„Star Wars“ zum Hören

Die Infos zum nächsten „Star Wars“-Film lassen dank J.J. Abrams‘ und Disneys Geheimhaltungspolitik noch auf sich warten. Im Mai sollen wohl die Dreharbeiten beginnen und zum Casting gibt es bislang zwar eine ganze Menge Gerüchte, aber offiziell bekannt gegeben wurde bislang nur, dass R2-D2 wieder mit von der Partie sein wird. Zum Glück ist das „Star Wars“-Universum aber so groß, dass man die Wartezeit bis zum Starttag von Episode VII im Dezember 2015 ohne Schwierigkeiten überbrücken kann.

Deutsche Hörspiele: „Labyrinth des Bösen“ & „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“

Ich habe mir in den letzten Wochen und Monaten einige „Star Wars“-Hörspiele und Hörbücher angehört, die ich hier näher vorstellen möchte. Beginnen wir mal mit den wirklich großartigen Hörspielen von Oliver Döring. Bereits vor einigen Jahren hat Döring die deutschen Synchronsprecher von Hayden Christensen (Anakin Skywalker),  Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi) und anderen Schauspielern aus den Prequels für seine Hörspiel-Adaptionen der Romane „Labyrinth des Bösen“ und „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“ zusammengetrommelt. Diese Hörspiele sind nicht nur aufgrund ihrer Qualität einzigartig, sondern auch deswegen, weil sie keine bloßen Übersetzungen darstellen, sondern eigens für den deutschen Markt geschrieben worden sind. Zwar erscheint zu nahezu jedem „Star Wars“-Roman auch ein englischsprachiges, von einem Sprecher vorgelesenes Hörbuch, doch Hörspiele mit verteilten Rollen, Soundeffekten und vor allem den aus den Filmen bekannten Stimmen gibt es im englischsprachigen Bereich so gut wie nicht (auf die Ausnahmen gehe ich unten ein). Mit Döring hat sich ein wahrer „Star Wars“-Fan der Materie angenommen und ein auf den Romanen basierendes Hörspieldrehbuch geschrieben, das dann eigens mit den aus den Filmen bekannten deutschen Stimmen aufgenommen wurde. Beide Hörspiele basieren auf Romanen von James Luceno; bei „Labyrinth des Bösen“ handelt es sich um die unmittelbare Vorgeschichte der dritten „Star Wars“-Episode „Die Rache der Sith“, während „Dark Lord“ unmittelbar an die Ereignisse dieses Films anschließt.

Timothy Zahns „Thrawn-Trilogie“ als deutsches Hörspiel

Nach dem (berechtigten) Erfolg dieser beiden Hörspiele hat sich Döring erneut an ein „Star Wars“-Projekt gewagt, und zwar an eine der bekanntesten und beliebtesten Geschichten aus dem expanded universe – die „Thrawn-Trilogie“ von Timothy Zahn. Diese drei Bücher, die ab 1991 veröffentlicht wurden, waren lange Zeit so etwas wie die inoffiziellen Episoden VII, VIII und IX (bis zur tatsächlichen Ankündigung dieser Episoden als Filme, die aber nichts mit den Büchern von Zahn zu tun haben werden). Sie spielen fünf Jahre nach den Ereignissen von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und erzählen die Geschichte von Luke, Han und Leia weiter. Zahn hat dem „Star Wars“-Universum aber auch einige eigene neue Charaktere hinzugefügt, die inzwischen fast genauso beliebt sind, wie die aus den Filmen bekannten und die seither in zahlreichen weiteren Romanen und Comics auftgetaucht sind. Die wichtigsten zwei davon sind Mara Jade, die zu Beginn der Thrawn-Trilogie von dem Wunsch besessen ist, Luke Skywalker zu töten (was sich aber im Verlauf der Trilogie und der danach spielenden Bücher ändert, um es mal möglichst spoilerfrei zu formulieren) und der imperiale Großadmiral Thrawn, der als Hauptantagonist der Trilogie in die Fußstapfen Darth Vaders und Palpatines tritt.

Als Oliver Döring seine Hörspieladaption der drei Bände der „Thrawn-Trilogie“ – „Erben des Imperiums“, „Die dunkle Seite der Macht“ und „Das letzte Kommando“ – ankündigte, in denen die Synchronsprecher von Luke, Han, Leia, Lando und C-3PO ihre alten Rollen wieder aufnehmen sollten, hat mein Star Wars-Fan-Herz vor Freude einen Luftsprung vollführt. So etwas gibt es wie gesagt im englischsprachigen Bereich nicht, denn dazu müsste man schließlich Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford usw. als Sprecher gewinnen. Die alten „Star Wars“-Filme habe ich als Teenager so oft auf Deutsch gesehen, dass die Synchronstimmen für mich untrennbar mit den Figuren verbunden sind. Deswegen kommt beim Hören dieser Hörspiele bei mir auch sofort wieder das typische „Star Wars-Feeling“ auf. Obwohl die Sprecher natürlich inzwischen deutlich älter sind als ihre Figuren, schlägt sich dies in ihren Stimmen zum Glück kaum nieder. Besonders erfreulich finde ich es auch, dass Döring für die Rolle des C-3PO wieder den Original-Sprecher Joachim Tennstedt gewinnen konnte, der ja als deutsche Stimme für 3PO in den Prequels leider nicht zur Verfügung stand.

Die Hörspiel-Adaptionen der ersten beiden „Thrawn“-Bücher sind bereits erschienen (die CD-Komplettboxen oder die Links zum Download gibt es hier und hier). Das dritte Buch („Das letzte Kommando“) wird im Laufe des Jahres in mehreren Teilen veröffentlicht (Teil 1 kommt am 28. Februar), bevor dann schließlich auch davon eine Komplettbox erscheint (leider mussten für den dritten Teil die Sprecher einiger Nebenfiguren ersetzt werden). Alle „Star Wars“-Hörspiele von Oliver Döring sind wirklich hörenswert – schon wegen der „echten“ Stimmen aus den Filmen – allerdings können sie für all diejenigen, die die Buchvorlagen nicht gelesen haben, hin und wieder etwas verwirrend sein, da die Örtlichkeiten und Figuren kaum beschrieben werden. Lediglich am Anfang jeder Episode gibt es einen einleitenden Erzählertext, die Handlung selbst wird danach aber nur über Dialoge und Actionszenen vorangetrieben. Dass es sich bei den Noghri, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen, um kleinwüchsige, grauhäutige humanoide Wesen handelt, wird im Hörspiel beilspielsweise nicht erwähnt. Von den Stimmen abgesehen, erfolgt keine Beschreibung dieser dem Hörer noch nicht bekannten Figuren. Der Handlung kann man zwar ohne Probleme folgen und Döring hat auch nur wenige Kürzungen an den Büchern vorgenommen, doch es wäre trotzdem schön gewesen, derartige nicht unwichtige Details jeweils in ein paar Dialogzeilen zum Ausdruck zu bringen. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich an den Hörspielen habe. Alle, deren Interesse an den Hörspielen und ihrer Entstehung nun geweckt worden ist, können sich hier noch ein Interview mit Oliver Döring durchlesen. Ich drücke natürlich ganz fest die Daumen, dass Döring sich auch nach der Fertigstellung der Thrawn-Trilogie wieder eine „Star Wars“-Romanadaption vornehmen wird. Ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste steht das zwischen den Episoden V und VI spielende Buch „Schatten des Imperiums“, das 1996 erschienen ist. Neben dem Roman gab es damals auch ein Videospiel, Actionfiguren, einen Comic und sogar einen eigens komponierten Soundtrack – also alles, außer einem neuen „Star Wars“-Film. Nur eine Hörspielfassung gibt es noch nicht. Ebenfalls anbieten würde sich natürlich auch die „Hand of Thrawn“-Duologie (im Deutschen als Trilogie erschienen), mit der Timothy Zahn quasi eine inoffizielle Fortsetzung seiner Thrawn-Trilogie geschrieben hat, die zehn Jahre nach den darin geschilderten Ereignissen spielt. Aber auch die 19-teilige, nochmals einige Jahre später spielende „New Jedi Order“-Reihe würde ich sehr gerne hören. Man müsste auch nicht alle 19 Bücher komplett vertonen und könnte vieles heraus kürzen, da sich hier für die Gesamthandlung wichtige Romane mit solchen abwechseln, in denen jeweils einzelne Figuren im Mittelpunkt stehen. Ein Mammutprojekt wäre das Ganze vermutlich trotzdem.

Die „Original Radio Dramas“

Neben Oliver Dörings deutschen Hörspielen höre ich mich zurzeit auch zum ersten Mal durch die „Original Radio Dramas“ der klassischen Trilogie. George Lucas verkaufte die Hörspielrechte an „Star Wars“ Ende der Siebziger Jahre für einen symbolischen Dollar an die Radiostation KUSC-FM, die zur University of Southern California gehört, wo er Film studierte hatte. Diese beauftragte dann den Schriftsteller Brian Daley, der mit der „Han Solo“-Trilogie einige der ersten expanded universe-Romane geschrieben hatte, das Drehbuch für die Hörspielfassung des Films zu schreiben. Schon seit Jahren setze ich die CDs mit diesen Hörspielen jedes Jahr zu Weihnachten auf meinen Amazon-Wunschzettel, geschenkt bekommen habe ich sie aber leider nie. Da ich seit ein paar Monaten aber ein Audible-Abo habe, konnte ich mir die drei Hörspiele dort herunter laden. Die Hörspiele zu „A New Hope“ und „The Empire Strikes Back“ habe ich schon komplett angehört, bei „Return of the Jedi“ bin ich noch mittendrin. Vor kurzem ist übrigens das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) in einer neuen Limited Edition als mp3-CD erschienen (und das auch noch in zwei unterschiedlichen Versionen: mit „Light Side“-Cover und mit „Dark Side“-Cover).

Mit einer Laufzeit von fast sechs Stunden ist das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) sehr viel länger als der Film und das längste der drei Hörspiele. Es besteht aus 13 etwa 25-minütigen Episoden, die alle eigene Titel tragen. Jede Episode beginnt mit einem von einem Erzähler gesprochenen Einleitungstext, dessen erste Worte stets lauten „A long time ago in a galaxy far, far away, there came a time of revolution, when rebels united to challenge a tyrannical empire“. Aufgrund seiner langen Laufzeit beinhaltet das Episode IV-Hörspiel zahlreiche erweiterte oder sogar ganz neue Szenen. Bei den Sprechern handelt es sich überwiegend nicht um die Schauspieler des Films – mit zwei Ausnahmen: Mark Hamill und Anthony Daniels übernehmen auch im Hörspiel die Rollen von Luke Skywalker und C-3PO. Prinzessin Leia wird von Ann Sachs gesprochen, Han Solo von Perry King und Darth Vader von Brock Peters. Es ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, die bekannten Figuren mit anderen Stimmen sprechen zu hören. Doch schon nach kurzer Zeit verschmolzen bei mir die fremden Stimmen mit ihren jeweiligen Figuren und ganz besonders Perry King als Han Solo finde ich wirklich fantastisch. Leider stand Mark Hamill für das Hörspiel zu „Return of the Jedi“, das erst 1996 produziert wurde, nicht mehr zur Verfügung, so dass dort Joshua Fardon diese Rolle übernahm.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ beginnt – anders als der Film – auf Tattooine, wo Luke Skywalker sich nach einem aufregenderen Leben sehnt. Er träumt davon, auf die imperiale Akademie zu gehen, wird dafür aber von seinen Freunden ausgelacht und als Spinner abgetan. Die Szene, in der er mit seinem Fernglas das Gefecht zwischen Prinzessin Leias und Darth Vaders Raumschiffen über Tattoine beobachtet, ist eine der Szenen, die auch in George Lucas Drehbuch vorkommen; sie wurde sogar gefilmt, aber aus der Endfassung des Films herausgeschnitten. Brian Daley schafft es übrigens mit bewundernswerter Leichtigkeit, den doch eigentlich so stark in Bildern sprechenden Film in eine Hörfassung zu übersetzen und alle wichtigen Informationen über diese fremde Galaxis in die Dialoge einfließen zu lassen, ohne das es gezwungen oder künstlich wirkt.

Auch Prinzession Leia bekommt hier eine eigene „Vorgeschichte“; man erlebt sie zunächst als Senatorin und Freiheitskämpferin, die sich immer wieder mit den Generälen des Imperiums anlegt. Zudem hat auch ihr (Adoptiv-)Vater Bail Organa eine kleine Rolle und man erfährt, wie er und Leia an die Pläne des Todessterns gelangen und wie Leia ihren Vater davon überzeugt, dass sie selbst die Pläne an die Rebellen überbringen muss. Auch Han Solo profitiert stark von der durch die lange Laufzeit möglichen erweiterten Figurenzeichnung. In einer kurzen Szene auf dem Todesstern, als er und Chewbacca gerade von den anderen getrennt sind, versucht er zum Beispiel, Chewie dazu zu überreden, ohne die anderen abzuhauen, um die eigene Haut zu retten. Weiterhin wird auch die Beziehung zwischen Luke und Ben Kenobi im Hörspiel vertieft. In der Szene in Bens Haus stellt Luke fest, dass Ben anscheinend schon lange ein wachsames Auge auf ihn geworfen hat und die erste Jedi-Lektion, die er später von Ben auf dem Millennium Falcon erhält, ist im Hörspiel viel länger und ausführlicher. Am Ende seines ersten Lichtschwert-Trainings ist Luke so begeistert, dass er sogar gleich in einem Übungsduell gegen Ben antreten möchte!

Einige weitere schöne Details: Darth Vader wird im Hörspiel als „Dark Lord of the Sith“ bezeichnet. In den ersten drei „Star Wars“-Filmen kam dieser Titel noch gar nicht vor. Weiterhin wird eine Begründung dafür gegeben, warum sich 3PO im Gespräch mit Luke offenbar nicht daran erinnern kann, wer Prinzessin Leia ist und warum R2 so entschlossen ist, seine Mission auf Tattooine um jeden Preis auszuführen. Auch der Machtkampf zwischen Darth Vader und Tarkin sowie die Tatsache, dass letzterer den Todesstern quasi allein befehligt und damit über Macht verfügt, mit der er sich sogar dem Imperator entgegenstellen könnte, wird stärker thematisiert.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) ist also absolut empfehlenswert und bietet auch für all diejenigen noch viel Neues, die wie ich den Film schon gefühlte hundert Mal gesehen haben. „The Empire Strikes Back“ ist mit über vier Stunden zwar auch noch doppelt so lang wie der Film, bietet aber im Gegensatz zum ersten Hörspiel kaum noch wirklich neue Szenen. Die längere Laufzeit kommt dieses Mal fast nur durch erweiterte Dialoge zustande, die allerdings meistens wirklich gut geschrieben sind. Das Hörspiel enthält zahlreiche Witze und spritzige Dialogzeilen, die im Film nicht vorkommen und die ich hier natürlich nicht verraten werde. Allerdings ist die Stimme von Yoda etwas gewöhnungsbedürftig. Sie stammt von John Lithgow, der in den letzten Jahren zum Beispiel in „Planet der Affen: Prevolution“ oder der vierten Staffel von „Dexter“ zu sehen war. Lithgow macht seine Sache zwar alles andere als schlecht, aber Frank Oz‘ Darstellung von Yoda hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt, dass jeder andere Sprecher hier wohl nur verlieren kann. (In „The Clone Wars“ wird Yoda zwar auch nicht von Frank Oz gesprochen, allerdings muss sich sein Sprecher dort, Tom Kane, bei Yodas Darstellung auch nicht allein auf seine Stimme verlassen und versucht zudem, Oz so gut wie möglich zu imitieren.)

Das Hörspiel zu „Return of the Jedi“ habe ich noch nicht ganz zu Ende gehört, es gefällt mir bislang eindeutig am wenigsten. Zum einen, weil wie erwähnt leider Mark Hamill nicht mehr von der Partie ist und zum anderen, weil es sich viel sehr darauf verlässt, einfach die Dialoge des Films nachzuerzählen. Zwar gibt es bei einer Laufzeit von gut drei Stunden schon die eine oder andere zusätzliche und auch ein paar erweiterte Szenen, doch diese sind nicht immer gelungen. 3POs Unterhaltung mit einer von Jabbas Tänzerinnen wirkt beispielsweise wie ein Fremdkörper in der Geschichte und wurde wohl 1996 nur in die Handlung hinein geschrieben, weil es sich bei dieser Tänzerin um die undercover ermittelnde Mara Jade handelt (mehr dazu gibt es wiederum in Timothy Zahns Thrawn-Trilogie). Zu Ende anhören werde ich das Hörspiel auf jeden Fall noch, wirklich empfehlen kann ich es bislang aber nicht. Dafür ist aber gerade das Radio Drama zum ersten Film ein Muss für jeden Fan! Zu den Prequels gibt es bislang übrigens keine Hörspiele, was ich sehr schade finde, da man darin viele der Fehler, die George Lucas in seinen Drehbüchern zu den Episoden I bis III gemacht hat, ein wenig hätte ausbügeln können. Allerdings gibt es mit „Rebel Mission to Ord Mantell“ noch ein weiteres, etwa halbstündiges und ebenfalls von Brian Daley geschriebenes „Star Wars“-Hörspiel, das vor der Handlung von „The Empire Strikes Back“ spielt. Außerdem existieren einige auf Comics basierende Höspiele (z.B. „Dark Empire“). Ich konnte bislang aber keines dieser Hörspiele auftreiben, da sie nach ihrer Erstveröffentlichung nicht wieder neu aufgelegt worden sind und auch bei Audible nicht erhältlich sind.

Romane / Hörbücher: „Kenobi“ & „Darth Plagueis“

Neben diesen deutschen und englischen Hörspielen habe ich in den letzten Monaten auch zwei „Star Wars“-Hörbücher gehört. Von den zahlreichen „Star Wars“-Romanen, die jedes Jahr in den USA veröffentlicht werden, erscheint ein Großteil auch als audio book-Fassung. Da ich eine Menge „Star Wars“-Romane nachzuholen habe, habe ich beschlossen, dies zum Teil mit Hörbüchern zu tun, um etwas schneller voranzukommen. Die ersten beiden Hörbücher, die ich mir besorgt habe waren „Kenobi“ und „Darth Plagueis“.

In John Jackson Millers Roman „Star Wars – Kenobi“ geht es – ihr werdet es erraten haben – um Obi-Wan Kenobi. Miller erzählt dort weiter, wo Episode III zu Ende ging, nämlich zu Beginn von Obi-Wans Einsiedlerleben auf Tattooine, wo er sich vor dem Imperium versteckt und über Luke Skywalker wacht. Wie sich schnell herausstellt, ist es gar nicht so einfach, ein solches Leben als Einsiedler zu führen. Obi-Wan wird nämlich ohne es zu beabsichtigen in die Konflikte der Bewohner von Tattooine hineingezogen. Mehr möchte ich nicht verraten, außer dass „Kenobi“ so etwas wie ein Western im „Star Wars“-Universum ist. Es geht darin nämlich um ein Dorf von Bauern, Handwerkern und Händlern, die sich gegen einen Stamm von Sandleuten verteidigen müssen und zudem dem Neuankömmling Kenobi äußerst misstrauisch gegenüberstehen. Neben einer Zombie-Geschichte („Death Troopers“ von Joe Schreiber) und einer an „Ocean’s Eleven“ angelehnten heist story („Scoundrels“ von Timothy Zahn) gibt es nun also auch einen „Star Wars“-Western und er ist wirklich gut geworden.

Noch besser gefallen hat mir allerdings James Lucenos „Darth Plagueis“. Mit „Cloak of Deception“ hat Luceno bereits eine Vorgeschichte zu Episode I geschrieben, die zahlreiche Figuren und Ereignisse aus Episode I & II in einem Netz aus Intrigen zu einer spannenden Geschichte spinnt. In „Darth Plagueis“ erzählt er nun die Geschichte des gleichnamigen Sith Lords, der Palpatines Meister war. In Episode III erfahren wir über ihn nur, dass er besessen davon war, den Tod zu besiegen, schließlich aber von seinem eigenen Schüler im Schlaf getötet wurde. Der Roman erzählt über mehrere Jahrzehnte, wie Plagueis gemeinsam mit seinem Schüler Palpatine die Grundsteine für die Machtergreifung in der Galaktischen Republik legte. Damit ist das Buch fast genauso sehr auch die Geschichte von Palpatine bzw. Darth Sidious und seinem Aufstieg zum Obersten Kanzler der Republik. Gerade weil hier bekannt ist, auf welche Ereignisse die Handlung schließlich hinaus laufen wird, ist das Buch so spannend. Zum Beispiel bringt Hego Damask alias Darth Plagueis den Jedi-Meister Sifo Dyas auf die Idee, eine Klonarmee zur Verteidigung der Republik ins Leben zu rufen oder er lässt den König von Naboo ermorden, nur um dann der jungen und naiven Amidala zum Thron zu verhelfen. Auch über Darth Mauls Herkunft und Training unter Palpatine erfährt man im Buch viel (und es widerspricht übrigens nicht dem, was man aus „The Clone Wars“ weiß, sondern nimmt die daraus bekannten Fakten und baut sie aus). „Darth Plagueis“ ist ein sehr spannendes Buch und sicherlich einer der besten „Star Wars“-Romane. Beide Hörbücher konnten mich durch die jeweils hervorragenden Sprecher, die „Star Wars“-tpischen Soundeffekte und natürlich auch durch die aus den Filmen bekannte Musik über Stunden fesseln und ich bin schon sehr auf mein nächstes „Star Wars“-Hörbuch gespannt. Zurzeit lese ich übrigens mal wieder ein „Star Wars“-Buch, Timothy Zahns „Outbound Flight“.

Fazit…

„Star Wars“ zu hören kann also ebenso unterhaltsam und spannend sein, wie ein „Star Wars“-Film. Gerade die hier erwähnten deutschen Hörspiele und das Radio Drama zu Episode IV lege ich allen Fans ans Herz, die über den Tellerrand der Filme hinaus schnuppern wollen in das inzwischen wirklich unüberschaubar große expanded universe. Dass dieses Universum durch den Disney-Deal und die Ankündigung von Episode VII nun bald zumindest zum Teil für „ungültig“ erklärt werden könnte, stimmt mich zwar etwas traurig. Trotzdem wird man sich auch in Zukunft noch an tollen Romanen wie der Thrawn-Trilogie erfreuen können, auch wenn die Abenteuer von Luke, Han, Leia und ihren Nachkommen möglicherweise auf der Leinwand ganz anders weitergehen werden als in den vielen Büchern und Comics, die in den letzten Jahrzehnten erschienen sind.

…und noch ein Podcast!

Ganz zum Schluss sei hier noch auf einen „Star Wars“-Podcast hingewiesen, den ich ebenfalls vor kurzem zu hören begonnen habe: In „Full of Sith“ sprechen Mike Pilot, Byran Young (Autor auf starwars.com), Consetta Parker (u.a. Marketing Manager der Rancho Obi-Wan) einmal die Woche über Neuigkeiten aus dem „Star Wars“-Universum und haben dabei immer wieder interessante Gäste wie zum Beispiel Autoren von „Star Wars“-Romanen oder prominente Fans wie Darren Hayes (wodurch ich auf den Podcast aufmerksam geworden bin).

Möge die Macht mit Euch sein! 🙂

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