Neue Podcast-Entdeckung: „The Arkham Sessions“

Vor etwa 18 Monaten habe ich angefangen, regelmäßig Podcasts zu hören. Anfangs waren es vor allem solche über „Babylon 5“, dann kamen nach und nach immer mehr „Star Wars“-Podcasts dazu und hin und wieder entdecke ich auch hörenswerte Podcasts, die tatsächlich in keine dieser Kategorien fallen.

So geschehen vor kurzem, als ich „The Arkham Sessions“ entdeckt habe, einen Podcast, der sich aus psychologischer Sicht mit „Batman – The Animated Series“ beschäftigt. Dr. Andrea Letamendi, einer der beiden Hosts des Podcasts, war vor kurzem in irgendeinem der vielen „Star Wars“-Podcasts, die ich regelmäßig anhöre, zu Gast und hat dort von den „Arkham Sessions“ erzählt. Obwohl ich die Batman-Zeichentrickserie so gut wie nie gesehen habe und außer den Kinofilmen von Tim Burton (super!), Joel Schumacher (vergessen wir lieber…) und Christopher Nolan (Film Nr. 3 war enttäuschend) eigentlich kaum mit Batman in Berührung gekommen bin, fand ich das Konzept eines Podcasts, der sich aus psychologischer Sicht mit den Helden und Schurken aus Gotham City beschäftigt, sofort interessant. Denn wo sonst finden sich so viele, alle von unterschiedlichen psychischen Problemen gezeichneten Charaktere wie im Batman-Universum? Allein über Batman / Bruce Wayne alleine könnte man diesbezüglich wohl ganze Dissertationen schreiben.

Ich habe mir jedenfalls inzwischen ein paar Folgen des Podcasts angehört und muss sagen, dass ich begeistert bin – und das wie gesagt, obwohl ich die Fernsehserie gar nicht kenne. Andrea Letamendi, die ihren Doktor in klinischer Psychologie gemacht hat und ihr Co-Host Brian Ward besprechen in jeder Podcast-Folge eine Episode der Trickserie und analysieren dabei zum Beispiel die Krankheitsbilder von Dr. Crane (Scarecrow), dem Joker und allen anderen Bösewichten, die sonst noch vorkommen. Die Besprechung erschöpft sich dabei nicht in einer kurz gefassten Diagnose, sondern geht noch weiter und fragt zum Beispiel danach, wie man eine Person wie den Joker behandeln würde oder unter welchen Folgen die Opfer seiner Verbrechen zu leiden haben und wie man diese wiederum behandeln würde.  Immer wieder werden auch reale Kriminalfälle vorgestellt, die den in der Serie begangenen Verbrechen ähneln (ja, die gibt es tatsächlich!) und die Krankheitsbilder der Charaktere werden zum Anlass genommen, psychische Phänomene wie beispielsweise Phobien ernsthaft zu diskutieren.

Besonders gut gefällt mir an „The Arkham Sessions“, dass Letamendi und Ward ihr Thema ernst nehmen. Natürlich handelt es sich „nur“ um eine Zeichentrickserie, die hier besprochen wird und die dargestellten Ereignisse sind längst nicht immer realistisch. Doch wenn man sich ein paar Folgen des Podcasts angehört hat, merkt man schnell, dass die Serie nicht nur zweidimensionale Charaktere zu bieten hat und es hier wirklich einiges zu analysieren gibt. Und das beste ist: man lernt dabei tatsächlich etwas!

Unter „Mission“ beschreibt Dr. Letamendi  übrigens die Ziele, die sie mit ihren Aufsätzen, Auftritten bei Conventions und anderen Anlässen sowie mit den „Arkham Sessions“ verfolgt. Darunter finden sich nicht nur Punkte wie „To increase awareness and knowledge of psychology, including mental health disorders and their treatments.“ oder „To reduce the stigma and misconceptions associated with mental health disorders […].“, sondern auch: „To NERD OUT.“ Diese Verbindung aus wissenschaftlichem Anspruch und nerdigen Debatten gelingt in den „Arkham Sessions“ wirklich gut. Ich werde mir auf jeden Fall noch ein paar Folgen anhören und wer weiß, vielleicht sogar mal in die TV-Serie oder den einen oder anderen Batman-Comic reinschauen. Oder gleich einen eigenen wissenschaftlichen Nerd-Podcast ins Leben rufen. Bei meinem Hintergrund wäre das dann wohl etwas über „Star Wars“ aus soziologischer Sicht….

„Star Wars Oxygen“ – Ein Podcast nur über John Williams‘ großartige Musik

In letzter Zeit höre ich immer mehr Podcasts, vor allem über „Star Wars“ und „Babylon 5“. Vor kurzem habe ich einen Podcast entdeckt, der sich allein der großartigen Filmmusik widmet, die John Williams für die „Star Wars“-Filme geschrieben hat. Bei „Star Wars Oxygen“ handelt es sich um ein Spin-off des „Rebel Force Radio“-Podcasts. Etwa alle vier Wochen erscheint eine neue Folge, in der David Collins und Jimmy Mac die Musik von John Williams analysieren.

Dabei machen sie auf viele Dinge aufmerksam, die man bisher nicht wusste oder nur unterbewusst wahrgenommen hat – zum Beispiel, dass in der berühmten „Binary Sunset“-Szene in „Star Wars“ (Episode IV) gar nicht Lukes Thema gespielt wird, sondern Ben Kenobis. Und nach Kenobis Tod ist nicht sein, sondern Leias Thema zu hören, was mir bislang tatsächlich nie bewusst aufgefallen ist. Auch die Gründe für diese Entscheidungen von George Lucas und John Williams werden im Podcast erläutert. Bislang sind neun Folgen von „Star Wars Oxygen“ erschienen, die gerade mal die Musik von zwei Filmen (Episode IV & V) abgedecken. Aber auch alle übrigen „Star Wars“-Filme sollen in künftigen Podcast-Folgen besprochen werden (und zusätzlich sogar der Soundtrack zu „Shadows of the Empire“).

Die beiden Hosts des Podcasts sprechen sämtliche Themen bzw. Leitmotive durch, die Williams komponiert hat. Dabei kommt so manche interessante Erkenntnis zustande; ich habe bislang zum Beispiel nicht bewusst wahrgenommen, dass C-3PO und R2-D2 in Episode V ein eigenes Thema haben und sogar Boba Fett ein kurzes musikalisches Motiv. Auch macht der Podcast immer wieder auf Filmszenen aufmerksam, die keine Musik enthalten, für die aber Musik geschrieben und sogar aufgenommen wurde. Die Soundtrack-CDs, die 1997 zu den Special Editions der Filme veröffentlicht wurden, enthalten überraschend viel solcher Musikstücke, die letztendlich doch nicht in den Filmen verwendet wurden. Bei der Besprechung von „Das Imperium schlägt zurück“ nimmt sich David Collins einige dieser Szenen vor und mischt die Musik wieder hinein, um zu verdeutlichen, wie sie sich angehört hätten, wenn die Filmemacher sich nicht gegen den Einsatz von Musik entschieden hätten.

In einer der ersten Episoden des Podcasts kommen Collins und sein Co-Host zudem auf die musikalischen Vorbilder zu sprechen, an denen John Williams sich auf Lucas‘ Wunsch hin orientierte. Dabei vergleichen sie ausgewählte Musikstücke aus dem Film mit den entsprechenden Vorlagen von Stravinski, Dvořák, Holst und anderen Komponisten – und das Ergebnis ist verblüffend. Auch das Darth Vader-Thema aus Episode IV – als der berühmte imperiale Marsch noch nicht existierte – nehmen sie unter die Lupe.

Da ich mich sehr für Musik interessiere, aber nicht über genug Fachwissen oder ein gut genug geschultes Gehör verfüge, um die „Star Wars“-Soundtracks selbst so ausführlich zu durchleuchten, finde ich den Podcast sehr interessant und kann nun, nachdem ich alle bereits veröffentlichten Folgen angehört habe, die Veröffentlichung weiterer Episoden kaum erwarten.

Vorfreude auf das Filmfest München 2014

Ab dem kommenden Samstag ist es wieder einmal soweit: Das Filmfest München beginnt und für ganze acht Tage werde ích die Sonne nur sehen, während ich von zuhause zur U-/S-Bahn und dann von dort in einen kühlen Kinosaal hetze. Als akkreditierter Journalist darf ich fast alle Vorstellungen des Festivals gratis besuchen (lediglich der größte Teil der Abendvorführungen zwischen 19 Uhr und 21:30 Uhr bleibt mir verwehrt – aber man kann auch nicht rund um die Uhr im Kino sitzen). Außerdem gibt es zahreiche, bereits ab 9:30 Uhr stattfindende Pressevorführungen, für die ich jedenfalls noch an den ersten Festivaltagen ausgeschlafen genug sein sollte. Erfahrungsgemäß nimmt einen so eine Filmfest-Woche, bei der man zum Teil bis spät in die Nach drei bis sechs Filme am Tag sieht, aber ganz schön mit, so dass es Tag für Tag schwerer wird, sich früh genug aus dem Bett zu quälen.

Zwar habe ich mir vorgenommen, mein perönliches Filmprogramm in diesem Jahr nicht ganz so voll zu stopfen, weil ich eben aus jahrelanger Erfahrung weiß, dass es gar nicht machbar ist, jeden Tag eine Spätvorstellung zu besuchen und am nächsten Morgen wieder topfit zu sein; trotzdem ist mein Programm wieder erstaunlich dicht gepackt – durchschnittlich 4,25 Filme am Tag habe ich mir vorgenommen und zusätzlich noch den Besuch dreier „Filmmakers Live“-Veranstaltungen mit Publikumsgesprächen mit einigen der Ehrengäste des Festivals sowie einen Besuch des TV-Serien-Panels am 30.06. eingeplant. Dass ich diesen Plan nicht werde durchhalten können, versteht sich von selbst; irgendwann im Verlauf der Woche macht man einfach schlapp, braucht eine Pause, muss ausschlafen. Oder man hat einfach irgendwann gar keine Lust mehr, nur wenige Minuten nach dem Verlassen eines Kinos schon in den nächsten Film zu rennen, sondern setzt sich sich stattdessen lieber in die Sonne, gönnt sich einen Kaffee und fachsimpelt mit anderen Festivalbesuchern über schon oder noch nicht gesehene Filme.

Früh aufstehen muss man als Journalist nicht nur, wenn man möglichst viele Pressevorführungen besuchen will, sondern auch, wenn man Tickets für die regulären Vorführungen ergattern will. Die kriegen wir Akkreditierten nämlich erst zwei Tage im Vorraus, was besonders bei begehrten Filmen wie Jonathan Glazers „Under The Skin“ mit Scarlett Johansson, dem der Senator Filmveleih in Deutschland einen regulären Kinostart verwehrt, dazu führt, dass man zwei Tage vor der gewünschten Vorstellung möglichst gleich morgens um 9 Uhr am Ticketschalter stehen sollte, um eine Chance auf die gewünschte Eintrittskarte zu haben. Klappt das mal nicht, weil man verschlafen hat oder andere einfach früher dran waren und das Kontingent an Karten ausgeschöpft ist, muss man sein geplantes Programm über den Haufen werfen und auf einen anderen, weniger begehrten Film ausweichen. Was manchmal gar nicht schlecht sein muss, schließlich entdeckt man auf diese Weise möglicherweise Filmperlen, die man sich sonst nie angeschaut hätte. Und „Under The Skin“ wird man zumindest auf Blu-ray und DVD auch hierzulande noch sehen können (trotzdem habe ich den Film in mein Festival-Programm eingeplant, während ich manche andere Filme, die garantiert regulär ins Kino kommen und/oder auf DVD erscheinen werden, bewusst ignoriert habe, obwohl ich sie definitiv sehen will).

Bei der Auswahl meiner Filme bin ich wie jedes Jahr nach meinen ganz persönlichen Interessen vorgegangen. Meine Programmplanung stellt eine Mischung aus großen Festivalhighlights, einigen obskuren, schwer im Vorfeld einschätzbaren Filmen sowie zwei oder drei pflichtschuldig eingestreuten deutschen Filmen dar (die ich meistens ignoriere, weil sie mich immer noch kaum interessieren; aber zwei deutsche Kino- und sogar einen Fernsehfilm habe ich zumindest eingeplant), Wie in jedem Jahr weiß ich auch jetzt schon, dass es mehrere Filme gibt, die ich sehr gerne sehen würde, aber einfach nicht mehr unterbringen konnte; das macht aber nichts, schließlich wird man manche davon auch noch später im Kino oder auf DVD sehen können und außerdem ist die Qualität vieler Werke im Vorfeld sowieso schwer eizuschätzen. So mancher Film mit großen Namen kann enttäuschen, während ein völlig unbekannter Streifen vom anderen Ende der Welt, auf den man eigentlich gar nicht so richtig Lust hatte, zum persönlichen Festival-Liebling werden kann. Genau diese Unvorhersehbarkeit ist ja das Spannende.

158 Filme aus 51 Ländern zeigt das Filmfest München in diesem Jahr. Den größten Teil meines persönlichen Programms machen Filme der „Spotlight“-Reihe aus, in der sich Werke von weltweit bekannten Regisseuren und Darstellern finden lassen. „Amélie“-Regisseur Jean-Pierre Jeunet steuert hier dieses Jahr mit „The Young and Prodigious T.S. Spivet“ („Die Karte meiner Träume“) den Eröffnugsfilm bei, welcher ebenso auf meinem Plan steht wie „Days and Nights“ mit Katie Holmes und William Hurt oder der dreistündige Science-Fiction-Film „Hard To Be A God“ von Aleksey German. Gerade in der Spotlight-Reihe, wo sich wie gesagt viele bekannte Namen finden lassen, gibt es einige Werke, die mir durch die Lappen gehen werden; aber gerade diese Filme sind es ja meist auch, die man später noch anderswo wird sehen können.

Den zweitgrößten Anteil meines Programms nehmen Filme aus der „Cinemasters“-Reihe ein, in der in diesem Jahr 13 Filme um den mit 50.000 Euro datierten Arri/Osram-Award konkurrieren. Darunter befindet sich unter anderem Jean-Luc Godards in Cannes uraufgeführter „Adieu Au Langage“, den ich leider nicht werde sehen können. Dafür stehe aber sieben andere der 13 Filme auf meinem Programm, unter anderem der schon erwähnte „Under The Skin“, „Leviathan“, „I’m Not Him“ oder „Joe“ mit Nicolas Cage.

Die „International Independents“-Reihe ist dieses Jahr mit nur fünf Filmen bei mir vertreten, obwohl sich ja gerade dort viele Werke finden, die man nur auf Festivals zu sehen bekommt. Das hat sich irgendwie so ergeben. Weitere vier Filme stammen aus der „Cinevision“-Reihe, in der Werke von Nachwuchsregisseuren prämiert werden („Run“, „Beneath The Harvest Sky“ oder „Young Ones“ mit dem immer phänomenal spielenden Michael Shannon). Dazu gesellen sich wie erwähnt voraussichtlich drei deutsche Filme sowie die erste Folge von Damon Lindelofs neuer TV-Serie „The Leftovers“, die im Rahmen des Serien-Specials gezeigt wird.

Die Star-/Ehrengäste finde ich in diesem Jahr leider nicht besonders spannend. Udo Kier, Arthur Cohn, Klaus Lemke, Willy Bogner – sie alle sprechen mich nicht besonders an, wenn auch Kier sicher eine interessante Persönlichkeit ist und in zahlreichen, extrem unterschiedlichen Filmen mitgespielt hat. Das Publikumsgespräch mit ihm werde ich mir jedenfalls nicht entgehen lassen, einfach um mal einen Blick auf ihn zu werfen und ihn ein bisschen kennen zu lernen. Auch zu Walter Hill werde ich gehen, obwohl ich über ihn bislang eigentlich nichts wusste, als dass er einer der Drehbuchautoren von „Alien“ sowie Produzent aller weiteren Filme der Reihe ist. Seine anderen Werke kenne ich jedenfalls bislang fast alle nicht und werde sie mir auch auf dem Filmfest nicht anschauen, schließlich kann man das auch auf DVD tun. In den vergangenen Jahren waren unter anderem Charlotte Rampling, John Malkovich oder Richard Linklater auf dem Filmfest zu Gast, auf die ich mich wesentlich mehr gefreut habe als auf die diesjährigen Gäste. Auch Kim Ki-Duk oder Abbas Kiarostami, mit deren Filmen ich zuvor kaum vertraut gewesen war, habe ich auf dem Filmfest erlebt und beide haben mich mit ihren Filmen tief beeindruckt, so dass ich mir auch nach den jeweiligen Festivals noch mehrere ihrer Werke zuhause angeschaut habe. Wer weiß, vielleicht kommt es ja auch in diesem Jahr zu solchen neuen, inspirierenden Begegnungen. Immer wieder sind bei einzelnen Vorstellungen ja die entsprechenden Regisseure, Produzenten oder Darsteller anwesend, um nach dem Film Publikumsfragen zu beantworten.

Wie jedes Jahr gilt: All meine Angaben zu meinen geplanten Filmbesuchen sind ohne Gewähr! 😉 Es ist gut möglich, dass ich mir in der Mitte der Woche eine Auszeit nehme und mal einen ganzen Tag pausiere, um mich zu erholen. Eine Menge Filme werde ich in diesen acht Tagen aber auf jeden Fall sehen. 🙂
Mein ausführlicher Bericht über das Filmfest wird übrigens ein paar Tage nach Festivalende auf Filmszene.de zu lesen sein. Vielleicht – wenn es mein Terminplan zulässt – werde ich sogar während des Filmfests hier schon ein paar Eindrücke posten. (Ich glaube aber nicht, dass ich wirklich dazu komme. 😉 )

…und noch ein kleiner Nachtrag: schon gibt es den ersten Terminkonflikt in meinem persönlichen Programm. Ich habe nämlich gerade gesehen, dass nun auch ein Publikumsgespräch mit Jean-Pierre Jeunet angekündigt ist, zu dem ich schon allein deswegen gerne gehen würde, um zu hören, was der Regisseur rückblickend über seinen völlig verkorksten „Alien: Resurrection“ zu sagen hat. Leider überschneidet sich der Termin aber mit einem meiner geplanten Filmbesuche…da werde ich diesen dreistündigen Science-Fiction-Film wohl sausen lassen und stattdessen zu Jeunet sowie dem unmittelbar davor stattfindenden Gespräch mit Wim Wenders gehen…

In eigener Sache…

Eigentlich wollte ich schon längst wieder über mehrere Themen bloggen. Erst kamen mir gesundheitliche Probleme dazwischen, nun sind es Computerprobleme. Meinen Laptop hat es erwischt und er muss zur Reparatur. 😦

Ich weiß nicht genau, wann ich ihn zurückbekomme und es ist auch noch unklar, ob ich in der Zwischenzeit ein Ersatzgerät bzw. regelmäßigen Computer- und Internetzugang haben werde. Deswegen poste ich es hier mal vorsorglich: Neue Blogposts werden möglicherweise noch einige Wochen auf sich warten lassen. Neben der Fortführung meiner Posts zu „Babylon 5“ hatte ich unter anderem vor, etwas über meine Vorfreude aufs diesjährige Filmfest München (27.6-5.7.) zu schreiben. Das wird nun vor Beginn des Filmfestes wahrscheinlich nichts mehr, aber hoffentlich wird mein ausführlicher Bericht über das Filmfest dann im Juli zeitnah auf Filmszene.de erscheinen. Auch einen Post über die dritte Staffel von „Alias“ habe ich in Planung. Das und mehr gibt es dann wie gesagt, sobald ich computertechnisch wieder entsprechend ausgestattet bin. Hoffentlich dauert es nicht allzu lange…

Michael Jackson: Xscape

Mit „Xscape“ ist vor einer guten Woche ein neues Album von Michael Jackson erschienen. Wobei man bei einem seit knapp fünf Jahren toten Künstler natürlich nicht wirklich von einem „neuen“ Album sprechen kann; vielmehr handelt es sich hier um acht unter der Aufsicht von L.A. Reid, Musikproduzent und Vorsitzender von Epic Records, zusammen gestellte und nachträglich von verschiedenen Produzenten „vollendete“ Lieder, an denen Michael Jackson zwischen 1980 und 2002 gerabeitet hat. Für einen Fan wie mich sind solche posthumen Veröffentlichungen stets ein zweischneidiges Schwert: einerseits weiß man, dass hier von Jackson angefangene Werke von anderen in einer Weise fertig gestellt worden sind, die der Künstler so wohl nicht für gut (genug) befunden hätte, andererseits ist man aber natürlich gierig nach jedem Songschnipsel, den man in die Finger kriegen kann (und wenn man eine offizielle CD mit acht Liedern kaufen kann, ist es gleich noch einmal schöner, als nur einen geleakten Song im Internet downzuloaden). Es ist bekannt, was für ein Perfektionist Michael Jackson war; er arbeitete teilweise über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg immer wieder an einem Lied, bis es endlich seinen Vorstellungen entsprach und seiner Meinung nach reif für eine Veröffentlichung war (Joseph Vogel hat diesen Prozess sehr ausführlich und gut recherchiert exemplarisch an Jacksons „Earth Song“ beschrieben). Viele Songs, die andere Künstler wohl sofort veröffentlicht hätten, hielt Jackson unter Verschluss, weil sie noch nicht vollkommen seiner Vision entsprachen – so eben auch die acht Titel, die nun auf „Xscape“ erschienen sind.

Immerhin versucht der Michael Jackson Estate bei der Veröffentlichung dieses neuen Albums einige Fehler zu vermeiden, die beim ersten posthumen Album „Michael“ 2010 passiert sind. Zum einen gibt es dieses Mal keine Zweifel, dass auf allen acht Stücken auch wirklich Michael Jackson selbst singt (wie viele andere Fans bin auch ich inzwischen überzeugt davon, dass auf den drei berüchtigten „Cascio Tracks“ auf „Michael“ nicht Jackson selbst, sondern ein Imitator zu hören ist). Zum anderen gibt es neben der normalen Ausgabe des Albums mit den nachträglich „fertig produzierten“ Versionen auch eine Deluxe Edition zu kaufen, die zusätzlich die Originalfassungen aller acht Stücke enthält, also (Demo-)Versionen der Songs, so wie Jackson sie hinterlassen hat. Das finde ich eine sehr lobenswerte Entscheidung, denn auf diese Weise kann man sich nicht nur ein Bild davon machen, auf welche Weise genau die Songs verändert worden sind, sondern kann auch die neuen Fassungen links liegen lassen und sich immer wieder nur die Originale anhören, falls man das möchte.

Von den acht Liedern auf dem Album sind für langjährige Jackson-Fans freilich nur zwei wirklich neu. Außer „Chicago“ und „Loving You“ kursieren alle Titel bereits seit Jahren zum Teil in verschiedenen Fassungen im Internet; der Titelsong „Xscape“ ist sogar bereits 2002 im Internet geleakt. Die kreative Aufsicht über die Fertigstellung der neuen Fassungen hatte Star-Produzent Timbaland, der auch bei fünf Titeln selbst Hand anlegte. Unter den weiteren beteiligten Produzenten befinden sich John McClain (der auch bereits am „Michael“-Album beteiligt gewesen war) und das norwegische Duo Stargate (bekannt durch die Arbeit mit Rihanna oder an Beyoncés Hitsingle „Irreplaceable“), auf das Jackson selbst noch zu Lebzeiten wegen einer Zusammenarbeitet zugegangen war, zu der es aber nie kam. Rodney „Darkchild“ Jerkins ist der einzige unter den beteiligten Produzenten, der tatsächlich selbst mit Michael Jackson gearbeitet hat (er produzierte sechs Titel auf Jacksons letztem Studioalbum „Invincible“). Der langjährige Jackson-Produzent Teddy Riley, der noch an einige der auf „Michael“ veröffentlichten Stücke nachträglich Hand angelegt hatte, war dieses Mal nicht mehr mit von der Partie.

Nun werden also bislang unveröffentlichte Lieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aber warum musste man diese Stücke eigentlich eigentlich nachträglich abändern und damit quasi remixen? Hier zitiere ich mal aus dem Booklet des Albums: „[T]he goal was bold, but straightforward: take some of Jackson’s best and most complete unreleased music and make it feel as new, as current, as fresh as if the artist was still with us.“  Im weiteren Verlauf des Textes wird argumentiert, Jackson habe oft über Jahre hinweg an seinen Liedern gearbeitet, sie sich immer wieder vorgenommen und zu verbessern versucht und sie manchmal erst viele Jahre später auf einem Album veröffentlicht. „With this process in mind, Jackson’s Estate began combing through the artist’s vault in late 2012, looking for some of the strongest material the artist left behind.“ Ungefähr 24 Stücke wurden dabei ausgewählt. L.A. Reid nahm nur solche Titel in die engere Auswahl mit auf, die Jackson mehrmals komplett eingesungen hatte und bei denen keine Lead- und Background Vocals fehlten. (Dass man aus diesen 24 Stücken nun nur acht aufs Album gepackt hat, bedeutet wohl, dass noch mindestens zwei weitere Alben mit unveröffentlichten Songs auf uns zu kommen.)

„The primary vision for XSCAPE […] was to ‚make it new‘ (to adopt a modernist credo) to accentuate the music’s relevance to the here and now.“, heißt es weiter. Was allerdings besonders neu oder aktuell an den hier nun mit aus Hunderten anderen Songs bekannten Elektro-Sounds und Timbaland-Basslines versehenen Neufassungen sein soll, erschließt sich mir ganz und gar nicht. Michael Jackson hat in Interviews immer wieder betont, dass er stets auf der Suche nach neuen Sounds war, nach Klängen, die man so in der Popmusik noch nie gehört hatte. Auf dieser Suche war er im Lauf seiner Karriere immer wieder  erfolgreich und hat damit einen für ihn eigenen, typischen Jackson-Sound geschaffen. „Remember The Time“ vom 1991er Album „Dangerous“ ist ein schönes Beispiel für diesen neuen Sound, nach dem Jackson stets strebte – der Song hört sich vollkommen anders an als die Jackson-Lieder der 80er Jahre, klingt aber trotzdem zeitlos und eben typisch nach Jackson. Wenn nun aber ein paar Musikproduzenten daher kommen und alte Jackson-Stücke zu modernisieren versuchen, damit diese dem aktuellen Musikgeschmack und den momentanen Trends entsprechen, darf man sich davon wohl nicht zu viel versprechen. Ich wage jedenfalls die Vorhersage, dass sich die neuen Fassungen der acht Titel auf „Xscape“ in ein paar Jahren ziemlich alt anhören werden, während die Orginalversionen überwiegend frisch bleiben.

Die neu produzierten Fassungen hören sich für mich jedenfalls überhaupt nicht nach „on the cutting-edge“ an, wie es im CD-Booklet weiter heißt; beim ersten Durchhören der CD und Vergleichen der alten mit den neuen Versionen habe ich fast jedes Mal den Kopf geschüttelt, als ich gehört habe, was Timbaland & Co. aus Jacksons Vorlagen gemacht haben. Klar, das klingt wie vieles andere, das in den letzten Jahren im Radio lief und wird vielleicht gerade deswegen Erfolg haben. Wirklich „neu“ ist daran aber nichts. Hätten wir nur diese neuen Fassungen zur Verfügung, würde ich mich darüber wahnsinnig aufregen. Wie gesagt gibt es aber auf der Deluxe Version von „Xscape“ auch die Originale, die ich mir viel lieber anhöre. So habe ich mich also doch noch mit diesem Album versöhnen können.

In einem der nächsten Sätze im Booklet ist dann interessanterweise auch nicht mehr von „cutting-edge“ die Rede, also davon, mit diesen Songs über den Sound der Zeit hinaus zu gehen und womöglich etwas ganz Neues, so noch nie zuvor Gehörtes zu schaffen, sondern lediglich von „contemporizing Jackson’s songs“, also davon, sie dem momentanen Geschmack anzupassen. Zumindest in dieser Hinsicht haben die Produzenten hier wohl Erfolg gehabt (und mehr konnte man auch nicht erwarten) – sowohl meine Mutter als auch meine Schwester fanden die neu produzierten Versionen jedenfalls ziemlich gut.

Noch ein paar Worte zu den einzelnen Songs:

„Love Never Felt So Good“ – Meiner Meinung nach der gelungenste unter den „modernisierten“ Songs und eine passende erste Singleauskopplung. Die Originaldemo des von Jackson und Paul Anka geschriebenen Stücks ist schon lange einer meiner Favoriten, für die neue Fassung haben sich John McClain und Giorgio Tuinfort ganz klar den „Off The Wall“-Sound zum Vorbild genommen. Statt auf Gimmicks setzen sie auf Altbewährtes – mit Erfolg. Trotzdem möchte ich auch die nur mit Klavierbegleitung unterlegte Demo von 1980 nicht missen. Auf der Deluxe Edition gibt es noch eine dritte Fassung, als Duett mit Justin Timberlake und produziert von Timbaland. Die ist auch ganz okay. 🙂
„Chicago“ – Der Songtitel ist etwas irreführend, zum einen weil es noch ein weiteres (bislang nicht veröffentlichtes) Jackson-Lied gibt, das auf den Namen „Chicago 1945“ hört und zum anderen weil das Wort „Chicago“ hier eben nur einmal am Anfang des Liedes vorkommt und im Refrain immer wieder die Worte „She was lovin‘ me“ wiederholt werden. Warum man das Stück dann trotzdem „Chicago“ genannt hat, weiß nicht. Damien Shields hat Anfang April in seinem Blog diesem Song einen eigenen Post gewidmet, um die Fans darüber aufzuklären, dass das bis dahin als „She Was Lovin‘ Me“ bekannte (aber noch von niemandem gehörte) Stück und „Chicago“ ein und derselbe Song sind. Zum Lied selbst: Es wurde vom Musikproduzenten Cory Rooney geschrieben, Jackson liebte den Song und nahm ihn auf. Die Originalfassung hört sich noch nicht richtig fertig an, aber ich liebe Jacksons abwechselns sanften und agressiven Gesang. Wenn ich den Beginn der neuen Fassung höre, schüttelt es mich einfach nur…
„Loving You“ – Vielleicht ist die Verwechslungsgefahr mit diesem Titel der Grund dafür, warum „Chicago“ eben nicht „She Was Lovin‘ Me“ heißt. „Loving You“ wurde von Jackson ganz allein geschrieben und ist einer dieser wunderschönen Lovesongs, die man sich an einem grauen Regentag anhören und bei denen man träumen kann. Auch hier hat Timbaland meiner Meinung nach mehr verschandelt als verbessert, deswegen werde ich überwiegend die Originalfassung anhören.
„A Place With No Name“ – Eine von Jackson neu getextete Fassung des America-Hits „A Horse With No Name“. Ich finde es sehr interessant, dass er sich auch für so etwas nicht zu schade war (andererseits hat er sich ja dazu entschieden, das Lied nicht zu veröffentlichen). Die Originalfassung hat einen Groove, der einen sofort mitschwingen lässt und ich muss zugeben, dass ich die von Stargate neu erstellte Version nach anfänglicher Skepsis gar nicht mehr so übel finde. Die eingesetzten Elektrosounds sind gar nicht so unpassend, aber auch hier bin ich froh, die Wahl zwischen beiden Fassungen zu haben.
„Slave To The Rhythm“ – Von diesem Song ist vor ein paar Jahren eine von Tricky Stewart gemixte Fassung im Internet aufgetaucht, deren Elektrosound ich sehr cool finde und die mir seitdem ins Ohr gegangen ist. Auch als Duett mit Justin Bieber gibt es den Song… Der auf der Deluxe Edition von „Xscape“ veröffentlichten Originalfassung hört man ihren Ursprung deutlich an – sie wurde während der Sessions für das „Dangerous“-Album aufgenommen. Damals geschrieben und produziert von L.A. Reid und Babyface, wurde das Stück nun unter anderem von Timbaland auf den neuesten Stand gebracht. Von allen Timbaland-Produktionen auf dem Album finde ich diese hier am gelungensten, ziehe aber die Tricky Stewart-Fassung immer noch vor, auch wenn sie bislang nicht in bester CD-Qualität vorliegt und offiziell unveröffentlicht ist. Letzte Nacht ist Michael Jackson übrigens bei den Billboard Music Awards mit diesem Song (in der neuen Timbaland-Fassung) aufgetreten – ja, richtig gelesen! Ein Jackson-Hologramm, das wohl zumindest teilweise auf einem Jackson-Imitator basierte (wie man am Gesicht erkennen konnte) tanzte zusammen mit anderen Tänzern, die anscheinend auch zumindest teilweise nur Hologramme waren und bewegte mehr schlecht als recht die Lippen zum Text. Gut gemeint, aber irgendwie gruselig, auch wenn das Outfit des Holo-Michaels cool aussah.
„Do You Know Where Your Children Are“ – Genau wie bei „Slave To The Rhythm“ ist auch hier seit einigen Jahren eine Fassung des Songs im Umlauf, die sich von der auf der Deluxe Version enthaltenen Originalfassung unterscheidet – und auch in diesem Fall ist diese „dritte“ Fassung mein Favorit. Sie ist deutlich rockiger als offizielle Originalfassung. Vom Text her ist dieser Song einer der interessanteren Titel auf „Xscape“; Jackson singt darin von einem Mädchen, das sexuell missbraucht wird, von zuhause fortläuft und schließlich in die Fänge der Kinderprostitution gerät. Den Songtitel hat Jackson einer Reihe von US-Fernsehwerbespots entliehen, in denen Eltern in den 80er Jahren die Frage gestellt wurde „Do You Know Where Your Children Are?“ Damien Shields beschreibt die neue, unter anderem von Timbaland verbrochene Fassung als „video game-ish“, womit eigentlich schon alles gesagt ist, denn sie klingt tatsächlich zumindest phasenweise mehr nach GameBoy als nach Jackson…
„Blue Gangsta“ – Diesen Song liebe ich schon lange, weil er sich anhört wie kein zweiter Jackson-Song. Er hat ein wenig dieses „Smooth Criminal“-Feeling, ist aber deutlich langsamer und geht trotzdem sehr in die Beine. Geschrieben und produziert wurde das Lied genau wie das auf „Invincible“ veröffentlichte „Break Of Dawn“ von Dr. Freeze. Die geleakte Fassung, die ich kenne, entspricht der Originalfassung auf der Deluxe Version, ist aber noch ein wenig länger. Die neue Fassung ist im Intro noch in Ordnung, aber dann machen Timbaland & Co. wieder alles kaputt…
„Xscape“ – Diesen Song kennen viele Jackson-Fans wie gesagt schon seit 2002, als er plötzlich im Internet auftauchte, und zwar nicht in einer unfertigen Demofassung, wie das bei vielen anderen Leaks der Fall war, sondern in einer Version, die sich vollkommen fertig produziert anhörte und die man so auch sofort hätte veröffentlichen können. Gerüchten zufolge wollte Jackson das damals auch tun (auf sein 2001er Album „Invincible“ schaffte es der Song trotzdem nicht), entschied sich aber dagegen, nachdem der Song ins Netz durchgesickert war. Oder die damaligen Streiteren mit Sony Music machten ihm einen Strich durch die Rechnung, wer weiß. Ich bin jedenfalls nach wie vor überzeugt, dass das Lied ein Riesenhit hätte werden können. Auf der Deluxe Version des Albums hören wir nun genau jene seit 2002 bekannte Originalfassung, die Jackson-Funk in Perfektion darstellt. Mit fast sechs Minuten mag der Titel vielen zu lang sein, aber ich liebe es, wenn Jackson in seinen Songs immer noch einen draufsetzt. Auch der abwechselnd fauchende und dann wieder kraftvoll herausgeschrieene Gesang fasziniert mich. Von allen Stücken auf dem Album ist die Originalfassung von „Xscape“ bei weitem mein Favorit! Warum bloß hat man auch diese nun verändert, der Titel war doch längst fertig? Rodney Jerkins, mit dem Jackson das Stück damals geschrieben und produziert hatte, hat sich den Song noch einmal vorgenommen und das Ergebnis finde ich einfach nur befremdlich. Das Lied hat einen Großteil seiner Power verloren! Ich höre weiter das Original. Übrigens ist auch hier der Text höchst interessant; Jackson singt davon, wie er auf Schritt und Tritt von „elektrischen Augen“ beobachtet wird, von denen er fliehen will. „When I go, this problem world won’t bother me no more“, heißt es in der Überleitung. Hoffen wir mal, dass es ihn nun wirklich nicht mehr stört, wie sich andere Leute an seinem musikalischen Nachlass vergreifen.

Zum Schluss möchte ich noch auf interessante Artikel zweier Jackson-Experten verweisen: Joseph Vogel hat für Slate die Entstehung des Titelsongs des Albums beschrieben, von der ursprünglichen Zusammenarbeit zwischen Jackson und Rodney Jerkins bis hin zur posthumen „Weiterentwicklung“ des Songs. Damien Shields hat in seinem Blog eine ausführliche Rezension zum neuen Album gepostet, in der er auch noch mehr auf die Entstehungsgeschichten der einzelnen Titel eingeht (ich habe mich in meinem Post hier mehrmals auf diesen Artikel gestützt).

Und zu allerletzt noch ein weiteres Zitat aus dem Album-Booklet, über das sich nachzudenken lohnt (ich wollte es eigentlich im Text unterbringen und kommentieren, aber die Zeit reicht nicht mehr und der Post ist auch schon lang genug – vielleicht also ein anderes Mal):
„Throughout his career, Jackson frequently used the term ‚escape‘ or ‚escapism‘ to describe his art. It was a term critics often misunderstood as meaning superficial entertainment detached from real-world problems. Yet for Jackson, as the songs on this album (and the rest of his catalog) indicate, it was not an aesthetic of evasion. Very few popular artists have tackled the range of subject matter of Michael Jackson. Escape, for Jackson, was about transporting his audience (and himself) into different stories, different spaces, different sounds and emotions; it was about drawing contrasts between the way things are and the way things could be, between our realities, fears and desires.“

 

May the 4th be with you – Diskussion der „Star Wars“-Neuigkeiten der letzten Tage

Heute ist der 4. Mai, der schon seit einigen Jahren als inoffizieller „Star Wars-Feiertag“ gefeiert wird, allein aufgrund des lustigen Wortspiels „May the 4th be with you!“. Ich persönlich habe früher zumindest eigentlich immer den 25. Mai als „Star Wars-Tag“ empfunden, also den Tag, an dem „Star Wars“ 1977 in die US-Kinos kam. Aber gut, ich beuge mich der Mehrheit und will den heutigen Tag nicht verstreichen lassen, ohne zumindest irgendetwas über „Star Wars“ geschrieben zu haben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in nächster Zeit mehrere verschiedene Blogpost über „Star Wars“ zu schreiben, die verschiedene Aspekte des Themas beleuchten. Aber da ich diesen Plan wahrscheinlich sowieso nicht einhalte, kann ich auch gleich etwas von all den Themen in diesen Post hier stecken (und ja trotzdem noch öfter über „Star Wars“ bloggen).

Die Bekanntgabe der Besetzung von Episode VII

Zur Feier des Tages zeigen viele Kinos auf der ganzen Welt dieses Wochenende die sechs Episoden endlich mal wieder auf der großen Leinwand. In München läuft die Saga leider nur in der deutschen Fassung, deswegen bin ich nicht im Kino. Die Original-Trilogie würde ich aber schon gerne mal wieder auf der großen Leinwand erleben, schließlich habe ich sie zum letzten Mal 1997 im Kino gesehen. Die wirklich große Nachricht der letzten Tage war aber natürlich die Ankündigung des Casts von Episode VII auf starwars.com. Eigentlich haben alle erst heute, am 4. Mai, mit dieser Nachricht gerechnet, doch letztendlich hat Disney die Katze ein paar Tage früher aus dem Sack gelassen – wahrscheinlich weil man die Rückkehr von Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford sowieso nicht mehr geheim halten konnte, nachdem alle drei schon mehrere Tage vor der Bekanntgabe in London gesichtet worden waren und immer mehr Gerüchte über eine erste Drehbuchlesung des gesamten Casts die Runde machten. Von dieser Lesung stammt dann auch das einzige offizielle Foto, auf dem man fast alle der angekündigten Schauspieler, sowie Regisseur/Drehbuchautor J.J. Abrams, die Produzenten Bryan Burk und Kathleen Kennedy und den Drehbuchautoren Lawrence Kasdan („The Empire Strikes Back“, „Raiders of the Lost Ark“) sehen kann. Ein bisschen sieht es aus, als säßen sie alle in einem noch nicht für die Eröffnung bereiten IKEA-Kaufhaus auf billigen Sofas herum. Genau wie Millionen anderer Fans werde auch ich dieses Foto in den kommenden Monaten wohl immer und immer wieder anstarren und mir dabei vorstellen, welche Rollen die neuen Darsteller spielen und welche Texte sie da lesen…

Luke, Han und Leia werden also in Episode VII wieder mit dabei sein, 30 bis 35 Jahre älter als bei ihrem letzten Auftritt in „Return of the Jedi“. Weitere alte Bekannte, die erneut mit von der Partie sind, sind Anthony Daniels als C-3PO, Kenny Baker als R2-D2 und Peter Mayhew als Chewbacca. Dass man Kenny Baker extra als offizielles Mitglied des Casts auflistet, finde ich irgendwie süß – schließlich wurde er bereits bei den Dreharbeiten der Prequel-Trilogie nur für eine Handvoll Szenen in R2s blecherne Eingeweide gesteckt und ist als Darsteller heute schlicht und einfach überflüssig. Zudem wird der Mann diesen Sommer 80 Jahre alt und würde sich die Tortur, für Dreharbeiten tagtäglich stundenlang in R2s Innerem zu stecken, sicherlich nicht mehr antun wollen. Aber wie gesagt ist es eine nette Geste, ihn auf die Liste der Darsteller zu setzen, auch wenn R2-D2 nur als ferngesteuertes Modell und in CGI-Form im Film auftauchen wird.

Ich will vor dem Kinostart von Episode VII am liebsten noch überhaupt nichts über die Story wissen, aber eine Vorhersage wage ich jetzt schon mal zu treffen: Han Solo wird sterben. Es ist bekannt, dass Harrison Ford bereits bei den Dreharbeiten zu „Return of the Jedi“ versucht hat, George Lucas davon zu überzeugen, seine Figur sterben zu lassen, da er Hans Entwicklung als abgeschlossen betrachtete und ihm einen Heldentod schenken wollte. Doch Lucas sträubte sich gegen diese Idee und ließ Han leben. Da die kommende Sequel-Trilogie zwar unsere alten Helden zurückbringt, aber auch eine neue Generation von Helden und Schurken vorstellen soll, die Han, Luke und Leia ablösen, scheint es eigentlich nur logisch zu sein, dass mindestens einer der „großen Drei“ dran glauben muss. Harrison Ford hat in Interviews immer wieder Desinteresse und Unlust bekundet, wenn es um das Thema „Star Wars“ ging, ich könnte mir also gut vorstellen, dass er nur unter der Bedingung zugesagt hat, dass es bei einem einzigen weiteren Film für ihn bleibt. Andererseits könnte es aber auch gut sein, dass Luke Skywalker in Episode VII das Zeitliche segnen wird, gerade wenn man sich zumindest Geroge Lucas‘ Vorliebe für Parallelen zwischen den Filmtrilogien anschaut: In den ersten beiden Filmen der bisherigen Trilogien stirbt jeweils der weise Jedi-Mentor (Qui-Gon Jinn bzw. Obi-Wan Kenobi) und diese Rolle wird nun wohl Luke ausfüllen. Dass mehr als einer der großen Drei pro Film stirbt, kann ich mir allerdings schlecht vorstellen (und es sei noch angemerkt, dass George Lucas zwar einen kurzen Handlungsabriss für Episode VII vorgelegt hat, ansonsten mit dem Drehbuch oder dem Film überhaupt außer einer „Beraterfunktion“ nicht viel zu tun hat).

Die neuen Schauspieler

Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher sehen auf dem Foto jedenfalls blendend aus, was vor allem bei den letzteren beiden wirklich erwähnenswert ist. Wenn man ihr jetztiges Erscheinungsbild mit Fotos von vor etwa einem Jahr vergleicht, sieht man, dass Hamill und Fisher sich für Episode VII ganz schön in Form gebracht haben. So soll es sein! Bevor ich zur Bedeutung von Peter Mayhews erneuter Mitwirkung komme, möchte ich noch kurz auf die neuen Darsteller eingehen: Da wäre zunächst die unbekannteste von allen, Daisy Ridley. Auf ihrer imdb-Seite ist kein Geburtsdatum angegeben, aber soweit ich weiß ist sie um die 20 Jahre alt und damit etwa so alt wie Carrie Fisher bei den Dreharbeiten zu „Star Wars“. Auf dem Foto hat sie meiner Meinung nach zudem eine wirklich erstaunliche Ähnlichkeit zu Natalie Portman und wäre damit ihrer Großmutter aus dem „Star Wars“-Universum, Padmé Amidala, wie aus dem Gesicht geschnitten. Schon klar, noch weiß niemand, welche Figur Ridley spielen wird, aber aufgrund dieser Ähnlichkeit zu Portman und auch zur jungen Carrie Fisher gehe ich einfach mal davon aus, dass sie die Tochter von Han und Leia sein wird. Schließlich sitzt sie auf dem Cast-Foto ja auch zwischen Harrison Ford und Carrie Fisher…

Mit dem Rücken zum Betrachter sitzt in der vorderen Bildmitte der 1983 geborene Domhnall Gleeson, Sohn des bekannten irischen Schauspielers Brendan Gleeson. Vater und Sohn haben beide in mehreren „Harry Potter“-Filmen mitgespielt – der Vater als „MadEye“ Moody, der Sohn in den letzten beiden Filmen als Bill Weasley. Zudem ist Domhnall Gleeson in letzter Zeit positiv in Joe Wrights „Anna Karenina“ und in „About Time“ („Alles eine Frage der Zeit“) aufgefallen. Optisch könnte er gut als Sohn von Luke Skywalker durchgehen, aber in diesem Fall will ich mich da noch auf keinen Tipp festlegen. Links im Bild sitzt Andy Serkis, einer der größten Filmschauspieler des Planeten, dessen Kunst aber leider viel zu wenig gewürdigt wird. Der 50-jährige ist nämlich vor allem für seine Darstellungen im performance capture-Verfahren bekannt, bei denen er in lächerlichen, über und über mit hellen Punkten oder Kugeln beklebten Strampelanzügen im Studio eine Figur spielt, die dann am Computer vervollständigt wird. Am bekanntesten ist sicher seine Gollum-Darstellung in den „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Filmen, aber Peter Jacksons „King Kong“ hat er auf diese Weise ebenso zum Leben erweckt wie Caesar, den Affen aus „Rise of the Planet of the Apes“ und dem kommenden „Dawn of the Planet of the Apes“. Des weiteren spielte er auch in Steven Spielbergs „Tintin“-Verfilmung als Captain Haddock mit. Als „normalen“ Schauspieler aus Fleisch und Blut kann man ihn unter anderem in „The Prestige“ oder in einer weiteren Rolle als Schiffskoch in „King Kong“ bewundern. Bei Serkis stellt sich natürlich die Frage, ob er in „Star Wars“ erneut eine performance capture-Darstellung abliefern oder eine ganz konventionelle Rolle spielen wird. Ich tippe mal auf ersteres. Es liegt doch nahe, dass eine der Hauptfiguren in Episode VII ein Alien (oder etwas ähnliches) sein wird, das am Computer erzeugt, aber von einem Menschen gespielt wird. Filme wie „Avatar“ oder „Der Hobbit“ haben bewiesen, dass dies technisch längst kein Problem mehr ist. Da Serkis der weltweit größte Experte auf diesem Gebiet der Schauspielerei sein dürfte, ist es nur logisch, wenn J.J. Abrams und Kathleen Kennedy (die mit Serkis schon bei „Tintin“ zusammengearbeitet hat) ihn an Bord holen. Auf diese Weise bekommen hoffentlich auch die „Star Wars“-Filme endlich eine computergenerierte Hauptfigur, die es was den emotionalen Ausdruck und die Interaktion mit den anderen Figuren betrifft mit ihren „menschlichen“ Kollegen aufnehmen kann.

Neben Serkis im Bild sitzt Oscar Isaac, geboren in Guatemala und 34 Jahre alt. Sein bislang größter Erfolg war die Hauptrolle im letztjährigen „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder, davor ist er unter anderem als herrlich fieser Prinz John in Ridley Scotts „Robin Hood“ positiv aufgefallen und wird demnächst in der Literaturverfilmung „Die zwei Gesichter des Januars“ zu sehen sein. Wen er in „Star Wars“ spielen wird? Ich habe keine Ahnung… Als nächster sitzt in der Runde der 22-jährige John Boyega, der für seine Rolle in „Attack the Block“ viel Lob bekommen hat (ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde ihn aber – genau wie einige andere Filme der neuen „Star Wars“-Schauspieler – demnächst nachholen). Demnächst wird er außerdem in einigen Folgen der neueun Staffel von „24“ zu sehen sein. Allein die Tatsache, dass er schwarz ist, hat viele Leute dazu veranlasst, in ihm „Lando Calrissian Jr.“ zu sehen, doch daran glaube ich nicht bzw. ich hoffe es auch nicht. Ich möchte nicht, dass alle neuen Rollen die Söhne, Töchter oder Enkel von bekannten Charakteren sind, sondern hoffe, dass Abrams und Kasdan da etwas cleverer vorgehen und auch ein paar Figuren, die nicht mit den bekannten Helden verwandt sind, ins Spiel bringen. Zudem wäre es seltsam, Landos Sohn im Film zu haben, aber Lando Calrissian selbst nicht – dessen Darsteller Billy Dee Williams hat seine Bereitschaft zur Rückkehr in die weit, weit entfernte Galaxis in den letzten Monaten immer wieder bekundet, scheint aber nicht in Episode VII dabei zu sein. Es könnte sein, dass man seinen Auftritt im Film noch geheim halten will, es könnte aber ebenso gut sein, dass er – wie in der Original-Trilogie – erst im zweiten Film wieder mit dabei sein soll. Oder eben gar nicht, worüber ich jetzt auch nicht todunglücklich wäre.

Einen letzten neuen Darsteller im Bild haben wir noch: Adam Driver. Der 30-Jährige ist vor allem durch seine Hauptrolle in der HBO-Serie „Girls“ bekannt, in der er trotz seiner „Star Wars“-Verpflichtung auch weiterhin mitspielen wird. Weiterhin konnte man ihn in Nebenrollen in Steven Spielbergs „Lincoln“, in „Inside Llewyn Davis“ und in dem großartigen „Frances Ha“ sehen. Gerüchte um Drivers Mitwirkung an Episode VII waren schon Monate vor der offiziellen Ankündigung im Umlauf und stets hieß es dabei, er werde den neuen Bösewicht spielen. Optisch kann ich mir das jedenfalls ziemlich gut vorstellen, der Kerl hat ein sehr charismatisches Gesicht und kann bestimmt herrlich fies lachen (was sich als nützlich erweisen sollte, falls er einen dunklen Jedi oder eine ähnliche Figur spielen wird).

Nun wissen wir also, wer in Episode VII mitspielen wird. Was wir noch nicht wissen, ist wen die neuen Darsteller spielen und wie groß ihre jeweiligen Rollen ausfallen werden. In einer früheren Pressemiteilung von Lucasfilm war vor einigen Wochen die Rede von einem „neuen Trio von Hauptfiguren“, das wohl im Lauf der kommenden drei Filme die Nachfolge von Luke, Han und Leia antreten soll. Dabei dürfte es sich um Daisy Ridley, John Boyega und Domhnall Gleeson bzw. Oscar Isaac handeln. Nach der Bekanntgabe des Casts wurde zudem von vielen Seiten Kritik geäußert, der Cast sei zu weiß und zu männlich. Tatsächlich befindet sich unter den neuen Darstellern nur eine Frau (Ridley) und ein Schwarzer (Boyega), während Oscar Isaac lateinamerikanischen Ursprungs ist. Bevor man die Zusammensetzung des Casts kritisiert, sollte man sich aber bewusst machen, dass – wie gerade erwähnt – noch nicht bekannt ist, wie groß die Rollen der jeweiligen Schauspieler ausfallen werden. Wenn Ridley und Boyega Teil des neuen Helden-Trios sein sollten, dann hätten wir damit schon eine junge Frau und einen Schwarzen in Hauptrollen. Zudem gibt es immer noch Gerüchte um eine noch nicht besetzte bzw. noch nicht bekannt gegebene weitere Rolle im Film, bei der es sich um eine weibliche Rolle handeln soll, für die angeblich Lupita Nyong’o im Gespräch ist – eine schwarze Darstellerin, die vor kurzem einen Oscar für ihre Rolle in „12 Years A Slave“ gewonnen hat. Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass J.J. Abrams noch nicht alle Karten ausgespielt hat und es zumindest noch kleine Rollen im Film gibt, über die noch nichts bekannt gegeben worden ist und mit denen das Publkum im Dezember 2015 im Kino vielleicht überrascht werden soll.

Fast vergessen hätte ich jetzt Max von Sydow, ganz einfach weil der 85-jährige nicht auf dem Cast-Foto zu sehen ist. Der schwedische Schauspieler ist natürlich eine Legende, man braucht nur seine Rolle in „Der Exorzist“ erwähnen. Ich kenne ihn aber auch aus Filmen wie „Minority Report“ oder Ridley Scotts „Robin Hood“. Seine Mitwirkung an Episode VII finde ich sehr interessant, weil man sich sofort fragt, welche Rolle er denn spielen wird? Den Kanzler der (Neuen) Republik? Einen aus der Versenkung aufgetauchten Sith-Lord? (Bitte nicht!) Einen Offizier der versprengten Überreste des Imperiums? Ein Schauspieler dieses Kalibers wird den Film auf jeden Fall nochmal um einiges aufwerten.

Werden „alte“ oder „neue“ Helden im Mittelpunkt stehen?

Eine Sache, die im Zusammenhang mit dem Cast noch ansprechen möchte, ist die Frage, ob denn nun eher die alten Helden – also Luke, Han und Leia – oder die neue Generation im Vordergrund von Episode VII stehen werden. Ich habe die Gerüchte um Episode VII seit der Ankündigung des Films Ende Oktober 2012 natürlich intensiv verfolgt. Die spannendste von all den Meldungen der vergangenen Monate war die Nachricht, dass das ursprüngliche, von Michael Arndt („Toy Story 3“, „Little Miss Sunshine“) geschriebene Drehbuch für Episode VII zugunsten einer neuen Drehbuchfassung von J.J. Abrams und Lawrence Kasdan verworfen worden sein soll. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenkt, dann hat Arndt in seinem Drehbuch den Fokus deutlich auf eine neue Generation von Helden gelegt, während Han, Luke und Leia nur kurze Auftritte darin hatten. J.J. Abrams wollte allerdings unsere bekannten Helden noch einmal zumindest für einen Film in den Mittelpunkt stellen, wewegen das nun vorliegende Drehbuch – für das Arndt nicht mehr als Autor genannt wird – erheblich von Arndts Fassung abweichen soll. Sollte dieses Gerücht stimmen – und ich hoffe, wir werden das eines Tages in einem „Makin of“-Buch erfahren – dann kann ich es Abrams jedenfalls nicht verübeln, dass er für Episode VII noch einmal einen richtig großen Auftritt der großen Drei herbei zaubern möchte (eventuell inklusive eines richtig großen Abgangs von mindestens einem der Drei). Neuesten Gerüchten zufolge soll Episode VII ja ganz auf Harrison Ford zugeschnitten sein, was ich dann doch wieder ein wenig bedenklich fände. Es würde aber zu dem Bild passen, dass ich von Ford habe: dass er nur unter der Bedingung zusagt, eine große Hauptrolle zu spielen, die einen dramatischen Tod im letzten Drittel des Films beinhaltet, womit sich dann das Thema „Star Wars“ für ihn endgültig erledigt hätte. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, wie viel wir von den neuen Cast-Mitgliedern sehen werden; vielleicht werden sie erst in den Episoden VIII und IX wirklich im Mittelpunkt stehen.

Ich freue mich jedenfalls nach wie vor riesig auf Episode VII. Ich liebe J.J. Abrams‘ „Star Trek“-Filme über alles und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann für den „Star Wars“-Regiestuhl ist. Zudem hat der Mann bei „Star Trek“ und anderen Projekten immer wieder bewiesen, was für ein gutes Gespür er fürs Casting hat und kann – im Gegensatz zu George Lucas – auch wirklich gut mit Schauspielern arbeiten. Und weil es hier gerade so schön passt, poste ich einfach mal einen kurzen Videogruß von Abrams und seinem Ko-Drehbuchautoren Lawrence Kasdan, die uns aus London einen fröhlichen „Star Wars-Day“ wünschen:
Besonders interessant an dem Video ist übrigens die Tatsache, dass Abrams sagt „casting announcements continue“! Wer Lust hat, sich noch mehr Fan-Meinungen zur großen Carsting-Meldung anzuhören, dem empfehle ich die aktuelle Folge eines meiner Lieblingspodcasts, „The Incomparable“ (Episode 193 „Don’t Worry, We Got This“). Darin diskutieren einige „Star Wars“-Fans über eine Stunde lang darüber, was die angekündigte Besetzung des Films denn nun bedeutet und was sie sich von Episode VII erwarten.

Das Ende des „Expanded Universe“…?

So viel also zum Casting. Zwei andere Dinge wollte ich noch kurz ansprechen (eigentlich wollte ich ja wie gesagt mehrere Blogposts schreiben, aber sei’s drum, erledige ich halt alles auf einmal). Einige Tage vor der Bekanntgabe der Besetzung hat Lucasfilm nämlich eine Meldung herausgegeben, die das „Star Wars“-Fandom weit mehr erschüttert hat. Darin wurde endlich offiziell gemacht, was viele schon lange befürchtet hatten: Sämtliche Geschichten des „Expanded Universe“ (EU), also alle Romane, Comics, Videospiele usw. aus dem „Star Wars“-Universum, die in den letzten 37 Jahren erschienen sind, sind nun nicht mehr offizieller „Star Wars“-Kanon. Zwar hat man sich bislang stets darum bemüht, dass all die in verschiedenen Medien erzählten Geschichten zueinander passen und aufeinander aufbauen, doch für die kommenden Filme hätte es eine zu große kreative Einschränkung bedeutet, sich an all das halten zu müssen, was im EU erzählt worden ist. Die Geschichten von Han, Luke, Leia und ihren Kindern sind in den Comics und Romanen inzwischen bis ins Jahr 45 nach der Schlacht von Yavin (im ersten „Star Wars“-Film, der damit das Jahr 0 darstellt) erzählt worden, also bis zu einem Zeitpunkt, an dem Luke Skywalker etwa 64 Jahre (und Han Solo dementsprechend noch ein paar Jahre älter) ist. Man hätte also mit Episode VII theoretisch an diesem Punkt anknüpfen können, das Alter der Schauspieler würde ja ungefähr passen. Aber man hätte sich eben auch an all die Vorgaben aus dem EU halten müssen, unter anderem zum Beispiel daran, dass Chewbacce dort inzwischen gestorben ist (in Episode VII ist er ja nun wieder dabei), Han und Leia drei Kinder bekommen haben, von denen zwei schon wieder gestorben sind (eines, nachdem es zum Sith-Lord geworden ist) und Luke geheiratet, einen Sohn bekommen und seine Frau später ebenfalls verloren hat.

All diese Geschichten sind nun „Legenden“ – die Bücher sollen zwar weiterhin neu aufgelegt werden, aber mit einem „Legends“-Banner auf dem Cover, damit klar wird, dass es sich hierbei quasi um ein alternatives Universum handelt. Ich verstehe zwar, dass diese Entscheidung aus kreativer Sicht notwendig war, sie hinterlässt bei mir aber trotzdem einen bittersüßen Beigeschmack. In den letzten Jahren habe ich zwar nicht mehr so viele „Star Wars“-Bücher gelesen, aber früher habe ich sie gerade zu verschlungen. In meinem Kopf existiert also dieses Universum, in dem Luke Skywalker nach dem Tod von Darth Vader und dem Sieg über das Imperium einen neuen Jedi-Orden aufbaut, in dem eine der nächsten großen Bedrohungen für die neu gegründete Republik vom blauhäutigen Großadmiral Thrawn ausgeht, in dem Leia vorübergehend Staatschefin dieser Republik wird, in dem in einem ganz schrecklichen Buch ihre und Hans Kinder entführt werden, in dem eine extra-galaktische Spezies namens Yuuzhan Vong einen sich durch 19 Bücher ziehenden Vernichtungskrieg gegen unsere geliebte weit, weit entfernte Galaxis führt… All das soll nun nur noch „Legende“ sein? Ich versuche es positiv zu sehen: Es war schön, dass wir diese Abenteuer erleben durften. Gleichzeitg hat es mich angespornt, vor dem Kinostart von Episode VII noch möglichst viele der mir noch fehlenden Bücher zu lesen, die in der Zeit zwischen den Episode VI und VII spielen (wobei sie ja eigentlich nicht wirklich dort spielen, schon klar, sondern quasi auf verschiedenen Zeitstrahlen). Das wären in erster Linie die „Fate of the Jedi“-Reihe („Das Verhängnis der Jedi-Ritter“) sowie der im Anschluss daran spielenden Roman „Crucible“ („Feuerprobe“), der eben jene erwähnte 45-Jahres-Marke markiert.

Etwas weiteres positives hat die ganze Sache auch noch: Ab sofort sollen alle Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum offiziell miteinander verbunden sein, es gehört also alles, was in Zukunft veröffentlich wird, zum Kanon. Dieser Kanon besteht bislang aus den sechs Filmen und den sechs Staffeln (sowie dem Kinofilm) der „The Clone Wars“-Animationsserie und wird durch die weiteren Filme, die kommende „Star Wars: Rebels“-Serie und eben alle in Zukunft erscheinenden Bücher, Spiele, Comics usw. ergänzt. In diesem Sinne wird es gar kein neues Expanded Universe geben, weil alle Geschichten auf der gleichen Stufe stehen werden; was in einem Roman steht, zählt dann genauso viel wie das, was in einem der Filme vorkommt. Bei Lucasfilm wurde eigens eine „story group“ eingerichtet, die darüber zu wachen hat, dass all diese Erzählungen zueinander passen und sich nichts widerspricht. Weiterhin werden Elemente des alten EU auch in den Geschichten des neuen „Star Wars“-Universums fortleben, denn all die Geschichtenerzähler, die sich mit Filmen, Serien, Büchern usw. in diesem Universum austoben, dürfen sich natürlich nach Lust und Laune an den bereits bestehenden Geschichten und Figuren bedienen. So könnte es also durchaus sein, dass Han und Leia in Episode VII eine Tochter haben werden, die Jaina heißt – genau wie im alten EU. (Wenn das so sein sollte und Jaina von Daisy Ridley gespielt werden sollte, dann wäre sie zumindest deutlich jünger als im EU und damit eindeutig nicht die gleiche Jaina.) Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache entwickeln wird und ob zum Beispiel die ganze „frei gewordene Zeit“ nach „Return of the Jedi“ allmählich mit ganz neuen Geschichten aufgefüllt werden wird. Für einen Neueinstieg in die Welt der „Star Wars“-Bücher ist der Zeitpunkt jetzt jedenfalls günstig. Es wurden bereits vier neue Romane angkündigt, die nicht mehr zum alten EU gehören, sondern Teil der neuen Kontinuität sein werden. Darunter ist mit „Heir to the Jedi“ ein Luke Skywalker-Abenteuer, das zwischen Episode IV und V spielt und mit „Lords of the Sith“ ein Buch, dass sich vor allem Darth Vader und dem Imperator widmen und in der Zeit zwischen Episode III und dem Beginn der neuen Animationsserie „Rebels“ spielen wird. Auch diese Bücher habe ich mir vorgenommen zu lesen und hoffe, dass sich das lohnen wird, schließlich sind ab jetzt alle Geschichten offiziell miteinander verbunden, so dass in den Romanen durchaus Informationen und Ereignisse eine Rolle spielen können, die im Hinblick auf Episode VII oder „Rebels“ relevant sind.

Hier noch das Video, das begleitend zur Pressemitteilung über das Ende des EU veröffentlicht wurde:

Star Wars: Rebels

Zum Schluss und der Vollständigkeit halber poste ich nun noch den heute veröffentlichten Trailer zur neuen Animations-Serie „Star Wars: Rebels“. Ich freue mich wirklich auf die Serie, da sie vom gleichen Team stammt, das uns „The Clone Wars“ gebracht hat – und diese Serie wurde bis zu ihrem leider zu frühen Schluss immer besser (die sechste Staffel habe ich noch gar nicht gesehen, bin aber auch darauf natürlich sehr gespannt). Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es eine Verbindung zwischen „Rebels“ und Episode VII geben wird, wahrscheinlich in Form einer Figur, die sowohl in der Serie als auch im Film auftauchen wird. Die erste „Rebels“-Folge soll in den USA im Herbst ausgestrahlt werden, beim Kinostart von Episode VII wird sich die Serie also bereits in ihrer zweiten Staffel befinden. Sie spielt fünf Jahre vor Episode IV, also zu einem ganz anderen Zeitpunkt als Episode VII, aber das muss ja gegen eine Verbindung sprechen. Ich bin gespannt und finde, dieser Trailer sieht schon ganz ordentlich aus. Letztendlich kommt es aber vor allem auf die Geschichten an, die Dave Filoni und sein Team in „Rebels“ erzählen werden.

Möge die Macht mit Euch sein!

Best-Blog-Award-Stöckchen

Es ist doch immer wieder schön zu merken, dass man nicht nur alleine vor sich hin bloggt, sondern dass es Leute gibt, die das Geschriebene gerne und regelmäßig lesen. Der Kreis meiner Leser ist noch recht überschaubar, was mich bislang allerdings nicht stört, zumal er langsam aber zuverlässig wächst. Maren von neuesvomschreibtisch gehört zum kleinen Kreis meiner treuen, regelmäßigen Leser und hat mir vor ein paar Tagen ein Stöckchen zugeworfen – vielen Dank! Ich muss zugeben, dass ich erst einmal googeln musste, was es damit genau auf sich hat… Aha, dadurch sollen also Blogs untereinander besser vernetzt und miteinander bekannt gemacht werden? Na dann ist das ja genau das, was ich brauche! 🙂 Normalerweise finde ich solche Kettenbriefaktionen und ähnliches nicht so toll; auf Facebook mache ich bei so etwas jedenfalls fast nie mit. Aber in diesem Fall handelt es sich um eine wirklich sinnvolle Sache. Hier sind also die mir zugeteilten 11 Fragen und meine Antworten darauf:

1. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen? Gab es einen speziellen Auslöser?
Einen speziellen Auslöser gab es eigentlich nicht, zumindest erinnere ich mich an keinen. Ich habe schon lange mit dem Gedanken an einen eigenen Blog gespielt, diesen Wunsch aber viel zu lange nicht umgesetzt. Warum? Weil es mir zu aufwändig, zu anstrengend erschien. Und weil ich geglaubt habe, niemand würde lesen wollen, was ich schreibe. (Inzwischen habe ich gelernt, dass einem letzteres erst einmal egal sein muss.) Ich habe mich bereits im Soziologiestudium mit Film und Fernsehserien auseinandergesetzt und eine Hausarbeit über Robert Altmans „Gosford Park“ sowie eine Diplomarbeit über „Liebeskommunikation in Desperate Housewives“ geschrieben. Auch Filmkritiken schreibe ich seit einigen Jahren so nebenbei. Dieses Schreiben über Filme und Serien macht mir im Großen und Ganzen doch recht viel Spaß (jedenfalls wenn ich nicht gerade an einem Text sitze – genau dann fühlt es sich oft wie harte Arbeit an). Zudem wollte ich mich selbst ein wenig dazu zwingen, mir über die vielen Filme und Serien, die ich so anschaue, Gedanken zu machen. Deshalb also dieser Blog. (Es heißt doch DER Blog, oder? Ich kann mir das nie merken… 😉 )

2. Schreibst du abgesehen von deinem Blog auch noch andere (fiktionale oder nicht-fiktionale) Texte?
Ja. Gelegentlich erscheinen auf
Filmszene.de Rezensionen von mir zu aktuellen bzw. kommenden Kinofilmen. Eigentlich wollte ich heute eine Kritik zu einem im Juni in den Kinos startenden Film schreiben, den ich letzte Woche gesehen habe. Stattdessen schreibe ich nun diesen Blogpost und schiebe das Schreiben der Kritik mal wieder vor mir her…
Andere Texte schreibe ich derzeit nicht, auch wenn ich gerne wieder im wissenschaftlichen Bereich über Film und Fernsehen schreiben würde.

3. Was bedeutet schreiben für dich? Hobby, Arbeit, Entspannung, Therapie…?
Arbeit im Sinne einer sich anstrengend anfühlenden Tätigkeit, die man nicht immer gerne macht: ja. Arbeit, mit der ich Geld verdiene: noch nicht. Insgesamt fällt mir das Schreiben leider noch ziemlich schwer, was unter anderem wohl daran liegt, dass ich es zu selten tue. Ich habe aber immer wieder Phasen, in denen es trotz aller damit verbundenen Anstrengung wahnsinnig viel Spaß macht. In solchen Fällen finde ich dann sogar selbst, das sich das Geschriebene durchaus sehen (bzw. lesen) lassen kann. 😉 Auch entspannend kann das Schreiben in solchen Fällen sein – und ganz bestimmt auch Therapie, denn wenn man sich schriftlich mit einem Thema auseinandersetzt bespricht man man dieses ja gewissermaßen mir sich selbst. Schreiben kann also den Therapeuten ein Stück weit ersetzen.

4. An welchem anderen Ort auf dieser Welt würdest du gerne leben und warum?
Ich habe leider noch nicht besonders viel von der Welt gesehen, jedenfalls längst nicht so viel wie ich gerne möchte. Es gibt so einige Orte, an denen ich mir vorstellen könnte, für längere Zeit zu leben (oder es zumindest auszuprobieren). Ich liebe große Städte und wähle deshalb London. Relativ nah an meiner jetzigen Heimat, ein Kulturleben von unendlicher Vielfalt, ich kann die Sprache bereits, alle Kinos spielen englischsprachige Filme in der Originalfassung und es ist die Stadt von
„Sherlock“ :-). Deswegen wäre es meine erste Wahl für einen längeren Auslandsaufenthalt.

5. Wenn du nur einen Film oder eine Serienbox auf eine einsame Insel mitnehmen dürftest: Welche(r) wäre das?
Da muss ich nicht lange nachdenken: Das wäre die schöne „Keksdose“, die alle fünf Staffeln sowie die Fernsehfilme meiner Lieblingsserie „Babylon 5“ enthält und die bei mir auf dem Schrank steht. „Babylon 5“ ist mich die beste Serie aller Zeiten; ich kann sie mir immer wieder anschauen und bei der letzten Folge kommen mir jedes Mal wieder die Tränen, ganz egal wie oft ich die Serie schon gesehen habe.

6. Bevorzugst du ganz allgemein Filme oder Serien?
Was für eine gemeine Frage! Ich mag eigentlich wirklich beides gleich gern, bin sowohl leidenschaftlicher Kinogänger als auch jemand der ganze Serienstaffeln in wenigen Tagen/Wochen konsumiert. Ich habe aber folgendes Phänomen bei mir beobachtet: Oft befinde ich mich in der Situation, dass mehrere Filme bei mir zuhause herum liegen, die noch angeschaut werden wollen (ich leihe tatsächlich immer noch DVDs/Blu-rays per Postversand aus). Gleichzeitig habe ich aber natürlich fast immer auch mindestens eine Serie, die ich gerade anschaue. Und obwohl ich wie gesagt großer Filmfan bin, bleiben die Discs mit den Filmen bei mir in letzter Zeit oft wochenlang liegen, bis ich sie endlich eines Abends doch in den Blu-ray-Player schiebe. Das Anschauen von Serienfolgen ist einfach so viel leichter und verführerischer! (Wie die dunkle Seite der Macht. 😉 ) Wenn der Abend schon etwas weiter fortgeschritten ist, rede ich mir immer ein, dass für einen ganzen Film nun keine Zeit mehr ist. Also gucke ich stattdessen die Serie weiter, nach der ich aktuell süchtig bin (das ist momentan „Game of Thrones“) – allerdings bleibt es dann selten bei einer Folge, sondern es werden zwei oder drei. In dieser Zeit hätte ich dann natürlich auch einen Film anschauen können… Eigentlich will ich viel mehr Filme sehen, aber mein ausufernder TV-Serienkonsum hindert mich daran.

7. Was war die letzte Sendung, die du dir im TV angeschaut hast?
Im regulären Fernsehen? Also da, wo man zu einer ganz bestimmten Zeit ein ganz bestimmtes Programm einschalten muss, um eine bestimmte Sendung zu sehen? Was für ein veraltetes Konzept! 😉 Die Antwort ist in diesem Fall: Die Tagesthemen von gestern Abend, von denen ich aber auch nur zweite Hälfte mitbekommen und nur nebenbei zugeschaut habe. Zuvor lief auf meinem Fernseher die siebte Folge der zweiten „Game of Thrones“-Staffel.

8. Bei welcher Serie würdest du gerne mal als Statist mitspielen (oder hättest gerne mitgespielt)?
Hmm, schwierige Frage. Ich würde viel lieber große Rollen spielen! 😀 Wenn man Alter und Geschlecht mal außer Acht lässt, dann wäre ich zurzeit gerne Arya in „Game of Thrones“ – allerdings wahrscheinlich nur deshalb, weil die Darstellerin Maisie Williams in der Rolle so fantastisch gut ist. Also sollte ich ihr und den anderen Profis die Hauptrollen überlassen und wohl doch besser im Hintergrund bleiben. Zurzeit bin ich in meiner „Game of Thrones“-Phase, aber auch in „Babylon 5“, „Lost“ oder „Breaking Bad“ wäre ich gerne dabei gewesen. Nein, noch besser: Ich will in „Sherlock“ dabei sein! Ich könnte ein Mitglied von Sherlocks homeless network spielen und Benedict Cumberbatch wichtige Informationen mitteilen. Das wäre nur eine kleine Szene, sollte doch möglich sein. Vielleicht sollte ich wirklich nach London ziehen und mich dann in die Statistenkartei aufnehmen lassen. Oder Steven Moffat auf Twitter um eine Rolle anbetteln.

9. Welche Serie kannst du absolut nicht ausstehen und warum?
Da fällt mir wirklich keine ein! Ich kenne so einige schlechte Filme, über die ich herziehen könnte, aber Serien? Die sind in den letzten Jahren fast alle so gut, dass ich nichts zu meckern habe. Was natürlich auch daran liegt, dass ich nur solche Serien anschaue, über die ich viel Gutes gelesen und gehört habe. Darunter waren zwar auch ein paar Serien, an denen ich dann etwas auszusetzen hatte, aber es gibt keine Serie, die ich nicht ausstehen kann. Vor einiger Zeit habe ich die erste Folge von Michael J. Fox‘ neuer Sitcom gesehen, die fand ich ziemlich schlecht (und die Serie wurde glaube ich inzwischen auch schon wieder eingestellt). „True Blood“ driftet so ab Staffel drei oder vier leider viel zu sehr in Soap Opera-Gefilde ab. Bei „Heroes“ hätten die Macher konsequent sein müssen und ihre Geschichte nach einer Staffel beenden sollen, dann wäre es some of the best television ever!! „Boardwalk Empire“ fand ich irgendwann einfach nur noch verwirrend (sehr gut ist die Serie aber trotzdem). Meckern kann ich also schon über manches, aber eine Serie, die ich absolut nicht ausstehen kann, gibt es nicht. Und falls doch, dann verdränge ich sie wohl gerade.

10. Wer ist dein liebster Film- oder Serien-Antiheld?
Anakin Skywalker in „Star Wars: Episode I bis III“ – nein, natürlich nicht! 😉

Ganz klar: Walter White aus „Breaking Bad“. Antihelden im Fernsehen gibt es ja in letzter Zeit immer mehr: „Dexter“ fällt mir da ein oder auch „House of Cards“ (das ich noch nicht gesehen habe). Aber eine Figur wie Walter White wird es so schnell nicht wieder geben. So phänomenal gespielt, wahnsinnig gut geschrieben und inszeniert. Da hat das Fernsehen gegenüber dem Film ganz klar den Vorteil, Charaktere und Handlungsbögen über viele Stunden aufbauen zu können.

11. Welcher Film oder welche Serie wurde in letzter Zeit völlig zu Unrecht gehypt?
Puh, schwierige Frage. Zu Unrecht gehypt? Heutzutage versucht man doch alles zu hypen, insofern geschieht das meistens zu Unrecht. Ich habe mir gerade die Liste der Filme, die ich dieses Jahr schon gesehen habe, angeschaut und feststellen müssen, wie erstaunlich kurz sie ist (ich gucke eben einfach zu viele Serien – und trotzdem nicht genug). „American Hustle“ hat mir nicht besonders gefallen (tolles Schauspiel, aber uninteressante Geschichte), noch deutlich weniger allerdings „The Wolf of Wall Street“. Beide haben verdientermaßen keine Oscars gewonnen und es wurde trotzdem meiner Meinung nach zu viel Tamtam um die Filme gemacht. Zu groß war der Hype vielleicht auch um die dritte Staffel von „Sherlock“, deren zweite Folge mich zumindest beim ersten Ansehen maßlos enttäuscht hat. „Sherlock“ ist immer noch verdammt gut, aber dem Hype, der sich in den zwei Jahren seit der zweiten Staffel aufgebaut hatte, konnte man einfach nicht gerecht werden.

So, das waren also meine Antworten auf die gestellten Fragen. Ich habe leider momentan keine Idee, an wen ich das Stöckchen weiter werfen soll, aber vielleicht fällt mir da ja irgendwann doch noch jemand ein. Wenn ich besser vernetzt bin. Heute Abend gehe ich übrigens ins Kino, komme also nicht darum herum, endlich mal wieder einen Film zu sehen („Her“). Aber wer weiß, vielleicht ist danach – vor dem Schlafengehen – ja doch noch Zeit für eine Folge von „Game of Thrones“. Nur eine einzige…

„Star Wars“ zum Hören

Die Infos zum nächsten „Star Wars“-Film lassen dank J.J. Abrams‘ und Disneys Geheimhaltungspolitik noch auf sich warten. Im Mai sollen wohl die Dreharbeiten beginnen und zum Casting gibt es bislang zwar eine ganze Menge Gerüchte, aber offiziell bekannt gegeben wurde bislang nur, dass R2-D2 wieder mit von der Partie sein wird. Zum Glück ist das „Star Wars“-Universum aber so groß, dass man die Wartezeit bis zum Starttag von Episode VII im Dezember 2015 ohne Schwierigkeiten überbrücken kann.

Deutsche Hörspiele: „Labyrinth des Bösen“ & „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“

Ich habe mir in den letzten Wochen und Monaten einige „Star Wars“-Hörspiele und Hörbücher angehört, die ich hier näher vorstellen möchte. Beginnen wir mal mit den wirklich großartigen Hörspielen von Oliver Döring. Bereits vor einigen Jahren hat Döring die deutschen Synchronsprecher von Hayden Christensen (Anakin Skywalker),  Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi) und anderen Schauspielern aus den Prequels für seine Hörspiel-Adaptionen der Romane „Labyrinth des Bösen“ und „Dark Lord – Der Aufstieg des Darth Vader“ zusammengetrommelt. Diese Hörspiele sind nicht nur aufgrund ihrer Qualität einzigartig, sondern auch deswegen, weil sie keine bloßen Übersetzungen darstellen, sondern eigens für den deutschen Markt geschrieben worden sind. Zwar erscheint zu nahezu jedem „Star Wars“-Roman auch ein englischsprachiges, von einem Sprecher vorgelesenes Hörbuch, doch Hörspiele mit verteilten Rollen, Soundeffekten und vor allem den aus den Filmen bekannten Stimmen gibt es im englischsprachigen Bereich so gut wie nicht (auf die Ausnahmen gehe ich unten ein). Mit Döring hat sich ein wahrer „Star Wars“-Fan der Materie angenommen und ein auf den Romanen basierendes Hörspieldrehbuch geschrieben, das dann eigens mit den aus den Filmen bekannten deutschen Stimmen aufgenommen wurde. Beide Hörspiele basieren auf Romanen von James Luceno; bei „Labyrinth des Bösen“ handelt es sich um die unmittelbare Vorgeschichte der dritten „Star Wars“-Episode „Die Rache der Sith“, während „Dark Lord“ unmittelbar an die Ereignisse dieses Films anschließt.

Timothy Zahns „Thrawn-Trilogie“ als deutsches Hörspiel

Nach dem (berechtigten) Erfolg dieser beiden Hörspiele hat sich Döring erneut an ein „Star Wars“-Projekt gewagt, und zwar an eine der bekanntesten und beliebtesten Geschichten aus dem expanded universe – die „Thrawn-Trilogie“ von Timothy Zahn. Diese drei Bücher, die ab 1991 veröffentlicht wurden, waren lange Zeit so etwas wie die inoffiziellen Episoden VII, VIII und IX (bis zur tatsächlichen Ankündigung dieser Episoden als Filme, die aber nichts mit den Büchern von Zahn zu tun haben werden). Sie spielen fünf Jahre nach den Ereignissen von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und erzählen die Geschichte von Luke, Han und Leia weiter. Zahn hat dem „Star Wars“-Universum aber auch einige eigene neue Charaktere hinzugefügt, die inzwischen fast genauso beliebt sind, wie die aus den Filmen bekannten und die seither in zahlreichen weiteren Romanen und Comics auftgetaucht sind. Die wichtigsten zwei davon sind Mara Jade, die zu Beginn der Thrawn-Trilogie von dem Wunsch besessen ist, Luke Skywalker zu töten (was sich aber im Verlauf der Trilogie und der danach spielenden Bücher ändert, um es mal möglichst spoilerfrei zu formulieren) und der imperiale Großadmiral Thrawn, der als Hauptantagonist der Trilogie in die Fußstapfen Darth Vaders und Palpatines tritt.

Als Oliver Döring seine Hörspieladaption der drei Bände der „Thrawn-Trilogie“ – „Erben des Imperiums“, „Die dunkle Seite der Macht“ und „Das letzte Kommando“ – ankündigte, in denen die Synchronsprecher von Luke, Han, Leia, Lando und C-3PO ihre alten Rollen wieder aufnehmen sollten, hat mein Star Wars-Fan-Herz vor Freude einen Luftsprung vollführt. So etwas gibt es wie gesagt im englischsprachigen Bereich nicht, denn dazu müsste man schließlich Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford usw. als Sprecher gewinnen. Die alten „Star Wars“-Filme habe ich als Teenager so oft auf Deutsch gesehen, dass die Synchronstimmen für mich untrennbar mit den Figuren verbunden sind. Deswegen kommt beim Hören dieser Hörspiele bei mir auch sofort wieder das typische „Star Wars-Feeling“ auf. Obwohl die Sprecher natürlich inzwischen deutlich älter sind als ihre Figuren, schlägt sich dies in ihren Stimmen zum Glück kaum nieder. Besonders erfreulich finde ich es auch, dass Döring für die Rolle des C-3PO wieder den Original-Sprecher Joachim Tennstedt gewinnen konnte, der ja als deutsche Stimme für 3PO in den Prequels leider nicht zur Verfügung stand.

Die Hörspiel-Adaptionen der ersten beiden „Thrawn“-Bücher sind bereits erschienen (die CD-Komplettboxen oder die Links zum Download gibt es hier und hier). Das dritte Buch („Das letzte Kommando“) wird im Laufe des Jahres in mehreren Teilen veröffentlicht (Teil 1 kommt am 28. Februar), bevor dann schließlich auch davon eine Komplettbox erscheint (leider mussten für den dritten Teil die Sprecher einiger Nebenfiguren ersetzt werden). Alle „Star Wars“-Hörspiele von Oliver Döring sind wirklich hörenswert – schon wegen der „echten“ Stimmen aus den Filmen – allerdings können sie für all diejenigen, die die Buchvorlagen nicht gelesen haben, hin und wieder etwas verwirrend sein, da die Örtlichkeiten und Figuren kaum beschrieben werden. Lediglich am Anfang jeder Episode gibt es einen einleitenden Erzählertext, die Handlung selbst wird danach aber nur über Dialoge und Actionszenen vorangetrieben. Dass es sich bei den Noghri, die in der Trilogie eine wichtige Rolle spielen, um kleinwüchsige, grauhäutige humanoide Wesen handelt, wird im Hörspiel beilspielsweise nicht erwähnt. Von den Stimmen abgesehen, erfolgt keine Beschreibung dieser dem Hörer noch nicht bekannten Figuren. Der Handlung kann man zwar ohne Probleme folgen und Döring hat auch nur wenige Kürzungen an den Büchern vorgenommen, doch es wäre trotzdem schön gewesen, derartige nicht unwichtige Details jeweils in ein paar Dialogzeilen zum Ausdruck zu bringen. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich an den Hörspielen habe. Alle, deren Interesse an den Hörspielen und ihrer Entstehung nun geweckt worden ist, können sich hier noch ein Interview mit Oliver Döring durchlesen. Ich drücke natürlich ganz fest die Daumen, dass Döring sich auch nach der Fertigstellung der Thrawn-Trilogie wieder eine „Star Wars“-Romanadaption vornehmen wird. Ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste steht das zwischen den Episoden V und VI spielende Buch „Schatten des Imperiums“, das 1996 erschienen ist. Neben dem Roman gab es damals auch ein Videospiel, Actionfiguren, einen Comic und sogar einen eigens komponierten Soundtrack – also alles, außer einem neuen „Star Wars“-Film. Nur eine Hörspielfassung gibt es noch nicht. Ebenfalls anbieten würde sich natürlich auch die „Hand of Thrawn“-Duologie (im Deutschen als Trilogie erschienen), mit der Timothy Zahn quasi eine inoffizielle Fortsetzung seiner Thrawn-Trilogie geschrieben hat, die zehn Jahre nach den darin geschilderten Ereignissen spielt. Aber auch die 19-teilige, nochmals einige Jahre später spielende „New Jedi Order“-Reihe würde ich sehr gerne hören. Man müsste auch nicht alle 19 Bücher komplett vertonen und könnte vieles heraus kürzen, da sich hier für die Gesamthandlung wichtige Romane mit solchen abwechseln, in denen jeweils einzelne Figuren im Mittelpunkt stehen. Ein Mammutprojekt wäre das Ganze vermutlich trotzdem.

Die „Original Radio Dramas“

Neben Oliver Dörings deutschen Hörspielen höre ich mich zurzeit auch zum ersten Mal durch die „Original Radio Dramas“ der klassischen Trilogie. George Lucas verkaufte die Hörspielrechte an „Star Wars“ Ende der Siebziger Jahre für einen symbolischen Dollar an die Radiostation KUSC-FM, die zur University of Southern California gehört, wo er Film studierte hatte. Diese beauftragte dann den Schriftsteller Brian Daley, der mit der „Han Solo“-Trilogie einige der ersten expanded universe-Romane geschrieben hatte, das Drehbuch für die Hörspielfassung des Films zu schreiben. Schon seit Jahren setze ich die CDs mit diesen Hörspielen jedes Jahr zu Weihnachten auf meinen Amazon-Wunschzettel, geschenkt bekommen habe ich sie aber leider nie. Da ich seit ein paar Monaten aber ein Audible-Abo habe, konnte ich mir die drei Hörspiele dort herunter laden. Die Hörspiele zu „A New Hope“ und „The Empire Strikes Back“ habe ich schon komplett angehört, bei „Return of the Jedi“ bin ich noch mittendrin. Vor kurzem ist übrigens das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) in einer neuen Limited Edition als mp3-CD erschienen (und das auch noch in zwei unterschiedlichen Versionen: mit „Light Side“-Cover und mit „Dark Side“-Cover).

Mit einer Laufzeit von fast sechs Stunden ist das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) sehr viel länger als der Film und das längste der drei Hörspiele. Es besteht aus 13 etwa 25-minütigen Episoden, die alle eigene Titel tragen. Jede Episode beginnt mit einem von einem Erzähler gesprochenen Einleitungstext, dessen erste Worte stets lauten „A long time ago in a galaxy far, far away, there came a time of revolution, when rebels united to challenge a tyrannical empire“. Aufgrund seiner langen Laufzeit beinhaltet das Episode IV-Hörspiel zahlreiche erweiterte oder sogar ganz neue Szenen. Bei den Sprechern handelt es sich überwiegend nicht um die Schauspieler des Films – mit zwei Ausnahmen: Mark Hamill und Anthony Daniels übernehmen auch im Hörspiel die Rollen von Luke Skywalker und C-3PO. Prinzessin Leia wird von Ann Sachs gesprochen, Han Solo von Perry King und Darth Vader von Brock Peters. Es ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, die bekannten Figuren mit anderen Stimmen sprechen zu hören. Doch schon nach kurzer Zeit verschmolzen bei mir die fremden Stimmen mit ihren jeweiligen Figuren und ganz besonders Perry King als Han Solo finde ich wirklich fantastisch. Leider stand Mark Hamill für das Hörspiel zu „Return of the Jedi“, das erst 1996 produziert wurde, nicht mehr zur Verfügung, so dass dort Joshua Fardon diese Rolle übernahm.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ beginnt – anders als der Film – auf Tattooine, wo Luke Skywalker sich nach einem aufregenderen Leben sehnt. Er träumt davon, auf die imperiale Akademie zu gehen, wird dafür aber von seinen Freunden ausgelacht und als Spinner abgetan. Die Szene, in der er mit seinem Fernglas das Gefecht zwischen Prinzessin Leias und Darth Vaders Raumschiffen über Tattoine beobachtet, ist eine der Szenen, die auch in George Lucas Drehbuch vorkommen; sie wurde sogar gefilmt, aber aus der Endfassung des Films herausgeschnitten. Brian Daley schafft es übrigens mit bewundernswerter Leichtigkeit, den doch eigentlich so stark in Bildern sprechenden Film in eine Hörfassung zu übersetzen und alle wichtigen Informationen über diese fremde Galaxis in die Dialoge einfließen zu lassen, ohne das es gezwungen oder künstlich wirkt.

Auch Prinzession Leia bekommt hier eine eigene „Vorgeschichte“; man erlebt sie zunächst als Senatorin und Freiheitskämpferin, die sich immer wieder mit den Generälen des Imperiums anlegt. Zudem hat auch ihr (Adoptiv-)Vater Bail Organa eine kleine Rolle und man erfährt, wie er und Leia an die Pläne des Todessterns gelangen und wie Leia ihren Vater davon überzeugt, dass sie selbst die Pläne an die Rebellen überbringen muss. Auch Han Solo profitiert stark von der durch die lange Laufzeit möglichen erweiterten Figurenzeichnung. In einer kurzen Szene auf dem Todesstern, als er und Chewbacca gerade von den anderen getrennt sind, versucht er zum Beispiel, Chewie dazu zu überreden, ohne die anderen abzuhauen, um die eigene Haut zu retten. Weiterhin wird auch die Beziehung zwischen Luke und Ben Kenobi im Hörspiel vertieft. In der Szene in Bens Haus stellt Luke fest, dass Ben anscheinend schon lange ein wachsames Auge auf ihn geworfen hat und die erste Jedi-Lektion, die er später von Ben auf dem Millennium Falcon erhält, ist im Hörspiel viel länger und ausführlicher. Am Ende seines ersten Lichtschwert-Trainings ist Luke so begeistert, dass er sogar gleich in einem Übungsduell gegen Ben antreten möchte!

Einige weitere schöne Details: Darth Vader wird im Hörspiel als „Dark Lord of the Sith“ bezeichnet. In den ersten drei „Star Wars“-Filmen kam dieser Titel noch gar nicht vor. Weiterhin wird eine Begründung dafür gegeben, warum sich 3PO im Gespräch mit Luke offenbar nicht daran erinnern kann, wer Prinzessin Leia ist und warum R2 so entschlossen ist, seine Mission auf Tattooine um jeden Preis auszuführen. Auch der Machtkampf zwischen Darth Vader und Tarkin sowie die Tatsache, dass letzterer den Todesstern quasi allein befehligt und damit über Macht verfügt, mit der er sich sogar dem Imperator entgegenstellen könnte, wird stärker thematisiert.

Das Hörspiel zu „Star Wars“ (Episode IV) ist also absolut empfehlenswert und bietet auch für all diejenigen noch viel Neues, die wie ich den Film schon gefühlte hundert Mal gesehen haben. „The Empire Strikes Back“ ist mit über vier Stunden zwar auch noch doppelt so lang wie der Film, bietet aber im Gegensatz zum ersten Hörspiel kaum noch wirklich neue Szenen. Die längere Laufzeit kommt dieses Mal fast nur durch erweiterte Dialoge zustande, die allerdings meistens wirklich gut geschrieben sind. Das Hörspiel enthält zahlreiche Witze und spritzige Dialogzeilen, die im Film nicht vorkommen und die ich hier natürlich nicht verraten werde. Allerdings ist die Stimme von Yoda etwas gewöhnungsbedürftig. Sie stammt von John Lithgow, der in den letzten Jahren zum Beispiel in „Planet der Affen: Prevolution“ oder der vierten Staffel von „Dexter“ zu sehen war. Lithgow macht seine Sache zwar alles andere als schlecht, aber Frank Oz‘ Darstellung von Yoda hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt, dass jeder andere Sprecher hier wohl nur verlieren kann. (In „The Clone Wars“ wird Yoda zwar auch nicht von Frank Oz gesprochen, allerdings muss sich sein Sprecher dort, Tom Kane, bei Yodas Darstellung auch nicht allein auf seine Stimme verlassen und versucht zudem, Oz so gut wie möglich zu imitieren.)

Das Hörspiel zu „Return of the Jedi“ habe ich noch nicht ganz zu Ende gehört, es gefällt mir bislang eindeutig am wenigsten. Zum einen, weil wie erwähnt leider Mark Hamill nicht mehr von der Partie ist und zum anderen, weil es sich viel sehr darauf verlässt, einfach die Dialoge des Films nachzuerzählen. Zwar gibt es bei einer Laufzeit von gut drei Stunden schon die eine oder andere zusätzliche und auch ein paar erweiterte Szenen, doch diese sind nicht immer gelungen. 3POs Unterhaltung mit einer von Jabbas Tänzerinnen wirkt beispielsweise wie ein Fremdkörper in der Geschichte und wurde wohl 1996 nur in die Handlung hinein geschrieben, weil es sich bei dieser Tänzerin um die undercover ermittelnde Mara Jade handelt (mehr dazu gibt es wiederum in Timothy Zahns Thrawn-Trilogie). Zu Ende anhören werde ich das Hörspiel auf jeden Fall noch, wirklich empfehlen kann ich es bislang aber nicht. Dafür ist aber gerade das Radio Drama zum ersten Film ein Muss für jeden Fan! Zu den Prequels gibt es bislang übrigens keine Hörspiele, was ich sehr schade finde, da man darin viele der Fehler, die George Lucas in seinen Drehbüchern zu den Episoden I bis III gemacht hat, ein wenig hätte ausbügeln können. Allerdings gibt es mit „Rebel Mission to Ord Mantell“ noch ein weiteres, etwa halbstündiges und ebenfalls von Brian Daley geschriebenes „Star Wars“-Hörspiel, das vor der Handlung von „The Empire Strikes Back“ spielt. Außerdem existieren einige auf Comics basierende Höspiele (z.B. „Dark Empire“). Ich konnte bislang aber keines dieser Hörspiele auftreiben, da sie nach ihrer Erstveröffentlichung nicht wieder neu aufgelegt worden sind und auch bei Audible nicht erhältlich sind.

Romane / Hörbücher: „Kenobi“ & „Darth Plagueis“

Neben diesen deutschen und englischen Hörspielen habe ich in den letzten Monaten auch zwei „Star Wars“-Hörbücher gehört. Von den zahlreichen „Star Wars“-Romanen, die jedes Jahr in den USA veröffentlicht werden, erscheint ein Großteil auch als audio book-Fassung. Da ich eine Menge „Star Wars“-Romane nachzuholen habe, habe ich beschlossen, dies zum Teil mit Hörbüchern zu tun, um etwas schneller voranzukommen. Die ersten beiden Hörbücher, die ich mir besorgt habe waren „Kenobi“ und „Darth Plagueis“.

In John Jackson Millers Roman „Star Wars – Kenobi“ geht es – ihr werdet es erraten haben – um Obi-Wan Kenobi. Miller erzählt dort weiter, wo Episode III zu Ende ging, nämlich zu Beginn von Obi-Wans Einsiedlerleben auf Tattooine, wo er sich vor dem Imperium versteckt und über Luke Skywalker wacht. Wie sich schnell herausstellt, ist es gar nicht so einfach, ein solches Leben als Einsiedler zu führen. Obi-Wan wird nämlich ohne es zu beabsichtigen in die Konflikte der Bewohner von Tattooine hineingezogen. Mehr möchte ich nicht verraten, außer dass „Kenobi“ so etwas wie ein Western im „Star Wars“-Universum ist. Es geht darin nämlich um ein Dorf von Bauern, Handwerkern und Händlern, die sich gegen einen Stamm von Sandleuten verteidigen müssen und zudem dem Neuankömmling Kenobi äußerst misstrauisch gegenüberstehen. Neben einer Zombie-Geschichte („Death Troopers“ von Joe Schreiber) und einer an „Ocean’s Eleven“ angelehnten heist story („Scoundrels“ von Timothy Zahn) gibt es nun also auch einen „Star Wars“-Western und er ist wirklich gut geworden.

Noch besser gefallen hat mir allerdings James Lucenos „Darth Plagueis“. Mit „Cloak of Deception“ hat Luceno bereits eine Vorgeschichte zu Episode I geschrieben, die zahlreiche Figuren und Ereignisse aus Episode I & II in einem Netz aus Intrigen zu einer spannenden Geschichte spinnt. In „Darth Plagueis“ erzählt er nun die Geschichte des gleichnamigen Sith Lords, der Palpatines Meister war. In Episode III erfahren wir über ihn nur, dass er besessen davon war, den Tod zu besiegen, schließlich aber von seinem eigenen Schüler im Schlaf getötet wurde. Der Roman erzählt über mehrere Jahrzehnte, wie Plagueis gemeinsam mit seinem Schüler Palpatine die Grundsteine für die Machtergreifung in der Galaktischen Republik legte. Damit ist das Buch fast genauso sehr auch die Geschichte von Palpatine bzw. Darth Sidious und seinem Aufstieg zum Obersten Kanzler der Republik. Gerade weil hier bekannt ist, auf welche Ereignisse die Handlung schließlich hinaus laufen wird, ist das Buch so spannend. Zum Beispiel bringt Hego Damask alias Darth Plagueis den Jedi-Meister Sifo Dyas auf die Idee, eine Klonarmee zur Verteidigung der Republik ins Leben zu rufen oder er lässt den König von Naboo ermorden, nur um dann der jungen und naiven Amidala zum Thron zu verhelfen. Auch über Darth Mauls Herkunft und Training unter Palpatine erfährt man im Buch viel (und es widerspricht übrigens nicht dem, was man aus „The Clone Wars“ weiß, sondern nimmt die daraus bekannten Fakten und baut sie aus). „Darth Plagueis“ ist ein sehr spannendes Buch und sicherlich einer der besten „Star Wars“-Romane. Beide Hörbücher konnten mich durch die jeweils hervorragenden Sprecher, die „Star Wars“-tpischen Soundeffekte und natürlich auch durch die aus den Filmen bekannte Musik über Stunden fesseln und ich bin schon sehr auf mein nächstes „Star Wars“-Hörbuch gespannt. Zurzeit lese ich übrigens mal wieder ein „Star Wars“-Buch, Timothy Zahns „Outbound Flight“.

Fazit…

„Star Wars“ zu hören kann also ebenso unterhaltsam und spannend sein, wie ein „Star Wars“-Film. Gerade die hier erwähnten deutschen Hörspiele und das Radio Drama zu Episode IV lege ich allen Fans ans Herz, die über den Tellerrand der Filme hinaus schnuppern wollen in das inzwischen wirklich unüberschaubar große expanded universe. Dass dieses Universum durch den Disney-Deal und die Ankündigung von Episode VII nun bald zumindest zum Teil für „ungültig“ erklärt werden könnte, stimmt mich zwar etwas traurig. Trotzdem wird man sich auch in Zukunft noch an tollen Romanen wie der Thrawn-Trilogie erfreuen können, auch wenn die Abenteuer von Luke, Han, Leia und ihren Nachkommen möglicherweise auf der Leinwand ganz anders weitergehen werden als in den vielen Büchern und Comics, die in den letzten Jahrzehnten erschienen sind.

…und noch ein Podcast!

Ganz zum Schluss sei hier noch auf einen „Star Wars“-Podcast hingewiesen, den ich ebenfalls vor kurzem zu hören begonnen habe: In „Full of Sith“ sprechen Mike Pilot, Byran Young (Autor auf starwars.com), Consetta Parker (u.a. Marketing Manager der Rancho Obi-Wan) einmal die Woche über Neuigkeiten aus dem „Star Wars“-Universum und haben dabei immer wieder interessante Gäste wie zum Beispiel Autoren von „Star Wars“-Romanen oder prominente Fans wie Darren Hayes (wodurch ich auf den Podcast aufmerksam geworden bin).

Möge die Macht mit Euch sein! 🙂

Geht ein Soziologe ins Ballett, äh, ins Kino…

Ich komme gerade aus dem Kino. Nein, eigentlich komme ich gerade aus dem Ballett. In gewisser Weise komme ich gerade sogar aus dem Moskauer Bolschoi-Theater. Ich habe mir nämlich heute Nachmittag eine Ballett-Liveübertragung im Kino angesehen. Über das Ballett selbst will ich hier gar nicht viel schreiben, da ich mich damit überhaupt nicht auskenne. Ich muss gestehen, dass dies heute sogar mein erster Ballettbesuch überhaupt war, auch wenn ich wie gesagt nicht wirklich im Bolschoi-Theater (oder irgendeinem anderen Opern-/Schauspielhaus) war, sondern vielmehr in meinem Stamm- und Lieblingskino, dem Münchner CINEMA, einer für mich äußerst vertrauten Umgebung. Mit Ballett bin ich zuvor nur über Filme in Berührung gekommen, Darren Aronofskys „Black Swan“ fällt mir da natürlich ein, „Coco Chanel & Igor Stravinsky“ mit Mads Mikkelsen als Stravinsky (in dem ein Ausschnitt der Uraufführung von Stravinskys „Frühlingsweihe“ nachgestellt wird, wenn ich mich richtig erinnere) oder Wim Wenders‘ „Pina“, einer der ganz wenigen Filme, die man wirklich in 3D sehen sollte. (Das ist ja übrigens überhaupt das Schöne an Filmen: dass man über sie mit eigentlich allen anderen Künsten in Berührung kommen und so Neues entdecken kann, in das man sich dann bei Interesse weiter vertiefen kann – ganz egal ob das ein Ballett ist, ein Comic, ein Theaterstück, ein Musical oder ein Roman. Oder weitere Filme.)

Ballett ist also überhaupt nicht mein Fachgebiet, Kino und Film dafür umso mehr. Da ich außerdem ein Soziologiestudium hinter mir habe – wo ich unter anderem ein Seminar zum Thema „Publikumsanalyse“ besucht habe – finde ich es immer wieder spannend, die Leute um mich herum und ihr Verhalten zu beobachten. Ich habe schon mehrmals Theater- und Opernübertragungen im CINEMA gesehen und war jedes Mal auf das Publikum gespannt, das ja doch ein anderes ist als bei den Blockbustern und Filmperlen, die sonst (in Originalsprache) im CINEMA laufen. Mit den aktuellen Kinohighlights, die das CINEMA immer im Programm hat, spricht es die Filmfans wie mich an, die Filme gerne im Originalton und unter den bestmöglichen technischen Bedingungen sehen; gleichzeitig zieht das CINEMA seit einigen Jahren aber auch ein Publikum an, das sich kaum mit den zumeist jüngeren Filmfans überschneiden dürfte – zum einen mit seinen Klassik- und Theaterübertragungen, zum anderen auch durch die Einführung eines „Ü50 Filmnachmittags“, bei dem alle zwei Wochen „ein speziell für Sie ausgewähltes Film-Highlight in deutscher Sprachversion“ zu sehen ist. Ein Glas Prosecco bzw. eine Tasse Tee oder Kaffee ist dabei im Eintrittspreis inbegriffen. Aber genug der CINEMA-Werbung.

Ich kann also nicht anders, als automatisch die Leute um mich herum zu beobachten, was heute wieder einmal ganz besonders spannend war. Es fing damit an, dass ich vor der Vorstellung, im Kinofoyer auf meine Begleitung wartend, an einem Stehtisch stand und sich drei ältere Damen zu mir gesellten, die noch ein freies Plätzchen an einem der Tische suchten. Während ich so tat, als würde ich hochkonzentriert auf meinem Smartphone herumwischen, lauschte ich dem Gespräch der drei, weil ich ganz einfach gerade nichts Wichtigeres oder Interessanteres zu tun hatte. Die Damen fachsimpelten über das Ballett an sich, über Aufführungen, die sie besucht und berühmte Tänzer, die sie schon gesehen hatten. Wirklich alles gesehen hatten sie aber noch längst nicht, denn auch George Balanchines „Jewels“ – das Ballett, das wir gleich sehen würden – war ihnen noch unbekannt. Eine der drei hatte anscheinend extra ihren über 50 Jahre hinweg angesammelten Fundus an Programmheften von Ballettaufführungen durchsucht, um auch ganz sicher sein zu können, noch nie einer Aufführung von „Jewels“ beigewohnt zu haben. Oder aber um damit angeben zu können, dass sie einen ganze Sammlung an Ballett-Programmheften zu Hause und entsprechend viele Aufführungen besucht hat, was sie wohl als Expertin qualifiziert. Auf dem Weg ins Kino versperrte mir anschließend übrigens kurzzeitig eine weißhaarige Dame mit Rollator den Weg – ein weiteres untrüglicheres Indiz dafür, dass es sich hier nicht um das gleiche Publikum handelte, welches sich im CINEMA zu Aufführungen von „Star Trek“ oder „Der Hobbit“ einfindet.

Richtig spannend wurde es aber erst, nachdem ich den Kinosaal betreten hatte und gemeinsam mit meiner Begleitung auf dem Weg zu unseren Plätzen in der elften Reihe war. Bis auf die beiden Plätze ganz links außen war die Reihe noch leer; die beiden Sitze direkt daneben waren unsere. Wir gingen also – die Reihe von rechts betretend – auf unsere Plätze zu, wobei vor uns noch zwei weitere Besucher liefen, deren Plätze aber in Reihe zehn lagen. Die beiden mussten also die bereits ganz links in Reihe elf sitzenden Damen darum bitten, kurz aufzustehen und sie durchzulassen, was bei diesen Damen für einigen Unmut sorgte, da sie anscheinend zuvor schon für mehrere andere Besucher hatten aufstehen müssen. Dies wiederum nahm eine der sich an den Zweien vorbei kämpfenden Besucherinnen zum Anlass, diese zu belehren: „Waren Sie schon mal in der Oper? Da macht man das nicht so, dass man sich vorher schon hinsetzt, sondern bleibt stehen, um andere vorbei zu lassen.“ Was in diesen zwei Sätzen alles an Bedeutung mitschwingt! „Während ich regelmäßig in die Oper gehe und mit den ungeschriebenen Gesetzen dort vertraut bin, kennen Sie Opern und dergleichen wohl nur aus dem Kino!“, hätte die Frau ebenso gut sagen können. Diese Beleidigung konnte die Dame, neben die ich mich inzwischen gesetzt hatte, natürlich nicht auf sich sitzen lassen und ließ die andere wissen, dass nicht „man“ in der Oper irgendetwas tue, sondern „höchstens Sie oder ich“ – eine nicht wirklich schlagfertige oder die andere irgendwie treffende Erwiderung, aber wenigstens hatte meine Sitznachbarin auf diese Weise das letzte Wort. Ich machte mir übrigens nicht mal die Mühe, mein Grinsen während dieses Wortwechsels zu unterdrücken, so unterhaltsam fand ich das Ganze.

Dies sollte aber nicht das einzige Mal an diesem Nachmittag bleiben, dass einer der Besucher indirekt darauf hinwies, dass es ganz und gar nicht egal ist, ob man nun „richtig“ ins Theater geht, um sich ein Ballett anzuschauen oder ob man das „nur“ im Kino tut. Kurz vor Beginn der Vorstellung ließ eine hinter mir sitzende Dame ihren Gesprächspartner nämlich wissen, wie schrecklich sie es finde, dass es im Saal so nach Popcorn stinkt. Fast konnte man meinen, die Leute hätten ein schlechtes Gewissen dabei, sich ein Ballett im Kino anzusehen. Die Laune meiner Sitznachbarin war inzwischen auch nicht besser geworden. Sie beschwerte sich nun nämlich darüber, dass die vor ihr sitzenden Zuschauer ihr die Sicht nahmen und sie von den Tänzern in den vor Vorstellungsbeginn zu sehenden Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen gerade mal den Oberkörper zu sehen bekam. In der Reihe vor mir nutzte derweil eine weitere Besucherin die Chance, zückte ihr Smartphone und filmte die auf der Leinwandwand bei den Proben zu sehenden Tänzer ab (so etwas habe ich während einer „normalen“ Kinovorstellung auch noch nie erlebt – wenn da Leute mitfilmen, dann wohl nur heimlich).

Da die aus drei Teilen bestehende Aufführung zwei je zwanzigminütige Pausen hatte, boten sich weitere Gelegenheiten zur Publikumsbeobachtung. Dabei wurde klar, dass unter den Zuschauern zwar so manche waren, die ihrer Verachtung für Klassik im Kino mehr oder weniger deutlich Ausdruck verliehen oder zumindest immer wieder betonten, dass sie viel lieber in ein richtiges Opernhaus als „bloß“ ins Kino gehen. Doch es wurde auch deutlich, dass einige von ihnen wohl gar keine Ahnung hatten, wovon sie sprachen, wenn sie sich über das Kino aufregten. Eine Dame irgendwo hinter mir fragte nämlich tatsächlich, ob in allen Kinos die Leinwände so groß seien, wie im CINEMA (nein, ich werde nicht dafür bezahlt, diesen Namen hier immer wieder lobend zu erwähnen). Die Antwort ihrer Begleiterin beinhaltete schließlich auch den Tipp, mal das zweite Münchner Kino auszuprobieren, das regelmäßig Liveübertragungen aus den großen Schauspiel- und Opernhäusern zeigt, den Gloria Palast (wo am kommenden Sonntag übrigens Wim Wenders‘ „Pina“ in 3D zu sehen sein wird – unbedingt hingehen!). Dieser wurde vor wenigen Jahren zum Luxus-Kino umgebaut, mit verstellbaren Rückenlehnen, Fußhockern und Abestelltischen für Speisen und Getränke an jedem Platz. Klassikfreunde, die für eine Vorstellung nicht extra nach Moskau, Mailand oder New York fliegen wollen, könnten sich in diesem Luxus-Ambiente besser aufgehoben fühlen als im CINEMA. Vielleicht stören sich wahre Opernpuristen aber auch an den dort noch bequemeren Sitzen (die zudem sehr zum Einschlafen einladen), schließlich sitzt man zumindest im Münchner Nationaltheater verglichen mit den meisten Kinos dann doch eher unbequem.

Nicht alle Anwesenden hatten heute im CINEMA nur Grund zum Meckern, der eine oder andere Besucher wusste den zusätzlichen Komfort, den ein Ballett im Kino bietet, durchaus zu schätzen. So hörte man hin und wieder Kommentare wie „Das gefällt mir viel besser hier, da ist man viel näher dran“ oder „So nah wie hier kommt man den Tänzern sonst nie“. Interessanterweise schien auch der Preis ein Argument für den Kinobesuch zu sein, denn „für 24 Euro kann man das doch öfter mal machen“, hörte ich eine Besucherin hinter mir sagen. Zugegeben, für eine Opern- oder Ballettkarte mit halbwegs guter Sicht muss man wesentlich mehr ausgeben, verglichen mit einer normalen Kinokarte sind 24 Euro aber auch heute noch ziemlich teuer. Aber für das gut betuchte Klassikpublikum, das für die Aufführungen des Bayerischen Staatsballetts gerne ein Vielfaches hinblättert, sind 24 Euro natürlich unschlagbar günstig. Zu dumm nur, dass man dafür Popcorngeruch ertragen muss.

Vielleicht sind sich ein „echter“ Ballettbesuch und ein „Ballett im Kino“-Besuch zumindest in einer Sache ähnlicher, als man zunächst denken könnte: gelästert wird immer. Wenn die Aufführung dazu nicht viel Anlass gibt, dann zieht man eben über die anderen Besucher, deren Unwissen oder ihren Kleidungsstil her. Wobei auch in dieser Hinsicht die Möglichkeiten durch die Liveübertragung aus dem Bolschoi-Theater erweitert wurden. Während der Pausen ließ einen die Leinwand nämlich hin und wieder einen Blick ins Foyer des Theaters werfen. „Dass es wirklich Leute gibt, die mit Pullover und Plastiktüte ins Theater gehen…“, entfuhr es einer der um mich sitzenden Kinobesucherinnen dabei. Ich habe allerdings trotz der hochauflösenden Live-Bilder keine Plastiktüten tragenden Theaterbesucher entdecken können, obwohl ich wirklich angestrengt danach gesucht habe.

So weit also meine Beobachtungen aus dem CINEMA. Für eine tiefer gehende soziologische Analsyse müsste man diese natürlich noch erweitern und mit passenden Theorien in Verbindung bringen (Bourdieu?). Vielleicht sollte ich ja eine Studie durchführen, bei der ich dreierlei Publikumsarten vergleichend untersuche – normales Kinopublikum, „Klassik im Kino“-Publikum und klassisches Opern-/Ballettpublikum in einem richtigen Theater. Ach ja, die Aufführung heute hat mir übrigens gefallen. Anfangs dachte ich noch, mit Ballett gar nichts anfangen zu können, aber es stellte sich heraus, dass der erste der drei Teile von „Jewels“ der schwächste war und die anderen beiden tänzerisch um einiges komplexer. Aber mehr will ich dazu lieber nicht schreiben, ich habe ja keine Ahnung, ich Popcorn mampfender Kinoliebhaber. 😉

Talk Talk Talk with Darren Hayes

Normalerweise sehe ich von Posts ab, die lediglich auf einen neuen Filmtrailer oder so hinweisen. Doch dieses Mal mache ich eine Ausnahme, weil es sich erstens gar nicht um einen Trailer handelt und weil es zweitens um Darren Hayes geht, der zu meinen Lieblingskünstlern und wichtigsten Inspirationsquellen gehört (und weil ich drittens sonst einen viel zu langen Facebook-Post geschrieben hätte). Darren Hayes dürfte den meisten bekannt sein als Sänger des kurzlebigen, aber sehr, sehr erfolgreichen australischen Popduos Savage Garden, das Ende der Neunziger mehrere weltweite Hits wie „Truly Madly Deeply“ oder „I Knew I Loved You“ hatte.

Seit der Auflösung von Savage Garden hat Darren vier Soloalben veröffentlicht – von denen drei zu meinen absoluten Lieblingsalben gehören – und war mit seiner Musik vor allem in Großbritannien und Australien weiterhin recht erfolgreich. Über sein letztes Album, das 2011 erschienen ist, habe ich hier im Blog geschrieben. Für 2014 hat sich Darren vorgenommen, viel Neues auszuprobieren. Nachdem er zehn Jahre in London gelebt hat, ist er gerade mit seinem Mann nach Los Angeles gezogen, wo er nun Improvisations-Comedy-Kurse belegt, an einer Art autobiographischer One-Man-Show schreibt und seit gestern auch einen Live-Podcast namens „Talk Talk Talk with Darren Hayes“ moderiert („Talk Talk Talk“ ist der Titel eines Songs auf seinem letzten Album). Einmal pro Woche will er darin mit interessanten Gästen plaudern und Höreranrufe aus der ganzen Welt entgegen nehmen. Bereits in der ersten Folge gibt er so viele gute Lebensratschläge, dass er es mit diesem Podcast bestimmt in kürzester Zeit schafft, so etwas wie die männliche Oprah Winfrey zu werden. 😉 Aber im Ernst, ich finde Darren Hayes, seine Lieder und seine Persönlichkeit wirklich sehr inspirierend, ganz einfach weil er eine so positive und lebensbejahende Einstellung vertritt. Davon kann sich jeder eine Scheibe abschneiden; mir tut etwas positive Energie à la „Du kanns alles erreichen, wovon du träumst!“ jedenfalls hin und wieder ganz gut.

Zudem ist Darren – genau wie ich – großer Fan von Michael Jackson und von „Star Wars“. Als Gast hat er sich in seine erste Sendung die PR-Managerin Consetta Parker eingeladen, die ebenfalls schon fast ihr ganzes Leben lang für Star Wars schwärmt (und sie hat nicht nur schon einmal Harrison Ford getroffen, sondern auch einen echten Stormtrooper geheiratet, wie sie im Podcast erzählt). Sie hat ihr Hobby inzwischen zum Beruf gemacht, denn sie ist Media/Marketing Manager der Rancho Obi-Wan,  der weltweit größten privaten „Star Wars“-Sammlung und außerdem Co-Host des „Star Wars“-Podcast „Full of Sith“ (bei dem wiederum Darren Hayes im Dezember zu Gast war). In Darrens neuem Podcast sprechen die beiden unter anderem darüber, was es für sie persönlich bedeutet, „Star Wars“-Fan zu sein und wie „Star Wars“ Menschen zusammen bringt.

Als treuer Fan von Darren Hayes bleibe ich natürlich dran und werde mir auch die zukünftigen Folgen von seines Podcasts nicht entgehen lassen. Doch jetzt genug der vielen Worte von mir, ich poste lieber noch ein paar von Darrens tollen Songs/Musikvideos:

„Bloodstained Heart“ (2011):

„Stupid Mistake“ (2012):

„Who Would Have Thought“ (2007):

„Words“ (2007):