Babylon 5 – Episode 1.13 „Signs and Portents“

Nach einigen Monaten Pause geht mein Rewatch von „Babylon 5“ nun endlich weiter. Ich hatte die lange Pause nicht geplant, sie hat sich einfach so ergeben. Aber es eilt ja nicht.
Einen organisatorischen Hinweis habe ich an dieser Stelle noch: Ich werde die Serie im Verlauf des Rewatch nicht in der auf den DVDs vorgegebenen Reihenfolge anschauen, sondern in der von J. Michael Straczynski (JMS) empfohlenen Reihenfolge. Diese entspricht im Großen und Ganzen der hier aufgelisteten Episodenabfolge, allerdings mit dem Unterschied, dass ich einige der „Babylon 5“-Fernsehfilme erst nach dem Ende der Serie anschauen und besprechen werde, auch wenn sie chronologisch zum Teil während der Serienhandlung einzuordnen sind. So macht des dramaturgisch und spannungstechnisch mehr Sinn – zumindest wenn man die Serie zum ersten Mal anschaut (und ich werde mich bemühen, die Blogposts weiterhin frei von größeren Spoilern zu halten). Ganz besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass ich natürlich nicht mit dem Film „In The Beginning“ begonnen habe, wie es die Liste vorschlägt. Zwar ist der Film ein Prequel, spielt also vor der Serienhandlung, doch spoilert er entscheidende Elemente der Serie und sollte frühestens in der Mitte der vierten Staffel angeschaut werden.

Die Reihenfolge der Serienepisoden auf den DVDs (und bei der Fernsehausstrahlung) entspricht in einigen Fällen nicht der von den Serienmachern beabsichtigten Reihenfolge. Die meisten Veränderungen in der Reihenfolge finden sich in der zweiten Hälfte der ersten Staffel. Im nächsten Blogpost werde ich deshalb nicht Episode 1.14 beprechen, sondern 1.15 („Grail“ / „Der Gral“). Ganz am Ende dieses Blogposts findet ihr die Reihenfolge, in der ich die erste Staffel anschauen werde. Alle Änderungen gegenüber den DVDs sind dort hervorgehoben.
Jetzt aber genug der langen Vorrede und weiter mit der aktuellen Episode:

Episode 1.13 „Signs and Portents“ („Visionen des Schreckens“)

Drehbuch: J. Michael Straczynski, Regie: Janet Greek
Erstausstrahlung: 18.05.1994 (USA), 29.10.1995 (Deutschland)

„Signs and Portents“ ist eine der wichtigsten Episoden und eine meiner Lieblingsfolgen aus der ersten Staffel. Die zentrale Bedeutung der Episode für die Serienhandlung lässt sich schon daran ablesen, dass ihr Titel zugleich auch der Titel der gesamten ersten Staffel ist. (Im Deutschen hat man der Staffel den Titel „Zeichen und Wunder“ gegeben, was näher am Original und auch auf jeden Fall passender ist als „Visionen des Schreckens“. Bei den kommenden Staffeln hat man da leider nicht mehr mitgedacht, so dass die Staffeln 3 und (ganz besonders) 4 leider Titel tragen, die nicht zu den episodenübergreifenden Inhalten und Themen der Staffeln passen.)
Mit dem charismatischen, aber unheimlichen Mr. Morden (Ed Wasser) betritt in dieser Folge erstmals eine wichtige Figur die Station, die wir im Verlauf der Serie noch öfter sehen werden. Von Anfang an umgibt ihn eine Aura des Mysteriösen und Bedrohlichen. Als er bei der Passkontrolle gefragt wird, ob er bei seiner mehrere Jahre dauernden Forschungsreise am äußeren Rand der Galaxis etwas Interessantes gefunden habe, antwortet er schlicht mit „Ja“. Nicht nur Mordens Hintergrund, sondern auch der Zweck seines Aufenthaltes auf Babylon 5 sind dem Zuschauer auch nach dem Ende der Episode noch ein Rätsel: Nacheinander sucht er die Botschafter der außerirdischen Regierungen auf, um ihnen eine einfache, aber absurd wirkende Frage zu stellen: „What do you want?“
Narn-Botschafter G’Kar (Andreas Katsulas) ist der Erste, den Morden aufsucht. Nachdem er von Mordens sinnlos wirkender Frage zunächst genervt ist und antwortet, er wolle ganz einfach von ihm in Ruhe gelassen werden, öffnet er ihm sich schließlich doch und gibt eine ausführlichere und ehrliche Antwort: Er will Rache an den Centauri für die Verwüstung seiner Heimatwelt, er will es ihnen gleichtun und auch ihren Planeten verwüsten und sie komplett auslöschen. „And then what?“, fragt Morden. „I don’t know“, antwortet G’Kar. „As long as my homeworld’s safety is guaranteed, I don’t know that it matters.“ Damit hat Morden genug gehört und lässt G’Kar wieder allein. Dessen Antwort sagt eine Menge über ihn aus: G’Kar ist getrieben vom Gedanken der Rache an den Centauri. Zwar bekleidet er eine diplomatische Position auf Babylon 5, doch sein Handeln wird vor allem von Hass getrieben – dem Hass auf die Centauri. Um sich an ihnen zu rächen, ist ihm jedes Mittel recht. Darüber hinaus scheint er aber zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Ambitionen zu haben – und ohne zu viel zu verraten: genau das ist es wohl, was ihn für Morden letztlich nicht interessant macht.
Weitaus mysteriöser und rätselhafter für den Zuschauer gestaltet sich Mordens Termin bei der Minbari-Botschafterin Delenn (Mira Furlan). Während sie mit ihm spricht, arbeitet sie an einem seltsamen Gebilde, das aussieht, als sei es aus bunten Glasscheiben zusammengesteckt. Von Anfang an wirkt sie Morden gegenüber misstrauisch, wird dann plötzlich offen feindselig und wirft ihn energisch aus ihrem Quartier. Während auf einmal ein dunkler Schatten über Morden fällt, leuchtet auf Delenns Stirn ein dreieckiges Symbol auf, welches sie rasch mit ihrer Hand verdeckt. Nachdem Morden gegangen ist, murmelt sie entsetzt „They’re here.“ Doch wen meint sie damit und was bedeutet das alles?

Die Hauptperson der Episode ist zweifellos Londo Mollari (Peter Jurasik). Schon im Pilotfilm wurde etabliert, wie sehr der Centauri-Botschafter den glorreichen alten Zeiten der Republik nachtrauert. Nun ist es ihm gelungen, das „Auge“ in seinen Besitz zu bringen, einen lange verschollenen Kunstgegenstand, der sich bereits im Besitz des ersten Imperators befand. Das Auge soll dabei helfen, die Autorität des politisch geschwächten Imperators zu stärken und so der Centauri-Republik etwas von ihrer alten Stärke zurückzugeben.
Londo empfängt Lord Kiro (Gerrit Graham) und dessen Tante Lady Ladira (Fredi Olster) auf Babylon 5. Kiro soll das Auge zurück nach Centauri Prime bringen und dem Imperator übergeben. Gleich nach ihrer Ankunft auf der Station hat Lady Ladira, die über hellseherische Fähigkeiten verfügt, eine Vision von „Tod, Zerstörung und Feuer“. „Babylon will fall, this place will be destroyed“, teilt sie Londo und Kiro mit. Damit bezieht sie sich allerdings nicht auf den Angriff der Raiders auf die Station, der in dieser Folge stattfindet. Am Ende der Episode lässt sie Sinclair (Michael O’Hare) – und mit ihm den Zuschauer – durch eine telepathische Verbindung an ihrer Vision teilhaben: Wir sehen, wie Babylon 5 explodiert, während ein einzelnes Raumschiff die Station noch rechtzeitig verlässt. JMS wurde nach der Ausstrahlung der Episode gefragt, ob das hier gezeigte Ende der Raumstation nicht viel zu viel verrate. Doch JMS war der Ansicht, dass es eines der Hauptelemente jedes Dramas sei, dem Zuschauer (bzw. Leser) Informationen zu geben, über die die Figuren in der Geschichte noch nicht verfügen. Die Spannung ergebe sich dann daraus, dass man zwar wisse, was passieren wird, jedoch noch unklar sei, auf welche Weise dies geschehen würde (vgl. Asked & Answered Part 4, S. 1559). Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten (ich will ja nicht spoilern): Lady Ladiras Vision enthält tatsächlich viel Wahres. Gleichzeitig sollte man aber auch ihre Bemerkung, die Zunkunft verändere sich ständig, im Hinterkopf behalten. Denn dies lässt sich auch auf die Produktionsgeschichte von „Babylon 5“ beziehen. Verschiedene äußere Umstände zwangen JMS im Verlauf der Produktion nämlich dazu, die Handlung der Serie und damit auch ihr Ende mehrmals umzuschreiben und an die äußeren Umstände (z.B. den Ausstieg von Darstellern) anzupassen. Lady Ladiras Vision entsprach tatsächlich dem von JMS damals geplantem Ende für die Serie – ein einzelnes Shuttle, das die exlodierende Station verlässt. Die Spannung ergab sich daraus, dass man als Zuschauer natürlich nicht wusste, wodurch Babylon 5 zerstört wird und wer sich an Bord des Shuttles befindet. Das tatsächliche Ende der Serie entsprach 1998 dann nicht mehr ganz Lady Ladiras Vision… Aber mehr will ich hier nicht verraten.
Lord Kiro nimmt die Visionen seiner Tante jedenfalls nicht ernst, schließlich habe sie an seinem ersten Geburtstag vorhergesagt, er würde eines Tages von Schatten getötet werden. Genau wie Londo will er die Republik zu ihrer alten Größe zurückführen. Er verspricht Londo, das Auge sicher nach Centauri Prime zu bringen und der Versuchung zu widerstehen, es bloß zum eigenen Vorteil einzusetzen. Wie wir am Ende der Episode herausfinden, war das gelogen.
Als Londo sich auf den Weg macht, Lord Kiro das Auge zu übergeben und ihn zu verabschieden, wird er von Mr. Morden abgefangen. Dieser stellt ihm die gleiche Frage, die er auch schon G’Kar und Delenn gestellt hat: „What do you want?“ Zunächst ist auch Londo genervt von Mordens Fragerei, doch als dieser nicht locker lässt, gibt auch Londo ihm eine ehrliche und ziemlich ausführliche Antwort. Wie sich am Ende der Episode herausstellt, scheint es genau die Antowrt gewesen zu sein, nach der Morden gesucht hat, anders als die Reaktionen von G’Kar und Delenn. Der Grund dafür, liegt – ohne zuviel zu verraten – darin, dass Londos Antwort genau die richtige Mischung an „resentment, nostalgia, ambition, frustration and a sense of displaced destiny“ zum Ausdruck kommen lässt, wie JMS angemerkt hat (vgl. Asked & Answered Part 4, S. 1560).

Die B-Story der Episode dreht sich mal wieder um Angriffe der schon aus „Believers“ oder „Midnight on the Firing Line“ bekannten Raiders. Sinclair, Garibaldi und Ivanova sind ratlos, wie die Raiders immer wieder so schnell zuschlagen und sofort wieder verschwinden können, schließlich können ihre kleinen Schiffe keine eigenen Hyperraumsprungtore öffnen. Als erneut ein Transportschiff von den Raiders angegriffen wird und um Hilfe ruft, schickt Sinclair das Delta-Geschwader unter dem Kommando von Ivanova los. Er kommt jedoch darauf, dass dieser Angriff nur ein Ablenkungsmanöver ist und beordert Ivanova zurück zur Station. Auf Babylon 5 fängt Sinclair Londo, Lord Kira und Lady Ladira ab, die sich in der Gewalt der Raiders befinden. Lord Kiro wird jedoch als Geisel genommen und die Raiders können mit ihm – und dem Auge – an Bord von Kiros Schiffes von der Station fliehen.
Kurz darauf wird das Rätsel um die Raiders gelöst: Ein großes „Mutterschiff“ taucht vor der Station auf, das all die kleineren Jäger in sich aufnehmen und ein eigenes Sprungtor schaffen kann. Es kommt zum Feuergefecht zwischen Babylon 5 und den Raiders. Zwar werden die meisten Jäger der Raiders vernichtet, doch das Mutterschiff nimmt das gekaperte Centauri-Schiff auf und springt in den Hyperraum. Lord Kiro und das Auge befinden sich nun endgültig in den Händen der Raiders, so scheint es jedenfalls.
Wir erfahren in einer der nächsten Szenen jedoch, dass Lord Kiro von Anfang an mit den Raiders zusammen gearbeitet hat. Diese halten sich nun aber nicht mehr an die zuvor getroffene Abmachung und wollen von der Centauri-Regierung Lösegeld für Lord Kiro und das Auge erpressen. Plötzlich taucht neben dem Raiders-Mutterschiff ein großes, schwarzes Schiff (wenn es denn ein Schiff ist!) auf. Es zerschneidet das Raiders-Schiff geradezu mit einem hellen Strahl. Die Raiders, Lord Kiro und das Auge scheinen nun Geschichte zu sein.

Doch in einer weiteren Wendung der Geschichte taucht Mr. Morden plötzlich wieder bei Londo auf. Offenbar hat er sich zu einer „Zusammenarbeit“ mit Londo entschlossen, der sein Glück gar nicht fassen kann, als Morden ihm das verloren geglaubte Auge zurück bringt. Warum Morden ihm überhaupt diesen Gefallen tut und wie er das Auge in seinen Besitz bringen konnte, fragt sich Londo in seiner Euphorie erst einmal nicht. Beim Zuschauer bleibt allerdings der dringende Verdacht, dass Morden früher oder später eine Gegenleistung von Londo einfordern wird. Dementsprechend bedrohlich klingt auch das körperlose „We will find you, ambassador“, mit dem er sich von Londo verabschiedet.

In einem dritten Handlungsstrang wird Garibaldi von Sinclair beauftragt, mehr über die Lücke in Sinclairs Gedächtnis heraus zu finden. Diese 24 Stunden während der letzten Schlacht der Menschen im Krieg gegen die Minbari war zuletzt in „And the Sky Full of Stars“ ein wichtiges Thema. Sinclair ist sich zwar sicher, damals Delenns Gesicht vor sich gesehen zu haben, doch darüber hinaus kann er sich an nichts erinnern und vermutet, dass die Minbari die Erinnerung aus seinem Gedächtnis gelöscht haben. Aber die Erinnerung an was genau? Das erfahren wir hier auch nicht. Garibaldi findet immerhin heraus, dass Sinclair auf der Wunschliste der Kandidaten für den Kommandoposten von Babylon 5 ziemlich weit unten stand, den Posten bekanntlich aber trotzdem bekommen hat. Der Grund dafür: Die Minbari hatten alle anderen Kandidaten abgelehnt. Aber warum? Was haben sie mit Sinclair angestellt (oder über ihn herausgefunden), das der Grund dafür sein könnte?

„Signs and Portents“ ist eine Episode, die das „Babylon 5“-Universum ein ganzes Stück weit öffnet. Hier werden entscheidende Weichen für künftige Entwicklungen gestellt. Es liegt in der Natur einer solchen Folge, dass dabei mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden. Aber wir befinden uns ja auch erst in der Mitte der ersten Staffel. Schaut man die Episode zum ersten Mal an, bleiben ein paar große Fragen zurück (siehe unten) und man realisiert das Ausmaß der Entwicklungen, die hier ihren Anfang nehmen, noch gar nicht. Hat man jedoch bereits die ganze Serie gesehen, dann wird die Bedeutung dieser Episode sofort klar. Mr. Morden etwa wird noch eine wichtige Rolle spielen, um nur ein Beispiel zu nennen und nicht zuviel zu verraten. Seine Herkunft wird im weiteren Verlauf der Serie ebenso geklärt werden wie die des seltsamen, schwarzen Schiffs. Nach den meistens in sich abgeschlossenen Episoden, die die erste Staffel bisher zu bieten hatte, ist „Signs and Portents“ ein erstes Anzeichen des großen Handlungsbogens, der im Lauf der Serie immer deutlicher zutage tritt. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

Highlight der Episode: Das Auftauchen des völlig unbekannten, spinnartigen, schwarzen Raumschiffs und all die Fragen, die dadurch aufgeworfen werden: Zu wem gehört dieses Schiff? Handelt es sich hier um eine noch nicht bekannte Spezies? Warum zerstören sie das Raiders-Schiff? Und in welcher Beziehung steht dieses schwarze Schiff zu Mr. Morden?

Londo/G’Kar-Moment: Die herrliche Szene, in der sich die beiden streiten, während sie auf den Lift warten. Die Spielfreuede der beiden Darsteller ist hier deutlich spürbar und die Szene stellt ein frühes Beispiel für die vielen großartigen Momente zwischen den beiden Figuren dar. Es hat übrigens symbolhaften Charakter, dass hier ein Mensch gewissermaßen zwischen dem Narn und dem Centauri eingekeilt ist. Genau wie bei dem Bild der explodierenden Raumstation haben wir es auch hier mit „Foreshadowing“ zu tun, wenn auch auf etwas subtilerem Weg.

Folgende (weitere) wichtige Informationen, die für den weiteren Verlauf der Serie wichtig sind, erhalten wir in dieser Episode:

  • Mr. Morden und seine Frage „What do you want?“ werden eingeführt. Lady Ladira erwähnt mehrmals, die „Schatten“ seien gekommen, um Lord Kiro zu holen („The shadows have come for Lord Kiro“). Bei seinem Treffen mit Delenn fällt plötzlich ein Schatten über Mr. Morden. Was das alles genau bedeutet und wie es zusammenhängt, darf ich freilich noch nicht verraten.

Sonstige Fragen:

  • Warum hat Morden keinem Vertreter der Menschen seine Frage gestellt? Wen repräsentiert er überhaupt?
  • Warum stellt er Kosh seine Frage nicht? Zunächst scheint er Kosh bewusst aus dem Weg zu gehen. Als er später doch auf ihn trifft, warnt Kosh ihn: „Leave this place. They are not for you. Go. Leave! Now.“ Was meint Kosh damit?
  • Wodurch wurde Koshs Schutzanzug beschädigt? (Garibaldi erwähnt das am Ende der Folge im Gespräch mit Sinclair.) Hat das etwas mit seiner Begegnung mit Mr. Morden zu tun?
  • Was baut Delenn da in ihrem Quartier zusammen? Handelt es sich dabei um ein Geschicklichkeitsspiel, eine Meditationstechnik oder etwas völlig anderes?
  • Was bedeutet das Symbol auf Delenns Stirn und warum erscheint es, als ihr Morden gegenübertritt?

Weitere interessante Punkte: 

  • „What do you want?“ ist eine der zwei zentralen Fragen, um die die Serie aufgebaut ist. Die zweite Frage – und das an sich ist kein großer Spoiler – lautet „Who are you?“. JMS zufolge können die Antworten auf diese Fragen einen positiven oder zerstörerischen Einfluss auf einen haben, je nachdem in welcher Reihenfolge man die Fragen für sich beantwortet. Weiß man, wer man ist, bevor man gefragt wird, was man will, wird die Antwort wahrscheinlich eine konstruktive sein. Wenn man sich aber noch nicht so weit mit sich selbst auseinander gesetzt hat, dass man die „Who are you?“-Frage für sich beantwortet hat und dann aber gefragt wird „What do you want?“, kann einen die Antwort auf einen zerstörerischen Pfad führen. (Nach Jane Killick: Babylon 5 – Season by Season. Signs and Portents. S. 115.)
  • Am Ende der Episode sehen wir Sinclair und Garibaldi tatsächlich auf der Toilette. Ein nettes Detail, das dazu beiträgt, Babylon 5 zu einer glaubhaften Umgebung zu machen.
  • Das „Babylon 5“-Thema während des Abspanns wird hier erstmals in einer Moll-Tonart gespielt.
  • In der Szene mit Morden und Kosh erlischt plötzlich eine der Lampen. Mir ist das ehrlich gesagt gar nicht selbst aufgefallen, aber ist schon beabsichtigt und führt natürlich zu der Frage, wer oder was dafür verantwortlich ist…
  • G’Kar beleidigt Londo mit dem Ausdruck „And you can kiss my pouch“. Ich weiß nicht, ob ich das im Blog schon einmal erwähnt habe, aber diese Redewendung kommt natürlich daher, dass Narn ihren Nachwuchs wie Kängurus in Beuteln austragen.

Interessante „Hinter den Kulissen“-Fakten:

  • Mordens Technik, einfach immer wieder so lange die gleiche Frage zu stellen, bis sein Gegenüber sich ihm öffnet und er eine befriedigende Antwort erhält, hat JMS sich von einer Praktik der Syanon-Selbsthilfeorganisation abgeschaut.
  • Folgende von JMS überlieferte Geschichte ist zu gut, um sie nicht auch hier wiederzugeben:
    Morden-Darsteller Ed Wasser wollte nach der ersten Ausstrahlung der Episode für einen kranken Freund Blumen kaufen. Im Geschäft fragte ihn der Florist „What do you want?“ und Wasser murmelte etwas von Blumen. Der Florist fragte erneut „What do you want?“ und Wasser, der die Anspielung immer noch nicht kapierte, antwortete er wolle einem kranken Freund ein nettes Geschenk machen. „Yes, but what do you want?“, fragte der Florist nochmals und Wasser verstand endlich, was vor sich ging. Er fühlte sich durch die Vorgehensweise des Floristen in die Enge getrieben – und genau das wollte JMS in „Babylon 5“ mit dieser Fragetechnik auch erreichen. (Der Florist fügte übrigens noch hinzu, dass er glaubte, die Szene in einer Folge von „Deep Space Nine“ gesehen zu haben…)

Zitate:

Ivaova (direkt nach dem Aufwachen zu sich selbst): „Why does my mouth always taste like old carpet in the morning?“
Computer: „Unknown. Checking medical logs.“

Londos Antwort auf Mordens Frage: „I want my people to reclaim their rightful place in the galaxy. I want to see the Centauri stretch forth their hand again and command the stars. I want a rebirth of glory, a renessaince of power. I want to stop running through my life like a man late for an appointment, afraid to look back or to look forward. I want us to be what we used to be. I want… I want it all back the way that it was.“

Lady Ladira: „The future is always changing. We create the future, with our words, our deeds, and with our beliefs. This is a possible future, Commander. And it is my hope that you may yet avoid it.“

 

Die nächste Folge in meinem „Babylon 5“ Rewatch:
1.15 „Grail“

 


Die Reihenfolge, in der ich die Episoden der ersten Staffel hier im Blog besprechen werde, entspricht wie oben erwähnt der von JMS empfohlenen Reihenfolge (Änderungen gegenüber der Reihenfolge auf den DVDs sind markiert; klickt die Titel an, um zum entsprechenden Blogpost zu gelangen):

1.01    Midnight on the Firing Line                                           
1.02    Soul Hunter
1.03    Born to the Purple
1.04    Infection
1.05    The Parliament of Dreams                                                 
1.06    Mind War
1.07    The War Prayer
1.08    And The Sky Full Of Stars
1.09    Deathwalker                                                                         
1.10    Believers
1.11    Survivors
1.12    By Any Means Necessary
1.13    Signs and Portents     
1.15    Grail
1.16    Eyes
1.18    A Voice in the Wilderness – Part 1
1.19    A Voice in the Wilderness – Part 2

1.20    Babylon Squared
1.21    The Quality of Mercy
1.14    TKO
1.17     Legacies                                                                              

1.22    Chrysalis                 

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