Das war 2016 – Mein persönlicher Film- und Serien-Jahresrückblick

Zum letzten (und bisher einzigen) Mal habe ich hier im Blog 2013 einen Jahresrückblick geschrieben. 2016 habe ich es endlich mal wieder (auf den letzten Drücker) geschafft!
Wie auch schon 2013 werde ich hier zusammenfassen, welche besonders guten und schlechten Filme und TV-Serien ich dieses Jahr gesehen habe – ganz egal, ob es sich dabei um neue oder schon ältere Veröffentlichungen handelt.

Die besten neuen Filme

Beginnen wir mal mit den neuen, also in diesem Jahr veröffentlichten Filmen. Da fällt es mir leicht, meine „Top 3“ zusammen zu stellen (aber nicht leicht, sie in eine Reihenfolge zu bringen). „Room“ („Raum“) kam bereits im Frühjahr ins Kino und ich habe den Film seitdem nicht noch einmal gesehen, aber weil ich zwischenzeitlich das Hörbuch zu Emma Donoghues Romanvorlage gehört habe, sind mir die Geschichte und die Figuren immer noch sehr präsent. Lenny Abrahamsons Film um einen Jungen, der gemeinsam mit seiner Mutter jahrelang von einem Entführer gefangen gehalten wird und vollkommen von der Außenwelt abgeschottet aufwächst, ist ein kleines Wunderwerk. Denn trotz dieser düster und depressiv klingenden Ausgangssituation ist der Film das genaue Gegenteil von düster: „Room“ ist ein hoffnungsvoller Film, was nicht zuletzt an den hervorragenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller Brie Larson (die dafür einen Oscar gewann) und des siebenjährigen Jacob Tremblay liegt. Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch einmal anschauen. Aufgrund einer sehr persönlichen Beziehung, die ich zu der Geschichte habe, könnte er sogar zu einem meiner Lieblingsfilme werden!

Ein weiterer äußerst emotionaler Filmhöhepunkt war dieses Jahr ganz klar „Closet Monster“ von Stephen Dunn. Das Spielfilmdebüt des jungen kanadischen jungen kanadischen Regisseurs strotzt nur so vor kreativen Einfällen und ist in seiner Ausführung so gelungen, dass man gar nicht glauben mag, dass da jemand seinen ersten Kinofilm inszeniert hat! Und natürlich gibt es in keinem anderen Film einen Hamster, der von Isabella Rossellini gesprochen wird! 😉 (Hier könnt ihr meine Filmkritik auf filmszene.de lesen.)

Dass es wie bereits 2015 ein deutscher Film ganz weit nach oben in meiner Top-Ten-Liste schaffen würde, hätte ich nicht erwartet (schon allein, weil ich nicht besonders viele deutsche Filme anschaue). An „Toni Erdmann“ führte in diesem Jahr aber nicht nur kein Weg vorbei, sondern der Film wird seinem Ruf auch wirklich gerecht! Auf so eine Geschichte, in der ein von seiner Tochter entfremdeter Vater dieser über den Umweg einer erfundenen Persönlichkeit wieder näher zu kommen versucht, muss man erst einmal kommen. Aber selbst dann hätte noch eine Menge schiefgehen können, zum Beispiel wenn Regisseurin Maren Ade den Stoff als platte Komödie inszeniert und zur Vorlage für lauter dämliche Witze genommen hätte. Hat sie aber natürlich nicht. Das Endergebnis ist einfach nur großartig – ein Film wie kein anderer. Ein Bekannter von mir hat „Toni Erdmann“ allerdings mit „Borat“ verglichen und ich muss zugeben, dass er damit nicht ganz unrecht hat. Trotzdem handelt es sich um zwei sehr verschiedene Filme, vor allem wohl deshalb, weil Ade die Figuren und Situationen in ihrem Film nie um der bloßen Provokation willen oder für einen billigen Lacher eskalieren lässt. (Meine ausführliche Filmkritik könnt ihr hier lesen.)

Weitere Filmhighlights waren dieses Jahr für micht „Everybody Wants Some!!“ von Richard Linklater (nach dem Kinobesuch bin ich singend und tanzend durch die Straßen gelaufen) und „The Girl With All The Gifts“, ein schauspielerisch wie atmosphärisch extrem gut gemachter Zombiefilm, den ich auf dem Fantasy Filmfest gesehen habe (regulärer Kinostart wird im Februar sein). Auch „Arrival“ von Denis Villeneuve gehört ganz klar zu den besten neuen Filmen von 2016. Nicht nur Science-Fiction-Fans sollten hier definitv einen Blick riskieren.

Das waren die sechs besten, neuen Filme, die ich 2016 gesehen habe. Es gab aber natürlich noch eine Reihe weiterer guter bis sehr guter, die erwähnenswert sind. Da wäre zum Beispiel die Dokumentation „The Hunting Ground“ über sexuellen Missbrauch an US-Universitäten (verfügbar auf Netflix). Auch Jeff Nichols‘ Mystery-Drama „Midnight Special“ hat mir gut gefallen und ich muss ihn definitiv noch einmal anschauen.
Marvel hat dieses Jahr mit dem dritten „Captain America“-Film „Civil War“ einen Volltreffer hingelegt – ich habe mich blendend unterhalten gefühlt, aber einen Großteil des Films schon lange wieder vergessen.

Der neue Tim Burton-Film „Miss Peregrine’s Home For Peculiar Children“ („Die Insel der besonderen Kinder“) hat mir gut gefallen, auch wenn er wohl nicht zu den großen Meisterwerken des Regisseurs zählt. Als Beatles-Fan fand ich auch Ron Howard’s Dokumentation „Eight Days A Week“ sehr schön, aber man muss den Beatles natürlich schon grundsätzlich etwas abgewinnen können, um hier auf seine Kosten zu kommen (aber wer kann das bitteschön nicht?).

Zumindest von der Form her interessant fand ich „Der Nachtmahr“, allerdings liefen all die inszenierungstechnischen Tricksereien dabei irgendwie ins Leere, sodass der Film mehr versprach als er letztendlich einlösen konnte. Gegen Jahresende schließlich hat mich der neue Disney-Animationsfilm „Moana“ (in Deutschland „Vaiana“) gut amüsiert. Und auch das diesjähriger „Star Wars“-Abenteuer „Rogue One“ fand ich als großer Fan der Sternensaga trotz einiger Schwachstellen doch ziemlich gelungen.

Auch auf dem Filmfest München habe ich dieses Jahr wieder viele tolle (und auch ein paar nicht so tolle) Filme gesehen, über die ich größtenteils gebloggt habe. Ein paar davon habe ich hier schon genannt, hinzuzufügen wären aber zum Beispiel noch „Ein deutsches Leben“, „Oleg Y Las Raras Artes“ und „Die letzte Sau“.

Was ich sonst noch für tolle Filme angeschaut habe

Neben diesen Neustarts gab es jedoch auch ziemlich viele ältere Filme, die ich 2016 nachgeholt habe. M. Night Shyamalan hat 2015 mit „The Visit“ endlich mal wieder einen spannenden und gelungenen Film abgeliefert. Aber auch die Österreicher können Horror! Das haben vor zwei Jahren Severin Fiala und Veronika Franz mit der Genre-Perle „Ich seh ich seh“ bewiesen, die ich ebenfalls dieses Jahr gesehen habe und wirklich sehr empfehlen kann!

Noch besser fand ich „Nightcrawler“, in dem Jake Gyllenhaal vor zwei Jahren als ehrgeiziger TV-Journalist zu sehen war. Ein fantastisches Stück Kino, ein bitterböser Blick auf die harte Medien- und Journalismusbranche und ein grandioser Soundtrack! Auch „Love Steaks“ hat mich begeistert. Die deutsche Low Budget-Produktion hat vor einigen Jahren auf mehreren Festivals für Aufsehen gesorgt; nun habe ich sie auch endlich gesehen und war begeistert von der Unmittelbarkeit und Natürlichkeit dieser etwas anderen (oder vielleicht einfach nur kino-untypischen und realistischen?) Liebesgeschichte. Auch Wim Wenders Dokumentation „The Salt of the Earth“ über den Fotografen Sebastião Salgado fand ich sehr beeindruckend. Und wenn ich schon bei deutschen Filmen bin: Auch die Komödie „Wir sind die Neuen“ hat mich positiv überrascht, weil hier das Aufeinandertreffen der Generationen wirklich mit Witz behandelt wird und die Schauspieler sichtlich Spaß an ihren Rollen haben.

Als großer David Bowie-Fan war 2016 natürlich kein gutes Jahr für mich; „The Man Who Fell to Earth“ („Der Mann, der vom Himmel fiel“) habe ich erst nach Bowies Tod zum ersten Mal gesehen – und muss den Film auf jeden Fall irgendwann noch einmal anschauen. Weitere Kultfilme, die ich dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal gesehen habe, waren „The Exorcist“ („Der Exorzist“), „Thelma & Louise“, „Interview with the Vampire“ („Interview mit einem Vampir“) und „Zoolander“ (Teil zwei habe ich einige Tage später angeschaut). Nachdem ich die „Godfather“-Trilogie zum Geburtstag bekommen hatte, habe ich außerdem mehrere Abende damit verbracht, mir mal wieder Francis Ford Coppolas Saga einer italo-amerikanischen Familie zu Gemüte zu führen. Würden Mario Puzos Romane heute verfilmt werden, dann würde man daraus wahrscheinlich eine TV-Serie machen, also habe ich mir die Filme häppchenweise in feierabendfreundlichen Blöcken von 60 bis 90 Minuten über mehrere Abende verteilt angeschaut. Auch die „Alien“-Filme habe ich mir dieses Jahr mal wieder alle angeschaut, und zwar gleich mehrfach: Teil 1 bis 3 habe ich sowohl in der Kinofassung als auch in den auf den Blu-rays enthaltenen längeren Schnittfassungen angeschaut. Bei „Alien: Resurrection“ habe ich es allerdings bei der Kinofassung belassen, da ich mir diesen Murks nicht noch einmal antun wollte.

Die schlechtesten Filme des Jahres

Wie jedes Jahr gab es auch 2016 ein paar Filme, über die ich mich richtig geärgert habe. Ganz oben auf der Liste steht „Independence Day: Resurgence“. Ganz ehrlich, ich hätte die zehn Euro, die ich hier für den Kinobesuch ausgegeben habe, lieber verbrennen und dann dabei zuschauen sollen. Das wäre unterhaltsamer gewesen als diese völlig uninspirierte, vor Klischees nur so strotzende Fortsetzung von Roland Emmerichs Science Fiction-Klassiker. Dicht dahinter folgt „Batman v Superman: Dawn of Justice“. Es ist mir unbegreiflich, warum Zack Snyder immer noch riesige Budgets anvertraut werden, wo doch jedes Mal so ein Murks dabei herauskommt. (Halt, ich verstehe es doch: seine Filme spielen das Geld – und sogar noch mehr! – nämlich tatsächlich wieder ein. Unbegreiflich!) Auch die zweite Comicverfilmung aus dem DC-Universum, „Suicide Squad“, fand ich grottenschlecht. Ich kenne mich mit Comics zwar kaum aus, aber bei Marvel schaffen sie es immerhin, unterhaltsame Filme rauszuhauen!

Wobei es zumindest einen Marvel-Film gab, den ich dieses Jahr auch ziemlich schlecht fand: „X-Men: Apocalpyse“. Der gehört zwar nicht zum „Marvel Cinematic Universe“ von Disney, aber gerade weil die beiden vorherigen „X-Men“-Filme so großartig waren, hatte ich mir einen würdigen Abschluss dieser Trilogie gewünscht. Weitere Filmgurken aus 2016 waren „Die 5. Welle“ und „London Has Fallen“. Bei letzterem war mir das eigentlich schon vorher klar, schließlich war auch schon Teil 1 nur leidlich unterhaltsam. Ich schaue mir solche Filme wohl nur an, um sie dann am Jahresende auf meine Flop-Liste setzen zu können… 😉 Auch bei Duncan Jones Videospielverfilming „Warcraft: The Beginning“ habe ich nach etwa einer Viertelstunde geistig abgeschaltet und darauf gehofft, dass es bald vorbei ist. Schade, denn ich bin ein großer Fan seiner ersten beiden Filme „Moon“ und „Source Code“. Dass die neue „Ben Hur“-Verfilmung einfach nur überflüssig sein würde, war mir natürlich auch schon vorher klar. Angeschaut (und darüber geschrieben) habe ich den Film trotzdem.

…und noch mehr schlechte Filme

Als hätte 2016 nicht schon genug schlechte Filme hervorgebracht, habe ich mir zusätzlich auch noch einige ältere Filmgurken reingezogen. Das ging Anfang des Jahres los mit Cameron Crowes „Aloha“. Ich bin ja wirklich ein großer Fan von Crowe und zähle mit „Almost Famous“ und „Vanilla Sky“ zwei seiner Werke zu meinen Lieblingsfilmen, aber was er mit „Aloha“ abgeliefert hat, ist einfach so was von langweilig, uninspiriert und voller Klischees, dass man sich fragt, ob da wirklich noch derselbe Autor und Regisseur am Werk war. Schade! Josh Tranks „Fantastic Four“-Verfilmung von 2015 war auch nicht besser, konnte mich aber immerhin mit unfreiwilliger Komik unterhalten. Auch in diesem Fall kann man aber nur sagen: schade, dass nichts Besseres dabei herausgekommen ist. „Chronicle“ wird wohl Tranks bester Superheldenfilm bleiben…

Auch richtig schlecht fand ich Disneys Realversion von bzw. Parallelgeschichte zu „Dornröschen“, „Maleficent“. Schrecklich gelangweilt habe ich mich bei Angelina Jolies „By the Sea“ und „Kingsman“ fand ich extrem dämlich. Dass mich auch die „Hunger Games“ mit „Mockingjay: Teil 2“ nicht mehr begeistern konnten, hat mich nach dem extrem handlungsarmen dritten Film nicht mehr überrascht. Der bei weitem schlechteste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, war jedoch der Weinachts-Grusel „Krampus“. So etwas kommt also dabei heraus, wenn sich die Amerikaner an für sie wohl total exotisch anmutenden mitteleuropäischen Schreckgestalten abarbeiten! Cultural appropriation mal anders…

Mein Serienjahr

Ich habe 2016 zwar knapp 200 neue, alte und teils auch altbekannte Filme angeschaut, aber es hätten noch wesentlich mehr sein können, wenn es nicht so viele gute TV-Serien gäbe. Dass „Hannibal“ ein vorzeitiges Ende gefunden hat, ist für mich eine mittelschwere Katastrophe. Bryan Fullers Neuverfilmung der Romane von Thomas Harris gehört für mich zu den besten Fernsehserien überhaupt und ich hoffe sehr, dass er es doch noch irgendwie schaffen wird, eine Fortsetzung in Form einer Miniserie für irgendeine Streamingplattform zu produzieren.

Das beste Fernsehen scheint inzwischen ja sowieso auf Netflix & Co. stattzufinden. „Jessica Jones“ war für mich der bislang beste Beitrag zum filmischen Marveluniversum und auch die beiden „Daredevil“-Staffeln fand ich toll. Sehr gut unterhalten hat mich dieses Jahr auf Netflix auch die zweite Staffel von „Grace and Frankie“. Darin geht es zwar um Figuren, die mehr als doppelt so alt sind wie ich, aber wenn sie von so grandiosen Schauspielern wie Jane Fonda oder Martin Sheen gespielt werden, dann macht das auch dann riesigen Spaß, wenn man sich nicht mit allen Problemen der Figuren identifizieren kann.

Mit „Downton Abbey“ fand dieses Jahr eine meiner Lieblingsserien ihr Ende. Auch hier sind es vor allem die erstklassigen Darsteller, die das meist doch recht banale Soap-Geschehen sehenswert machen. Bei „Stranger Things“ wiederum stimmte das Gesamtpaket aus Schauspielern, Mystery-Handlung und gekonnt reproduzierter Achtziger-Jahre-Atmosphäre. Ich bin schon gespannt auf Staffel zwei! Eine weitere Staffel von „Heroes Reborn“ wird es dagegen nicht geben, was aber kein großer Verlust ist. Tim Krings Superhelden-Ensemblesoap „Heroes“ war in ihrer ersten Staffel 2006 noch revolutionär und verdammt gut, danach ging es aber leider immer weiter bergab. Der Neuaufguss „Heroes Reborn“ hätte toll werden können, aber leider hat man dabei die Schwächen der späteren „Heroes“-Staffeln nicht ausgemerzt, sondern sie nur noch verstärkt.

Richtig, richtig gut dagegen ist „Bates Motel“. Man hätte es von einem „Psycho“-Prequel nicht unbedingt erwartet, aber der auf fünf Staffeln angelegten Serie ist es tatsächlich gelungen, die Hintergründe von Norman Bates und seiner Mutter interessant und plausibel zu beleuchten. Die Staffeln drei und vier habe ich dieses Jahr hier im Blog besprochen. Weniger begeistert war ich von Woody Allens erster „Fernsehserie“ „Crisis in Six Scenes“. Ich habe „Fernsehserie“ hier bewusst in Anführungszeichen geschrieben, denn eigentlich handelt es sich dabei nur um einen in sechs Teile aufgespaltenen Film. Die jeweils 22 Minuten langen, auf Amazon Video verfügbaren Folgen bieten typischen, größtenteils recht altbackenen Woody Allen-Humor. Darunter sind zwar hin und wieder wirklich gelungene, lustige Momente, doch zu Allens besseren Werken gehört dieser „Serienfilm“ bestimmt nicht. (Außerdem verdient sich „Crisis in Six Scenes“ den Preis für den unkreativsten Titel des Jahres. Hat da jemand aus Versehen den Arbeitstitel der Serie stehen lassen!?)

Im Herbst habe ich mir die letzten Folgen von „Mad Men“ angeschaut und wurde nicht enttäuscht. Die Serie hat ihr durchgehend hohes Niveau halten können und ein nicht spektakuläres, aber angemessenes und passendes Ende gefunden. Neu angefangen habe ich dagegen mit „Scream“. Die Serie basiert auf der gleichnamigen Slasherfilmreihe und es gelingt ihr recht erfolgreich, die aus den Filmen bekannte Metaeben (z.B. in Form von Diskussionen über die Regeln des Slasher-Genres) ins Fernsehen zu übertragen. Natürlich handelt es sich dabei um Unterhaltung mit nicht allzu viel Tiefgang, aber für zwischendurch eignet sich die Serie allemal. Staffel zwei habe ich auch schon angeschaut.

Eines meiner Serienlangzeitprojekte ist Joss Whedons „Buffy the Vampire Slayer“. Vor ein paar Jahren habe ich mit der ersten Staffel angefangen und lasse mir zwischen den Staffeln immer ziemlich viel Zeit. Mittlerweile habe ich sechs Staffeln geschafft (und drei Staffeln von „Angel“, das ich parallel anschaue), aber erst bis zur fünften Staffel gebloggt. Ich werde demnächst mit dem Anschauen der letzten Staffel anfangen und hoffentlich auch noch einen Blogpost über Staffel sechs schreiben, aber so begeistert wie zu Beginn bin ich von der Serie nicht mehr.

Nach wie vor begeistert bin ich aber natürlich von meiner Lieblingsserie „Babylon 5“. Seit ich vor ein paar Jahren einen einführenden Überblick über J. Michael Straczynskis revolutionäre Science Fiction-Saga geschrieben habe, blogge ich in unregelmäßigen Abständen über jede einzelne Folge. Immerhin bis zur vorletzten Episode der ersten Staffel habe ich es 2016 geschafft; weitere Blogposts werden definitiv folgen, ich hatte nur in den letzten Monaten zu wenig Zeit dazu. Ebenfalls noch nicht gebloggt habe ich über Straczynskis neue Serie „Sense8“, die er zusammen mit den Wachowski-Schwestern realisiert hat. Die 2015 gestartete Netflix-Serie wurde vor einer Woche endlich mit einem Christmas Special fortgesetzt und soll im Mai eine zweite Staffel spendiert bekommen. Ich bin schon sehr gespannt, da ich „Sense8“ für eine der wichtigsten gegenwärtigen Serien halte!

Weiterhin habe ich dieses Jahr die zweite Staffel von „True Detective“ angeschaut (nicht so mein Fall) und mir endlich die Miniserie „Top of the Lake“ angesehen (schon viel eher mein Fall – und wenn mir jemand gesagt hätte, diese düstere und deprimierende Serie sei die dritte Staffel von „True Detective“, hätte ich das sofort geglaubt). Neben der zweiten Staffel von „The Newsroom“ (ich liebe Aaron Sorkins Dialoge!) habe ich mir auch die erste Staffel von „The Extant“ angeschaut (interessant, leider gibt es ja nur eine weitere Staffel).

Mit der Science Fiction-Anthologieserie „Black Mirror“ habe ich zumindest schon angefangen und bin davon sehr angetan. Auch „Devious Maids“ von „Desperate Housewives“-Schöpfer Marc Cherry habe ich begonnen zu gucken und war zumindest ein paar Tage lang süchtig danach, das hat sich also schnell wieder gelegt. Ich weiß also nicht, ob ich das weiter anschauen werde. Ach ja, bevor ich’s vergesse: ich habe dieses Jahr auch wieder ein bisschen „Star Trek“ geguckt, genauer gesagt die zweite Staffel von „Enterprise“. Ich freue mich schon auf die neue „Star Trek“-Serie, die im Mai starten wird!

Schließlich gab es dieses Jahr natürlich auch ein paar Serien, die ich anzuschauen begonnen habe, die aber nicht so ganz meinen Geschmack getroffen haben. Darunter waren „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“, „Penny Dreadful“ und „Ascension“. Auch von „The Expanse“ habe ich bislang nur zwei Folgen gesehen, die mich vor allem verwirrt haben. Bei „Luke Cage“ bin ich noch nicht über Episode 1 hinaus gekommen, die ich eigentlich nicht so toll fand. Da mir aber die anderen Marvel-Serien bei Netflix so gut gefallen haben, werde ich vielleicht doch irgendwann weitersehen. „Masters of Sex“ wollte ich schon lange sehen und habe 2016 endlich damit begonnen. Eigentlich ist die Serie ziemlich gut, aber der Funke wollte dann doch nicht überspringen. Manchmal wäre es vielleicht doch besser, nicht aus jedem Thema gleich eine Serie zu machen. Ein „Masters of Sex“-Film wäre jedenfalls sehr viel schneller zu konsumieren gewesen.

Was alle an „Mr. Robot“ so toll finden, habe ich noch nicht verstanden und hier auch nach drei oder vier Folgen erstmal Schluss gemacht. Die Serie ist zwar gut gemacht, bietet aber meiner Meinung nach nicht viel Neues. Es geht mal wieder um einen unsicheren männlichen Protagonisten, der seine Gefühle schlecht ausdrücken kann und sich im Umgang mit anderen Menschen schwertut. Das kennen wir inzwischen schon zu Genüge aus anderen Serien (Sherlock, „Dexter“).

Falls Ihr diesen Text tatsächlich bis hierhin gelesen haben solltet, wünsche ich euch an dieser Stelle ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2017! Möge es uns viele tolle neue Filme und Serien bringen. 🙂

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Babylon 5 – Die Science-Fiction-Kultserie

Ich war dabei, als ein neues Zeitalter der Fernsehunterhaltung begann…"Weltraum-Uno des Jahres 2257"

Vor 18 Jahren, im Sommer 1995, durchblätterte ich als 13-Jähriger eine Ausgabe der Fernsehzeitschrift TV Today und stieß dort auf einen Artikel mit der Überschrift „Weltraum-Uno des Jahres 2257“. Auf einer ganzen Seite wurde dort eine neue Science-Fiction-Serie namens „Babylon 5“ vorgestellt, die ab August wöchentlich auf Pro Sieben zu sehen sein würde. Einige Monate zuvor hatte ich zum ersten Mal die klassische „Star Wars“-Trilogie gesehen, die mich sofort in ihren Bann gezogen hatte. Auch in das „Star Trek“-Universum hatte ich gerade begonnen einzutauchen. Kein Wunder also, dass ich von der Aussicht auf neue, wöchentliche Weltraumabenteuer begeistert war, zumal mich die in dem Artikel abgebildeten Fotos sofort in ihren Bann zogen. Das sah alles so neu, so frisch, so anders aus. Der Look der Aliens und der titelgebenden Raumstation war weder mit dem von „Star Trek“ noch dem von „Star Wars“ zu vergleichen.

Ich setzte mich also am 3. August 1995, einem Donnerstag, um 20:15 Uhr vor den Fernseher, um mir den Pilotfilm von „Babylon 5“ anzuschauen und war von den ersten Minuten an von der Serie fasziniert. In den folgenden Jahren versuchte ich, keine einzige Folge zu verpassen, nahm schließlich die komplette Serie auf VHS-Kassetten auf und kaufte mir die ab 2002 erscheinenden DVD-Boxen. Meine Leidenschaft für „Babylon 5“ ist seit der Ausstrahlung des Pilotfilms nie abgerissen, sondern im Gegenteil sogar gewachsen. Die letzte Folge der Serie wurde hierzulande 1999 ausgestrahlt, aber ein großer Fan bin ich trotzdem über all die Jahre geblieben. Den TV Today-Artikel (und zahlreiche andere Zeitschriftenausschnitte) habe ich bis heute aufgehoben.

Vor etwa drei Monaten habe ich einen (englischen) Podcast entdeckt, der sich ganz und gar „Babylon 5“ widmet. Im „Babble On Project“ besprechen die „Babylon 5“-Fans Matt Dillon und Gillian Coyle seit Februar 2011 in jeder ihrer Episoden zwei Folgen von „Babylon 5“. Dabei sind die beiden Geeks mit viel Freude und Leidenschaft, aber auch mit viel Hintergrundwissen bei der Sache, so dass es für Fans der Serie sowohl extrem unterhaltsam als auch sehr lehrreich ist, ihnen zuzuhören (übrigens können auch Serienneulinge, die „Babylon 5“ zum ersten Mal anschauen, den Podcast anhören, da jede Folge in einen spoilerfreien und einen spoilerhaltigen Bereich aufgeteilt ist). Zudem haben die beiden es geschafft, den Serienschöpfer J. Michael Straczysnki sowie die Darstellerinnen Claudia Christian und Patricia Tallman für Interviews zu gewinnen. Derzeit erscheint alle drei Wochen eine neue Folge des Podcasts und die zwei nähern sich inzwischen dem Ende der vierten „Babylon 5“-Staffel. In den letzten Monaten hat mich beim Durchhören aller Episoden des Babble On Projects das „Babylon 5“-Fieber erneut gepackt. Schon seit Längerem spiele ich daher mit dem Gedanken, die Serie hier im Blog zum Thema zu machen.

Für alle, die „Babylon 5“ noch gar nicht kennen, zitiere ich hier einmal aus der TV Today von 1995: „Im Mittelpunkt der TV-Saga steht die Raumstation Babylon 5. Hier leben im Jahr 2257 Vertreter aller Völker, die im All existieren [Anmerkung: Das stimmt so nicht gaaanz]. Ihre gemeinsame Aufgabe ist die Erhaltung des Friedens im Universum. Ein schwieriges Unterfangen, denn die verschiedenen Rassen sind teilweise seit Jahrhunderten bis aufs Blut verfeindet. Chef der Zukunfts-Uno: Commander Sinclair, von der Erde entsandt, um Babylon 5 zu führen.“ Im Zentrum von „Babylon 5“ steht also die gleichnamige Raumstation, doch zugleich ist „Babylon 5“ viel mehr als nur die Geschichte dieser Raumstation und ihrer Bewohner.

Joe Michael Straczynski hatte die erste Idee zu seiner Serie bereits Mitte der 1980er Jahre. Genau genommen hatte er zunächst Ideen für zwei große Fernsehserien: die eine sollte auf einer Raumstation spielen, während die andere eine epische Saga erzählen sollte. Irgendwann wurde Straczynski schließlich klar, dass er die beiden Ideen kombinieren musste, um sie zu einer Serie zu machen, die zwar hauptsächlich auf einer Raumstation spielt, aber in ihren Storylines eben auch eine epische Handlung über einen große Krieg erzählt, den wir durch die Augen der Charaktere miterleben. So erfahren die Zuschauer zusammen mit den Protagonisten der Serie die ganz persönlichen Konsequenzen, die große galaktische Zusammenhänge für einzelne Individuen haben. Die Auswirkungen galaxisweiter Krisen werden auf der persönlichen Ebene nachvollziehbar.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass „Babylon 5“ als „Roman fürs Fernsehen“ konzipiert worden ist. Das heißt, die einzelnen Staffeln und Episoden stehen hier für einzelne, aber zusammenhängende (Unter-)Kapitel, die eine große, zusammenhängende Geschichte erzählen. Die fünf Staffeln erzählen jeweils ein Jahr der Serienhandlung, tragen eigene Titel und bilden so jeweils ein eigenes Kapitel der „Babylon 5“-Saga. Auch wenn es während der ersten Staffel noch nicht den Anschein danach hat, wird hier doch von den ersten Minuten an eine Geschichte epischen Ausmaßes erzählt, in der alle Elemente aufeinander aufbauen und wo bereits im Pilotfilm Dinge vorkommen oder angesprochen werden, die erst mehrere Staffeln später relevant werden. Genau wie ein Roman hat „Babylon 5“ einen Anfang, an dem die Figuren, die Örtlichkeiten und Gegebenheiten vorgestellt werden, eine Mitte, in der die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt und einen Schluss, an dem…nun ja, an dem die Geschichte eben endet. „Babylon 5“ war einer der Wegbereiter für episodenübergreifendes Erzählen, wie es heute in vielen Serien selbstverständlich ist. So selbstverständlich sogar, dass man sich Serien wie „The Sopranos“, „Lost“, „Mad Men“ oder „Game of Thrones“ gar nicht mit in sich geschlossenen Folgen vorstellen kann, die mit Beginn jeder neuen Episode quasi den Reset-Knopf drücken und damit die Entwicklungen der vorhergehenden Folge wieder rückgängig machen und die Beziehungen der Charaktere wieder zurücksetzen. Im Unterschied zu manchen der modernen Serien hatte Straczynski aber für „Babylon 5“ von Anfang an einen „Fünfjahresplan“ und damit eine genaue Vorstellung davon, wie er seine Geschichte über fünf Staffeln hinweg erzählen wollte. Dabei kamen ihm zwar immer wieder äußere Umstände (wie z.B. der Ausstieg von Darstellern) in die Quere, so dass er sich gezwungen sah, diesen großen story arc an mehreren Stellen etwas anzupassen, doch im Großen und Ganzen hat er es geschafft, seinen Plan umzusetzen und fünf Staffeln von „Babylon 5“ ins Fernsehen zu bringen.

Das episodenübergreifende Erzählen ist jedoch nicht der einzige Punkt, in dem „Babylon 5“ Neuland betreten hat. Ein weiterer (und nicht der letzte) Aspekt ist die Art und Weise, in der Straczynski schon lange bevor der Pilotfilm produziert wurde, mit Science-Fiction-Fans im Internet kommunizierte. Bereits 1991 richtete sich Straczynski in diversen Online-Foren – die es damals tatsächlich schon gab, obwohl sie natürlich noch in ihren Kinderschuhen, ach was, in ihren Strampelanzügen steckten – offizielle Accounts ein, von denen aus er die interessierte Öffentlichkeit (also die Science Fiction-Community) über seine Vision und ihre schrittweise Realitätswerdung informierte. Diese Onlinepräsenz behielt er auch während der gesamten Produktionszeit von „Babylon 5“ bei und stand so in einem ständigen und ausführlichen Dialog mit den Fans der Serie, der auch weit über die gelegentliche Twitter-Korrespondenz hinausging, wie sie einige der führenden Kreativköpfe der Film- und Fernsehbranche heute pflegen. Zudem war Straczynskis Onlinepräsenz keineswegs nur eine Marketingstrategie (1991 hätten das im Internet ohnehin nur sehr wenige mitbekommen), sondern es ging ihm darum, den Prozess der Herstellung seiner Serie von den ersten getippten Zeilen bis hin zur im Fernsehen ausgestrahlten Episode für sein Publikum nachvollziehbar zu machen und natürlich auch darum, sich Feedback zu holen und die zahlreichen Fragen der Fans zu beantworten. Hier kann man alle von Straczynski verfassten Posts von 1991 bis in die Gegenwart nachlesen; vor ein paar Jahren wurden seine gesammelten Forumposts aus der Produktionszeit von „Babylon 5“ sogar in Buchform veröffentlicht (5 Bände, 2000 Seiten!). Im Vorwort des ersten Bandes schreibt JMS über den regen Online-Kontakt, in dem er schon Anfang der 1990er mit seinen Fans stand:
„I wanted to talk about the making of the show, on the theory that (as a fan myself) we cannot get what we want until we understand the process enough to concisely elucidate exactly what it is that we want. Until, in short, viewers understand the process of making television, and why things are done the way they’re done.“

Das einem Roman-/Saga-Modell folgende episodenübergreifende Erzählen der Serie hat natürlich zur Folge, dass man an „Babylon 5“ dann die meiste Freude hat, wenn man vorher noch nichts über den Handlungsverlauf weiß. Allen, die die Serie noch nicht kennen, empfehle ich also: besorgt euch die DVDs, beginnt mit dem Pilotfilm („Die Zusammenkunft“ / „The Gathering“) und geht dann zu den fünf regulären Staffeln über, ohne euch irgendwo spoilern zu lassen. Ich empfehle diese wirklich unschlagbar günstige Komplettbox, in der der Pilotfilm, alle fünf Staffeln und alle weiteren TV-Filme enthalten sind (die Box dürft ihr natürlich auch gerne bei einem anderen Händler kaufen als bei dem, auf den ich hier gewohnheitsmäßig verlinkt habe). Auf Blu-ray wird „Babylon 5“ übrigens wahrscheinlich leider nie erscheinen; das hat technische Gründe, aber eine genaue Erklärung würde hier zu weit führen (und ich verstehe die Gründe sowieso nicht genug 😉 ). Und noch eine Anmerkung: Nur im Deutschen trägt die Serie bereits seit 1995 in den TV-Zeitschriften und auch heute noch auf vielen DVD-Boxen den dämlichen Zusatz „Spacecenter“ vor ihrem Namen. Anscheinend hat man sich damals vor der deutschen Erstausstrahlung gedacht, den Fernsehzuschauern auf diese Weise klar machen zu müssen, dass es sich hier um eine Serie handelt, die auf einer Raumstation spielt.

Leider fristet „Babylon 5“ trotz des Kultstatus immer noch ein Nischendasein. Die Serie ist längst nicht so bekannt, wie sie es meiner Meinung nach verdient hätte. Einerseits war sie zwar wie erwähnt Wegbereiter für viele andere episodenübergreifend erzählende Serien und hat prominente Fans wie beispielsweise den „Doctor Who“-Showrunner und „Sherlock“-Schöpfer Steven Moffat (und anscheinend auch jemanden im Autorenteam von „Breaking Bad“), andererseits wird sie aber in den USA seit etwa zehn Jahren nicht mehr im Fernsehen wiederholt und lässt sich auch nicht auf Netflix und ähnlichen Diensten finden (nur auf iTunes ist sie soweit ich weiß verfügbar). Das hat dazu geführt, dass es zwar nach wie vor einen sehr treuen Kern „alter“ B5-Fans gibt, aber kaum neue Fans nachwachsen. Auch die Chancen auf weitere „Babylon 5“-Abenteuer – sei es in Form einer neuen Serie, eines Kinofilms oder was auch immer – sind aus diesem Grund nicht besonders hoch. Und obwohl sich die DVDs sehr, sehr gut verkauft haben, haben die Verantwortlichen bei Warner Bros. anscheinend keinen blassen Schimmer, auf welchem Schatz sie da sitzen und welch ein großes Publikum für die Serie (in Form von alten und potentiellen neuen Fans) noch immer da ist. Straczysnki hat dies in Interviews immer wieder betont. Anfang September – nachdem „Babylon 5“ in einer Folge von „Breaking Bad“ erwähnt wurde – rief er über Twitter und Facebook die B5-Fangemeinde dazu auf, sich unter dem Hashtag #FreeBabylon5 dafür einzusetzen, die Serie wieder ins US-Fernsehen zu bringen, wo sie seit vielen Jahren nicht mehr wiederholt wird:

Ausführlicher wurde Straczynski einen Tag später auf seiner Facebook-Seite:
To the online backinh and forthing…some hard facts. Because Babylon 5 isn’t on the air in the US anywhere, it’s impossible for the show to add new viewers except one at a time, friend to friend, or if you’ve heard about it enough to want to shell out the money for the DVDs. Casual viewers can’t stumble across it while channel surfing. (As we all know, after Trek was canceled for poor ratings, it found its audience in syndication.) So in answer to the photo below, either WB has to be convinced to release the show somewhere, or a network like Syfy or Chiller or another along those lines has to be prompted to pick it up. If not, quite honestly, and without any way to add new viewers, the show will eventually slide into obscurity. This ain’t something I can do, or even directly participate in. It’s up to the fans now.

Ob hinter dem Zeitpunkt seines Aufrufs mehr steckt, als nur eine Reaktion auf die Erwähnung in „Breaking Bad“, darüber kann man nur spekulieren. Es würde mich aber nicht wundern, wenn Straczynski wieder einmal kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Deals für einen B5-Film oder eine neue B5-Serie stand, so wie das in den letzten Jahren schon mehrmals der Fall war (leider kam es zu den entsprechenden Projekten nie). „Babylon 5“ zurück ins Fernsehen, in die Streaming-Dienste wie Netflix und damit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, ist aber auf jeden Fall eine gute Idee. Die „Free Babylon 5“-Kampagne hat auch eine eigene Facebook-Seite, hier gibt es außerdem einen weiteren Artikel über Straczynskis Aufforderung an die Fans. Ein paar kleine Wellen hat die Aktion also schon geschlagen.

Falls Ihr jetzt Lust bekommen habt, die Serie (wieder einmal) anzuschauen, dann freut mich das und ich wünsche Euch viel Spaß. Wann ich mich mit einem weiteren Blogpost über „Babylon 5“ zurückmelde, steht noch in den Sternen. Motiviert durch die vielen Folgen des „Babble On Project“-Podcasts hatte ich zunächst vor, selbst einen B5-Rewatch zu starten und hier in regelmäßigen Abständen die Serie Folge für Folge zu besprechen. Inzwischen zweifle ich allerdings stark daran, ob ich ein solches Projekt lange durchhalten würde. Aber vielleicht finde ich einen Kompromiss, man muss ja nicht unbedingt jede einzelne Episode ausführlich besprechen. Die Idee, „Babylon 5“ wieder bekannter zu machen, finde ich jedenfalls sehr gut. Denn ganz egal, ob es nun irgendwann neue B5-Abenteuer im Fernsehen oder sogar einen Kinofilm geben wird oder ob nie wieder auch nur eine einzige neue Szene gefilmt wird: Ich halte „Babylon 5“ für eine der besten und wichtigsten Fernsehserien, die je produziert worden sind. J. Michael Straczynski steht als Geschichtenerzähler für mich auf einer Ebene mit Tolkien oder George Lucas. „Babylon 5“ ist ein episches Drama, ein moderner Mythos und behandelt zeitlose Themen, die heute mindestens ebenso relevant sind, wie vor zwanzig Jahren und die es auch in Zukunft bleiben werden. Und vielleicht melde ich mich ja doch bald mit einem Post zum B5-Pilotfilm und den ersten Folgen der ersten Staffel zurück…