und Episode VII geben wird, wahrscheinlich in Form einer Figur, die sowohl in der Serie als auch im Film auftauchen wird. Die erste „Rebels“-Folge soll in den USA im Herbst ausgestrahlt werden, beim Kinostart von Episode VII wird sich die Serie also bereits in ihrer zweiten Staffel befinden. Sie spielt fünf Jahre vor Episode IV, also zu einem ganz anderen Zeitpunkt als Episode VII, aber das muss ja gegen eine Verbindung sprechen. Ich bin gespannt und finde, dieser Trailer sieht schon ganz ordentlich aus. Letztendlich kommt es aber vor allem auf die Geschichten an, die Dave Filoni und sein Team in „Rebels“ erzählen werden.

Möge die Macht mit Euch sein!