Babylon 5 – Episode 1.20 “Babylon Squared“

Aktuelles aus dem „Babylon 5“-Universum

Auf Den of Geek wurde kürzlich eine Liste der besten „Babylon 5“-Episoden veröffentlicht. Natürlich ist so eine Auflistung rein subjektiv; mir persönlich fehlt die eine oder andere großartige Episode, aber im Großen und Ganzen wurden die Höhepunkte der Serie dort ganz gut getroffen. Natürlich beinhaltet der Artikel zahlreiche große Spoiler für die gesamte Serie!
Außerdem möchte ich noch einmal auf den besten, größten und einzigen deutschsprachigen „Babylon 5“-Podcast aufmerksam machen. „Der graue Rat“ geht seit einigen Monaten die Serie Folge für Folge durch und hat vor kurzem auch ein Special veröffentlicht, bei dem Michael Erdmann zu Gast war, der für die deutsche Synchronisation der Serie verantwortlich war. Herr Erdmann erweist sich als äußerst sympathischer Gesprächspartner. Er hat selbst eine Vorliebe für Science Fiction und erinnert sich noch recht gut an „Babylon 5“ und seine Arbeit an der Serie, so dass er ein paar Anekdoten zum Besten geben kann. Ein tolles Interview, das wie alle Episoden von „Der graue Rat“ für B5-Fans sehr hörenswert ist!
Und noch etwas habe ich entdeckt: Die Website von Babylon 5 Books wurde neu gestaltet (und demnächst wird es die Waren aus dem Shop dort wohl auch bei Amazon zu kaufen geben). Teil der Umgestaltung ist eine neue Kolumne, die regelmäßig erscheinen soll und sich in ihrer ersten Ausgabe mit den Schwerkraft-Ringen von Delenn beschäftigt, die wir im Pilotfilm zu sehen bekamen, danach aber nie wieder.

Kommen wir nun aber zur nächsten Episode von „Babylon 5“ – und die hat es dieses Mal in sich.

Episode 1.20 „Babylon Squared“ („Verloren in der Zeit“)

Drehbuch: J. Michael Straczynski, Regie: Jim Johnston
Erstausstrahlung: 10.08.1994 (USA), 03.12.1995 (Deutschland)

Die Folge beginnt damit, dass Sinclair und Garibaldi ihrer müden Kollegin Susan Ivanova beim Frühstück einen Streich spielen. Die beiden haben es anscheinend faustdick hinter den Ohren und müssen diesen Streich vorher geplant haben. Oder wozu hatten sie sonst auf den Stühlen neben sich leere Teller versteckt? Bevor Ivanova einnickt, erfahren wir im Gespräch zwischen den dreien noch die wichtigsten Fakten zur Ausgangslage der Handlung: Nicht allzu weit entfernt von Babylon 5 wurden im Weltraum erhöhte Tachyon-Emissionen gemessen und Ivanova hat einen einzelnen Piloten losgeschickt, um mehr herauszufinden. Bevor die Serie zur Titelsequenz übergeht, sehen wir diesen Piloten in seinem Starfury am Ziel ankommen. Er kann gerade noch „Noooo!“ schreien und die Arme vors Gesicht reißen, als ihn ein Blitz aus Tachyon-Emissionen trifft und die Serie zur Titelsequenz übergeht.

Nach der Titelsequenz erfahren wir etwas mehr. Der Pilot ist nach Babylon 5 zurückgekehrt, allerdings nur weil es ihm gelang, rechtzeitig den Autopiloten einzuschalten. Er ist nämlich unerklärlicherweise an Altersschwäche gestorben und konnte gerade noch die Zeichen „B4“ in seinen Anschnallgurt ritzen, woraus Sinclair, Garibaldi und Ivanova messerscharf auf Babylon 4 schließen. Wir erinnern uns (und werden in dieser Folge auch extra daran erinnert): Nachdem die ersten drei Babylon-Stationen noch während ihrer Konstruktion Sabotageakten zum Opfer fielen, verschwand Babylon 4 spurlos nur kurz nachdem die Station im Jahr 2254 ihren Betrieb aufnahm. Niemand kennt den Grund dafür oder weiß, wohin die Station verschwunden ist. Ein (sehr kleiner) Teil dieses Rätsels wird in dieser Folge gelöst, denn wie sich herausstellt taucht Babylon 4 nun im Jahr 2258 wieder auf. Sinclair beantwortet den Notruf von Major Krantz (Kent Broadhurst) und macht sich zusammen mit Garibaldi und ein paar Shuttles sogleich auf den Weg, um möglichst viele der Personen auf Babylon 4 zu evakuieren. Die Station ist nämlich äußerst instabil und droht, jeden Moment wieder zu verschwinden – „verloren in der Zeit“, wie es der deutsche Episodentitel so schön sagt.
Auf dem Flug nach Babylon 4 kommt sich auch Garibaldi ziemlich verloren in der Zeit vor – sprich: er langweilt sich. Also stellt er Sinclair die „fasten / zip“-Frage (also ob er seine Hose zuerst zuknöpft oder zuerst den Reisverschluss zumacht). Im Deutschen wurde daraus die Frage, ob Sinclair seinen Reißverschluss mit der linken oder rechten Hand zumacht. (Diese Frage ergibt nicht so viel Sinn, schließlich dürfte der Fall bei Rechts- und Linkshändern jeweils ziemlich klar sein.)

Nach der Ankunft auf Babylon 4 zeigt sich wieder einmal, dass „Babyon 5“ oft mit geringen finanziellen Mitteln, aber viel Kreativität eine große Wirkung erzielte. Die Sets, auf denen die Szenen auf Babylon 4 gedreht wurde, sind nämlich natürlich dieselben, die sonst als Babylon 5 herhalten musste. Dank ein paar grüner Panele an den Wänden, bunter Scheinwerfer und vieler herumstehender Kisten wirkt die Umgebung aber tatsächlich anders und noch viel unfertiger als auf Babylon 5. Etwas unfertig und verkrampft wirkt hier auch das Schauspiel von Kent Broadhurst als Major Krantz, aber die Reaktion auf die Mitteilung, man sei soeben vier Jahre in die Zukunft gereist ist zugegeben wohl auch nicht leicht zu spielen.
Kurz nach dem Zusammentreffen mit Major Krantz kommt es zum ersten Flash, der für Sinclair ein Flashforward ist. Er sieht sich für kurze Zeit in eine unbestimmte Zukunft versetzt, in der Babylon 5 kurz davor steht, von unbekannten Angreifern überrannt zu werden. Ein heldenhafter Garibaldi schickt Sinclair fort und will sich opfern, um möglichst vielen Leuten die Flucht zu ermöglichen (Garibaldi erwähnt, dass er den Fusionsreaktor der Station manipuliert hat, so dass sie kurz vor der Explosion steht). Dabei soll wohl der Eindruck vermittelt werden, als werde Sinclair zum Schluss von der Masse an Flüchtenden mitgerissen; tatsächlich drängen ihn aber nur eine handvoll Statisten vor sich her und das Ergebnis sieht etwas lächerlich und unglaubwürdig aus.
Major Krantz klärt Sinclair und Garibaldi anschließend über die Zeitsprünge auf: Sie traten 24 Stunden nach der Inbetriebnahme der Station zum ersten Mal auf. Weiterhin erfahren wir, dass jede Person während dieser Zeitsprünge etwas anderes wahrnimmt. Da Garibaldi aber in Sinclairs Vision vorkam, gehe ich davon aus, dass es auch seine (mögliche?) Zukunft ist, die wir hier gesehen haben.

Als nächstes wird der Zuschauer zusammen mit Sinclair und Garibaldi von Major Krantz zu einem ungebetenen Besucher geführt: Zathras. Woher er kommt, warum er hier ist oder welcher Rasse er angehört, kann auch Krantz nicht sagen. Er weiß nur, dass Zathras plötzlich auf der Station erschienen ist. Und was für eine tolle Figur das ist! Zathras ist wieder einmal einer dieser Glücksfälle, bei denen ein Schauspieler einer Figur Leben einhaucht, wie wirklich nur er es kann. Vom Makeup her sieht Zathras gar nicht besonders außerirdisch aus, aber Tim Choate – der leider 2004 viel zu früh verstorben ist – verleiht ihm mit seiner Sprechweise und einigen kleinen Ticks (wie den seltsamen Klicklauten) vom ersten Auftreten an eine Charaktertiefe, die ihn viel fremder und seltsamer wirken lässt, als es die Maske je könnte.
Aus Zathras‘ Erklärungen werden Krantz, Sinclair und Garibaldi allerdings kaum schlau. Sie können sich immerhin zusammenreimen, dass Zathras einer Gruppe von Personen angehört, die Babylon 4 durch die Zeit schicken wollen, um die Raumstation als Operationsbasis in einem großen Krieg zu verwenden, der „große Dunkelheit“ und „das Ende aller Dinge“ über die Galaxis bringen kann. Aber welcher Krieg ist damit gemeint? Wohin in der Zeit wird Babylon 4 geschickt? Und mit wem arbeitet Zathras eigentlich zusammen? Zumindest die letzte Frage wird am Ende der Episode ansatzweise beantwortet, als wir einen sichtlich älteren Sinclair zu sehen bekommen. So lässt sich wohl auch erklären, dass Zathras Sinclair sofort zu erkennen scheint, als dieser ihm mit Garibaldi und Krantz gegenübertritt. Aber was will Zathras uns damit sagen, dass Sinclair „nicht der Eine“ („not The One“) sei? Auch das kann man sich nach dem Ende dieser Episode zusammenreimen, schließlich taucht kurze Zeit später eine mysteriöse Person in einem Raumanzug auf. Dabei handelt es sich Zathras zufolge um „den Einen“ und die Person wird schließlich als der gealterte Sinclair enthüllt (der sich mit einer nicht im Bild zu sehenden Delenn unterhält). Dank eines Zeitstabilisators, der ihm von Zathras überreicht wird, scheint dessen unkontrolliertes Treiben durch die Zeit aufgehalten werden zu können.

Plötzlich kommt es wieder zu einem Flash; dieses Mal sehen wir, was Garibaldi dabei erlebt. Er wird in der Zeit zurück versetzt und muss noch einmal den Streit mit seiner damaligen Freundin Lise (Denise Gentile) durchleben, als er ihr mitteilt, dass er die Stelle als Sicherheitschef auf Babylon 5 angenommen hat. Lise ist davon alles andere als begeistert und will nicht mit ihm nach Babylon 5 gehen. Dank ihres Auftritts in der letzten Folge wissen wir bereits, dass sie Garibaldi bald nach diesem Gespräch durch einen gewissen Franz ersetzen wird…

Sinclair und Garibaldi machen sich anschließend mit Krantz und Zathras auf den Weg, um die Station zu verlassen. Dabei wird Zathras unter einem umstürzenden Pfeiler eingezwängt. Sinclair versucht ihn zu befreien, doch Zathras sieht ihm ernst in die Augen und fleht ihn an, lieber sich selbst zu retten, da er (Sinclair) ein anderes Schicksal habe, als hier auf Babylon 4 zu sterben. Also lässt Sinclair Zathras zurück und rennt Garibaldi durch die immer instabiler werdende Station hinterher – durch eine Menge weißen Nebel, herunter fallende Alufolienschnipsel und mit perfektem Timing von eifrigen Mitgliedern der Filmcrew an unseren Helden vorbeigworfenen Kisten. 😉
Als sie fort sind, taucht „der Eine“ neben Zathras auf, nimmt seinen Helm ab und wir bekommen den gealterten Sinclair zu sehen. Neben ihm – obwohl sie nicht im Bild zu sehen ist – steht Delenn, die im kurzen Gespräch mit Sinclair an ihrer Stimme zu erkennen ist (zumindest in der Originalversion – ich weiß nicht ob im Deutschen auch hier Delenns Synchronstimme verwendet wurde).
Nachdem Sinclair, Garibaldi und die meisten anderen Personen, die sich an Bord der Station befunden haben, entkommen konnten, verschwindet Babylon 4 schließlich ganz. Wohin (bzw. „wannhin“), das erfahren wir hier nicht. So viel sei aber an dieser Stelle verraten: wir werden Babylon 4 wiedersehen. Das hofft am Ende der Episode auch Ivanova, die sich darüber ärgert, auf Babylon 5 zurückgeblieben zu sein und alles verpasst zu haben. Für den Fall, dass Babylon 4 wieder auftaucht, lässt sie Sinclair schon mal wissen: „Dann will ich mitkommen und Garibaldi bleibt hier.“
Ob Babylon 4 aber tatsächlich mit dem Fliegenden Holländer vergleichbar ist, wie in der letzten Szene anklingt, darüber können wir nur spekulieren. Treibt die Raumstation ziellos durch Raum und Zeit oder befindet sie sich auf einer zielgerichteten Reise? Wir werden es erfahren, aber bis dahin dauert es noch eine ganze Weile.

Kommen wir zum zweiten Handlungsstrang der Episode, den man bei all den Fragen, die die Babylon 4-Handlung aufwirft, leicht vergessen kann. Doch auch dieser Teil der Folge hat es in sich, denn hier wird Delenn nichts Geringeres angeboten als die Anführerin ihres Volkes zu werden!
Aber von vorne: Delenn verlässt Babylon 5 und fliegt allein los, weil sie vom Grauen Rat gerufen wurde. Dessen Sitz befindet sich interessanterweise nicht auf Minbar, sondern auf einem Raumschiff. Darin kann man ein Symbol für die Entfremdung der herrschenden Klasse vom gemeinen Volk der Minbari sehen. Delenns Mitgliedschaft im Grauen Rat wurde bereits in „Soul Hunter“ und „The Parliament of Dreams“ thematisiert. Als sie vor den Rat tritt, erwähnt sie Valen, den legendären spirituellen Anführer der Minbari, der den Grauen Rat vor etwa 1000 Jahren gegründet hat. (Ich bin mir nicht sicher, aber das hier könnte das erste Mal in der Serie sein, dass Valens Name fällt. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege – was sehr gut möglich ist.)
Während der Sitzung des Grauen Rates – die eigentlich gar keine solche ist, schließlich bleiben seine Mitglieder dabei stehen – erfahren wir, dass die Minbari seit dem Tod ihres Anführers Dukhat vor zehn Jahren keinen Nachfolger gewählt haben. (Wir erinnern uns: In „Soul Hunter“ haben wir erfahren, dass Dukhats Tod den Erd-Minbari-Krieg ausgelöst hat.) Nun sei die Zeit des Trauern vorbei und ein neuer Anführer müsse bestimmt werden, teilen die anderen Ratsmitglieder Delenn mit. Ohne Delenn mit einzubeziehen, haben sie sie für diese ehrenvolle Position ausgewählt. Weil sie von allen Ratsmitgliedern am weitesten gereist sei und die größte Erfahrung im Umgang mit fremden Spezies habe, sei sie die geeignetste Kandidation für den Posten. Delenn fühlt sich zwar geehrt, ist aber vor allem sehr überrascht und will den Posten nicht übernehmen. „My calling is to serve, not to lead“, erklärt sie. Als die anderen Ratsmitglieder sie auf eine Prophezeihung ansprechen, erwidert sie, die werde sich auch so erfüllen.

Ein paar Worte dazu, wie der Graue Rat hier zum Leben erweckt wurde: Hier wird wieder einmal aus den begrenzten Mitteln das Maximum herausgeholt. Die Graue Rat tagt nicht nur fernab von Minbar, sondern auch in einem vollkommen leeren, dunklen Raum (auch das unterstreicht die Entfremdung des Rats von der Lebenswirklichkeit der Minbari). Die einzelnen Ratsmitglieder werden durch helle Spots erleuchtet und der Effekt, wie sie jeweils ihre Gesichter enthüllen, bevor sie zu sprechen beginnen, ist äußerst wirkungsvoll.
In der nächsten Szene erfahren wir, dass Delenn ihre Position als Botschafterin auf Babylon 5 sofort aufgeben müsste, falls sie sich entschließen sollte, Anführerin ihres Volkes zu werden. Wenn ich das richtig verstanden habe, würde sie in diesem Fall das Raumschiff, auf dem sie sich nun befindet, nie wieder verlassen dürfen – eine äußerst seltsame Regelung für die Anführerin eines Volkes und schon wieder ein Beispiel dafür, dass die herrschenden Köpfe der Minbari vollkommen den Kontakt zum Volk verloren haben. Da Delenn wie erwähnt ihrem Volk dienen will, statt es von oben zu führen, hört sie schließlich auf ihr Herz und widersetzt sich der Entscheidung des Rats. Als sie erneut vor den Rat tritt, spricht sie wieder die Prophezeihung an. Ihr zufolge käme den Menschen ein besonderes Schicksal zu, weswegen Delenn ihre Aufgabe, die Menschen zu studieren und die Korrektheit der Prophezeihung zu überprüfen, fortführen wolle. Im Gegensatz zu den anderen Ratsmitgliedern sieht Delenn in den Menschen kein primitives Volk; statt Schwächen wie Streit, Kampf und die Leitung durch Ängste und Leidenschaften spricht Delenn den Menschen vor allem Stärken zu, die in ihrer Beharrlichkeit und ihrer Vielfalt lägen.
Dies legt Delenn dem Grauen Rat in einem eindrucksvollen Monolog dar (s. das lange Zitat unten), der ein gutes Beispiel für das Weltbild von „Babylon 5“-Schöpfer J. Michael Straczynski ist: Wir Menschen seien besser als wir denken und edler als wir wissen. Zwar hätten wir Schwächen, seien aber zu großen Taten fähig und hätten noch eine große Zukunft vor uns. Ja, wir sind sogar die Zukunft, wie Delenn dem Grauen Rat mitteilt. Kein Wunder, dass ein Regierungsgremium, das sich wohl die meiste Zeit über auf einem fernab der Heimat durchs All fliegenden Raumschiff aufhält, nicht nur den Kontakt zu den Bedürfnissen und Nöten des eigenen Volkes verloren hat, sondern sich auch gegenüber fremden Einflussen äußerst kritisch und abschottend zeigt. Hier ist es die weltoffene, weit gereiste Delenn, die mit der Tradition bricht und die Einstellungen der anderen Ratsmitglieder hinterfragt – nicht zum letzten Mal in der Serie. Dass ihre Entscheidung den Verlust ihrer Mitgliedschaft im Rat mit sich bringt, nimmt sie in Kauf. In einer schnellen Abstimmung (bei der wieder die Lichter effektvoll eingesetzt werden) sprechen sich die übrigen Ratsmitglieder dafür aus, Delenns Entscheidung zu akzeptieren und einen anderen Anführer zu bestimmen.

Bei ihrem Abschied wird Delenn von einem der Ratsmitglieder ein Gegenstand überreicht, der als Triluminarium (triluminary) identifiziert wird (es wird auch erwähnt, dass davon noch zwei weitere Exemplare existieren). Nebenbei erfahren wir auch, dass Delenn wohl doch nicht die Einzige im Grauen Rat ist (bzw. war), die das Nahen großer Veränderungen spürt. Der Minbari, der sie verabschiedet gibt zu, dass auch er große gesellschaftliche Umwürfe kommen sieht (s. letztes Zitat ganz unten). Leider ist die Gesellschaft der Minbari im allgemeinen und der Graue Rat im besonderen aber wohl zu festgefahren in alten Denkweisen und Traditionen, um sich der Veränderung zu öffnen.

„Babylon Squared“ ist eine großartige Folge – eine der besten und ganz sicher eine der wichtigsten der ersten Staffel. Alle Neulinge kann ich übrigens beruhigen: So gut wie alle hier aufgeworfenen Fragen werden von der Serie früher oder später beantwortet. Zwar konnte JMS die Geschichte aufgrund äußerer Umstände, auf die er keinen Einfluss hatte, nicht genau so weitererzählen, wie er es ursprünglich geplant hatte. Aber er war sehr gut darin, die Handlung an die sich ändernden Umstände anzupassen.

Highlight der Episode: Zathras. Aus den bereits genannten Gründen, aber auch weil seine Antwort auf die Frage, aus welchem Jahr er denn komme, so herrlich nichtssagend und frustrierend ist: „By my world time, it is year 4993.“

Londo/G’Kar-Moment: Die beiden kommen in dieser Folge leider nicht vor.

Folgende (weitere) wichtige Informationen, die für den weiteren Verlauf der Serie wichtig sind, erhalten wir in dieser Episode:

Ich fasse noch einmal kurz die wichtigsten Dinge zusammen, die wir zu diesem Zeitpunkt über Babylon 4 wissen: Die Station verschwand spurlos, kurz nachdem sie ihren Betrieb aufgenommen hatte. Vier Jahre später taucht sie im Jahr 2258 wieder auf. Sinclair und Garibaldi fliegen hin und können den größten Teil der Besatzung evakuieren. Von Zathras erfahren wird, dass Babylon 4 auf eine Zeitreise geschickt wird, um als Operationsbasis in einem großen Krieg zu dienen, der den Frieden in der Galaxis sichern soll. Zathras gibt an „dem Einen“ zu dienen. Dabei handelt es sich möglicherweise um einen älteren Sinclair, der anscheinden etwas mit dem Verschwinden von Babylon 4 zu tun hat, ebenso wie Delenn.
Im anderen Handlungsstrang der Folge lehnt Delenn das Angebot ab, zur Anführerin der Minbari ernannt zu werden. Ihre Entscheidung hat etwas mit einer alten Prophezeihung zu tun, derzufolge den Menschen ein besonderes Schicksal zukommt.

Sonstige Fragen:

  • Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst, aber sagte Garibaldi nicht, es sei im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeit nur möglich, etwa 250 Personen von Babylon 4 zu evakuieren? Major Krantz spricht glaube ich später davon, dass sich etwa 1300 Personen auf der Station befinden und zum Schluss heißt es, dass fast alle gerettet worden sind. Wie war das denn möglich? Stand doch mehr Zeit zur Verfügung als man zunächst gedacht hatte, so dass die Shuttles öfter zwischen B5 und B4 hin- und herfliegen konnten?
  • Wo ich gerade bei der Evakuierung bin: Aus dem Schicksal der evakuierten Personen könnte man eine eigene Fernsehserie machen! Die haben im Jahr 2254 auf Babylon 4 zu arbeiten begonnen, nur um sich plötzlich vier Jahre in der Zukunft wiederzufinden, ohne eine Möglichkeit der Rückkehr in „ihre“ Zeit. Darauf wird in der Serie mit keinem Wort eingegangen, aber ich kann mir vorstellen, dass das für so einige Komplikationen sorgen wird. (Auf die Personen, die sich noch auf der Station befinden, will ich gar nicht eingehen. Wohin in der Zeit sie reisen, wissen wir ja noch nicht. Soviel sei aber bereits verraten: Auch daraus könnte man eine eigene Serie machen.)
  • Was bedeutet der kurze Dialog zwischen dem gealterten Sinclair und Delenn? (Sinclair: „I tried to warn them. But it all happened, just the way I remembered.“ – Delenn: „I know. It’s time. We have to go. They’re waiting for us.“) Zum jetztigen Zeitpunkt haben wir keinerlei Anhaltspunkte dafür, worauf sich die beiden hier beziehen. Wovor wollte Sinclair sein jüngeres Ich und Garibaldi warnen? Von wem werden er und Delenn erwartet? Und warum ist Delenn eigentlich nicht zu sehen?
  • Von wem wird Babylon 5 (in Sinclairs Flashforward) angegriffen? Wird diese Zukunftsvision überhaupt so auch eintreffen?
  • Was ist Sinclairs Schicksal, von dem Zathras spricht? Steht es in Verbindung zu dem besonderen Schicksal der Menschen, von dem Delenn spricht? (In der letzten Folge hatte ja auch Delenn erwähnt, dass Sinclair ein bestimmtes Schicksal habe.)
  • Von welcher Prophezeihung spricht Delenn und welche Rolle kommt darin den Menschen zu? Kam die Prophezeihung direkt von Valen? Was genau ist das besondere Schicksal, das den Menschen (bzw. einigen von ihnen – s. Zitat von Delenn unten) zukommt? Und wieso wurde aufgrund der Prophezeihung der so gut wie gewonnene Krieg gegen die Menschen gestoppt? (Diese wichtige Information wird in der Episode nebenbei fallengelassen.)
  • Was wäre eigentlich passiert, wenn sich der Rat nicht dafür ausgesprochen hätte, Delenns Entscheidung zu akzeptieren?
  • Was ist das Triluminarium und wozu dient es? Hat es eine Bedeutung, dass noch zwei weitere Exemplare existieren?
  • Es gibt bestimmt noch eine Reihe weiterer Fragen zu dieser Episode. Manche davon würden hier spoilern, aber da die Geschichte um Babylon 4 später in der Serie wieder aufgegriffen und zu Ende erzählt wird, werde ich sowieso noch einmal darauf eingehen.

Weitere interessante Punkte:

  • Lise erwähnt im Gespräch mit Garibaldi, dass dieser Sinclair bisher nur zweimal getroffen habe. Dabei kann es sich natürlich um eine Untertreibung handeln, trotzdem hat mich dieser Satz überrascht. Ich war immer davon ausgegangen, dass Sinclair und Garibaldi schon lange vor ihrem gemeinsamen Dienst auf Babylon 5 alte Freunde waren.
  • Babylon 4 verfügte noch nicht über eine permanente Kommandocrew. Major Krantz war an Bord, um die letzte Phase der Konstruktion zu überwachen, doch ein kommandierender Offizier für die Station war noch gar nicht ausgewählt worden, als sie verschwand.

Interessante „Hinter den Kulissen“-Fakten:

  • JMS hat erklärt, dass es zum Schreiben dieser Episode nötig war, gleich zwei Drehbücher zumindest grob zu konzipieren. Schließlich wusste er bereits, dass er die Babylon 4-Geschichte in einer späteren Episode fortführen wollte.
  • Der Raumanzug, den der gealterte Sinclair trägt, wurde bereits in „2010“ verwendet, der Fortsetzung des Stanley Kubrick-Klassikers „2001“.
  • Mark Hendrickson, der hier ein Mitglied des Grauen Rates spielt, war in der gleichen Rolle auch schon in „And The Sky Full of Stars“ zu sehen. (Dort sah man den Grauen Rat ja in Rückblenden.)

Zitate:

Zathras: „Zathras die. But Zathras die for cause. Maybe stop Great War. Maybe Zathras great hero. Maybe build statues to Zathras, and others come remember Zathras.“
Krantz: „What if we take you with us, put you on trial?“
Zathras: „Zathras not of this time. You take, Zathras die. You leave, Zathras die. Either way, it is bad for Zathras.“

„You have a destiny.“ (Zathras zu Sinclair)

„The station [Babylon 4] was built to create peace. Maybe now it’ll do so in a way nobody ever expected.“ (Sinclair)

„This council stopped the war against the humans because of prophecy. Because Valen said that the humans, some among them, had a destiny which we could not interfere with.“ (Delenn zum Grauen Rat)

„They do not seek conformity. They do not surrender. Out of their differences comes symmetry, their unique capacity to fight against impossible odds. Hurt them, they only come back stronger. The passions we deplore have taken them to their place in the stars and will propel them to a great destiny. Their only weakness is that they do not recognize their own greatness. They forget that they have come to this place through two million years of evolution, struggle, and blood. They are better than they think, and nobler than they know. They carry within them the capacity to walk among the stars like giants. They are the future, and we have much to learn from them.“ (Delenn zum Grauen Rat über die Menschen)

„These are curious times, Delenn. I feel a great change in my bones. A new beginning, an end, I cannot say. We are surrounded by signs and portents and I feel a darkness pressing at our backs.“ (Mitglied des Grauen Rates zu Delenn) (Hier wird übrigens der Titel der ersten Staffel wörtlich zitiert.)

 

Die nächste Folge in meinem „Babylon 5“ Rewatch:
1.21 „The Quality of Mercy“ (folgt demnächst)

Babylon 5 – Episode 1.12 „By Any Means Necessary“

J. Michael Straczynskis neue Serie „Sense8“ ist inzwischen auf Netflix zu sehen und ich werde natürlich auch dazu einen Blogpost schreiben (es dauert allerdings noch eine Weile, bis ich dazu komme). Bei „Babylon 5“ bin ich nun bei der zwölften Folge der ersten Staffel angekommen. Bei der nächsten Episode handelt es sich dann um eine meiner Lieblingsfolgen und auch um die Folge, die der ganzen ersten Staffel ihren Titel gibt („Signs and Portents“). Danach werde ich von der Reihenfolge auf den DVDs abweichen und mich an die von J. Michael Straczynski vorgeschlagene Reihenfolge halten. Darauf werde ich aber im nächsten Blogpost noch einmal genauer hinweisen. Jetzt widme ich mich erst einmal der aktuellen Folge:

Episode 1.12 „By Any Means Necessary“ („Mit allen Mitteln…“)

Drehbuch: Kathryn M. Drennan, Regie: Jim Johnston
Erstausstrahlung: 11.05.1994 (USA), 22.10.1995 (Deutschland)

Die Handlung dieser Episode dreht sich um eine Angelegenheit, die man 1994 nicht unbedingt in einer Science-Fiction-Serie erwartet hätte: Die Arbeitsbedingungen der Dockarbeiter auf Babylon 5 und den (illegalen) Streik, in den sie treten, nachdem einer von ihnen bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und die Erdregierung danach  immer noch nicht zu Zugeständnissen bereits ist.
Die Folge beginnt mit dem ganz alltäglichen Chaos, mit dem sich Susan Ivanova (Claudia Christian) konfrontiert sieht. Zu ihren Aufgaben gehört es, ankommende Schiffe über Funk in die Andockbuchten zu lotsen. Als sich der Captain des Narn-Frachters Tal’Quith nicht an Ivanovas Anweisungen hält, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem nicht nur ein Teil des Schiffes explodiert, sondern auch ein Dockarbeiter getötet wird. Dabei bekommen wir nicht nur Ivanova zu sehen, die den Schiffsverkehr aus der Kommandozentrale regelt, sondern werfen auch einen Blick in die Andockbuchten, wo unter den Arbeitern rege Geschäftigkeit und schließlich Chaos herrschen. Genau dies unterscheidet die Episode von zahlreichen anderen Science Fiction-Serien, in denen häufig nur Offiziere, Wissenschaftler und Diplomaten im Mittelpunkt stehen (und es wird in der fünften Staffel eine weitere Folge geben, die aus der Sicht zweier einfacher Arbeiter auf der Station erzählt wird).

Der getötete Arbeiter war der Bruder des leitenden Dockarbeiters Eduardo Delvientos (José Rey), entsprechend groß ist Delvientos‘ Wut. Neeoma Connally (Kate Boyer), die Sprecherin der Dockarbeiter, macht Sinclair klar, dass sich die Arbeitsbedingungen der Dockarbeiter ändern müssen. Zu lange schon arbeiten sie für geringen Lohn, machen zu viele Überstunden und sind zudem auch noch schlecht ausgerüstet. Alle bisherigen Versprechungen der Erdregierung, daran etwas zu ändern, sind ohne Konsequenzen geblieben. Sinclair ist sich dieser Probleme bewusst. Schon lange versucht er, den Senat von einer Erhöhung des Budgets für Babylon 5 zu überzeugen. Dass er dabei keinen Erfolg hatte, zeigt wieder einmal, dass die vor etwa eineinhalb Jahren unter so großen Hoffnungen in Betrieb genommene Raumstation auf der Erde längst nicht mehr wirklich wichtig genommen wird. Babylon 5 ist weit weg von der Erde, wo man zudem andere, viel wichtigere Probleme hat. In einem Gespräch mit Senator Hidoshi (Aki Aleong) macht Sinclair diesem die Dringlichkeit der Situation klar, muss jedoch erneut hören, dass der Senat das Budget für Babylon 5 vorerst nicht erhöhen wird.

Da es den Dockarbeitern vertraglich verboten ist, zu streiken, melden sich die meisten von ihnen krank. Sicherheitschef Michael Garibaldi konfrontiert Connally damit und sagt ihr ohne Umschweife, dass es sich dabei um einen illegalen Streik und eine seiner Meinung nach sehr dumme Idee handelt. Connally hatte sich von Garibaldi eigentlich mehr Verständnis erhofft, da sie in ihm einen „blue-collar worker“ sieht, also ebenfalls einen Angehörigen der Arbeiterklasse.
Auch Sinclair ist von der Entwicklung natürlich nicht begeistert. Falls die Dockarbeiter nicht zurück an die Arbeit gehen, droht die Durchsetzung des „Rush Act“, eines Gesetzes, das die Beendigung des Streiks mit allen Mitteln erlaubt. Connally hält dies für unwahrscheinlich, doch Sinclair warnt sie: „Don’t be so sure about this. Things are changing on Earth, and not all for the best.“ Was er ganau damit meint, darüber können wir nur spekulieren. (Wie so oft handelt es sich dabei um eine Entwicklung, die vor allem im Rückblick klar wird. Fürs erste sollte der „Babylon 5“-Zuschauer Sinclairs Worte einfach mal im Hinterkopf behalten.) Connally bleibt jedenfalls hart und fordert für ihre Arbeiter eine angemessene Bezahlung, bessere Ausrüstung und mehr Arbeitskräfte. Bevor diese Bedingungen erfüllt werden, kehren ihre Leute nicht an die Arbeit zurück.

Um eine Beendigung des Streiks zu erreichen, schickt der Senat einen Schlichter auf die Station. Orin Zento (John Snyder) scheint allerdings entweder ein sehr merkwürdiges Verständnis der Bezeichnung „Schlichter“ zu haben oder aber er wurde vom Senat nicht dazu bevollmächtigt, irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Er wiederholt im Gespräch mit den Arbeitern jedenfalls nur das ewige Mantra, die Zeiten seien schlecht und es müsse gespart werden. Dass das Militätbudget der Station erhöht worden ist, erklärt er damit, dass Babylon 5 nun mal eine militärische Einrichtung sei, die essentiell zur Verteidigung der Erde essentiell ist. Warum eine weit von der Erde entfernte Raumstation so wichtig für die Verteidigung der Erde sein soll, verrät er allerdings nicht.
Auch wie sich der Senat von Zento irgendeine Entschärfung der Situation erhofft hat, bleibt angesichts von dessen Verhalten ein Rätsel. Es tritt dann auch genau das Gegenteil ein: die Arbeiter treten nun offiziell in einen illegalen Streik. Als Zento auch danach zu keinerlei Zugeständnissen bereit ist, setzt der Senat den Rush Act durch – und falls es das war, was Zento und der Senat von Anfang an wollten, dann haben sie nicht mit Sinclairs Einfallsreichtum gerechnet. Der bekommt nämlich von Senator Hidoshi die klare Anweisung, nun so mit der Lage umzugehen, wie er es für richtig hält. Er überrascht alle Anwesenden, als er vor die Arbeiter tritt und eine Lösung für das Problem vorschlägt, die erst durch die ihm durch den Rush Act eingeräumten Vollmachten möglich geworden ist und die wohl niemand vorhergesehen hat. Er verwendet einfach 1,3 Millionen Credits des erhöhten Militärbudgets, um neue Ausrüstung anzuschaffen und neue Arbeitskräfte einzustellen. Zento ist fassungslos, Connally und ihre Arbeiter sind überglücklich. Von Zento darauf angesprochen, dass diese Handlung wirklich nicht im Sinne des Rush Acts sei, erwidert Sinclair: „You should never hand someone a gun unless you’re sure where they’ll point it. Your mistake.“ Doch Zento spricht seinerseits eine Warnung an Sinclair aus: „You know damn well you twisted the intent of that order and you won’t get away with it!“ Und selbst Hidoshi, der Sinclair zwar zu seinem Einfall gratuliert, stellt fest: „This time you’ve won.“ Doch was ist beim nächsten Mal? Sinclair habe Zento in Verlegenheit gebracht und sich damit auch dessen mächtige Freunde zu Feinden gemacht, sagt Hidoshi. „You are not the most popular person in government circles right now.“
Fürs erste hat Sinclair jedoch gewonnen und darf sich endlich über ein paar Stunden Schlaf freuen. Im Lauf der Episode wirkt er immer müder, macht sich irgendwann nicht einmal mehr die Mühe, die Jacke seiner Uniform zu schließen und ist auch erkennbar unrasiert. Schön, dass man auf solche Details geachtet hat. Überhaupt liefert Michael O’Hare als Sinclair hier eine seiner besseren Leistungen ab.

Nicht nur der Streik der Dockarbeiter beansprucht in dieser Folge Sinclairs Aufmerksamkeit. Als wäre das nicht genug, streiten sich auch noch G’Kar und Londo – um eine Blume. Wie wir im Laufe der Episode erfahren, ist G’Kar ein Anhänger G’Quans und muss als solcher einmal im Jahr ein bestimmtes Ritual durchführen, für das er eine G’Quan Eth – eine ganz besonders seltene Blume von seiner Heimatwelt – braucht. Bei der Beschädigung des Narn-Frachters zu Beginn der Episode wird die von ihm bestellte Blume leider vernichtet. G’Kars Bemühungen um einem Ersatz bringen schnell zutage, dass es auf Babylon 5 momentan noch eine weitere G’Quan Eth gibt – und die befindet sich im Besitz von Londo Mollari. G’Kar durchsucht persönlich (und erfolglos) Londos Quartier, sehr zu Londos Belustigung, der G’Kar weiter ärgert, indem er ihm mitteilt er wolle die Pflanze als Rauschmittel verwenden. Londo macht ihm allerdings auch ein Angebot: für 50.000 Credits ist er bereits, die Blume zu verkaufen. Wütend stürmt G’Kar aus Londos Quartier.
Als er sich kurz darauf doch entscheidet, die horrende Summe zu bezahlen, ist Londo plötzlich nicht mehr zu einem Verkauf bereit. „Consider this a small, a very tiny portion of revenge for what you did to our colony on Ragesh 3 and to my nephew“, sagt er zu G’Kar, auf die Ereignisse der ersten Folge anspielend.
G’Kar ist außer sich vor Wut. Als er sich wieder beruhigt hat, bittet er in seiner Verzweiflung Sinclair um Hilfe, der inmitten des Dockarbeiterstreiks eigentlich gar keine Zeit hat. Dennoch nimmt sich Sinclair der Sache an und appeliert in einem persönlichen Gespräch an Londo, dieser möge die Blume G’Kar überlassen. Doch Londo macht keinen Hehl aus seiner Verachtung und seinem Hass auf G’Kar und die Narn im Allgemeinen. Ihm geht es hier wirklich nur um Rache und darum, G’Kar zu schaden.

G’Kar wiederum beauftragt Na’Toth, eine wertvolle Gottesstatue aus dem Centauri-Kulturzentrum auf der Station zu stehlen. Als Londo und G’Kar, sich gegenseitig wüst beschimpfend, in die Kommandozentrale kommen, lässt Sinclair sie von Ivanova zusammen mit einer ebenfalls nervenden Reporterin (die wir bereits aus „Infection“ kennen) hinauswerfen. Letztendlich gibt Londo die Blume im Austausch gegen die Statue zwar her, aber für das Ritual ist es inzwischen zu spät. Doch genau wie mit seiner Auflösung des Streiks der Dockarbeiter überrascht Sinclair auch dieses Mal mit seinem Vorschlag. Das Licht des Sonnenaufgangs auf G’Kars Heimatwelt, bei dem das Ritual durchgeführt werden muss, erreicht Babylon 5 erst einige Zeit später. Der Zeitpunkt für das Ritual sei also noch nicht verstrichen. G’Kar zeigt sich von dieser Einsicht Sinclairs beeindruckt. „Commander, you are a far more spiriutal man than I gave you credit for“, sagt er zu ihm. Am Ende der Episode kann G’Kar die religiöse Zeremonie also doch noch durchführen.
Einmal mehr stellt „Babylon 5“ mit diesem Handlungsstrang das Thema Religion in den Vordergrund. In „The Parliament of Dreams“ hatten wir religiöse Zeremonien der Centauri und der Minbari erleben dürfen, hier wird nun der Glaube der Narn thematisiert. Dabei erfahren wir, dass die Narn keineswegs alle derselben Religion angehören. G’Kar ist ein Anhänger G’Quans und Na’Toth erwähnt, ihr Vater sei ein Anhänger G’Lans (während sie selbst nicht religiös sei). Wie fast immer behandelt „Babylon 5“ das Thema mit großem Respekt und genau wie in „Believers“ kommt es zum Schluss zu einer überraschenden Wendung, dieses Mal zum Positiven. Sinclairs Charakter wird durch beide Handlungsstränge dieser Episode erweitert. Es wird klar, dass er zu kreativen Lösungen fähig ist und sich von scheinbar ausweglosen Situationen nicht entmutigen lässt, sondern einen klaren Kopf behält. Dass ihm seine Bereitschaft, damit andere Leute zu verärgern, in Zukunft noch Ärger einbringen wird, wird in der Episode bereitis angedeutet. Auch G’Kar, der in den ersten Folgen der Serie noch als zweidimensionaler Bösewicht erschien, darf hier nach „Mind War“ einmal mehr auch eine andere, spirituelle Seite zeigen. Die Sympathie der Zuschauer im Konflikt zwischen Londo und G’Kar ist hier klar auf G’Kars Seite.

Bester Londo/G’Kar-Moment und zugleich Highlight der Episode: Londos Geste und sein „Huu huuu!“ in Richtung G’Kar hinter den sich gerade vor Londo schließenden Aufzugtüren, als G’Kar erfährt, dass Londo im Besitz einer G’Quan Eth ist.

Folgende (weitere) wichtige Informationen, die für den weiteren Verlauf der Serie wichtig oder einfach nur interessant sind, erhalten wir in dieser ersten Episode:

  • Garibaldi entstammt einer Familie der Arbeiterklasse. Das können wir nicht nur den Aussagen von Ms. Connally entnehmen, sondern auch seiner Bemerkung, seine Großmutter sei Polizistin in Boston gewesen.
  • G’Kars Aussage, Sinclair sein ein viel spirituellerer Mensch, als er bisher gedacht habe, sollte man einfach mal im Hinterkopf behalten…
  • Ich habe es oben schon angesprochen: Sinclairs Entscheidung wird für ihn noch Konsequenzen haben. Ich verrate hier noch nicht welche, aber es sollte klar geworden sein, dass Sinclair zwar der Commander der Station, als solcher aber auf Babylon 5 nicht allmächtig ist. Er muss sich seinen Vorgesetzten und dem Senat gegenüber verantworten. Seine Entscheidung ist zwar legal, aber da sie nicht im Sinne des Rush Act war, dürfte er damit ein paar wichtige Leute auf der Erde verärgert haben.

Sonstige Fragen:

  • Welche Konsequenzen wird Sinclairs Handeln für ihn haben? Wer sind die mächtigen Freunde von Orin Zento und was können bzw. werden sie tun, um es Sinclair heimzuzahlen?
  • Es gibt ein Centauri-Kulturzentrum auf Babylon 5? Davon hört man in der Serie nie wieder, ebenso wenig von anderen Kulturzentren.

Interessante „Hinter den Kulissen“-Fakten:

  • Kathryn M. Drennan, die das Drehbuch zu dieser Episode geschrieben hat, war damals mit J. Michael Straczynski verheiratet. Um den Vorwurf der Vetternwirtschaft gar nicht erst aufkommen zu lassen, wollte er sie zunächst überhaupt kein Drehbuch zur Serie beisteuern lassen. Schließlich ließ er sich doch dazu überreden, bestand aber darauf, dass er ihr keine Storyidee zuteilte, sondern sie ihre eigene Idee entwickeln musste und dass das Drehbuch zudem sämtliche prüfenden Stationen zu durchlaufen hatte, wie alle anderen Drehbücher auch. Hätte nur eine der Personen, die das Drehbuch dabei lasen (und nicht wussten, dass es von JMS‘ Frau stammte), einen Einwand dagegen gehabt, dann wäre das Drehbuch nicht in Produktion gegangen, schrieb JMS damals in dem Internetforum, in dem er sich mit seinen Fans austauschte.
  • Regisseur Jim Johnston hat einen Cameoauftritt in der Folge. Er ist derjenige unter den Dockarbeitern, der „I say we strike!“ brüllt. Auch zahlreiche weitere Crewmitglieder sind als Statisten unter den Dockarbeitern zu sehen.
  • John Snyder, der hier Orin Zento spielt, war bereits in „Soul Hunter“ als der zweite Seelenjäger zu sehen.
  • Der „Rush Act“ wurde nach Rush Limbaugh benannt, einem konservativen Talkshow-Gastgeber in den USA.

Zitate:

G’Kar: „What do you believe in?“
Na’Toth: „Myself, ambassador.“
G’Kar: „Too easy an answer. We all believe in something greater than ourselves. Even if it’s just the blind forces of chance.“
Na’Toth: „Chance favours the warrior.“

Londo: „This isn’t about money, Commander, or spiritual beliefs. G’Kar is only worried about losing face. The Narns, eh. The’re a barbaric people. They’re all pagans, still worshipping their sun. No, I would rather burn the plant than give it to him.“

Sinclair (zu Orin Zento): „You should never hand someone a gun unless you’re sure where they’ll point it.“

Sinclair (zu Londo und G’Kar): „Gentlemen, I’ve been up for almost two days with no sleep. This makes me a very cranky man.“
Londo: „Yes, we’ve noticed. Have you considered meditation?“

Neeoma Connally: „My dad used to say there are no happily ever afters, just new battles.“

 

Die nächste Folge in meinem „Babylon 5“ Rewatch:
1.13 „Signs and Portents“

Babylon 5 – Episode 1.11 “Survivors”

Es dauert nicht mehr lange, bis die erste Staffel von „Sense8“, der neuen Serie von „Babylon 5“-Schöpfer J. Michael Straczynski (JMS) auf Netflix zu sehen sein wird. Inzwischen wurden mehrere Trailer zu „Sense8“ veröffentlicht, zum Beispiel dieser hier:

Nun aber hurtig weiter zur nächsten „Babylon 5“-Folge (mit der wir immerhin die Hälfte der ersten Staffel hinter uns haben):

Episode 1.11 “Survivors” (“Ein Wiedersehen mit Folgen”)

Drehbuch: Marc Scott Zicree, Regie: Jim Johnston
Erstausstrahlung: 04.05.1994 (USA), 15.10.1995 (Deutschland)

„Survivors“ ist eine interessante Episode. Statt wie üblich eine Haupt- und eine oder mehrere Nebenhandlungen finden wie hier nur eine Haupthandlung vor. Im Mittelpunkt steht Sicherheitschef Michael Garibaldy (Jerry Doyle). Seine problematische Vergangenheit und sein alles andere als geradliniger Lebenslauf wurden in der Serie bereits mehrmals angedeutet. Seinen Posten auf Babylon 5 hat er allein seiner Freundschaft mit Sinclair zu verdanken, der weiß, dass er sich auf Garibaldi verlassen kann.
Aus einer Nachrichtensendung des Senders ISN (Interstellar News Network) erfahren wir, dass Luis Santiago, der Präsident der Erdallianz, zu einem offiziellen Besuch auf Babylon 5 erwartet wird. Selbstverständlich macht ein solcher Besuch hohe Sicherheitsvorkehrungen nötig. Lianna Kemmer (Elaine Thomas), die Chefin des Sicherheitsstabs des Präsidenten, trifft einige Zeit vor dem Präsidenten auf Babylon 5 ein, um die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Dass es kurz zuvor eine Explosion in einer der Cobrabuchten (der Startbuchten für die Star Furies) gegeben hat, bei der ein Arbeiter schwer verletzt wurde, ist für Kemmer Grund genug, eine gründliche Untersuchung durchzuführen. Doch schon bei ihrer ersten Begegnung mit Sinclair und Garibaldi wird klar, dass Kemmer keine besonders kompromissbereite Person ist. Sie fordert, die Untersuchung alleine zu leiten und will nicht mit Garibaldi zusammen arbeiten.
Zudem wird klar, dass Garibaldi und Kemmer sich bereits kennen. Garibaldi erzählt Sinclair, er habe vor 17 Jahren einen Job auf Europa (einem von Jupiters Monden) gehabt. Dort war unter seinen Kollegen Korruption an der Tagesordnung und er versuchte verzweifelt, Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Weil ihm dies jedoch nicht gelang und er die sich verschlimmernden Zustände um ihn herum mit ansehen musste, griff er zur Flasche und begann stark zu trinken. Schließlich lernte er Frank Kemmer, Liannas Vater kennen und verbrachte viel Zeit mit dessen Familie, was einen guten Einfluss auf ihn hatte. „With all the madness, it kept me sane and sober for a while“, erzählt er. Als aber Frank Kemmer, für dessen Sicherheit Garibaldi verantwortlich war, bei einem Attentat ums Leben kam und Franks Familie Garbibaldi die Schuld daran gab, fing er wieder zu trinken an. All dies schildert er Sinclair bei einem Gespräch an der Bar, wo er jedoch nur Wasser bestellt.

Lianna Kemmer befragt den verletzten Arbeiter danach, wer die Bombe in der Cobrabucht gelegt hat. Dieser kann gerade noch „Garibaldi“ sagen, bevor er stirbt. Daraufhin verlangt Kemmer Garibaldis sofortige Suspendierung und übernimmt seinen Posten als Sicherheitschef. In typischer TV-Manier sind hier zwei Geschichten miteinander verbunden: Die Beschuldigung Garibaldis, der nun seine Unschuld beweisen muss und seine Beziehung zu Lianna, die den Anlass bietet, mehr über Garibaldi zu erfahren. Das wirkt klischeehaft – und ist es auch, weil man es so ähnlich schon Dutzende Male im Fernsehen gesehen hat – ist aber vor allem aufgrund Jerry Doyles Schauspiel trotzdem glaubwürdig und spannend.
Garibaldi versichert Kemmer, er habe damals auf Europa keineswegs nur sich selbst retten wollen und trage keine Schuld am Tod ihres Vaters. Doch Lianna wirft ihm vor „You just got drunk and ran, like you always do.“ Als schließlich in Garibaldis Quartier Indizien gefunden werden, die auf seine Beteiligung an der Explosion hindeuten, flüchtet er. Einmal mehr kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Kemmer und Sinclair, der auf Garibaldis Seite steht und sich nicht sagen lassen will, wie er seine Arbeit zu machen hat. „This is my station and it’s time you realise that“, schleudert er Kemmer entgegen. Um Kemmer die Arbeit zu erschweren und Garibaldi zu schützen, befiehlt Ivanova eine umfangreiche Überprüfung der Kommunikationskanäle, die dadurch für Stunden blockiert werden.

Weil in seinem Quartier eine beträchtliche Summe Centauri-Dukaten gefunden wurde, sucht Garibaldi als erstes Londo auf. Londo streitet jegliche Beteiligung ab und schiebt die Schuld natürlich G’Kar in die Schuhe. Er ist bereit, Garibaldi zu helfen und ausnahmsweise ist es hier einmal Garibaldi, der sich Geld von Londo leiht. Die bereits etablierte Freundschaft zwischen Garibaldi und Londo wird hier einmal mehr deutlich und Londo bringt es auf den Punkt, als er über die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen beiden spricht (s. Zitate).
Auch G’Kar, den Garibaldi als nächstes aufsucht, bestreitet seine Schuld. Er bietet ihm jedoch an, ihn ins von den Narn kontrollierte Gebiet in Sicherheit zu bringen. Doch Garibaldi lehnt es ab, als Spion für die Narn zu arbeiten und ist entsetzt, dass G’Kar von ihm verlangt, seine eigene Welt zu verraten. Sowohl im Casino bei Londo als auch in G’Kars Quartier bekommt Garibaldi weitere Gelegenheiten, einen Drink zu nehmen. Er bleibt jedoch standhaft und lehnt jedes Mal ab.

Nach einem kurzen Besuch bei N’Grath, der Garibaldi nicht helfen will, wird Garibaldi von einem Dieb, den er zu Beginn der Episode verwarnt hatte und zwei Drazi angegriffen. Sinclairs persönliches Eingreifen rettet ihn, doch als Sinclair ihm seine Hilfe anbietet, haut Garibaldi erneut ab. Er will seine Unschuld allein beweisen – aber warum? Sinclair ist sein engster Freund und Garibaldi sollte eigentlich wissen, dass er ihm vertrauen kann. Vielleicht liegt es in Garibaldis persönlichen Erfahrungen begründet, dass er glaubt, sich im schlimmsten Fall nur auf sich selbst verlassen zu können.
Leider führt ihn dies an den tiefsten Punkt der Episode. Er sucht eine herunter gekommene Bar auf, in der er schließlich doch wieder einen Drink nimmt. Natürlich bleibt es nicht nur bei einem einzigen Drink und schon bald ist Garibaldi sturzbetrunken. Nachdem ihn einer der anderen Gäste verraten hat, haben Kemmer und ihre Leute bei Garibaldis Festnahme leichtes Spiel. „Drunk again, Uncle Mike?“, fragt Lianna ihn verächtlich als sie ihn festnehmen lässt.

Das Raumschiff des Präsidenten hat unterdessen Babylon 5 erreicht. Kemmer verhört Garibaldi, um endlich zu erfahren, wer hinter der Explosion steckt und ob weitere Gefahr für den Präsidenten besteht. Da Garibaldi nichts damit zu tun hat, kommt Kemmer natürlich nicht weiter. Sinclair hat unterdessen Garibaldis Stellvertreter Lou Welch (David L. Crowley) beauftragt, das Quartier des bei der Explosion verletzten und inzwischen verstorbenen Arbeiters zu durchsuchen. Welch ist fündig geworden: Neben Materialien, die auf eine Verbindung zur Homeguard hindeuten, findet er auch einige Vibrationsdetonatoren. Einen davon hatte der Arbeiter wohl in der Cobrabucht angebracht. Statt erst bei der Ankunft des Präsidenten zu explodieren, war der Detonator jedoch schon früher losgegangen.
Garibaldi äußert den Verdacht , Kemmers Assistent Cutter (Tom Donaldson) habe ihm die falschen Beweise untergejubelt und kann Kemmer schließlich überzeugen, die Cobrabuchten einer letzten Überprüfung zu unterziehen, bevor der Präsident die Station betritt. In die Enge getrieben zeigt Cutter dort sein wahres Gesicht. Er betäubt Kemmer und prügelt sich mit Garibaldi, der im letzten Moment Kontakt zu Ivanova aufnehmen und so den Start des neuen Kampfgeschwaders verhindern kann, durch den eine Explosion ausgelöst worden wäre.
Nachdem die Krise überstanden und Garibaldis Unschuld bewiesen ist, gibt Sinclair ihm seine PPG (Phased Plasma Gun) und sein Comlink zurück. Zudem spricht Garibaldi ein letztes Mal mit Lianna, bevor sie die Station wieder verlässt. Die Dialoge der Episode finde ich überwiegend gelungen, doch Garibaldis Worte in dieser Szene stellen leider eine Ausnahme dar: „17 years ago we both died inside, but somehow we survived. For better or worse, that’s all we can do. Survive and maybe one day forget how much it can hurt to be human.“ Also wirklich, wer spricht denn bitte so?

„Survivors“ ist eine solide Episode, die besser ist als ich sie in Erinnerung hatte. Wie die meisten Episoden der ersten Staffel dient sie vor allem dazu, die Charaktere – in diesem Fall in erster Linie Garibaldi – zu etablieren und erzählt eine in sich abgeschlossene Handlung. Dennoch wird hier auch vieles etabliert, das für die zukünftige Handlung der Serie von Bedeutung ist. Neben Garibaldis Alkoholismus ist dies vor allem die Tatsache, dass der amtierende Päsident der Erdallianz den Zielen von Babylon 5 wohl gesonnen ist. Santiago ruft in seiner Ansprache auf der Station alle außerirdischen Regierungen dazu auf, eng mit der Erde zusammen zu arbeiten und kündigt liberalere Einwanderungsgesetze und Handelsbestimmungen an (was wir aus den ISN-Berichten am Anfang und am Ende der Episode erfahren). Diese Position sorgt jedoch für Kontroversen auf der Erde, da zahlreiche Gruppen nicht einer Meinung mit Santiago sind, darunter die militante und fremdenfeindliche Homeguard, der die Attentäter angehören. Santiago hat also Feinde, die nicht vor einem Attentat auf ihn zurück schrecken – auch das ist eine Tatsache, die man sich merken sollte.

Highlight der Episode: Ivanovas Umgang mit Major Kemmer (s. Zitate).

Weitere interessante Punkte: 

  • Am Anfang und am Ender der Folge erhaschen wir jeweils einen kurzen Blick auf die Earth Force One, das Schiff des Präsidenten.
  • Zu Beginn der Episode sieht man Garibaldi und Ivanova durch einen der Bereiche der Station gehen, in dem eine geringere Schwerkraft herrscht. Da die Schwerkraft auf Babylon 5 durch Rotation erzeugt wird, muss es sich dabei um einen Bereich nahe der zentralen Achse der Station handeln. Den Durchsagen zufolge soll man sich dort stets an den entlang der Wege aufgestellten Geländer festhalten.
  • Im Gespräch zwischen Londo und Garibaldi wird wieder einmal Ragesh 3 erwähnt, jene Kolonie, um die sich die Centauri und Narn schon lange streiten.
  • Als Garibaldi das Casino aufsucht, um Londo zu treffen, sehen wir auf einem Tisch zwei holografische Ritter gegeneinander kämpfen – wieder eines der recht seltenen Beispiele für Holo-Technologie in Babylon 5.
  • Babylon 5 erhält in dieser Episode ein weiteres Geschwader an Kampfjägern („Star Furies“). Zusätzlich zu den Alpha-, Delta- und Gamma-Staffeln verfügt die Station damit auch über eine Zeta-Staffel.

Interessante “Hinter den Kulissen”-Fakten: 

  • Der ursprüngliche Titel des Drehbuchs von Marc Scott Zicree lautete „Knife in the Shadows“.
  • JMS war beim Erscheinen der Episode sehr stolz auf die damals für TV-Verhältnisse revolutionären CGI-Effekte. Zu Beginn der Episode sehen wir einen composite shot, als Garibaldi und Ivanova in dem Shuttle stehen, das die zentrale Achse der Station entlang fährt. Die Aussicht durch das Fenster des Shuttles ist komplett computergeneriert. In der Szene, in der Lianna am Ende der Folge in ihr Schiff steigt, ist bis auf die Schauspielerin und einen Teil der Leiter das gesamte Bild am Computer erzeugt.
  • JMS ist mit Alkoholismus gut vertraut: „I come from a family with alcoholism going back at least four generations […]. I am, in fact, the first male Straczynski in my branch of this particular stunted tree NOT to have this problem. I have had far, far, far more experience with this area than I care to recite…and from that perspective, I have no problem with Garibaldi’s portrayal.“ (zitiert aus  „Asked & Answered Part 4“, S. 1552f)
  • Jerry Doyle, der Michael Garibaldi spielt, hat eine wichtige Gemeinsamkeit mit seiner Figur: Sein Lebenslauf ist ebenso wie der Garibaldis alles andere als geradlinig. Bevor er Schauspieler wurde, arbeitete er unter anderem als Jetpilot und später an der Wall Street. Um zum Vorsprechen für eine Rolle bei „Babylon 5“ eingeladen zu werden, schrieb er einen größtenteils fiktiven Lebenslauf. Obwohl er dabei aufflog – oder vielleicht gerade deswegen – gab JMS ihm die Rolle als Garibaldi.
  • General Netter wurde nach dem ausführenden Produzenten der Serie, Douglas Netter benannt.

Zitate:

Kemmer: „I demand you open a channel to Earth at once.“
Ivanova:
„I’m a Lieutenant Commander in Earth Force, Major. I do not take demands. If you have a request, I’ll consider it.“
Kemmer:
„Very well, then. I request that you open a channel to Earthdome.“
Ivanova:
„Request denied. Have a nice day.“

Londo (über die Göttin Ilaros): „Goddess of luck, patron of gamblers. She and I have had a long and rather dubious relationship.“

Londo zu Garibaldi: „We are alike, you and I. We are both, as you say, the odd man out. I have been in your place. I can feel how you are pinned. And it would give me some small pleasure to know that things can work out, even for us.“

G’Kar zu Garibaldi: „The universe is run by the complex interweaving of three elements: Energy, matter, and enlightened self-interest. Unless you comprehend that fact and soon, you will be cornered and caged. They will destroy you.“

G’Kar: „You have made many enemies.“
Garibaldi: „Call it a lifestyle.“

Garibaldi: „I blew it, Jeff. Just like I did on Europa, on Mars Colony, Orion 4, just like I always do. When things get too rough, I crawl right back into the damn bottle. What really scares me is how much I’ve enjoyed it.“
Sinclair: „But you crawled back out again and did the job. That’s what’s counts.“
Garibaldi: „Yeah. I got lucky. But what happens next time?“

 

Die nächste Folge in meinem „Babylon 5“ Rewatch:
1.12 „By Any Means Necessary“

Babylon 5 – Episode 1.05 „The Parliament of Dreams“

Meine kommentierte Liste mit den mir bekannten B5-Podcasts habe ich aufgrund ihrer Länge in einen eigenen Blogpost ausgelagert, deswegen komme ich ohne weitere Einleitung gleich zur heutigen Episode:

Episode 1.05 “The Parliament of Dreams” (“Angriff auf G’Kar”)

Drehbuch: J. Michael Straczynski, Regie: Jim Johnston
Erstausstrahlung: 23.02.1994 (USA), 03.09.1995 (Deutschland)

„The Parliament of Dreams“ ist eine von vielen B5-Episoden, in denen der erklärte Atheist J. Michael Straczynski (JMS) sich dem Thema Religion widmet. Im Teaser der Episode erfahren wir über die Exposition, die er Garibaldi in den Mund gelegt hat, dass auf Babylon 5 ein einwöchiges Festival stattfindet, in dessem Rahmen jede auf der Station vertretene Spezies ihre dominante Glaubensrichtung demonstrieren soll. Dies soll dem interplanetaren Frieden und der besseren Verständigung der verschiedenen Völker dienen, steht also ganz im Zeichen der Aufgabe von Babylon 5.
Von den Veranstaltungen, die die zahlreichen fremden Völker anbieten, bekommen wir in der Episode zwei zu sehen: Eine ausschweifende Feier des Lebens bei den Centauri und eine bedächtige Wiedergeburtszeremonie der Minbari. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Nicht nur die besonnene Delenn hat auf der ausgelassenen Centauri-Zeremonie Mühe, sich ganz dem Genuss hinzugeben, wie Londo es dort von seinen Gästen verlangt. Interessant an dieser Feier des Lebens ist vor allem, dass sie ihren Ursprung in der Ausrottung einer ganzen Spezies hat. Die Xon haben sich einst parallel zu den Centauri auf deren Heimatwelt entwickelt, wurden jedoch von den Centauri komplett vernichtet, was diese seitdem zum Anlass für eine alljährliche Feier des (Über-)Lebens nehmen. Der Ablauf der Zeremonie erinnert dabei ebenso an antike römische Gelage wie das große Pantheon der Centauri-Götter, von denen Londo einige vorstellt (man beachte die tentakelartigen „Attribute“ von Li, der Göttin der Leidenschaft). In Bezug auf die früheren, harten Zeiten, in denen die Centauri und die Xon um die Vorherrschaft auf dem Planeten kämpfen, sagt er: „In a world, where every day is a struggle for survival, you need all the gods you can get.“ Peter Jurasik ist großartig in dieser Szene!
Ganz anders geht es auf der Zeremonie der Minbari zu. Hier wird nicht gegessen, getrunken und ausgelassen gefeiert, sondern in bedächtiger Konzentration ein Ritual vollführt, welches die Wiedergeburt symbolisiert. Lediglich eine kleine, rote Frucht nehmen die Teilnehmer dabei zu sich und Delenn blickt Sinclair dabei auffällig tief und intensiv in die Augen. „Taste of it.“, fordert sie ihn und die anderen Anwesenden auf, während sie ihren Blick nicht von ihm lässt und sich selbst eine der Früchte in den Mund schiebt. Sie schließt mit den Worten „And so it begins“, die wir im weiteren Verlauf der Serienhandlung noch öfter hören werden. Als Sinclair am Ende der Folge darauf hingewiesen wird, dass die Wiedergeburtszeremonie auch als Hochzeit gedeutet werden kann, öffnet dies Spielraum für ganz neue Interpretationen. Wurden Delenn und Sinclair im Verlauf dieser Zeremonie miteinander verheiratet, ohne dass Sinclair es wusste?
Nachdem wir diesen beiden fremden Zeremonien beiwohnen durften, werden wir am Ende der Episode Zeuge der Glaubensdemonstration, die Sinclair sich repräsentativ für die Erde überlegt hat. Doch was ist die dominante Glaubensrichtung der Erde? Statt sich hier auf eine einzige Religion zu stützen, wählt er (und damit JMS) einen ganz anderen Ansatz: Er stellt die Vielfalt der auf der Erde vorhandenen Glaubenssysteme dar und zeigt damit, dass es dort keinen Glauben gibt, der wichtiger oder besser ist als alle anderen, sondern dass gerade diese Vielfalt und unsere Toleranz gegenüber Andersgläubigen die Stärken der Menschheit sind. Ein kleinen Schocker konnte sich JMS dann allerdings doch nicht verkneifen und platzierte den Atheisten an erster Stelle in der Reihe. Erst nachdem Sinclair ihn vorgestellt hat, zoomt die Kamera heraus und wir sehen die lange Schlange mit Angehörigen verschiedener Religionen.

Die eigentliche Haupthandlung der Episode dreht sich um einen Attentatsversuch auf G’Kar, der zu Beginn eine Drohung seines alten Feindes Du’Rog erhält. Er habe einen Attentäter auf ihn angesetzt, teilt dieser G’Kar mit. Innerhalb von 48 Stunden werde G’Kar tot sein, ohne vorher zu erfahren, wer es ist, der ihn umbringen soll. Als kurz darauf G’Kars neue Assistentin Na’Toth (Julie Caitlin Brown) eintrifft, ist G’Kar verständlicherweise misstrauisch. Schließlich war seine vorherige Assistentin Ko’Dath („Born To The Purple“) überraschend durch einen „Luftschleusenunfall“ ums Leben gekommen (mehr dazu bei den „Hinter den Kulissen“-Fakten).
Zwar soll bei den Zuschauern wohl der Eindruck erweckt werden, Na’Toth sei tatsächlich die Attentäterin, doch der Handlungsstrang verläuft leider ziemlich vorhersehbar und wirklich misstrauisch gegenüber Na’Toth wird man zu keinem Zeitpunkt. Es ist aber auf jeden Fall schön, G’Kar als Hauptcharakter einer Episode zu sehen und so mehr über ihn zu erfahren – zum Beispiel, dass er auf menschliche Frauen steht oder gerne kocht und singt.

In einem dritten Handlungsstrang lernen wir Catherine Sakai (Julia Nickson) kennen, eine Exfreundin Sinclairs. Die beiden laufen sich alle paar Jahre wieder über den Weg, nur um ihre Liebesbeziehung jedes Mal wieder zu reaktivieren und es dann zu bereuen. Sinclair erfährt von seinem Freund Michael Garibaldi, dass sich Catherine auf Babylon 5 befindet und möchte ihr zunächst aus dem Weg gehen, sucht sie dann aber doch auf. Catherine, die mit ihrem Raumschiff unbekannte Planeten nach Rohstoffen absucht, ist geschäftlich auf der Station und wusste vor ihrem Eintreffen gar nicht, dass Sinclair deren Commander ist. Im Gespräch fragt sie ihn nach Carolyn (Sinclairs Freundin im Pilotfilm) und Sinclair erzählt, er sei seit etwa einem Jahr nicht mehr mit ihr zusammen (das widerspricht allerdings den zeitlichen Angaben, die ich im Post zur letzten Episode gemacht habe – aber nehmen wir es mal nicht so genau).
Sinclair lädt Catherine zum Essen ein, was zu einer Szene mit teilweise sehr kitschigen, sich teilweise aber auch sehr echt anfühlenden Dialogen führt. Catherine und Sinclair sind sich der Tatsache bewusst, dass sie nicht dauerhaft zusammen passen und dass sie wohl auch dieses Mal nach ein paar Tagen wieder getrennte Wege gehen werden. Doch später ändert Catherine ihre Meinung: „Don’t send me away. Don’t make me feel like a fool.“, bittet sie Sinclair. Sie hat erkannt, dass sie einfach nicht länger allein bleiben will, sondern Sinclair gerne an ihrer Seite haben würde. So abgestanden und klischeehaft die Dialoge in diesen Szenen auf dem Papier auch wirken mögen, finde ich jedoch, dass Julia Nickson wirklich etwas aus ihnen macht und echte, glaubhafte Gefühle vermittelt. Ich mag ihr Schauspiel jedenfalls. (Wobei die Zeile „Don’t touch me unless you mean it“ dann vielleicht doch etwas zu weit geht…) Am Ende der Episode muss Catherine schließlich weiterreisen. Doch sie verspricht, zurück zu kommen; sie und Sinclair haben beschlossen, doch noch einmal zu versuchen, eine richtige Beziehung zu führen, auch wenn sie dieses Mal natürlich immer noch nicht wissen, ob es funktionieren wird.

Nicht unerwähnt lassen will ich, dass nach Londo und G’Kar in dieser Episode auch Delenn einen eigenen Assistenten zur Seite gestellt bekommt. Lennier (Bill Mumy, der bereits als Kind eine Hauptrolle in der Science Fiction Serie „Lost In Space“ hatte) hat eine lange religiöse Ausbildung auf Minbar hinter sich und muss nun für seine neue Aufgabe erstmals für längere Zeit seine Heimat verlassen. Voller Ehrfurcht steht er Delenn gegenüber und traut sich nicht einmal, den Blick zu heben und ihr in die Augen zu schauen. Da die Assistenten der Botschafter nur zur zweiten Reihe an Charakteren gehören und in der ersten Staffel noch nicht besonders oft vorkommen, dauert es etwas länger, bis man mit ihnen vertraut ist. Doch Lennier und ganz besonders Vir werden im Verlauf der Serie als Figuren noch weiter ausgebaut werden.

„The Parliament of Dreams“ ist eine der besseren Episoden der ersten Staffel. Wie erwähnt finde ich die Handlung um das Attentat auf G’Kar zwar nicht besonders spannend, dafür wird die Charakterentwicklung mehrerer Figuren (G’Kar, Sinclair) hier aber vorangetrieben, es werden neue (Neben-)Figuren eingeführt (Lennier, Na’Toth, Catherine Sakai), wir erfahren mehr über die Kulturen und Religionen der Centauri, Narn und Minbari und ich finde, dass die oben beschriebene Botschaft/Moral der Episode eine wirklich wichtige und optimistische ist.

Highlight der Episode: Londo während der Centauri-Zeremonie. Nur Londo-Darsteller Peter Jurasik, Regisseur Jim Johnston und der Kameramann wussten vor dem Dreh der Szene darüber bescheid, dass Jurasik auf den Tisch steigen und auf diesem vor den anderen Darstellern entlang kriechen würde. Dementsprechend sind die Reaktionen von Mira Furlan und den anderen Schauspielern wohl auch nur teilweise gespielt. (Mehr unter „Zitate“)

Londo/G’Kar-Moment: Eine gemeinsame Szene, in der die beiden zusammen großartig sind, gibt es in dieser Episode zwar nicht, dafür aber das schon erwähnte Londo-Highlight und die Szene am Beginn der Episode, in der wir G’Kar kochend und singend in seinem Quartier sehen („So many fishes, left in the sea / So many fishes, but no one for me“). Das Lied wurde extra von Serien-Komponist Christopher Franke auf JMS‘ Wunsch für diese Szene geschrieben.

Folgende (weitere) wichtige Informationen, die für den weiteren Verlauf der Serie wichtig sind, erhalten wir in dieser Episode: Die meisten Punkte habe ich schon erwähnt: Es werden neue Figuren eingefüht, wir hören erstmals den Satz „And so it begins“ und erfahren mehr über die verschiedenen Völker. Weiterhin ist die Tatsache interessant, dass Delenn anscheinend ihre Mitgliedschaft im „Grauen Rat“ geheimhalten will. Sie verbietet Lennier, sie mit ihrem Titel „Satai“ anzusprechen oder auch nur in Anwesenheit anderer Personen zu erwähnen, dass sie Mitglied des Rates ist, der das oberste Regierungsorgan der Minbari darstellt. Bereits in „Soul Hunter“ hat der Seelenjäger Delenn als Satai erkannt und sich gefragt, warum ein so hochrangiges Mitglied der Minbari-Gesellschaft sich dazu herablässt, auf Babylon 5 die Botschafterin zu spielen…
Der folgende Absatz ist voller Spoiler und sollte nur von Personen gelesen werden, die „Babylon 5“ schon in seiner Gänze gesehen haben: Die Wiedergeburtszeremonie, die Delenn durchführt, hat zwar keine direkten Auswirkungen auf die weitere Handlung. Man kann sie aber als in Verbindung mit Delenns späterer Transformation stehend sehen. Vielleicht dient sie als Vorbereitung auf ihre Verwandlung. Auch die Tatsache, dass Delenn sich im Verlauf der Zeremonie quasi mit Sinclair verheiratet, ist interessant. Hätte JMS nämlich seinen ursprünglichen Plan umsetzen können, dann wären wir Sheridan nie begegnet, sondern Sinclair wäre die ganzen fünf Jahre über die Hauptfigur geblieben und hätte dementsprechend Delenn später wirklich geheiratet. Insofern handelt es sich bei der leicht erotisch aufgeladenen Szene, in der Delenn sich die rote Frucht in den Mund steckt, während sie Sinclair intensiv in die Augen blickt, um eine Andeutung dessen, was später hätte kommen sollen, aber dann aufgrund des Herausschreibens von Sinclair aus der Handlung doch nicht umgesetzt werden konnte.

Sonstige Fragen:

  • Wie ist es Sinclair eigentlich gelungen, all die Vertreter unterschiedlicher Erdreligionen so schnell aufzutreiben?

Weitere interessante Punkte: 

  • Garibaldi findet eine Unterhose in G’Kars Quartier und fragt G’Kar, ob sie ihm gehöre… 😀
  • G’Kar erwähnt, dass die Botschafterquartiere auf Babylon 5 als fremdes Territorium betrachtet werden (so steht es in den Verträgen, die die Station mit den Botschaftern bzw. deren Regierungen geschlossen hat) und dass er deswegen unter diplomatischer Immunität steht.
  • Sinclair hat eine Vorliebe für die Werke des britischen Dichters Alfred Tennyson.
  • Mein Lieblingsdetail in dieser Folge: Nachdem die Teilnehmer der Minbari-Zeremonie alle ihre roten Früchte erhalten haben, ist in einer Einstellung im Hintergrund zu sehen, wie G’Kar seine Frucht mit der von Ivanova neben ihm vertauscht! Er hat anscheinend Angst, der Attentäter könne ihn vergiften wollen, doch dass stattdessen Ivanova sterben könnte, scheint ihn nicht zu kümmern.

Interessante “Hinter den Kulissen”-Fakten: 

  • Nachdem Mary Woronov, die in „Born To The Purple“ als G’Kars Assistentin Ko’Dath eingeführt wurde, bereits nach einer Folge wieder aus der Serie ausstieg, weil sie mit der Maske und den Kontaktlinsen nicht zurecht kam, stellte JMS G’Kar mit Na’Toth eine neue Assistentin zur Seite und ließ Ko’Dath sterben. Hoffentlich wird Na’Toth uns etwas länger erhalten bleiben… Während übrigens auf den DVDs Na’Toth bereits seit der ersten Folge in den Credits aufgeführt ist, scheint dies bei der Erstausstrahlung der Serie noch nicht so gewesen zu sein. Damals muss in den ersten Episoden noch Ko’Dath aufgeführt gewesen zu sein und wurde wohl erst in dieser Folge durch Na’Toth ersetzt.
  • In der Szene, in der G’Kar die schwarze Rose neben sich im Bett findet, sehen wir das eigens an Andreas Katsulas angepasse Narn-Brustteil, das für die (seltenen) Szenen angefertigt wurde, in denen seine Figur mit offenem Hemd zu sehen sein würde.
  • Über die Wahl des ungewöhnlichen Episdoentitels „The Parliament of Dreams“ schreibt JMS: „A parliament is a gathering of officials, of representatives, which matches the story in terms of representatives of different places, and beliefs. The dreams are the belief systems.“ (zitiert aus „Asked & Answered Part 4“, S. 1518)

Zitate:
Tu’Pari: „Are you ambassador G’Kar?“
G’Kar:
„This is ambassador G’Kar’s quarters, this is ambassador G’Kar’s table, this is ambassador G’Kar’s dinner. Which part of this progression escapes you?“

Londo: „Do you know what the last of the Xon said, just before he died? ‚AAAHHHHH!!'“

Garibaldi zu G’Kar, nachdem er in dessen Quartier eine Uterhose gefunden hat: „Just let me say, from the bottom of my heart, hot pink is definetely your colour.“

Delenn während der Minbari-Wiedergeburtszeremonie: „From birth, through death and renewal. You must put aside old things, old fears, old lives. This is your death. The death of flesh, the death of pain. The death of yesterday.“

Londo während der Centauri-Zeremonie auf dem Tisch zu Delenn: „Have I ever told you that you are very cute for a Minbari? [zu Garibaldi] Oh, and you are cute, too, in an annoying sort of way. Everybody’s cute. Everybody’s cute. Even me. But in purple, I’m stunning.“
Er bricht auf dem Tisch zusammen, daraufhin Vir: „Ah, he has become one with his inner self!“
Garibaldi: „He’s passed out.“
Vir: „That too.“

 

Die nächste Folge in meinem „Babylon 5“ Rewatch:
1.06 „Mind War“