Star Trek: Enterprise – Season 2

Nachdem ich letztes Jahr die erste Staffel von „Enterprise“ angeschaut und hier im Blog besprochen habe, ist nun Staffel zwei an der Reihe. Ich habe die ganze Serie bereits vor etwa zehn Jahren gesehen und wusste also, worauf ich mich einlasse. 😉 Wobei ich zugeben muss, dass mir die Serie – auch die viel gescholtenen ersten beiden Staffeln – beim ersten Mal ziemlich gut gefallen hat. Aber damals war ich nun mal jünger und unkritischer… Beim zweiten Durchgang habe ich nur wenig Positives an dieser Staffel entdecken können.

Die erste Staffel hatte den Zuschauer mit einem Cliffhanger zurückgelassen: Die Enterprise war für eine Katastrophe verantwortlich gemacht und Captain Archer (Scott Bakula) im 31. Jahrhundert zurückgelassen worden, scheinbar ohne Aussicht auf eine Rückkehr ins 22. Jahrhundert. „Shockwave, Part II“, der Auftakt von Staffel zwei, führt diesen Handlungsstrang fort und – welch Überraschung! – am Ende der Folge sind Archer und seine Crew nicht nur von sämtlichen Anschuldigungen befreit, sondern auch Archer wieder heil zurück in seiner Zeit und auf seinem Schiff. Der vulkanische Botschafter Soval (Gary Graham) will Archer zwar weiter daran hindern, mit der Enterprise den Weltraum zu erkunden, doch Archer ist fest davon überzeugt, dass die Menschheit reif für diese Aufgabe ist und versichert, aus seinen Fehlern zu lernen. Diese erste Episode ist zumindest ein ganz ordentlicher Auftakt. Der „temporale kalte Krieg“ und der geheimnisvolle Befehlsgeber aus der Zukunft, unter dessen Auftrag die Suliban handeln, spielen im Rest der Staffel kaum eine Rolle. Angesichts der Tatsache, das das Konzept dieses Krieges stets schwammig bleibt (mehr dazu in meinem Blogpost zur ersten Staffel), ist das aber nicht weiter tragisch. In „Future Tense“ (2.16) fasst Archer zwar den Entschluss, mehr über den temporalen kalten Krieg herauszufinden und eine aktivere Rolle darin zu übernehmen, doch auch diese Folge sorgt vor allem für neue Fragen, von denen – wenn ich mich richtig erinnere – ein Großteil nie in der Serie beantwortet wird.

Gleich die zweite Folge ist einer der Höhepunkte der Staffel: In „Carbon Creek“ erzählt die Vulkanierin T’Pol (Jolene Blalock) die (vielleicht) wahre Geschichte vom ersten Kontakt zwischen Menschen und Vulkaniern. Die Urgroßmutter T’Pols (ebenfalls gespielt von Blalock) stürzt während einer Forschungsmission mit zwei Kollegen auf der Erde ab. Fortan müssen sich die drei Vulkanier in den USA der 1950er Jahre zurechtfinden, ohne Aussicht auf Rettung oder die Möglichkeit, ihren Heimatplaneten zu kontaktieren. Dabei sind sich die drei uneins darüber, ob sie sich möglichst von den Menschen distanzieren sollen oder aber diese einmalige Chance nutzen, um im Zusammenleben mit den Menschen mehr über sie zu erfahren. Als studierter Soziologe finde ich solche Geschichten immer interessant; hier kommen drei Personen in eine ihnen völlig fremde Kultur, die sie durch ihre Distanz aus einem ganz eigenen Blickwinkel betrachten können (Georg Simmel würde sagen, ihre Fremdheit verleiht den Vulkaniern eine gewisse Objektivität). Im Lauf der Episode wirft T’Pols Urgroßmutter einem ihrer Kollegen vor, sich zu sehr mit den Menschen einzulassen und damit zu sehr in die menschliche Gesellschaft einzugreifen (quasi ein going native). Am Ende der Episode ist es jedoch ausgerechnet sie, die hier für den größten Eingriff in die Entwicklung der Menschheit verantwortlich ist. Und so bringt uns „Carbon Creek“ neben guter Unterhaltung, interessanten Figuren und guten Schauspielleistungen auch noch die Erkenntnis, dass das Klettband nicht von Menschen erfunden, sondern von Vulkaniern auf die Erde gebracht wurde. 🙂

Ich bleibe gleich mal bei den guten Folgen, es sind ja eh nicht viele. In „Singularity“ (2.09) gerät die Crew unter den Einfluss der Strahlung eines trinären Sternensystems. Dies äußert sich darin, dass alle Crewmitglieder – abgesehen von T’Pol, die als Vulkanierin immun zu sein scheint – Zwangsstörungen zu entwickeln beginnen und wie besessen jeweils an einem einzigen Problem arbeiten. Das ist spannend in Szene gesetzt und abermals toll gespielt. Nebenbei erfahren wir dabei auch, wie der aus den anderen „Star Trek“-Serien bekannte rote Alarm entwickelt wurde – und dass er ursprünglich nicht „Red Alert“, sondern nach seinem Erfinder „Reed Alert“ hieß.
In „Stigma“ (2.14) sagt bereits der Episodentitel, worum es geht. Hier steht mal wieder T’Pol im Mittelpunkt, die sich mit den Folgen einer vulkanischen Gedankenverschmelzung in der ersten Staffel auseinandersetzen muss. Dabei hat sie sich nämlich eine Krankheit zugezogen, über die die Vulkanier nicht gerne sprechen. Das ist ganz klar als eine HIV-Metapher gemeint und ein gutes Beispiel dafür, dass „Star Trek“ oft dann am besten ist, wenn es aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift, um sie im Science Fiction-Gewand zu erzählen. Die zweite Handlung der Episode finde ich wieder aus soziologischer Perspektive interessant. Hier muss sich Trip (Connor Trinneer) mit den aufdringlichen Annäherungsversuchen von einer von Dr. Phlox‘ Frauen auseinandersetzen und dabei lernen, dass Partnerwahl und Liebesleben bei Außerirdischen nicht denselben Regeln folgen wie bei Menschen: „You’re too concerned with human moralities“, rät Dr. Phlox (John Billingsley) dem verwirrten Trip.
Auch die folgende Episode „Cease Fire“ (2.15) weiß gut zu unterhalten, was daran liegt, dass es hier einmal mehr um die Andorianer geht. Denn das bedeutet, dass Jeffrey Combs als Shran wieder mit von der Partie ist, der es wie nur wenige andere Schauspieler versteht, seiner Figur auch durch das Alien-Makeup hindurch Ausdruck zu verleihen. (Combs erläutert übrigens im Bonusmaterial auf den Blurays, dass ihm dabei seine Schauspielausbildung eine große Hilfe war, bei der er viel mit Masken gearbeitet hat.) Die Episode ist spannend, hat Witz und bietet sowohl Action als auch tolle Dialoge. Durch seine erfolgreiche Vermittlung im Konflikt zwischen Andorianern und Vulkaniern steigt Captain Archer zudem ein wenig im Ansehen Sovals.

Bei „Cogenitor“ (2.22) haben wir es erneut mit einer Folge zu tun, die zeigt, dass bei außerirdischen Völkern manche Dinge etwas anders laufen als bei Menschen. Die Enterprise trifft hier auf eine Spezies, die aus drei biologischen Geschlechtern besteht. Trip findet das äußerst faszinierend, ist aber empört darüber, dass den Angehörigen des „dritten Geschlechts“ – die sogenannten „Cogenitors“ – über ihre Aufgabe als Reproduktionshilfen hinaus keinerlei gesellschaftliche Rechte zugestanden werden. Sie dürfen kaum am gesellschaftlichen Zusammenleben teilnehmen und bekommen nicht einmal eigene Namen. Als von den Rechten auf Freiheit und Selbstverwirklichung überzeugter Amerikaner greift Trip natürlich ein und bringt einem Cogenitor nicht nur das Lesen bei, sondern sondern überzeugt ihn auch davon, seine (ihre?) Rechte auf Bildung und freier Wahl des eigenen Lebensweges einzufordern. Im Gegensatz zu vielen anderen Fällen des utopischen „Star Trek“-Universums gibt es hier aber kein Happy End. Zuerst muss sich Trip von Archer aufgrund seines Eingreifens in eine fremde Kultur eine Standpauke anhören; kurz darauf muss er erfahren, dass sich der Cogenitor umgebracht hat. Das ist für „Star Trek“ ungewöhnlich pessimistisch und erinnert mich in seiner Radikalität an die „Babylon 5“-Folge „Believers“, die ein ähnliches Thema behandelt, ebenfalls mit düsterem Ende. (Und es gibt eine weitere Verbindung von „Cogenitor“ zu „Babylon 5“: G’Kar-Darsteller Andreas Katsulas spielt nämlich hier in einer Nebenhandlung mit.)
„Cogenitor“ ist keine herausragende, aber sicherlich sehr interessante Folge mit auch heute noch relevanter Thematik, schließlich lässt sich der für Spannungen und Unsicherheiten sorgende Umgang mit dem dritten Geschlecht als Metapher auf Transsexualität lesen. Von der nächstes Jahr startenden neuen „Star Trek“-Serie wünsche ich mir, dass derartige Thematiken vermehrt angesprochen werden.
Noch eine letzte wirklich gute Episode muss ich erwähnen. Es wirkt zunächst verzweifelt, wenn die „Enterprise“-Autoren auf der Suche nach guten Geschichten (und guten Einschaltquoten) plötzlich die Borg in der Serie auftauchen lassen. Schließlich haben die hier eigentlich noch gar nichts verloren. Aber „Regeneration“ (2.23) ist eine erstaunlich gute, wirklich spannende und unterhaltsame Folge. Das Auftauchen der Borg wird nicht nur vollkommen schlüssig erklärt, sondern die Folge stellt noch dazu gleichzeitig ein Sequel zu den im 21. Jahrhundert spielenden Ereignissen des achten „Star Trek“-Films „First Contact“ und ein Prequel „The Next Generation“ dar.

Das waren nun also die sechs meiner Meinung nach guten Folgen der Staffel (man könnte noch das Finale dazuzählen, dazu weiter unten mehr). Es bleiben noch 20 weitere, von denen viele Mittelmaß, einige aber auch wirklich einfach schlecht sind. Ich bin bereits in meinem Blogpost zur ersten Staffel darauf eingegangen, wie die ursprüngliche Idee zu „Enterprise“ durch den Einfluss des Networks verwässert wurde, sodass das Endergebnis eine „Star Trek“-Serie war, die einerseits Neuland betreten wollte, andererseits aber viel zu sehr auf sicheren Pfaden wandelte und dabei häufig nur wiederkäute, was man bereits mehrfach in den anderen Serien gesehen hatte. In der zweiten Staffel wird dieses Problem noch deutlicher als in der ersten. Viele Episoden sind hier das, was ich in meinen Notizen als „Austauschfolgen“ bezeichnet habe; damit meine ich Episoden, die auch in jeder anderen „Star Trek“-Serie spielen könnten und weder die Charaktere noch die Zeit, in der die Serie spielt, in besonderer Weise berücksichtigen. „Marauders“ (2.06) ist ein perfektes Beispiel. Die Crew der Enterprise trifft darin auf die Bewohner einer Minenkolonie, die von den Klingonen erpresst und ausgebeutet werden. Archer und seine Leute trainieren daraufhin die Kolonisten im Kampf gegen die Klingonen und helfen ihnen so, sich von der Ausbeutung durch sie zu befreien. Weil man ähnliche Folgen im „Trek“-Universum schon gefühlte hundertmal gesehen hat und weil die Folge wirklich vollkommen überraschungsfrei ist, ist das alles einfach nur zum Gähnen. Man könnte Archer, Trip, T’Pol usw. hier ohne Weiteres gegen Picard, Riker und Data oder auch gegen Janeway, Chakotay und Torres austauschen und die Geschichte könnte trotzdem haargenau gleich ablaufen. Ähnliches gilt für eine Reihe weiterer Folgen der zweiten Staffel, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Sie wirken meist wie nach Baukasten-Prinzip zusammengestellte Episoden, die die Charaktere einfach in irgendwelche Problemsituationen werfen.
Wie auch schon in den Interviews zur ersten Staffel nehmen die Macher der Serie auch im Bonusmaterial der Blurays zu Staffel zwei kein Blatt vor den Mund und geben zu, dass sie hier viel Mist gebaut haben. Phlox-Darsteller John Billingsley erzählt, dass von den beiden Showrunnern Rick Berman und Brannon Braga nach dem Ende von „Voyager“ erwartet wurde, sofort die nächste „Star Trek“-Serie abzuliefern. Dabei wurde ihnen zum einen nicht genug Zeit gegeben, um ein neues und interessantes Konzept entwickeln (oder ihre Ideen wurden abgelehnt; siehe mein Post zur ersten Staffel), zum anderen waren sie selbst nicht bereit, aus dem Schema auszubrechen, dass sich seit dem Start von „The Next Generation“ entwickelt und bewährt hatte. Dass zusätzlich ein Großteil der Autoren nach dem Ende der ersten Staffel gefeuert und durch neue Autoren ersetzt wurde, die zum Teil Neulinge im „Star Trek“-Universum waren, erschwerte die Sache zusätzlich. Das Ergebnis war zum Beispiel „Precious Cargo“ (2.11), eine von einem dieser Neulinge geschriebene Folge, die Braga als „eine der schlechtesten ‚Star Trek‘-Episoden überhaupt“ bezeichnet (wobei ich ihm zustimme). Braga hielt bereits damals das Konzept der in sich abgeschlossenen Folgen für problematisch und wollte zu einer moderneren Erzählweise mit einer sich durch die Episoden ziehenden Handlung übergehen (so wurde es ja bei „Deep Space Nine“ gemacht, an dem Braga nicht beteiligt war). Doch das Network bestand leider auf solchen für sich allein stehenden Episoden. Rick Berman erzählt weiterhin, dass er selbst damals zu sehr an Gene Roddenberrys ursprünglicher Vision für „Star Trek“ festhalten wollte (auch damit hatte „Deep Space Nine“ gebrochen). Das erwies sich als problematisch, weil diese Vision zu dem Zeitpunkt bereits fast vierzig Jahre alt war und die Utopie von einer Menschheit, die innerhalb weniger Generationen Probleme wie Kriege oder Hunger komplett gelöst hat, zwar in die optimistische Aufbruchsstimmung der Sechziger Jahre passte, aber zu Beginn des 21. Jahrhunderts überholt schien und noch dazu vom erzählerischen Standpunkt aus problematisch ist.

Die Macher von „Enterprise“ waren sich also durchaus bewusst, dass sie mit den ersten beiden Staffeln der Serie alles andere als „Star Trek“ vom Feinsten abgeliefert hatten. Umso erleichterter dürften sie gewesen sein, als sie gegen Ende der zweiten Staffel doch endlich die Erlaubnis bekamen, mit dem bewährten, aber längst todlangweiligen Schema zu brechen. Die letzte Folge „The Expanse“ (2.26) bereitet dementsprechend den sich durch die ganze dritte Staffel ziehenden „Xindi“-Handlungsbogen vor. Ich habe die dritte Staffel von „Enterprise“ als die beste in Erinnerung, was vor allem an dieser episodenübergreifenden Handlung lag. Das Konzept, die Enterprise quasi nach einem Terroranschlag auf die Erde vom Forschungs- zum Kriegsschiff werden zu lassen, war zwar sicher nicht im Sinne Roddenberrys, führte aber zu einer spannenden Staffel voller kreativer Episoden und war nicht zuletzt auch ein Produkt seiner Zeit. Schließlich lassen sich im Angriff auf die Erde und Archers folgender Mission im „Delphic Expanse“ deutliche Parallelen zum 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak sehen – aber dazu dann mehr in meinem Blogpost zur dritten Staffel.

Ein paar Punkte zu Staffel zwei möchte ich noch erwähnen. Ein Teil der Charaktere wurde sträflich vernachlässigt. Statt auf diese Crew zugeschnittene Geschichten zu erzählen, die eben nur mit diesen konkreten Figuren erzählt werden können, haben die Autoren wie erwähnt zu oft austauschbare Folgen geschrieben, in denen sich die Figuren nicht weiterentwickelt haben. Dementsprechend wirken Hoshi, Reed und Travis immer noch ziemlich blass, aber immerhin haben T’Pol und Phlox in mehreren Episoden Gelegenheit bekommen, mehr von sich zu zeigen. Dr. Phlox ist sowieso die bei weitem beste Figur der Serie. Das liegt nicht nur daran, dass er mehrere interessante Episoden bekommt, sondern natürlich auch an John Billingsleys großartigem Schauspiel. Am anderen Ende des Spektrums – sowohl schauspielerisch als auch dramaturgisch – muss mal wohl Travis Mayweather anordnen. „Seine“ Folge in dieser Staffel, „Horizon“ (2.20), ist einfach nur einschläfernd.
In „Vanishing Point“ (2.10) steht
zwar die ebenfalls sträflich vernachlässigte Hoshi (Linda Park) im Mittelpunkt, doch leider wird auch diese Gelegenheit nicht genutzt, ihre Figur sinnvoll weiter zu entwickeln. Stattdessen verharren die Autoren auch hier ein weiteres Mal in festgefahrenen Wegen und definieren einmal mehr eine weibliche Figur allein über ihre Unsicherheiten und ihr geringes Selbstbewusstsein. Auch T’Pol wird häufig als kalt und unnahbar charakterisiert, bekommt aber als eine der drei Hauptfiguren wenigstens mehrmals die Gelegenheit, auch andere Seiten von sich zu zeigen und vor allem ihre Beziehung zu Archer wird im Verlauf der Staffel plausibel weiterentwickelt.

In „Judgment“ (2.19) wird wieder einmal auf bereits Bekanntes zurückgegriffen und Archer vor einem klingonischen Gericht zu lebenslanger Arbeit in den Minen von Rura Penthe verurteilet (genau so ergeht es Kirk im sechsten Kinofilm). Die Folge leidet unter anderem darunter, dass in den letzten Minuten noch eine unglaubwürdige Rettung Archers erfolgt, damit er am Ende wieder zurück auf der Enterprise ist und die Dinge wieder ins Lot gebracht worden sind. Unterhaltsam ist sie allein aufgrund des Schauspiels zweier Gastdarsteller: J. G. Hertzler, den man als Martok aus „Deep Space Nine“ kennt, darf hier Archers klingonischen Anwalt spielen, während John Vickery dessen Gegner verkörpert. Vickery hat einige andere Rollen im „Star Trek“-Universum gespielt, mir ist er aber vor allem aus „Babylon 5“ bekannt, wo er den Minbari-Krieger Neroon verkörpert (und auch dort spielt er noch eine weitere Figur).

Den größten Kritikpunkt habe ich mir extra zum Schluss aufgehoben… 😉 In Enterprise sollte bekanntlich einiges anders sein. Da die Serie zeitlich vor all den anderen „Star Trek“-Serien spielt, ist das Beamen gerade erst erfunden worden, es gibt noch keine Holodecks und auch keine Replikatoren, die zum Beispiel in Sekundenschnelle jedes beliebige Gericht herbeizaubern können. Dementsprechend ist auf der Enterprise unter Captain Archer ein Koch an Bord, der Tag für Tag für die gesamte Crew kocht. Das wird immer wieder erwähnt und in einer Folge bekommt man sogar die Küche zu sehen. Vom Koch jedoch fehlt jede Spur… Ich habe mir sagen lassen, dass das als Running Gag gedacht war; alle reden über den Koch, aber man kriegt ihn nie zu sehen (außer in einer Folge, wo er zwar kurz auftaucht, aber man seinen Kopf nicht sieht!).
Vielleicht bin ich ja der Einzige, der so denkt, aber ich sehe darin eine riesige, verpasste Chance! Wie wir alle wissen, sind Küchen ein Ort sozialer Begegnungen. (Gibt es dazu eigentlich soziologische Forschung? Bestimmt! Das muss ich mal recherchieren.) Essen bringt Menschen (und Außerirdische) zusammen; Menschen interessieren sich dafür, was es zu essen gibt! Hätte ich die Serie geplant, dann hätte ich den Koch zu einer regelmäßig auftretenden Nebenfigur gemacht, der ähnlich einem Barkeeper mit allen Crewmitgliedern in Kontakt kommt und stets über alles bescheid weiß, das auf dem Schiff vor sich geht. Ich hätte vom Captain bis zum Fähnrich regelmäßig Figuren die Küche betreten lassen – nicht nur aus Neugier darauf, was es denn heute Abend zu essen gibt, sondern auch weil sie den neuesten Klatsch hören wollen oder weil sie sich vom Koch Ratschläge holen wollen. Zugegeben, der Schiffsarzt Dr. Phlox erfüllt in der Serie eine ähnliche soziale Funktion. Aber ich bleibe dabei: Ich will einen Schiffskoch in einer „Star Trek“-Serie sehen. Schließlich sollte man immer jemanden an Bord haben, der die Crew bekochen kann, falls die Replikatoren mal kaputtgehen!
Ganz ernst gemeint ist dieser Kritikpunkt natürlich nicht. „Enterprise“ hat gewiss größere Schwachstellen als das Fehlen eines Koches. Ich freue mich aber darauf, Staffel drei wieder einmal anzuschauen. Meinen Blogpost dazu gibt’s voraussichtlich irgendwann 2017. 🙂

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