Star Wars: The Last Jedi – Der Film & der Soundtrack

Es ist wieder Dezember und das bedeutet seit 2015: es kommt ein neuer „Star Wars“-Film ins Kino (nur 2018 wird mit dieser Regel brechen, denn „Solo – A Star Wars Story“ startet bereits im Mai). Ich habe den Film am Starttag zweimal gesehen und wollte ihn eigentlich noch ein drittes Mal anschauen, bevor ich darüber blogge. „The Force Awakens“ und „Rogue One“ habe ich jeweils kurz nach dem Kinostart besprochen, aber „The Last Jedi“ ist ein Film, den man mehrmals sehen muss, um sich eine feste Meinung dazu bilden zu können. Zu meinem dritten Kinobesuch bin ich noch nicht gekommen, den Blogpost über den Film – und das Soundtrack-Album! – wollte ich aber auf jeden Fall noch 2017 fertig stellen. Der Form halber weise ich an dieser Stelle darauf hin dass der folgende Text massive Spoiler zum Film beinhaltet!

Rey und Luke auf Ahch-ToNachdem zum ersten Mal vor mir der Abspann der achten „Star Wars“-Episode über die Leinwand lief, war ich verwirrt und alles andere als begeistert. Mir hatte der Film nicht gefallen und inzwischen weiß ich auch, warum. Regiesseur und Drehbuchautor Rian Johnson, der bei der Gestaltung seiner Fortsetzung der von J.J. Abrams in Episode VII begonnenen Geschichte völlig freie Hand hatte, widersetzt sich hier nämlich zahlreichen Erwartungen und liefert einen Film ab, der einem wenig bis nichts von dem vorsetzt, das man bei einem „Star Wars“-Film sehen will. Dafür liefert er ab sehr viel ab, das nötig war, um die „Star Wars“-Saga im Kino auch weiterehin frisch und relevant zu halten. Spätestens nach meinem zweiten Kinobesuch war mir klar, dass zahreiche Handlungselemente des Films zwar unterwartet, irritierend und für viele vielleicht sogar entäuschend erscheinen mögen, aber Johnson so doch einen viel besseren Film abgeliefert hat, als wenn er den Fans einfach das gegeben hätte, was sie erwartet hatten.

Das geht natürlich bei Luke Skywalker (Mark Hamill) los. In den Büchern und Comics des alten erweiterten Universums blieb Luke nach dem Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ der strahlende und erfolgreiche Held, zu dem er im Lauf von drei Filmen geworden war. Er gründete den Jedi-Orden neu, bildete eine neue Generation von Jedis aus und stellte sich so manchem übermächtig erscheinenden Gegner, den er nicht selten in einem epischen Lichtschwertduell besiegte. Inzwischen ist mir klar, dass auch ich mir für Episode VIII einen solchen Luke Skywalker gewünscht hatte. Zwar haben schon „The Force Awakens“ und der erste Teaser zu „The Last Jedi“ klar gemacht, dass wir es hier mit einem anderen Luke zu tun bekommen werden. Doch insgeheim habe ich mir wohl gewünscht, der einsiedlerische, zweifelnde und abweisende Luke würd im Lauf des Films seine Insel verlassen und Kylo Ren für einen mindestens 20-minütigen epischen Lichtschwertkampf gegenübertreten. Ich sehe aber  – genau wie Mark Hamill – inzwischen ein, dass der Film tatsächlich eine viel interessantere Geschichte erzählt und alles andere wohl nur eine Wiederholung dessen gewesen wäre, was wir im Verlauf der letzten sieben Filme schon erlebt haben.

Meine Enttäuschung nach dem Film bezog sich auch darauf, dass wir in meinen Augen weder einen „richtigen“ Lichtschwertkampf noch eine wirklich interessante Actionsequenz zu sehen bekommen. Auch hier habe ich meine Meinung aber inzwischen geändert. Zwar gibt es tatsächlich nicht das klassische Duell eines (oder mehrerer) Jedi gegen einen dunklen Machtnutzer. Stattdessen serviert uns Rian Johnson aber den brillanten Kampf Reys und Kylo Rens gegen Snokes Wachen, der auch optisch eine Augenweide ist. Und was sonstige Actionsequenzen betrifft, so findet sich die „traditionellste“ von ihnen gleich zu Beginn des Films, als Poe Dameron fast im Alleingang einen Dreadnaught ausschaltet. Roses und Finns Ritt auf den Fathiers durch Canto Walker (aber nicht Johnny)Bight hat mich nicht gerade umgehauen und die sogenannte Schlacht von Crait ist zu Ende, bevor sie richtig beginnt. Aber auch dabei gilt: hätte Johnson nur die Schlacht von Hoth größer und bombastischer wiederholt, dann wären zwar die Kinogänger vorrübergehend geflasht gewesen. Tatsächlich ging es ihm aber wohl nicht um bombastische Action, sondern um Charaktermomente, was der Auftritt von Luke Skywalker am Ende des Films gut verdeutlicht. Die kurze Belagerung des Widerstandes in der alten Rebellenbasis durch die Erste Ordnung endet nicht mit einem großen Kampf, sondern damit, dass Luke seiner Schwester und ihren Mitstreitern Zeit für die Flucht verschafft. Und das eben auch nicht in einem großen Lichtschwertduell, sondern in einer Weise, die man nicht hat kommen sehen.

Der schwächste Handlungsstrang des Films ist sicherlich der um Finn und Rose, die auf Canto Bight nach dem „Master Codebreaker“ suchen. Allerdings gefällt mir dieser „Monte Carlo-Planet“ sehr gut und die sozialen Unterschiede, auf die der Film damit aufmerksam macht, stellen nicht nur höchst aktuelle Bezüge zur Realität her, sondern wurden im „Star Wars“-Universum bislang auch wenig beleuchtet. Die Einführung der Sklavenkinder und insbesondere die letzte Szene des Films finde ich hochinteressant. Zum einen, weil wir damit am Ende von Episode VIII wieder dort sind, womit in Episode I das ganze Schlamassel angefangen hat: bei einem machtbegabten Sklavenjungen, der von den Sternen träumt. Zum anderen, weil sie so viel Stoff für eigene Gedanken und Spekulationen bietet. Zunächst dachte ich, Johnson (und Lucasfilm) wollen uns mit dieser Szene einen Ausblick auf zukünftige Filme geben. Wird es darin um eines der Kinder auf Canto Bight gehen? Inzwischen glaube ich das nicht mehr so sehr. Viel mehr soll diese Szene wohl die Bedeutung des Mythos von Luke Skywalker unterstreichen. War dieser schon zuvor galaxisweit für seine Heldentaten bekannt, so ist er mit seiner überraschenden Rückkehr und seinem Heldentod endgültig zur Legende geworden – und zur Inspiration für unzählige Wesen in der ganzen Galaxis.

Amilyn Holdo (Laura Dern)

Von den neuen Figuren hat mir Admiral Holdo (Laura Dern) mit Abstand am besten gefallen. Beim ersten Kinobesuch habe ich diese Figur richtig gehasst, bis schließlich klar wurde, dass sie sehr wohl die ganze Zeit über einen festen Plan hatte, um dem Widerstand zur Flucht zu verhelfen. Schauspielerisch hat mich Adam Driver sehr beeindruckt, während ich Mark Hamill zwar gut fand, aber wohl nicht so überagend wie viele andere Zuschauer. Die Szenen mit Carrie Fisher waren natürlich auch für mich besonders emotional. Ihren „Weltraumspaziergang“ fand ich einfach nur großartig. Es ist wunderbar, dass wir nun endlich auch Leia einmal die Macht nutzen haben sehen, und noch dazu in einer Szene in der es um Leben und Tod ging und auf eine Art und Weise, wie wir es zumindest in den Filmen noch nie gesehen haben. (In „Star Wars Rebels“ hat Kanan ja einen ähnlichen Trick vollführt.) Kurzzeitig irritiert war ich am Ende des Films über Finns Schicksal. Meiner Meinung nach ist seine Charakterentwicklung nun nach zwei Filmen abgeschlossen und ich war ein paar Sekunden lang überzeugt, dass er sterben würde. Seine Rettung durch Rose empfand ich als unpassend, sehe aber ein, dass sein Tod zusammen mit dem von Luke Skywalker dramaturgisch wohl etwas zuviel gewesen wäre.

Zum Schluss will ich noch einmal kurz auf die Erwartungen zurückkommen, die Rian Johnson hier alle unterlaufen hat: Finn liegt im Koma? Nein, er läuft dank Bacta-Behandlung bereits zu Beginn des Films wieder putzmunter herum. Snoke ist ein mysteriöser Oberbefehlshaber, über dessen Herkunft und Ziele wir noch mehr erfahren werden? Nun, zumindest in den Filmen dürfte davon kaum noch etwas vorkommen, schließlich ist Snoke nun mausetot. Selbst der nach Episode VII fast schon erwartete Wechsel Kylo Rens zur hellen Seite bleibt aus, stattdessen wird er zum neuen Obersten Anführer der Ersten Ordnung. Und unter Reys Vorfahren finden sich wohl weder Luke, Leia oder Han noch Obi-Wan Kenobi. Ich finde, Rian Johnson hat bei „The Last Jedi“ sehr vieles richtig gemacht und bei der Ausarbeitung seiner Geschichte Mut und Können bewiesen. Ich kann nur hoffen, dass J.J. Abrams und seinem Co-Autoren dies auch bei Episode IX gelingt und sie die Trilogie gleichzeitig zu einem würdigen Abschluss bringen werden.

Die Filmmusik von John Williams

Der Start einer neuen „Star Wars“-Episode bedeutet auch immer, dass wir einen brandneuen, von John Williams komponierten Soundtrack bekommen. Die CD mit der Filmmusik ist für mich stets das begehrteste Stück Merchandise; das Album mit der Musik zu „The Last Jedi“ ist seit 15.12.2017 als CD, Download und Stream erhältlich. Da ich dieses Mal freundlicherweise ein Rezensionsexemplar davon zur Verfügung gestellt bekommen habe will ich das Album hier kurz besprechen. Ich habe es inzwischen mehrmals angehört, wobei mir vor allem eines aufgefallen ist: Die Musik zu „The Last Jedi“ bietet so wenig neu komponierte Themen und Motive, wie das bisher bei keiner anderen „Star Wars“-Fortsetzung der Fall war. Das mag zunächst enttäuschen, lässt sich aber in gewisser Weise vielleicht auch gar nicht vermeiden. Schließlich hat John Williams über sieben Filme einen Fundus an Melodien aufgebaut, die mit verschiedenen Charakteren, Orten, Situationen und Gruppierungen verbunden sind und auf die er nun zurückgreifen kann. Natürlich wird Prinzession Leias Thema gespielt, wenn diese zu sehen ist! Und natürlich hören wir im Verlauf des Films immer wieder das berühmte „Force Theme“, insbesonder während der Sezenen, in denen Luke die junge Rey unterrichtet.

Star Wars: The Last Jedi (Soundtrack Album)

Zum Großteil besteht das Soundtrack-Album also aus Wiederholungen und Variationen bekannter Themen und Motive. Dazu gehören auch solche, die in Episode VII neu eingeführt worden waren, allen voran „Reys Theme“,  der „March of the Resitance“ und die beiden kurzen Motive für Kylo Ren bzw. die Erste Ordnung. Poes Thema ist zumindest auf dem Album leider kaum vertreten und das actiongeladene Thema, das wir im Verlauf von Episode VII mit Finn assoziiert haben, glänzt mit vollkommener Abwesenheit. Für alle bekannten Themen, die Williams erneut aufgreift, gilt jedoch, dass sie immer wieder variiert und zum Teil auch miteinander verwoben werden. So entdeckt man auch an altbekannten Melodien hier noch neue Seiten.

Das Album stellt zwei wichtige neue Themen vor, nämlich eines für Rose und eines das man als „Last Jedi“-Thema oder als Thema für den gealterten Luke Skywalker bezeichnen könnte. Ich muss zugeben, dass sie mir beide noch nicht im Gedächtnis hängen geblieben sind. Leider findet sich auf dem Album dieses Mal auch nur ein einziges Konzertarrangement der neuen Themen („The Rebellion is Reborn“). Dieses beinhaltet die beiden eben angesprochenen Themen. Dies sind zwar nicht die einzigen neuen Themen, die John Williams für den Film komponiert hat, aber die einzigen beiden, die sich an prominenter Stelle auf dem Soundtrack finden lassen. (Das für Admiral Holdo geschriebene Thema findet sich auf dem Album anscheinend nur kurz im letzten Track der während des Abspanns läuft.)

Neben dem bereits erwähnten „The Rebellion Is Reborn“ finden sich noch einige andere Höhepunkte auf dem Album. „Ahch-To Island“ untermalt Reys Interaktionen mit Luke zu Beginn des Films und nutzt dazu sowohl das vom Ende von „The Force Awakens“ bekannte „Jedi Steps“-Thema als auch „Reys Theme“, das „Force Theme“ und das neue „Last Jedi“-Thema. „Canto Bight“ geht nach einem majestätische Beginn zu einem Stück „Source Music“ über, die im Casino auf Canto Bight zu hören ist und stark an die „Cantina Band“ des ersten Films erinnert (anscheinend hat John Williams hier übrigens bereits für andere Filme komponierte Musik erneut verwendet und neu instrumentiert). Das verspielte „The Fathiers“ untermalt Finns und Roses Ritt auf den gleichnamigen Reittieren und erinnert an Williams‘ Soundtrack zu Spielbergs „Tintin“. In „The Spark“ kehrt zusammen mit Luke Skywalker auch ein lange nicht gehörtes Thema zurück, nämlich das bisher nur aus Episode VI bekannte „Luke & Leia“-Thema. Es wird wohl einer der Gründe dafür gewesen sein, warum der Kinobesucher im Sessel neben mir beim Zusammentreffen von Luke und Leia hörbar schluchzen musste. Etwas befremdlich mutetet dieses Mal das für den Abspann zusammen gestellte „Finale“ an. In den bisherigen Filmen hat John Williams die End Credits jedes Mal dazu genutzt, um einige der neuen Themen in all ihrer Breite zu präsentieren. Dieses Mal wirkt das entsprechende Stück allerdings wie ein nachträglich im Studio zusammenkopiertes Medley aus zahlreichen „Star Wars“-Melodien. Darunter befinden sich zwar einige der neuen Themen, aber auch die Themen von Rey und dem Widerstand sind hier erneut anzutreffen, ebenso wie Yodas Thema. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen, denn keinem der einzelnen Themen wird hier genug Raum geschenkt und es wäre wirklich schön gewesen, wenn man hier noch einmal nur die neuen Themen hätte kennen lernen können.

Insgesamt ging es mir mit dem Soundtrack-Album ein wenig wie mit dem Film selbst: Ich war zunächst enttäuscht davon, konnte mich aber inzwischen damit anfreunden. Die von Williams verwendete Leitmotiv-Technik bringt es nun einmal mit sich, dass er auf bereits etabliertes Material zurückgreifen muss, von dem es inzwischen eine ganze Menge gibt. Immerhin wird dieses aber oft in einer neuen, frischen Weise präsentiert und gerade die schnelleren, actiongeladeneren Stücke verdeutlichen wieder einmal Williams‘ meisterhaften Umgang mit der Leitmotivtechnik. Trotzdem hätte ich mir auf dem Album mehr neue Themen gewünscht. Ich hoffe, dass Lucasfilm auch dieses Mal online eine „For Your Consideration“-Version des Soundtracks ins Internet stellt, die zum Teil aus noch nicht veröffentlichten Stücken besteht und vor allem die neuen Stücke in den Vordergrund stellt.

© 2017 & TM Lucasfilm Ltd.

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Filmfest München: „78/52“, „David Lynch: The Art Life“, „The Man“, „Brigsby Bear“

Das 35. Filmfest München ist vorbei. Es waren wieder wunderbare neun Tage. Ich habe 30 Filme gesehen (vielleicht so viele wie bei keinem Festival zuvor), drei weitere Veranstaltungen besucht und auch zwei etwas ruhigere Tage eingelegt, an denen ich vor allem mit Freundinnen in Hotelbars oder vor dem Gasteig gesessen bin und gute Gespräche geführt habe. Abschließen will ich das Ganze nun mit einem letzten Blogpost, in dem ich noch einmal meine Eindrücke von ein paar der gesehenen Filmen schildere.

Ein Film, den ich natürlich sehen musste, war „78/52“. Diese Dokumentation beschäftigt sich allein mit der berühmten Duschszene in Alfred Hitchcocks „Psycho“. Regisseur Alexandre O. Philippe war vor ein paar Jahren bereits mit der (unter „Star Wars“-Fans umstrittenen) Dokumentation „The People vs. George Lucas“ auf dem Filmfest München zu Gast. Auch dieses Mal war er persönlich angereist und stand dem Publikum nach dem Film für ein Q&A zur Verfügung.
78/52Der Titel „78/52“ leitet sich aus der Länge der Duschszene (in Sekunden) und der Anzahl der Schnitte darin ab. Mit Hilfe von Interviews mit anderen Filmschaffenden und Kreativen wie Guillermo del Toro, Bret Easton Ellis, Eli Roth, Elijah Wood, Peter Bogdanovich oder Schnittlegende Walter Murch wirft Philippe nicht nur einen Blick auf den Entstehungsprozess der vielleicht berühmtesten Filmszene der Kinogeschichte, sondern arbeitet auch den enormen Einfluss heraus, den diese Szene seitdem auf das Kino hatte. Hitchcock hat damit dramaturgisch, musikalisch, schnitttechnisch und auf viele weitere Arten Neuland betreten und mit alten Konventionen gebrochen. Leider sind die meisten an der Entstehung von „Psycho“ beteiligten Personen bereits verstorben. Als einzige von ihnen hat Philippe noch eine der als Body Doubles für Janet Leigh dienenden Frauen interviewen können.
„78/52“ ist für Kino- und ganz besonders Hitchcock-Fans natürlich ein Muss. Der Film bringt einem keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse, verdeutlicht aber einmal mehr den Einfluss und die Bedeutung, die Hitchcocks Werk im Allgemeinen und „Psycho“ im Besonderen in der Filmgeschichte einnehmen. Alexandre O. Philippe hat auf dem Filmfest übrigens verraten, dass er momentan an einer Doku-Fernsehserie arbeitet, bei der in jeder Folge eine andere berühmte Filmszene behandelt werden soll. Danach werde ich auf jeden Fall die Augen offen halten.

David Lynch: The Art LifeEbenfalls in der Reihe „Lights! Camera! Action!“ wurde die Dokumentation „David Lynch: The Art Life“ gezeigt. Ich erinnere mich noch an eine andere beeindruckende Dokumentation über den Kultregisseur, die einfach den Namen „Lynch“ trug und vor zehn Jahren auf dem Filmfest gezeigt wurde. Darin konnte man David Lynch nicht nur als Filmemacher kennen lernen, sondern als Allroundkünstler, der insbesondere sehr interessante Fotos schoss. Auch in „The Art Life“ geht es nun, wie der Titel verspricht, um David Lynch als Künstler. Um seine Filme geht es hier kaum, dafür aber um sein Leben und seine Biographie. Man sieht Lynch vor allem beim Malen und beim Schaffen von Skulpturen zu. Über diese Bilder haben die Regisseure Jon Nguyen und Rick Barnes die Stimme David Lynchs gelegt, der uns aus seinem interessanten Leben erzählt. Er beginnt mit Kindheitserinnerungen und schildert dann seine Anfänge als Künstler. Ein bisschen wirkt das so, als würde man sich ein mit Bildern unterlegtes Hörbuch anhören. Es hat schon fast etwas Meditatives, einem ganz in sich und seine Kunst versunkenen David Lynch beim Malen zuzusehen. Doch dank der über diese Bilder gesprochenen autobiographischen Elemente ist der Film auch hochinteressant.

Um Kunst geht es auch in „The Man“. Der dänische Film von Regisseurin Charlotte Sieling erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte: Simon (Søren Malling) ist ein weltweit gefeierter Künstler Mitte fünfzig. Sein Sohn Caspar (Jakob Oftebro) hat bisher bei der Mutter gelebt, taucht eines Tages aber im Atelier seines Vaters auf. Der ist gar nicht begeistert, verhält sich abweisend und unhöflich und hofft, den jungen Wilden schnell wieder los zu werden. Doch Caspar hat vor, eine Weile zu bleiben. Auch er ist Künstler, stößt mit seinen von Simon als „Grafitti“ verspotteten Werken bei diesem jedoch auf Ablehnung. Die Konfrontationen zwischen den beiden schaukeln sich mehr und mehr hoch.
The Man„The Man“ ist kein schlechter Film, aber leider auch in keiner Hinsicht besonders herausragend. Die Entwicklung der Vater-Sohn-Geschichte ist äußerst vorhersehbar und selbst die letzte, vielleicht als große Überraschung gemeinte Szene habe ich ab einem bestimmten Punkt kommen sehen. Die Charaktere wirken klischeehaft und auch die Schauspieler haben mich nicht vollends überzeugt. Ich bereue es nicht, „The Man“ angeschaut zu haben, aber viel wird davon bei mir nicht hängen bleiben.

Wesentlich interessanter fand ich da schon „Brigsby Bear“. Der amerikanische Independentfilm von Dave McCary zeigt in den ersten Minuten eine Familie, bei der scheinbar alles in Ordnung ist. Der 25-jährige James (Kyle Mooney) lebt noch bei seinen Eltern und verehrt die Fernsehserie „Brigsby Bear“, mit der er aufgewachsen ist. Erst ein paar Szenen später wird klar, dass James als Baby entführt worden ist und seitdem ein vollkommen von der Außenwelt abgeschottetes Leben bei seinen Entführern gelebt hat. „Brigsby Bear“ ist eine von seinem „Vater“ eigens für James gedrehte Science Fiction-Serie, die James nicht nur unterhalten, sondern ihm auch gute Manieren und wichtige Lebenslektionen beibringen soll. Nachdem James von der Polizei befreit und zu seinen wahren Eltern zurück gebracht worden ist, kann er zunächst nicht fassen, dass außer ihm niemand jemals von „Brigsby Bear“ gehört hat. Weil er sehnsüchtig auf neue Episoden wartet, beschließt er, einfach selbst einen „Brigsby Bear“-Film zu drehen. Dabei hat er zwar die Unterstützung seiner Schwester und einiger neu gewonnener Freunde, doch seine Eltern sehen diese Entwicklung mit Sorge und finden, ihr Sohn solle sich lieber dem (so genannten) realen Leben zuwenden.
Brigsby BearLetztes Jahr lief mit „Slash“ ein so richtig nerdiger Film auf dem Filmfest. „Brigsby Bear“ rangiert auf der Nerd-Skala zwar wohl ein paar Punkte darunter, doch auch hier geht es darum, die teilweise etwas speziellen, nerdigen Hobbies anderer Leute zu akzeptieren und zu verstehen, dass etwa das Schreiben von Slash Fiction oder die an Besessenheit grenzende Beschäftigung mit einer Fernsehserie nicht sinnloser Zeitvertreib sind. Das müssen (kleiner Spoiler!) auch James‘ Eltern mit der Zeit erkennen: während sie zunächst seine Fokussierung auf „Brigsby Bear“ wie gesagt mit Sorge betrachten und ihn zu allerlei anderen sozialen Aktivitäten drängen wollen, verstehen sie später, dass das Fandasein ihren Sohnes keineswegs in die Einsamkeit abdriften lässt. „Brigsby Bear“ ist ein charmanter kleiner Film mit gut aufgelegten Darstellern (darunter u.a. Claire Danes und Mark Hamill, der auch die Figuren in der fiktiven „Brigsby Bear“-Serie spricht). Jeder, dessen Lieblingsserie vorzeitig abgesetzt worden ist, wird James‘ Leiden nachvollziehen können. 🙂


Natürlich habe ich längst nicht über alle Filme gebloggt, die ich dieses Jahr auf dem Filmfest gesehen habe. Ich habe mich meistens auf die Filme konzentriert, die mir gefallen haben (die größte Ausnahme dabei war „Rey“, mit dem ich überhaupt nichts anfangen konnte). Es gab dieses Mal nicht den einen Film, der mir am besten gefallen hat, so wie etwa letztes Jahr „Closet Monster“ oder vor drei Jahren „Under The Skin“. Meine beiden Lieblingsfilme in diesem Jahr waren wohl „Home“ und „The Death and Life of Otto Bloom“. Darüber hinaus haben mir „The Road to Mandalay“, „Handsome Devil“, „Prinzessinnen und Drachen“ und „Überleben in Neukölln“ sehr gut gefallen.

Copyright Bilder: Filmfest München

Star Wars: The Clone Wars – Season 6 („The Lost Missions“)

Dieser Blogpost enthält Spoiler zur 6. Staffel!

So langsam wird es ernst: „Star Wars: The Force Awakens“ ist nur noch 102 Tage entfernt. Am von Disney in „Force Friday“ umgetauftem letzten Freitag wurden die Spielzeugläden auf der ganzen Welt von einer riesigen Merchandise-Wellte zum Film überschwemmt und auch mehrere große Entertainment-Zeitschriften haben dem Film inzwischen Titelgeschichten gewidmet. Neben Actionfiguren und Raumschiffmodellen kamen am „Force Friday“ eine Reihe von Büchern in den Handel, die unter dem Motto „Journey to The Force Awakens“ erste Hinweise auf die Handlung des Films geben und vor allem (noch mehr) Lust auf ihn machen sollen. Da dachte ich mir, ich begebe mich auch hier im Blog auf eine solche Reise und bespreche in den gut drei Monaten bis zum großen Kinostart eine Reihe von „Star Wars“-Produkten. Den Anfang mache ich mit der sechsten (und leider letzten) Staffel von „The Clone Wars“. Demnächst wird es auch eine Rezension der ersten Staffel von „Rebels“ geben und vielleicht werde ich auch etwas zu einigen der neuen Bücher schreiben.

Direkt bevor ich mir Staffel sechs von „The Clone Wars“ vor kurzem angeschaut habe, habe ich mir noch einmal die ursprüngliche, leider etwas in Vergessenheit geratene „Clone Wars“-Miniserie (2003-2005) von Genndy Tartakovsky angesehen. Sie hat bis heute nichts von ihrem Charme verloren und sogar ein paar meiner liebsten „Star Wars“-Szenen zu bieten, z.B. wie Mace Windu im Alleingang eine ganze Droidenarmee vermöbelt oder wie General Grievous zu seinem aus „Die Rache der Sith“ bekannten Keuchen kommt. Im Vergleich zu den zweidimensionalen (aber wunderschönen!) Zeichnungen der alten Serie kamen mir der Look der neuen Klonkriegsabenteuer auf einmal so anders und richtig plastisch und real vor. Da die Produktion von „The Clone Wars“ nach der Übernahme Lucasfilms durch Disney leider eingestellt wurde, besteht die sechste und damit letzte Staffel aus nur 13 Folgen. Weitere, jedoch nicht fertig gestellte Episoden wurden als Bonusmaterial der DVDs/Blurays und auf starwars.com veröffentlicht.

„Have you seen this clone?“

Die ersten vier Episoden der Staffel bilden den „Order 66“-Handlungsbogen. Darin kommen die Jedi beinahe hinter das große Geheimnis der Klonarmee, nämlich den ihr einprogrammierten Verrat an den Jedi. Aber eben nur fast, denn man weiß natürlich von Anfang an, wie das Ganze ausgehen muss. Trotzdem ist die Geschichte spannend erzählt und mit temporeicher Action und einigen witzigen Figuren gewürzt. Die erste Folge beginnt mit einer eindrucksvollen Schlacht, die in jeder Hinsicht zeigt, was die Serie in ihrem sechsten Jahr so alles kann. Visuell ist das ganze äußerst beeindruckend und auch der Soundtrack mit seinen rockigen Anleihen kann hier überzeugen.
Während der Schlacht schießt ein Klonsoldat namens Tup eine Jedi nieder, zeigt danach aber Zeichen starker Verwirrung und kann sich an seine Tat nicht erinnern. Die Jedi wollen der Sache natürlich auf den Grund gehen und schicken Tup zur Untersuchung nach Kamino, wo die Klonsoldaten „hergestellt“ werden. Aber auch Kanzler Palpatine / Darth Sidious leitet Nachforschungen in die Wege, schließlich könnte ein zu frühes Ausführen seiner „Order 66“ seinen großen Plan gefährden, die Macht in der Galaxis an sich zu reißen.

Auf Kamino gelingt es Fives mit Hilfe eines etwas eigenwilligen Droiden, seinen Freund Tup zu retten, bevor die Kaminoaner dessen Hirn zur Untersuchung in Scheiben schneiden. Yoda beschließt unterdessen, Tup nach Coruscant bringen zu lassen, wo die Jedi ihn „mit der Macht“ untersuchen wollen. Wieder einmal wird dabei deutlich, wie sehr die Jedi in ihren Jahrtausende alten Traditionen und Denkweisen gefangen sind. Sie können sich anscheinend gar nicht vorstellen, dass die Bedrohung, der sie ausgesetzt sind, von innen kommt. Die Herkunft der Klonarmee haben sie von Anfang an kaum hinterfragt, sind aber nun mal auf sie angewiesen.
Fives und der Droide entdecken bei einer eigenen Untersuchung einen organischen Chip in Tups Gehirn. Wie die Kaminoaner später versichern, handelt es sich dabei um einen „structural inhibtor chip“, der in allen Klonen vorhanden ist und starke Aggressionen verhindern soll. Natürlich wissen sie als Schöpfer der Klone die Wahrheit, müssen diese aber vor den Jedi und der Republik verschleiern. (Kümmern sich die Kamionaner denn überhaupt nicht um die moralischen Konsequenzen ihrer Arbeit? Ist es ihnen vollkommen egal, dass sie lebende Wesen heranzüchten, die allein als Kriegsmaschinen dienen sollen und dann auch noch den Verrat an ihren Vorgesetzten mit eingebaut haben? Ich muss echt mal nachschauen, ob das schon in einem der „Star Wars and Philosophy“-Bücher behandelt wurde…)

In der letzten der vier Folgen gelingt Tup die Rückkehr nach Coruscant, wo er hofft, Palpatine und die Jedi die schreckliche Wahrheit über die Klonarmee klar machen zu können. Er kennt zwar längst nicht die ganze Wahrheit, stellt aber für Palpatines Pläne dennoch eine Gefahr dar. Schließlich muss er wieder flüchten und wird von den anderen Klonen gesucht (herrlich: Sie laufen mit einem Bild von Tup herum – der natürlich aussieht wie all die Millionen anderer Klonsoldaten auch – und fragen „Have you seen this clone?“)
Letztendlich behält erwartungsgemäß Palpatine die Oberhand und die Jedi können weiterhin nur Vermutungen darüber anstellen, wer denn überhaupt der Feind ist, den sie in diesem Krieg bekämpfen und was genau es mit den Klonen auf sich hat. Von dieser Vorhersehbarkeit der Geschichte einmal abgesehen ist der „Order 66“-Handlungsbogen aber sehr gut gelungen.

Galaktische Bankenrettung

Die nächsten drei Episoden spielen auf dem Planeten Scipio, wo der mächtige Bankenclan riesige Summen verwaltet. Senator Rush Clovis, ein alter Bekannter von Amidala, gibt an, über wichtige Informationen zu verfügen und die Korruption innerhalb des Bankenclans aufdecken zu können. Ich muss zugeben, dass ich selbst bei einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhängen meistens geistig abschalte, deshalb hat mich dieser Teil der Handlung nicht besonders interessiert. Aber da die Serie ja auch 10-jährigen Fans gefallen soll, die diese Aspekte wohl ebenfalls nicht verstehen, macht das bestimmt nichts. Jedenfalls hatte die erste der drei Folgen eine kreative und temporeiche Actionsequenz in Form einer Verfolgungsjagd in einer Art Bobbahn zu bieten.
In der zweiten Folge wird es schließlich interessant, als Obi-Wan Anakin auf seine Gefühle für Padmé und seine Eifersucht auf Clovis anspricht. Obi-Wan gibt offen zu, dass natürlich auch die Jedi nicht frei von Emotionen sind und er Gefühle für Satine hatte. Allerdings macht er Anakin auch klar, man dürfe als Jedi diesen Gefühlen nicht nachkommen und Anakin und Padmé dürften zwar Freunde sein, aber eben nicht mehr. Der arme Obi-Wan hat ja keine Ahnung, dass die beiden längst verheiratet sind… Höhepunkt der Episode ist die anschließende Prügelei zwischen Clovis und Anakin, die sich hier um Padmés Gunst streiten. Die wiederum stellt im Gespräch mit ihrem Mann schließlich fest, ihre Ehe sei zum Scheitern verurteilt, da sie auf Lügen und Geheimnissen aufbaue und auf diese Weise kein Vertrauen möglich sei. (Noch eine Anmerkung zu Clovis: Ich habe eben erst herausgefunden, dass Clovis – und einige andere Figuren aus „The Clone Wars“ – von Robin Atkin Downes gesprochen werden. Den kannte ich vorher aus Babylon 5; auch dort spielt er zwei verschiedene Rollen, unter anderem Byron, die wohl umstrittenste Figur der Serie.)
Bezüglich der ganzen Bankengeschichte stellt sich schließlich (für den Zuschauer) heraus, dass Clovis nur eine weitere Marionette im großen Plan von Palpatine / Darth Sidious ist. Dem obersten Kanzler der Republik gelingt es zum Schluss nämlich, die Banken unter seine persönliche Kontrolle zu bringen. „Long live the banks!“, ruft er dem jubelnden Senat zu. Trotz einiger schöner Actionszenen war dieser Handlungsbogen für mich der langweiligste der Staffel. Das liegt sicher auch daran, dass ich Clovis als Figur noch nie besonders interessant fand.

Jar Jar Binks und der Tempel des Todes

Dafür wird es in den nächsten zwei Folgen aber deutlich temporeicher und lustiger (allerdings auch alberner): Hier müssen nämlich Mace Windu und Jar Jar Binks auf eine gemeinsame Mission gehen. Die Königin des Planeten Bardotta, eine alte Freundin von Jar Jar, hat um Hilfe gerufen. Mehrere geistliche Anführer ihres Volkes sind spurlos verschwunden. Also macht sich das ungleiche Paar aus Jar Jar und Windu auf den Weg. Auf Bardotta angekommen, lernen wir, dass Jar Jar und die Königin mehr als nur Freunde waren; Jar Jar bekommt sogar eine Kussszene!
Mit der Wiedersehensfreude ist es aber bald vorbei, denn auch die Königin verschwindet plötzlich. Jar Jar und Windu stellen Nachforschungen an und stoßen auf einen geheimen Kult, dessen Mitglieder in einer riesigen Kammer unter dem Palast grausame Rituale durchführen. Die Szene beinhaltet außerdem eine Lavagrube, in darüber hängenden Käfigen gefangene Personen und einen Männerchor im Soundtrack – na, sind die Ähnlichkeiten zu Indiana Jones irgendjemandem noch nicht aufgefallen? Nachdem in „The Clone Wars“ ja schon zahlreichen anderen Filmklassikern Tribut gezollt wurde, gibt es nun also eine Hommage an „Temple of Doom“. Und die macht richtig Laune. Die lange Actionsequenz in besagter Lavakammer gegen Ende der Folge ist voller witziger Einfälle. In der zweiten Folge geht es dann munter weiter: Jar Jar und Windu verfolgen die Übeltäter auf einen anderen Planeten und kommen dahinter, dass diese in ihren Ritualen ihre Opfer der ihnen inne wohnenden Machtenergie berauben. Es gibt einen Kampf gegen große Steingiganten, weitere Verfolgungsjagden und schließlich weitere Indy-Anleihen, diesmal bei Teil 1. Zuletzt stellt sich heraus, dass eine alte Bekannte hinter all dem die Fäden zieht. Dieser Zweiteiler gehört vielleicht nicht zu den besten „Clone Wars“-Handlungbögen, wie etwa die Mortis-Trilogie aus Staffel 3 oder der nun folgende Yoda-Handlungsbogen, aber „Star Wars“ muss ja nicht immer große Mythen erzählen, sondern darf manchmal auch einfach nur Spaß machen, was hier definitiv der Fall ist.

Yoda und die ewige Ungewissheit

Nach diesen zwei spaßigen und abenteuerlichen Folgen wird es im letzten, vier Episoden umfassenden Handlungsbogen wieder deutlich ernster. Er beginnt mit einer Folge, in der das lange verschollene Raumschiff des verstorbenen Jedi-Meisters Sifo-Dyas gefunden wird. Wir erinnern uns: Sifo-Dyas war derjenige, der – ohne das Wissen des Jedi-Rats – auf Kamino die Klonarmee in Auftrag gegeben hat. (Wie er dafür bezahlen konnte, wird leider nicht geklärt.) Obi-Wan und Anakin erledigen ein wenig Detektivarbeit und kommen dabei endlich dahinter, dass Count Dooku der „Mann namens Tyranus“ ist und auch, dass Sifo-Dyas in dessen Auftrag gehandelt hat.
Spätestens hier müssten bei den Jedi eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen; schließlich sollte es einem zu denken geben, wenn man während eines Krieges feststellt, dass der Anführer der Gegenseite einem eine Armee geschenkt hat. Yoda und die übrigen Mitglieder des Rats sind deswegen auch durchaus besorgt, doch einmal mehr beschließen sie, diese Entdeckung geheim zu halten und abzuwarten, statt etwas zu unternehmen:

Yoda: „Our enemy created an army for us.“
Mace Windu: „If this was known, public confidence in the war effort, the Jedi and the Republic would vanish. There would be mass chaos.“
Yoda: „Cover up this discovery, we must. No one, not even the chancellor, may know.“

Die Sorge, es würde ein Massenchaos ausbrechen, wirkt ein wenig zu allgemein und unbegründet. Natürlich dürfen die Jedi genau auch hier keine wirklich große Entdeckung machen, um den kommenden Ereignissen in Episode III nicht zu widersprechen. Insofern leidet auch diese Folge unter der Vorhersehbarkeit, die nun einmal gegeben ist, wenn man die Vorgeschichte zu einer bereits bekannten Geschichte erzählt. Immerhin wird aber deutlich, in welcher Zwickmühle sich die Republik und die Jedi befinden: Einmal in den Krieg hineingezogen, müssen sie nun auch kämpfen. Die Hintergründe der Klonarmee mögen teilweise im Dunkeln liegen, doch wie Yoda feststellt, sind sie auf sie angewiesen. Die einzige Möglichkeit, die der Republik noch bleibt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, ist die, den Krieg möglichst schnell zu gewinnen, bevor die Pläne ihres Feindes Früchte tragen. Wie sehr die Jedi aber längst zu Marionetten ihres Feindes geworden sind, ahnt Yoda nicht. Er und die Jedi wissen ja noch nicht einmal, wer eigentlich dieser große Feind ist, der den Krieg angezettelt hat und den sie nun bekämpfen.

In den nun folgenden drei Episoden beschließt Yoda, all diesen unklaren Fragen weiter nachzugehen – durch Meditation. Und als man gerade die Hände über dem Kopf zusammen schlagen will, weil sich der weise Jedi-Meister hier einmal mehr in die nebulösen Weiten der Macht zurückzieht, statt aktiv zu werden, macht er eine auch für ihn höchst unerwartete Entdeckung: Der von Darth Maul getötet Qui-Gon Jinn spricht zu ihm. Yoda ist zunächst misstrauisch – jegliches Leben nach dem Tod ist den Jedi bislang unbekannt. Deshalb kann er nicht glauben, dass es Qui-Gon gelungen ist, sein Bewusstsein über den eigenen Tod hinaus zu erhalten, schließlich werden Jedi nach dem Tod zwar ein Teil der „kosmischen Macht“, doch gehen sie in dieser auf, ohne als individuelles Bewusstsein erhalten zu bleiben. Doch Qui-Gon ist dies nicht nur gelungen, er will auch Yoda in dieser Technik unterweisen. Doch Yoda ist zunächst einmal sehr aufgewühlt durch seine Entdeckung. Er und die übrigen Ratsmitglieder befürchten eine Täuschung durch die Sith. Yoda wird in eine tiefen Trancezustand versetzt und Qui-Gon nimmt erneut Kontakt zu ihm auf: „Come to Dagobah“, fordert er ihn auf (Qui-Gon wird übrigens tatsächlich von Liam Neeson gesprochen, was hier auch fast unabdingbar ist, schließlich ist er die meiste Zeit über nur als körperlose Stimme zu hören).
Kann man Dagobah eigentlich nur finden, wenn man von toten Jedi-Meistern dazu aufgefordert wird, den Planeten aufzusuchen? Ein faszinierender Gedanke… Jedenfalls betritt Yoda dort jene Höhle, in der einst auch Luke Skywalker eine finstere Vision haben wird. Er erblickt eine düstere Zukunft und sieht unter anderem den Kampf der Jedi gegen die Klonsoldaten voraus.
In der nächsten Folge schickt Qui-Gon ihn auf einen weiteren Planeten, auf dem es von Leben nur so wimmelt. Dort trifft er auf Wesen, die es geschafft haben, ihr Bewusstsein über den Tod hinaus zu erhalten. Sie erklären Yoda, man müsse sich selbst gut kennen und sich seinen Ängsten stellen, um beim Tod loslassen und ihn so überdauern zu können. Yoda, der diese Hürden schon gemeistert zu haben glaubt, antwortet etwas arrogant: „A Jedi Master I am. Know all that dwells within me, I do. Mastered my weaknesses and conquered my fears, I have.“ Diesen Worten muss er anschließend Taten folgen lassen, als er gezwungen wird, gegen eine dunkle Version seiner selbst zu kämpfen. Erst als ihm dabei klar wird, dass dieses andere Ich gar nicht bekämpfen, sondern es akzeptieren muss, gelingt ihm der Sieg. Wie zur Belohnung hat er eine weitere Zukunftsvision, in der er den Angriff auf den Jedi-Tempel vorhersieht (musikalisch unterlegt mit dem aus Episode III bekannten „Battle of the Heroes“-Thema). Es folgt eine weitere Vision, in der die Klonkriege nie stattgefunden haben, Qui-Gon noch am Leben und Count Dooku noch ein Mitglied des Jedi-Ordens ist. Doch Yoda erkennt die Täuschung dieser Bilder und widersetzt sich ihnen. Ein letztes Mal wird er auf einen neuen Planeten weiter geschickt. Nun führt ihn seine Reise nach Moraband, die Heimatwelt der Sith. (Die „Clone Wars“-Macher wollten sich hier anscheinend vom alten Expanded Universe abgrenzen, wo diese Welt noch als Korriban bekannt war.)
Als Yoda auf Moraband ankommt, hat man schließlich den Eindruck, er sei in Moria gelandet. Denn er trifft auf ein Grab, dass starke Ähnlichkeiten zu Balins Grab im ersten „Herr der Ringe“-Film aufweist. Noch dazu erscheint kurz danach eine flammendurchzogene, leicht an den Balrog erinnernde Gestalt. Doch bei dieser handelt es sich um den Geist von Darth Bane, jenem Sith-Lord, der einst die Regel der Zwei eingeführt hat (und hier von keinem geringeren als „Luke Skywalker“ Mark Hamill gesprochen wird). Im Gespräch zwischen Yoda und Bane wird klar, dass die Sith die Möglichkeit eines Lebens nach dem Tod kategorisch ausschließen und für lächerlich erachten. (Warum dann aber anscheinend der schon lange tote Darth Bane hier mit Yoda reden kann, wird nicht erklärt…)
Was dann folgt, ist ein atemberaubender Shodown. Darth Sidious und Darth Tyranus spüren auf Coruscant Yodas Anwesenheit auf Moraband und wollen ihn durch ein Ritual „brechen“. Im Zuge dieses Rituals wird Yoda einmal mehr von Visionen ereilt, in denen er gegen Sidious persönlich kämpft, ohne jedoch einen Blick auf dessen wahres Gesicht erhaschen zu können. Erwartungsgemäß endet jedoch auch diese Konfrontation mit einem Unentschieden und bringt für Yoda keine neuen Erkenntnisse.

Nach all diesen Strapazen wird Yoda mit der Ankündigung belohnt, nun endlich die angekündigte Unterweisung durch Qui-Gon zu erhalten. Damit wäre nun auch geklärt, wie Yoda in Episode III überraschend von seinem Kontakt mit Qui-Gon berichten konnte und sich seinerseits bereit erklärte, sein Wissen an Obi-Wan weiter zu geben. (Es stellt sich allerdings die Frage, warum er nicht schon früher ein paar Jedi in der doch recht praktischen Technik des Lebens nach dem Tod unterwiesen hat. Vielleicht war in der Hektik des Kriegs einfach keine Zeit dafür.)
Der Yoda-Handlungsbogen ist der mit Abstand beste dieser kurzen letzten Staffel. Zwar leidet auch er – genau wie die „Order 66“-Handlung – unter einer gewissen Vorhersehbarkeit. Dafür werden hier aber die Philosophie der Jedi und die Mystik um die Macht überzeugend ausgebaut und es gelingt, eine durchgehend spannende und düstere Atomosphäre aufrecht zu erhalten.

Das Ende von „The Clone Wars“

Am Ende wird Yoda gefragt, ob er von seiner Reise irgendwelche Erkenntnisse darüber mitgebracht habe, wie der Krieg zu gewinnen sein. Er antwortet:

„No longer certain that one ever does win a war, I am. For in fighting the battles, the bloodshed, already lost we have. Yet open to us, a path remains that unknown to the Sith is. Through this path, vicory we might yet find. Not victory in the Clone Wars, but victory for all time.“

Das sind passende Schlussworte für die Serie, die damit leider ihr zu frühes Ende findet. „The Clone Wars“ wurde von Staffel zu Staffel immer besser. In ihrer Thematik und Atmosphäre wiesen die Episoden zunehmend eine immer größere Bandbreite auf. Die Hauptcharaktere wurden überzeugend ausgebaut und gerade die anfangs von den Fans misstrauisch beäugte Ahsoka entwickelte sich nicht nur zu einer der beliebtesten Serienfiguren, sondern sogar zu einer der beliebtesten „Star Wars“-Figuren überhaupt. Immerhin wurde durch das Ende der fünften Staffel noch geklärt, warum sie in „Die Rache der Sith“ nicht mehr an Anakins Seite ist (und ganz aus dem „Star Wars“-Universum verschwunden ist sie ja auch nicht…).
Die Blurays der sechsten Staffel enthalten als Bonus noch die „Story Reels“ vier weiterer Episoden. Dabei handelt es sich quasi um Animatics, also bewegte Storyboards. Da diese Story Reels aber bereits fertig vertont sind (Dialoge, Musik und Soundeffekte sind komplett), wirken sie – von der unfertigen Optik abgesehen – fast wie fertige Episoden. Bei diesen vier Folgen handelt es sich um den „Utapau“-Handlungsbogen, in dem Anakin und Obi-Wan dahinter kommen, dass General Grievous einen riesigen Kyber-Kristall kaufen möchte. Es wird nie explizit erwähnt, doch der belesene „Star Wars“-Fan kann sich schnell zusammen reimen, dass dieser Kristall im Superlaser des Todessterns eingesetzt werden soll. Interessant ist zudem, dass hier erstmals seit Ahsokas Ausscheiden aus dem Jedi-Orden über Anakins Gefühle diesbezüglich gesprochen wird.
Auf starwars.com sind Story Reesls eines weiteren Handlungsbogens veröffentlicht worden, die ich mir aber noch nicht angeschaut habe. Wer sich dafür interessiert, welche Geschichten für die sechste, siebte und achte Staffel der Serie außerdem noch in Planung waren, dem empfehle ich diesen ausführlichen Blogpost. Immerhin sind ein paar dieser Geschichten nun in anderen Medien erzählt worden. „The Clone Wars“ ist also leider zu früh zu Ende gegangen, doch mit „Star Wars: Rebels“ haben wir inzwischen eine neue, aufregende Serie, über deren erste Staffel ich demnächst einen Blogpost schreiben werde.

Star Wars: The Force Awakens – Der zweite Teaser

Was für ein Tag! Pünktlich um 19 Uhr habe ich mich heute vor den Fernseher gesetzt, um mir den Live-Stream von der Star Wars Celebration in Anaheim anzuschauen. Die Convention wurde dort vormittags mit einem Panel eröffnet, für das Regisseur/Co-Autor/Produzent J.J. Abrams und Produzentin Kathleen Kennedy als Gäste angekündigt waren. Hunderte Fans übernachteten extra vor der Halle, um auch ja eines der begehrten Armbänder zu erhalten, die einem Einlass gewährten. Zusätzlich wurde das Panel live in Kinos auf der ganzen Welt übertragen. In Deutschland war leider nur ein Kino in Berlin dabei, aber glücklicherweise wurde vor ein paar Tagen auch ein Internet-Live-Stream angekündigt. So konnte jeder das Panel live zuhause mit verfolgen. (Auch weiterhin überträgt der offizielle Star Wars-YouTube-Kanal live von der Celebration, darunter zum Beispiel am Freitagabend um 22:30 Uhr deutscher Zeit das Panel mit Carrie Fisher. Eine Übersicht der wichtigsten Panels findet sich z.B. hier; wenn ein Live-Stream angekündigt ist, ist das dort beim jeweiligen Panel vermerkt. Auch auf der offiziellen Star Wars-Seite sind die Termine aufgeführt.)

Der Moderator des Panels begrüßte zunächst Abrams und Kennedy zu einem Interview auf der Bühne. Die erste größere Neuigkeit, die dabei zutage trat: Bei dem im ersten Teaser zu Episode VII gesehenen Wüstenplaneten handelt es sich nicht um Tatooine, sondern um einen Planeten namens Jakku. Später gesellten sich zwei Mitglieder des R2-D2 Builders Club dazu, die Kathleen Kennedy auf der Celebration Europe vor zwei Jahren mit ihren selbst gebauten Droiden so sehr beeindruckt hatten, dass sie sie als „offzizielle Droidenbauer“ zum Film holte. Die beiden brachten den echten R2 aus dem Film mit – ein erster Gänsehautmoment, der aber sogleich getoppt wurde, als tatsächlich auch BB-8 auf die Bühne gerollt kam, der aus dem Teaser bekannte „Kugel-Droide“. Abrams hatte zuvor wieder einmal betont, wie wichtig es ihm gewesen sei, für den Film so viel wie möglich wirklich zu bauen, statt es nachträglich per Computer einzufügen. BB-8 auf der Bühne herum rollen zu sehen, war ein fast schon magischer Moment, schließlich hatte ich mich wie viele andere Fans gefragt, ob es überhaupt möglich sei, einen solchen Droiden zu bauen und ob er im Film nicht doch nur eine CGI-Figur sei. Aber nein, es gibt ihn wirklich! Und obwohl wir ihn noch kaum kennen, gehört er schon fest ins Star Wars-Universum.

Anschließend kamen die drei Hauptdarsteller des Films auf die Bühne: Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac. Alle drei waren bereits im ersten Teaser zu sehen und durften nun ein paar weitere Infos über ihre Figuren Rey, Finn bzw. Poe Dameron verraten. Auf diese Weise erfuhr man ein klein wenig über die Handlung des Films, aber nichts wirklich Handfestes. Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob der von Boyega gespielte Sturmtruppler nun einer von den Guten oder von den Bösen ist.

Bereits zu Beginn des Panels hatte Kathleen Kennedy angekündigt, Harrison Ford würde nicht auf der Celebration zu Gast sein. Wirklich gerechnet hatte wohl auch niemand mit ihm, schließlich war er – im Gegensatz zu Mark Hamill und Carrie Fisher – nicht als Gast angekündigt, hat noch nie eine Star Wars-Convention besucht und wurde zudem vor wenigen Wochen bei einem Flugzeugabsturz verletzt. Anscheinend war aber tatsächlich geplant gewesen, ihn auf der Celebration auftreten zu lassen. Kennedy versprach jedenfalls, Ford werde bei den zukünftigen Promotion-Events um den Film eine aktive Rolle spielen.

Ford kam also nicht, dafür aber Anthony Daniels (C-3PO), Peter Mayhew (Chewbacca), Mark Hamill (Luke Skywalker), und Carrie Fisher (Leia). Leider versagte zu diesem Zeitpunkt meine Internetverbindung, so dass ich nicht sehen und hören konnte, was die Star Wars-Veteranen erzählten. Dank Twitter wurde ich aber trotzdem auf dem Laufenden gehalten und erfuhr so unter anderem, dass Carrie Fisher verriet, Leia werde im neuen Film weder ihre berühmte Schneckenfrisur tragen noch im Metallbikini zu sehen sein. Auch die „Erstaustrahlung“ des neuen Trailers (eigentlich ist es ja nur ein weiterer Teaser) bekam ich nicht live mit, aber zum Glück wurde er sofort nach seiner Premiere auf der Celebration offiziell ins Internet gestellt.

Meine Reaktionen beim ersten Anschauen des Teaser habe ich nicht in einem Video festgehalten, wie man das heute zu machen pflegt. Gleich nach dem ersten Anschauen habe ich den Teaser noch einmal gestartet, dann noch einmal und dann noch einmal. Jedes Mal bin ich näher an den Fernseher heran gerückt und jedes Mal wurde das Grinsen auf meinem Gesicht breiter. Die Macht erwacht tatsächlich wieder! Was für ein unbeschreibliches Gefühl, Luke Skywalkers Stimme zu hören und am Ende Han Solo zu sehen!

Da ich mich von Spoilern aller Art fern halte, weiß ich über die Handlung des Films nur das, was offiziell bekannt gegeben worden ist. Umso mehr Spaß macht es aber, beim Anschauen des Teaser zu spekulieren, wer die Figuren sind und was in den gezeigten Szenenausschnitten vorgeht. Der Teaser beginnt mit einem Kameraschwenk über die Wüste (wie wir ihn ähnlich übrigens auch im ersten Trailer zu Episode I gesehen haben). In der Ferne rast ein Speeder über den Sand, im Vordergrund ist ein abgestürzter X-Wing zu sehen. Gerade als man sich fragt, wie es denn wohl zu diesem Absturz gekommen ist, schwenkt das Bild noch weiter nach rechts und wir sehen im Hintergrund einen abgestürzten Sternenzerstörer, der sich scheinbar halb in den Sand gebohrt hat!

01Jakku ist die Heimat von Daisy Ridleys Figur Rey. Ridley beschrieb sie als auf einem Raumschifffriedhof lebende „scavenger“, man kann also davon ausgehen, dass sie Schrott sammelt. Sind die abgestürzten Raumschiffe Überbleibsel einer Raumschlacht? Wohnt Rey vielleicht in dem Sternenzerstörer? Und ist sie mit den Javas verwandt, jenen Schrott sammelnden Wüstenbewohnern von Tatooine? 😉 Zu dieser ersten Einstellung ertönt John Williams‘ „Force Theme“ (eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Episode I-Trailer). Anschließend wird das Bild schwarz und wir hören Luke Skywalkers Stimme, die ein paar aus Episode VI bekannte Worte wiederholt: „The Force is strong in my family…“ Das darauf folgende Bild zeigt uns den verbrannten, halb geschmolzenen Helm von Darth Vader.

02Der Helm scheint auf einer Art Sockel zu liegen, wie ein Ausstellungsstück. Befindet er sich in einem Museum? (Ich höre Indiana Jones rufen: „It belongs in a museum!“) Oder ist er Teil einer privaten Sammlung? In wessen Besitz befindet er sich? (Der Collector aus dem Marvel-Universum wird es ja wohl nicht sein…) Der Anblick des Helms löst in jedem Star Wars-Fan starke Gefühle aus und stellt eine Verbindung zu den alten Filmen her. Ich war in erster Linie überrascht davon, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir ihn im Film sehen würden. Zwar bin ich wie gesagt fast komplett spoilerfrei, aber könnte es sein, dass der Bösewicht des Films gewisse Reliquien sammelt…?
In dieser Szene wird übrigens auch deutlich, dass John Williams auch für diesen Teaser wieder neue Musik komponiert und mit einem Orchester aufgenommen hat. Während das „Force Theme“ aus der ersten Einstellung noch bekannt ist, ist die Musik die nun folgt gänzlich neu.

Dann die nächste Einstellung. Luke Skywalkers Voice-Over geht weiter: „I have it.“ Dazu sehen wir R2-D2 in scheinbar feuriger Umgebung und eine in einen Umhang gehüllte Gestalt, die eine Hand auf den Droiden legt.

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDie von links ins Bild sprühenden Funken lassen sofort Erinnerungen an Mustarfar wach werden, jenen Planeten auf dem das Duell zwischen Anakin Skywalker/Darth Vader und Obi-Wan Kenobi stattfand. Die Person neben R2 scheint Luke zu sein, schließlich erscheint die Szene, als man von ihm gerade „I have it“ hört. Bei der Hand handelt es sich um eine künstliche, wie Luke ja eine hat, seit Darth Vader ihm im Duell seine echte abgetrennt hat. Nur ist die Hand im Teaser nicht von künstlicher Haut oder einem Handschuh bedeckt.

Lukes Voice-Over geht weiter mit den Worten „My sister has it“. Dazu sehen wir, wie ein Lichtschwert von einer Person an eine andere weiter gegeben wird.

Star Wars: The Force AwakensPh: Film Frame©Lucasfilm 2015Es scheint sich dabei um Anakin Skywalkers Lichtschwert zu handeln, das Obi-Wan Kenobi auf Mustarfar an sich genommen und später in Episode IV an Luke weitergegeben hat. Da Luke es in der Hand hielt, als diese ihm von Darth Vader abgeschlagen wurde, schien es danach auf Bespin verloren zu sein. Nun macht es den Anschein, als sei es gefunden worden. Aber von wem? Und an wen wird es hier weiter gegeben? Das Voice-Over deutet an, dass Leia die Empfängerin des Lichtschwerts ist. Werden wir also Leia als Jedi – und mit einem Lichtschwert kämpfen – sehen?

Nun werden die Worte Luke Skywalker so richtig interessant. „You have that power, too“, sagt er. Aber zu wem? Der Kontext legt nahe, dass es sich um eine weitere Person aus der Skywalker-Familie handelt. Hat Luke einen Sohn oder eine Tochter? Haben Han und Leia Kinder? Spricht er zu Rey (Daisy Ridley)? Oder doch zu der von Domhnall Gleeson gespielten Figur, die man bislang noch nirgends gesehen hat? Aufgrund seines Aussehens wurde ja gemutmaßt, er spiele Luke Skywalkers Sohn. Leider folgt auf Lukes Worte keine Einstellung, die diesbüglich Schlüsse weitere zulässt. Statt dessen werden die Worte „This Christmas“ eingeblendet. Danach sehen wir eine Staffel X-Wings über das Wasser rasen, ähnlich der aus dem ersten Teaser bekannten Szene. Wie im ersten Teaser folgt darauf eine Einstellung von Poe Dameron im Cockpit seines X-Wings. Dieses Mal darf Oscar Isaac einen Freudenschrei loswerden.

Anschließend folgt eine kurze Einstellung des vermeintlichen Hauptbösewichts des Films, der mit seinem roten Lichtschwert zuschlägt. Um ihn herum scheint es zu brennen, außerdem sind Sturmtruppler hinter ihm zu erkennen. Gehören die Sturmtruppen weiterhin zu den Bösen und dienen sie dem Träger des roten Lichtschwerts? Ist das Imperium immer noch der Gegner der Hauptfiguren? Die nächste Einstellung zeigt Rey, Finn und BB-8, die vor einer Explosion oder einem Angriff davon rennen. Dann gibt es wieder ein ganz besonders interessantes Bild, das erneut den Bösewicht zeigt.

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDie Einstellung scheint aus derselben Szene zu stammen wie die ein paar Sekunden vorher. Bekannt ist inzwischen der Name der Figur: Kylo Ren. Wahrscheinlich wird er von Adam Driver gespielt. Aber um wen genau handelt es sich hier? Um einen Sith? Einen abtrünnigen Jedi? Ist Kylo womöglich Lukes oder Leias Sohn, der der dunklen Seite der Macht verfallen ist? Ist er derjenige, der Artefakte wie Vaders Maske sammelt? Und warum trägt er selbst eine Maske? Bei genauerer Betrachtung der Einzelbilder dieser Szene fällt zudem auf, dass die Sturmtruppen im Hintergrund eine Gruppe von Personen gefangen zu halten scheinen.

Weiter geht es mit einer Einstellung, die all diejenigen eines Besseren belehrt, die gedacht haben, das Imperium spiele im neuen Film keine große Rolle mehr. Hier sehen wir einen großen Truppenaufmarsch vor einem schneebedeckten Gebirge.06Wie im ersten Teaser sind wieder die neuen TIE-Fighter mit den hellen bzw. halbtransparenten Seitenflächen zu sehen. Auch das neue Design der Sturmtruppen erkennt man hier gut. Mir gefallen diese Änderungen. Sie zeigen, dass es sich immer noch um dieselbe weit, weit entfernte Galaxis handelt, in der allerdings einige Jahrzehnte vergangen sind, seit dem wir sie zum letzten Mal gesehen haben. Im Hintergrund sehen wir ein großes rotes Banner mit einem Emblem, das dem Zeichen des Imperiums nur entfernt ähnlich sieht. Ob es also für das Imperium steht, wird sich zeigen müssen. Interessant ist auf jeden Fall auch die schwarz-weiß-rote Farbgebung der Einstellung, die zusammen mit dem Truppenaufmarsch Assoziationen zum Dritten Reich weckt. Ein Detail, das man beim ersten Anschauen leicht übersieht, findet sich zudem in der Mitte des Bildes: Auf der Plattform scheint eine Person zu stehen, die zu den Sturmtruppen spricht. Um wen handelt es sich dabei? Um den neuen Anführer des Imperiums? Ist es Kylo Ren? Auf welchem Planeten spielt sich die Szene ab? Handelt es sich dabei um das neue Zentrum des Imperiums?

Es folgt eine kurze Einstellung von Rey, in der Daisy Ridley wieder einmal große Ähnlichkeit zu Natalie Portman aufweist. Dann sehen wir zwei TIE-Fighter durch den Himmel (nicht durch den Weltraum) rasen. Die nächste Einstellung zeigt einen Kampf in einem Hangar, womöglich auf einem Sternenzerstörer.

07Diese Szene erinnert mich ein wenig an den Beginn von Episode III, wo man in einigen Einstellungen ähnliche Bilder sieht. Gegen wen kämpfen die Sturmtruppen hier wohl? Als nächstes sieht man Finn in seiner Sturmtrupplerrüstung, wie er den Helm abnimmt. Dann folgt eine wirklich coole Einstellung, in der einige Raumschiffe auf einen Sternenzerstörer zu fliegen.

09Ich finde das deshalb so cool, weil das Gezeigte auch hier sofort wieder Erinnerungen an die alten Filme weckt, man aber gleichzeitig merkt, das irgendetwas anders aussieht. Auch die Raumschiffe des Imperiums haben sich weiter entwickelt. Aber wenn das hier schon cool ist, was ist dann erst die nächste Szene?

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTWie geil ist das denn? Ein Chrom-Stormtrooper! Handelt es sich um einen Anführer á la General Grievous? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Chromrüstung beim Imperium zur Standardausrüstung gehört. Vielleicht ist dieser Chromtruppler ein Kopfgeldjäger. Soweit ich aus den sehr wenigen Gerüchten, die ich mitbekommen habe, weiß, ist der Name dieser Figur Captain Phasma. Ist das die von Gwendoline Christie gespielte Figur, steckt also eine Frau unter der Rüstung? Der Charakter sieht wirklich verdammt cool aus, nicht zuletzt auch dank des Capes.

Es folgt BB-8, der anscheinend an Bord des Millennium Falcom vorsichtig um eine Ecke lugt. Warum wohl?

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDann sehen wir noch einmal Rey und anschließend Finn, der (wahrscheinlich von Rey) eine Hand gereicht bekommt. Weiter geht es mit Szenen aus der Verfolgungsjagd zwischen dem Falken und einigen TIE-Fightern, auf die wir schon im ersten Teaser einen Blick erhaschen konnten. Dieses Mal sehen wir aber noch mehr davon – und auch das ist wieder verdammt cool (auch auf die Gefahr hin, diesen so uncool veralteten Ausdruck hier zu überstrapazieren).

STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHTDer Falke und die TIE-Fighter rasen nämlich tatsächlich durch die Triebwerke eines abgestürzten Supersternenzerstörers und in das Innere des riesigen Raumschiffs hinein. In der nächsten Einstellung sehen wir kurz einen der TIE-Piloten, bevor wir noch einmal einmal einen Blick auf die durch das Raumschiff rasenden Schiffe werfen dürfen. Die Szene erinnert an die Verfolgungsjagd, die sich der Falke in Episode VI im Inneren des Todessterns mit einigen TIE-Fightern geliefert hat. Das alles spielt sich wohl auf demselben Schrottplatzplaneten namens Jakku ab, auf dem auch Rey zu Beginn des Films lebt.
Dann wird das Bild wieder schwarz…und wir hören eine weitere altbekannte Stimme. Es ist Han Solo! „Chewie…“, sagt er, bevor die Szene eingeblendet wird und wir tatsächlich Han Solo und Chewbacce zu sehen bekommen!

12„…we’re home“, beendet Han Solo seinen Satz und ganz genauso fühlt man sich auch beim Betrachten dieser Szene. Han Solo ist um dreißig Jahre älter, aber es ist unverkennbar Han Solo. Chewie neben ihm hat die Armbrust schussbereit; die Pose erinnert an bekannte Promo-Fotos des allerersten Star Wars-Films. Im Gegensatz zu Han Solo finden sich bei Chewbacca kaum graue Haare, aber hey, er ist ja schließlich auch ein Wookiee und war bereits in Episode IV etwa 200 Jahre alt. Da machen 30 Jahre keinen so großen Unterschied. Hans „We’re home“ bezieht sich anscheinend darauf, dass sich die beiden wieder an Bord des Millennium Falcon befinden, was die interessante Frage aufweist, ob Han Solo seine alte Mühle lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen hat. Hat er den Falken etwa bei einem Sabacc-Spiel wieder verloren? Ist das Schiff gestohlen worden? Kam es durch noch unbekannte Umstände nach Jakku zu Rey? Oder interpretiere ich hier zu viel in Han Solos Worte hinein? Allerdings scheinen ja sowohl Chewie als auch Han ihre Waffen schussbereit zu haben? Sind sie also gerade dabei, sich ihr Raumschiff zurück zu erobern?

Ich kann es kaum erwarten, Antworten auf all diese Fragen zu bekommen. Die möchte ich aber auch erst bekommen, wenn ich im Dezember den Film sehe. Ich werde mich also weiter möglichst weit fern von Spoilern halten und nur die offiziell veröffentlichten Bilder, Texte und Trailer anschauen. Ich vertraue J.J. Abrams, dass er nicht zu viel verrät und entscheidene Handlungselemente, Figuren und Szenen noch bis zum Filmstart geheim hält. Der Teaser hat mir jedenfalls wahnsinnig gut gefallen. Er fühlt sich einfach vollkommen nach dem alten Star Wars an und fügt behutsam neue Elemente dazu.

Hier ist übrigens noch die deutsche Version des Teasers, die überraschenderweise noch einmal eine ganz andere Wirkung auf mich hatte. Obwohl ich seit Jahren Filme nur noch in der Originalfassung anschaue, kriege ich die deutschen Synchronfassungen der alten Star Wars-Filme nämlich nicht mehr aus dem Kopf, weil ich die als Teenager so oft gesehen habe. Deswegen fühle ich mich sofort an diese Zeit erinnert, wenn ich Luke Skywalkers deutsche Stimme höre: „Die Macht ist stark in meiner Familie…“

Noch 244 Tage….

 

Bilder: Copyright Lucasfilm / Disney 2015

May the 4th be with you – Diskussion der „Star Wars“-Neuigkeiten der letzten Tage

Heute ist der 4. Mai, der schon seit einigen Jahren als inoffizieller „Star Wars-Feiertag“ gefeiert wird, allein aufgrund des lustigen Wortspiels „May the 4th be with you!“. Ich persönlich habe früher zumindest eigentlich immer den 25. Mai als „Star Wars-Tag“ empfunden, also den Tag, an dem „Star Wars“ 1977 in die US-Kinos kam. Aber gut, ich beuge mich der Mehrheit und will den heutigen Tag nicht verstreichen lassen, ohne zumindest irgendetwas über „Star Wars“ geschrieben zu haben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in nächster Zeit mehrere verschiedene Blogpost über „Star Wars“ zu schreiben, die verschiedene Aspekte des Themas beleuchten. Aber da ich diesen Plan wahrscheinlich sowieso nicht einhalte, kann ich auch gleich etwas von all den Themen in diesen Post hier stecken (und ja trotzdem noch öfter über „Star Wars“ bloggen).

Die Bekanntgabe der Besetzung von Episode VII

Zur Feier des Tages zeigen viele Kinos auf der ganzen Welt dieses Wochenende die sechs Episoden endlich mal wieder auf der großen Leinwand. In München läuft die Saga leider nur in der deutschen Fassung, deswegen bin ich nicht im Kino. Die Original-Trilogie würde ich aber schon gerne mal wieder auf der großen Leinwand erleben, schließlich habe ich sie zum letzten Mal 1997 im Kino gesehen. Die wirklich große Nachricht der letzten Tage war aber natürlich die Ankündigung des Casts von Episode VII auf starwars.com. Eigentlich haben alle erst heute, am 4. Mai, mit dieser Nachricht gerechnet, doch letztendlich hat Disney die Katze ein paar Tage früher aus dem Sack gelassen – wahrscheinlich weil man die Rückkehr von Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford sowieso nicht mehr geheim halten konnte, nachdem alle drei schon mehrere Tage vor der Bekanntgabe in London gesichtet worden waren und immer mehr Gerüchte über eine erste Drehbuchlesung des gesamten Casts die Runde machten. Von dieser Lesung stammt dann auch das einzige offizielle Foto, auf dem man fast alle der angekündigten Schauspieler, sowie Regisseur/Drehbuchautor J.J. Abrams, die Produzenten Bryan Burk und Kathleen Kennedy und den Drehbuchautoren Lawrence Kasdan („The Empire Strikes Back“, „Raiders of the Lost Ark“) sehen kann. Ein bisschen sieht es aus, als säßen sie alle in einem noch nicht für die Eröffnung bereiten IKEA-Kaufhaus auf billigen Sofas herum. Genau wie Millionen anderer Fans werde auch ich dieses Foto in den kommenden Monaten wohl immer und immer wieder anstarren und mir dabei vorstellen, welche Rollen die neuen Darsteller spielen und welche Texte sie da lesen…

Luke, Han und Leia werden also in Episode VII wieder mit dabei sein, 30 bis 35 Jahre älter als bei ihrem letzten Auftritt in „Return of the Jedi“. Weitere alte Bekannte, die erneut mit von der Partie sind, sind Anthony Daniels als C-3PO, Kenny Baker als R2-D2 und Peter Mayhew als Chewbacca. Dass man Kenny Baker extra als offizielles Mitglied des Casts auflistet, finde ich irgendwie süß – schließlich wurde er bereits bei den Dreharbeiten der Prequel-Trilogie nur für eine Handvoll Szenen in R2s blecherne Eingeweide gesteckt und ist als Darsteller heute schlicht und einfach überflüssig. Zudem wird der Mann diesen Sommer 80 Jahre alt und würde sich die Tortur, für Dreharbeiten tagtäglich stundenlang in R2s Innerem zu stecken, sicherlich nicht mehr antun wollen. Aber wie gesagt ist es eine nette Geste, ihn auf die Liste der Darsteller zu setzen, auch wenn R2-D2 nur als ferngesteuertes Modell und in CGI-Form im Film auftauchen wird.

Ich will vor dem Kinostart von Episode VII am liebsten noch überhaupt nichts über die Story wissen, aber eine Vorhersage wage ich jetzt schon mal zu treffen: Han Solo wird sterben. Es ist bekannt, dass Harrison Ford bereits bei den Dreharbeiten zu „Return of the Jedi“ versucht hat, George Lucas davon zu überzeugen, seine Figur sterben zu lassen, da er Hans Entwicklung als abgeschlossen betrachtete und ihm einen Heldentod schenken wollte. Doch Lucas sträubte sich gegen diese Idee und ließ Han leben. Da die kommende Sequel-Trilogie zwar unsere alten Helden zurückbringt, aber auch eine neue Generation von Helden und Schurken vorstellen soll, die Han, Luke und Leia ablösen, scheint es eigentlich nur logisch zu sein, dass mindestens einer der „großen Drei“ dran glauben muss. Harrison Ford hat in Interviews immer wieder Desinteresse und Unlust bekundet, wenn es um das Thema „Star Wars“ ging, ich könnte mir also gut vorstellen, dass er nur unter der Bedingung zugesagt hat, dass es bei einem einzigen weiteren Film für ihn bleibt. Andererseits könnte es aber auch gut sein, dass Luke Skywalker in Episode VII das Zeitliche segnen wird, gerade wenn man sich zumindest Geroge Lucas‘ Vorliebe für Parallelen zwischen den Filmtrilogien anschaut: In den ersten beiden Filmen der bisherigen Trilogien stirbt jeweils der weise Jedi-Mentor (Qui-Gon Jinn bzw. Obi-Wan Kenobi) und diese Rolle wird nun wohl Luke ausfüllen. Dass mehr als einer der großen Drei pro Film stirbt, kann ich mir allerdings schlecht vorstellen (und es sei noch angemerkt, dass George Lucas zwar einen kurzen Handlungsabriss für Episode VII vorgelegt hat, ansonsten mit dem Drehbuch oder dem Film überhaupt außer einer „Beraterfunktion“ nicht viel zu tun hat).

Die neuen Schauspieler

Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher sehen auf dem Foto jedenfalls blendend aus, was vor allem bei den letzteren beiden wirklich erwähnenswert ist. Wenn man ihr jetztiges Erscheinungsbild mit Fotos von vor etwa einem Jahr vergleicht, sieht man, dass Hamill und Fisher sich für Episode VII ganz schön in Form gebracht haben. So soll es sein! Bevor ich zur Bedeutung von Peter Mayhews erneuter Mitwirkung komme, möchte ich noch kurz auf die neuen Darsteller eingehen: Da wäre zunächst die unbekannteste von allen, Daisy Ridley. Auf ihrer imdb-Seite ist kein Geburtsdatum angegeben, aber soweit ich weiß ist sie um die 20 Jahre alt und damit etwa so alt wie Carrie Fisher bei den Dreharbeiten zu „Star Wars“. Auf dem Foto hat sie meiner Meinung nach zudem eine wirklich erstaunliche Ähnlichkeit zu Natalie Portman und wäre damit ihrer Großmutter aus dem „Star Wars“-Universum, Padmé Amidala, wie aus dem Gesicht geschnitten. Schon klar, noch weiß niemand, welche Figur Ridley spielen wird, aber aufgrund dieser Ähnlichkeit zu Portman und auch zur jungen Carrie Fisher gehe ich einfach mal davon aus, dass sie die Tochter von Han und Leia sein wird. Schließlich sitzt sie auf dem Cast-Foto ja auch zwischen Harrison Ford und Carrie Fisher…

Mit dem Rücken zum Betrachter sitzt in der vorderen Bildmitte der 1983 geborene Domhnall Gleeson, Sohn des bekannten irischen Schauspielers Brendan Gleeson. Vater und Sohn haben beide in mehreren „Harry Potter“-Filmen mitgespielt – der Vater als „MadEye“ Moody, der Sohn in den letzten beiden Filmen als Bill Weasley. Zudem ist Domhnall Gleeson in letzter Zeit positiv in Joe Wrights „Anna Karenina“ und in „About Time“ („Alles eine Frage der Zeit“) aufgefallen. Optisch könnte er gut als Sohn von Luke Skywalker durchgehen, aber in diesem Fall will ich mich da noch auf keinen Tipp festlegen. Links im Bild sitzt Andy Serkis, einer der größten Filmschauspieler des Planeten, dessen Kunst aber leider viel zu wenig gewürdigt wird. Der 50-jährige ist nämlich vor allem für seine Darstellungen im performance capture-Verfahren bekannt, bei denen er in lächerlichen, über und über mit hellen Punkten oder Kugeln beklebten Strampelanzügen im Studio eine Figur spielt, die dann am Computer vervollständigt wird. Am bekanntesten ist sicher seine Gollum-Darstellung in den „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filmen, aber Peter Jacksons „King Kong“ hat er auf diese Weise ebenso zum Leben erweckt wie Caesar, den Affen aus „Rise of the Planet of the Apes“ und dem kommenden „Dawn of the Planet of the Apes“. Des weiteren spielte er auch in Steven Spielbergs „Tintin“-Verfilmung als Captain Haddock mit. Als „normalen“ Schauspieler aus Fleisch und Blut kann man ihn unter anderem in „The Prestige“ oder in einer weiteren Rolle als Schiffskoch in „King Kong“ bewundern. Bei Serkis stellt sich natürlich die Frage, ob er in „Star Wars“ erneut eine performance capture-Darstellung abliefern oder eine ganz konventionelle Rolle spielen wird. Ich tippe mal auf ersteres. Es liegt doch nahe, dass eine der Hauptfiguren in Episode VII ein Alien (oder etwas ähnliches) sein wird, das am Computer erzeugt, aber von einem Menschen gespielt wird. Filme wie „Avatar“ oder „Der Hobbit“ haben bewiesen, dass dies technisch längst kein Problem mehr ist. Da Serkis der weltweit größte Experte auf diesem Gebiet der Schauspielerei sein dürfte, ist es nur logisch, wenn J.J. Abrams und Kathleen Kennedy (die mit Serkis schon bei „Tintin“ zusammengearbeitet hat) ihn an Bord holen. Auf diese Weise bekommen hoffentlich auch die „Star Wars“-Filme endlich eine computergenerierte Hauptfigur, die es was den emotionalen Ausdruck und die Interaktion mit den anderen Figuren betrifft mit ihren „menschlichen“ Kollegen aufnehmen kann.

Neben Serkis im Bild sitzt Oscar Isaac, geboren in Guatemala und 34 Jahre alt. Sein bislang größter Erfolg war die Hauptrolle im letztjährigen „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder, davor ist er unter anderem als herrlich fieser Prinz John in Ridley Scotts „Robin Hood“ positiv aufgefallen und wird demnächst in der Literaturverfilmung „Die zwei Gesichter des Januars“ zu sehen sein. Wen er in „Star Wars“ spielen wird? Ich habe keine Ahnung… Als nächster sitzt in der Runde der 22-jährige John Boyega, der für seine Rolle in „Attack the Block“ viel Lob bekommen hat (ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde ihn aber – genau wie einige andere Filme der neuen „Star Wars“-Schauspieler – demnächst nachholen). Demnächst wird er außerdem in einigen Folgen der neueun Staffel von „24“ zu sehen sein. Allein die Tatsache, dass er schwarz ist, hat viele Leute dazu veranlasst, in ihm „Lando Calrissian Jr.“ zu sehen, doch daran glaube ich nicht bzw. ich hoffe es auch nicht. Ich möchte nicht, dass alle neuen Rollen die Söhne, Töchter oder Enkel von bekannten Charakteren sind, sondern hoffe, dass Abrams und Kasdan da etwas cleverer vorgehen und auch ein paar Figuren, die nicht mit den bekannten Helden verwandt sind, ins Spiel bringen. Zudem wäre es seltsam, Landos Sohn im Film zu haben, aber Lando Calrissian selbst nicht – dessen Darsteller Billy Dee Williams hat seine Bereitschaft zur Rückkehr in die weit, weit entfernte Galaxis in den letzten Monaten immer wieder bekundet, scheint aber nicht in Episode VII dabei zu sein. Es könnte sein, dass man seinen Auftritt im Film noch geheim halten will, es könnte aber ebenso gut sein, dass er – wie in der Original-Trilogie – erst im zweiten Film wieder mit dabei sein soll. Oder eben gar nicht, worüber ich jetzt auch nicht todunglücklich wäre.

Einen letzten neuen Darsteller im Bild haben wir noch: Adam Driver. Der 30-Jährige ist vor allem durch seine Hauptrolle in der HBO-Serie „Girls“ bekannt, in der er trotz seiner „Star Wars“-Verpflichtung auch weiterhin mitspielen wird. Weiterhin konnte man ihn in Nebenrollen in Steven Spielbergs „Lincoln“, in „Inside Llewyn Davis“ und in dem großartigen „Frances Ha“ sehen. Gerüchte um Drivers Mitwirkung an Episode VII waren schon Monate vor der offiziellen Ankündigung im Umlauf und stets hieß es dabei, er werde den neuen Bösewicht spielen. Optisch kann ich mir das jedenfalls ziemlich gut vorstellen, der Kerl hat ein sehr charismatisches Gesicht und kann bestimmt herrlich fies lachen (was sich als nützlich erweisen sollte, falls er einen dunklen Jedi oder eine ähnliche Figur spielen wird).

Nun wissen wir also, wer in Episode VII mitspielen wird. Was wir noch nicht wissen, ist wen die neuen Darsteller spielen und wie groß ihre jeweiligen Rollen ausfallen werden. In einer früheren Pressemiteilung von Lucasfilm war vor einigen Wochen die Rede von einem „neuen Trio von Hauptfiguren“, das wohl im Lauf der kommenden drei Filme die Nachfolge von Luke, Han und Leia antreten soll. Dabei dürfte es sich um Daisy Ridley, John Boyega und Domhnall Gleeson bzw. Oscar Isaac handeln. Nach der Bekanntgabe des Casts wurde zudem von vielen Seiten Kritik geäußert, der Cast sei zu weiß und zu männlich. Tatsächlich befindet sich unter den neuen Darstellern nur eine Frau (Ridley) und ein Schwarzer (Boyega), während Oscar Isaac lateinamerikanischen Ursprungs ist. Bevor man die Zusammensetzung des Casts kritisiert, sollte man sich aber bewusst machen, dass – wie gerade erwähnt – noch nicht bekannt ist, wie groß die Rollen der jeweiligen Schauspieler ausfallen werden. Wenn Ridley und Boyega Teil des neuen Helden-Trios sein sollten, dann hätten wir damit schon eine junge Frau und einen Schwarzen in Hauptrollen. Zudem gibt es immer noch Gerüchte um eine noch nicht besetzte bzw. noch nicht bekannt gegebene weitere Rolle im Film, bei der es sich um eine weibliche Rolle handeln soll, für die angeblich Lupita Nyong’o im Gespräch ist – eine schwarze Darstellerin, die vor kurzem einen Oscar für ihre Rolle in „12 Years A Slave“ gewonnen hat. Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass J.J. Abrams noch nicht alle Karten ausgespielt hat und es zumindest noch kleine Rollen im Film gibt, über die noch nichts bekannt gegeben worden ist und mit denen das Publkum im Dezember 2015 im Kino vielleicht überrascht werden soll.

Fast vergessen hätte ich jetzt Max von Sydow, ganz einfach weil der 85-jährige nicht auf dem Cast-Foto zu sehen ist. Der schwedische Schauspieler ist natürlich eine Legende, man braucht nur seine Rolle in „Der Exorzist“ erwähnen. Ich kenne ihn aber auch aus Filmen wie „Minority Report“ oder Ridley Scotts „Robin Hood“. Seine Mitwirkung an Episode VII finde ich sehr interessant, weil man sich sofort fragt, welche Rolle er denn spielen wird? Den Kanzler der (Neuen) Republik? Einen aus der Versenkung aufgetauchten Sith-Lord? (Bitte nicht!) Einen Offizier der versprengten Überreste des Imperiums? Ein Schauspieler dieses Kalibers wird den Film auf jeden Fall nochmal um einiges aufwerten.

Werden „alte“ oder „neue“ Helden im Mittelpunkt stehen?

Eine Sache, die im Zusammenhang mit dem Cast noch ansprechen möchte, ist die Frage, ob denn nun eher die alten Helden – also Luke, Han und Leia – oder die neue Generation im Vordergrund von Episode VII stehen werden. Ich habe die Gerüchte um Episode VII seit der Ankündigung des Films Ende Oktober 2012 natürlich intensiv verfolgt. Die spannendste von all den Meldungen der vergangenen Monate war die Nachricht, dass das ursprüngliche, von Michael Arndt („Toy Story 3“, „Little Miss Sunshine“) geschriebene Drehbuch für Episode VII zugunsten einer neuen Drehbuchfassung von J.J. Abrams und Lawrence Kasdan verworfen worden sein soll. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenkt, dann hat Arndt in seinem Drehbuch den Fokus deutlich auf eine neue Generation von Helden gelegt, während Han, Luke und Leia nur kurze Auftritte darin hatten. J.J. Abrams wollte allerdings unsere bekannten Helden noch einmal zumindest für einen Film in den Mittelpunkt stellen, wewegen das nun vorliegende Drehbuch – für das Arndt nicht mehr als Autor genannt wird – erheblich von Arndts Fassung abweichen soll. Sollte dieses Gerücht stimmen – und ich hoffe, wir werden das eines Tages in einem „Makin of“-Buch erfahren – dann kann ich es Abrams jedenfalls nicht verübeln, dass er für Episode VII noch einmal einen richtig großen Auftritt der großen Drei herbei zaubern möchte (eventuell inklusive eines richtig großen Abgangs von mindestens einem der Drei). Neuesten Gerüchten zufolge soll Episode VII ja ganz auf Harrison Ford zugeschnitten sein, was ich dann doch wieder ein wenig bedenklich fände. Es würde aber zu dem Bild passen, dass ich von Ford habe: dass er nur unter der Bedingung zusagt, eine große Hauptrolle zu spielen, die einen dramatischen Tod im letzten Drittel des Films beinhaltet, womit sich dann das Thema „Star Wars“ für ihn endgültig erledigt hätte. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, wie viel wir von den neuen Cast-Mitgliedern sehen werden; vielleicht werden sie erst in den Episoden VIII und IX wirklich im Mittelpunkt stehen.

Ich freue mich jedenfalls nach wie vor riesig auf Episode VII. Ich liebe J.J. Abrams‘ „Star Trek“-Filme über alles und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann für den „Star Wars“-Regiestuhl ist. Zudem hat der Mann bei „Star Trek“ und anderen Projekten immer wieder bewiesen, was für ein gutes Gespür er fürs Casting hat und kann – im Gegensatz zu George Lucas – auch wirklich gut mit Schauspielern arbeiten. Und weil es hier gerade so schön passt, poste ich einfach mal einen kurzen Videogruß von Abrams und seinem Ko-Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, die uns aus London einen fröhlichen „Star Wars-Day“ wünschen:
Besonders interessant an dem Video ist übrigens die Tatsache, dass Abrams sagt „casting announcements continue“! Wer Lust hat, sich noch mehr Fan-Meinungen zur großen Carsting-Meldung anzuhören, dem empfehle ich die aktuelle Folge eines meiner Lieblingspodcasts, „The Incomparable“ (Episode 193 „Don’t Worry, We Got This“). Darin diskutieren einige „Star Wars“-Fans über eine Stunde lang darüber, was die angekündigte Besetzung des Films denn nun bedeutet und was sie sich von Episode VII erwarten.

Das Ende des „Expanded Universe“…?

So viel also zum Casting. Zwei andere Dinge wollte ich noch kurz ansprechen (eigentlich wollte ich ja wie gesagt mehrere Blogposts schreiben, aber sei’s drum, erledige ich halt alles auf einmal). Einige Tage vor der Bekanntgabe der Besetzung hat Lucasfilm nämlich eine Meldung herausgegeben, die das „Star Wars“-Fandom weit mehr erschüttert hat. Darin wurde endlich offiziell gemacht, was viele schon lange befürchtet hatten: Sämtliche Geschichten des „Expanded Universe“ (EU), also alle Romane, Comics, Videospiele usw. aus dem „Star Wars“-Universum, die in den letzten 37 Jahren erschienen sind, sind nun nicht mehr offizieller „Star Wars“-Kanon. Zwar hat man sich bislang stets darum bemüht, dass all die in verschiedenen Medien erzählten Geschichten zueinander passen und aufeinander aufbauen, doch für die kommenden Filme hätte es eine zu große kreative Einschränkung bedeutet, sich an all das halten zu müssen, was im EU erzählt worden ist. Die Geschichten von Han, Luke, Leia und ihren Kindern sind in den Comics und Romanen inzwischen bis ins Jahr 45 nach der Schlacht von Yavin (im ersten „Star Wars“-Film, der damit das Jahr 0 darstellt) erzählt worden, also bis zu einem Zeitpunkt, an dem Luke Skywalker etwa 64 Jahre (und Han Solo dementsprechend noch ein paar Jahre älter) ist. Man hätte also mit Episode VII theoretisch an diesem Punkt anknüpfen können, das Alter der Schauspieler würde ja ungefähr passen. Aber man hätte sich eben auch an all die Vorgaben aus dem EU halten müssen, unter anderem zum Beispiel daran, dass Chewbacce dort inzwischen gestorben ist (in Episode VII ist er ja nun wieder dabei), Han und Leia drei Kinder bekommen haben, von denen zwei schon wieder gestorben sind (eines, nachdem es zum Sith-Lord geworden ist) und Luke geheiratet, einen Sohn bekommen und seine Frau später ebenfalls verloren hat.

All diese Geschichten sind nun „Legenden“ – die Bücher sollen zwar weiterhin neu aufgelegt werden, aber mit einem „Legends“-Banner auf dem Cover, damit klar wird, dass es sich hierbei quasi um ein alternatives Universum handelt. Ich verstehe zwar, dass diese Entscheidung aus kreativer Sicht notwendig war, sie hinterlässt bei mir aber trotzdem einen bittersüßen Beigeschmack. In den letzten Jahren habe ich zwar nicht mehr so viele „Star Wars“-Bücher gelesen, aber früher habe ich sie gerade zu verschlungen. In meinem Kopf existiert also dieses Universum, in dem Luke Skywalker nach dem Tod von Darth Vader und dem Sieg über das Imperium einen neuen Jedi-Orden aufbaut, in dem eine der nächsten großen Bedrohungen für die neu gegründete Republik vom blauhäutigen Großadmiral Thrawn ausgeht, in dem Leia vorübergehend Staatschefin dieser Republik wird, in dem in einem ganz schrecklichen Buch ihre und Hans Kinder entführt werden, in dem eine extra-galaktische Spezies namens Yuuzhan Vong einen sich durch 19 Bücher ziehenden Vernichtungskrieg gegen unsere geliebte weit, weit entfernte Galaxis führt… All das soll nun nur noch „Legende“ sein? Ich versuche es positiv zu sehen: Es war schön, dass wir diese Abenteuer erleben durften. Gleichzeitg hat es mich angespornt, vor dem Kinostart von Episode VII noch möglichst viele der mir noch fehlenden Bücher zu lesen, die in der Zeit zwischen den Episode VI und VII spielen (wobei sie ja eigentlich nicht wirklich dort spielen, schon klar, sondern quasi auf verschiedenen Zeitstrahlen). Das wären in erster Linie die „Fate of the Jedi“-Reihe („Das Verhängnis der Jedi-Ritter“) sowie der im Anschluss daran spielenden Roman „Crucible“ („Feuerprobe“), der eben jene erwähnte 45-Jahres-Marke markiert.

Etwas weiteres positives hat die ganze Sache auch noch: Ab sofort sollen alle Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum offiziell miteinander verbunden sein, es gehört also alles, was in Zukunft veröffentlich wird, zum Kanon. Dieser Kanon besteht bislang aus den sechs Filmen und den sechs Staffeln (sowie dem Kinofilm) der „The Clone Wars“-Animationsserie und wird durch die weiteren Filme, die kommende „Star Wars: Rebels“-Serie und eben alle in Zukunft erscheinenden Bücher, Spiele, Comics usw. ergänzt. In diesem Sinne wird es gar kein neues Expanded Universe geben, weil alle Geschichten auf der gleichen Stufe stehen werden; was in einem Roman steht, zählt dann genauso viel wie das, was in einem der Filme vorkommt. Bei Lucasfilm wurde eigens eine „story group“ eingerichtet, die darüber zu wachen hat, dass all diese Erzählungen zueinander passen und sich nichts widerspricht. Weiterhin werden Elemente des alten EU auch in den Geschichten des neuen „Star Wars“-Universums fortleben, denn all die Geschichtenerzähler, die sich mit Filmen, Serien, Büchern usw. in diesem Universum austoben, dürfen sich natürlich nach Lust und Laune an den bereits bestehenden Geschichten und Figuren bedienen. So könnte es also durchaus sein, dass Han und Leia in Episode VII eine Tochter haben werden, die Jaina heißt – genau wie im alten EU. (Wenn das so sein sollte und Jaina von Daisy Ridley gespielt werden sollte, dann wäre sie zumindest deutlich jünger als im EU und damit eindeutig nicht die gleiche Jaina.) Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache entwickeln wird und ob zum Beispiel die ganze „frei gewordene Zeit“ nach „Return of the Jedi“ allmählich mit ganz neuen Geschichten aufgefüllt werden wird. Für einen Neueinstieg in die Welt der „Star Wars“-Bücher ist der Zeitpunkt jetzt jedenfalls günstig. Es wurden bereits vier neue Romane angkündigt, die nicht mehr zum alten EU gehören, sondern Teil der neuen Kontinuität sein werden. Darunter ist mit „Heir to the Jedi“ ein Luke Skywalker-Abenteuer, das zwischen Episode IV und V spielt und mit „Lords of the Sith“ ein Buch, dass sich vor allem Darth Vader und dem Imperator widmen und in der Zeit zwischen Episode III und dem Beginn der neuen Animationsserie „Rebels“ spielen wird. Auch diese Bücher habe ich mir vorgenommen zu lesen und hoffe, dass sich das lohnen wird, schließlich sind ab jetzt alle Geschichten offiziell miteinander verbunden, so dass in den Romanen durchaus Informationen und Ereignisse eine Rolle spielen können, die im Hinblick auf Episode VII oder „Rebels“ relevant sind.

Hier noch das Video, das begleitend zur Pressemitteilung über das Ende des EU veröffentlicht wurde:

Star Wars: Rebels

Zum Schluss und der Vollständigkeit halber poste ich nun noch den heute veröffentlichten Trailer zur neuen Animations-Serie „Star Wars: Rebels“. Ich freue mich wirklich auf die Serie, da sie vom gleichen Team stammt, das uns „The Clone Wars“ gebracht hat – und diese Serie wurde bis zu ihrem leider zu frühen Schluss immer besser (die sechste Staffel habe ich noch gar nicht gesehen, bin aber auch darauf natürlich sehr gespannt). Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es eine Verbindung zwischen „Rebels“ und Episode VII geben wird, wahrscheinlich in Form einer Figur, die sowohl in der Serie als auch im Film auftauchen wird. Die erste „Rebels“-Folge soll in den USA im Herbst ausgestrahlt werden, beim Kinostart von Episode VII wird sich die Serie also bereits in ihrer zweiten Staffel befinden. Sie spielt fünf Jahre vor Episode IV, also zu einem ganz anderen Zeitpunkt als Episode VII, aber das muss ja gegen eine Verbindung sprechen. Ich bin gespannt und finde, dieser Trailer sieht schon ganz ordentlich aus. Letztendlich kommt es aber vor allem auf die Geschichten an, die Dave Filoni und sein Team in „Rebels“ erzählen werden.

Möge die Macht mit Euch sein!